Der Status von Numeralia : ein Beitrag zur Klärung des Klassifikationsproblems für Kardinalia, Ordinalia und 'Nummer'-Konstruktionen

Aufgrund ihres spezifischen Verhaltens stellen Numeralia häufig ein Problem für die Wortartenklassifikation dar: Einerseits stimmen sie in Kernaspekten ihrer Bedeutung überein - alle Numeralia referieren wesentlich auf Z
Aufgrund ihres spezifischen Verhaltens stellen Numeralia häufig ein Problem für die Wortartenklassifikation dar: Einerseits stimmen sie in Kernaspekten ihrer Bedeutung überein - alle Numeralia referieren wesentlich auf Zahlen -, andererseits bestehen zwischen den einzelnen Numeralklassen trotz enger lexikalisch-phonologischer Zusammengehörigkeit zum Teil große morpho-syntaktische Diskrepanzen. Es gibt im wesentlichen zwei Möglichkeiten, diesem Problem zu begegnen: Entweder nimmt man eine spezifische Wortart „Numeralia“ für diese Lexeme an, oder man subsumiert die einzelnen Numeralklassen unter verschiedene andere Wortarten. Beide Ansätze sind letztlich etwas unbefriedigend. Klassifiziert man Numeralia aufgrund morpho-syntaktischer Merkmale als Elemente unterschiedlicher Wortarten, so scheint der enge Zusammenhang der verschiedenen Numeralklassen nicht genügend berücksichtigt zu werden. Im anderen Fall, bei der Postulation einer eigenen Wortart, wird dagegen die morphosyntaktische Heterogenität von Numeralia kaum erfaßt. Aufgrund des charakteristischen Aufbaus von Numeralsequenzen ist darüber hinaus die Anzahl der Elemente einer solchen Wortart möglicherweise stark reduziert: Anders als andere Ausdrücke bilden Numeralia eine Reihe, deren Elemente eng auf einander bezogen sind; höhere Elemente bauen auf niedrigeren auf und erlangen ihre Bedeutung wesentlich erst durch diese. Man könnte daher argumentieren, daß Elemente einer Numeralklasse, beispielsweise die Kardinalia, keine Menge, sondern nur ein (komplexes) Element bilden, nämlich die Sequenz „ein-, zwei, drei,...“. Eine eigenständige Wortart „Kardinalia“, wie etwa Schmid (1987) sie vorschlägt, hätte dann streng genommen nur ein einziges Element.
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Metadaten
Author:Heike Wiese
URN:urn:nbn:de:hebis:30-1150648
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2010/04/26
Year of first Publication:1996
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Release Date:2010/04/26
SWD-Keyword:Lexikologie
Source:http://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/germanistik-07/Publikationen/HWStatus.pdf ; (in:) Lund [= Sprache und Pragmatik 39]
HeBIS PPN:225460351
Dewey Decimal Classification:400 Sprache
Sammlungen:Linguistik
Linguistic-Classification:Linguistik-Klassifikation: Lexikologie/Etymologie / Lexicology/Etymology
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $