Zur lexikografischen Inszenierung von Geschlecht : ein Streifzug durch die Einträge von Frau und Mann in neueren Wörterbüchern

Der Begriff des doing gender als interaktive Inszenierung des sozialen Geschlechts (gender) hat sich auch in der Linguistik etabliert und ist vor allem für die Sprachverwendung bzw.- Gesprächslinguistik fruchtbar gemacht
Der Begriff des doing gender als interaktive Inszenierung des sozialen Geschlechts (gender) hat sich auch in der Linguistik etabliert und ist vor allem für die Sprachverwendung bzw.- Gesprächslinguistik fruchtbar gemacht worden. Doch selbst etwas so biologisch determiniert Erscheinendes wie weibliche und männliche Stimmen, ihre Höhe, ihre Verlaufsmuster, sind konstruierter, als man dies bisher für möglich gehalten hatte. Der am stärksten und radikalsten segregierte sprachliche Bereich, die Rufnamen, wurde für das Deutsche erst 2003 mit der Arbeit "Naming Gender" von Susanne Oelkers empirisch auf die Kodierung von Geschlecht hin untersucht. Erstmals wird systematisch nachgewiesen, dass und worin sich Frauen- und Männernamen phonologisch-strukturell voneinander unterscheiden, außerdem, dass wir diese Geschlechtszuordnungen auch bei uns unbekannten Namen vornehmen. Das heißt, es besteht ein kollektives Wissen darüber, wie weibliche und männliche Rufnamen beschaffen sind.
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This article analyzes, for the first time, the lexicographic construction of gender in more recent editions of German dictionaries (from 1980 onwards). The article starts by presenting a survey of studies on this topic i
This article analyzes, for the first time, the lexicographic construction of gender in more recent editions of German dictionaries (from 1980 onwards). The article starts by presenting a survey of studies on this topic in other languages (French, Swedish, English). Then the dictionary entries of Frau 'woman' and Mann 'man' are scrutinized with respect to their definition(s), their structure, and their use in sentences of exemplification. The study shows that a surprisingly high degree of stereotypes still exists, including grammatical differences such as men occurring more frequently in subject positions and women dominating in object positions. While some dictionaries represent clear progress with respect to the representation of gender over time, others are dominated by androcentric attitudes.
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Metadaten
Author:Damaris Nübling
URN:urn:nbn:de:hebis:30-81869
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2010/10/12
Year of first Publication:2009
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Release Date:2010/10/12
SWD-Keyword:Geschlechterforschung ; Lexikologie ; Soziolinguistik
Source:http://www.germanistik.uni-mainz.de/Dateien/Nuebling_2009f.PDF ; (in:) Zeitschrift für Germanistische Linguistik 37, 2009, S. 593-633
HeBIS PPN:267915004
Institutes:Extern
Dewey Decimal Classification:400 Sprache
Sammlungen:GiNDok
Linguistik
BDSL-Classification:BDSL-Klassifikation: 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft > 02.02.00 Studien
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $