Gestationsdiabetes und fetales outcome : vergleichende Untersuchungen an einem Kollektiv von 204 Patientinnen der Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst

Grundlage der hier vorliegenden retrospektiven Studie stellen alle in der Zeit von März bis Oktober 2004 an den Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst zur Geburt aufgenommenen 102 Patientinnen mit der Diagnose Gestationsd
Grundlage der hier vorliegenden retrospektiven Studie stellen alle in der Zeit von März bis Oktober 2004 an den Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst zur Geburt aufgenommenen 102 Patientinnen mit der Diagnose Gestationsdiabetes (GDM) und ihrer gleichstarken Kontrollgruppe dar. In beiden Gruppen kamen jeweils 102 Kinder auf die Welt. Die Untersuchung erstreckte sich darauf, innerhalb der beiden Gruppen fetales Outcome, Unterschiede und Risikofaktoren, die für einen GDM prädisponieren, herauszuarbeiten. Keine Auffälligkeiten ergaben sich bei mütterlichem Alter und Herkunft der Patientinnen. Die Gestationsdiabetikerinnen hatten im Mittel ein höheres Körpergewicht sowie einen höheren BMI vor und nach der Schwangerschaft. Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft war dagegen in der Kontrollgruppe mit 20,3 % höher als in der GDM-Gruppe (16,3 %). Hinsichtlich der Fehlgeburtenrate, der Anzahl an vorherigen Geburten, der Schwangerschaftsdauer und der Frühgeburtlichkeit konnten wir keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen. Bestätigen konnten wir jedoch den Risikofaktor „familiärer Diabetes“. In der GDM-Gruppe gaben 30,6 % der Patientinnen eine positive familiäre Diabetesanamnese an gegenüber 6,9 % in der Kontrolle. Beim Entbindungsmodus fiel in der GDM-Gruppe eine erhöhte Anzahl an sekundären Sectiones mit 20,6 % gegenüber 6,9 % in der Kontrollgruppe auf. Betrachtet man die Gruppe der adipösen Gestationsdiabetikerinnen separat, so fiel ebenfalls eine erhöhte Anzahl an Schnittentbindungen auf. Den in der Literatur beschriebenen Trend zur Schnittentbindung bei GDM bzw. Adipositas können wir somit in unserer Studie bestätigen. Die primäre Sectiorate bei makrosomen Kindern der GDM-Gruppe war mit 52,9 % ebenfalls erhöht. Geburtstraumata wie Schulterdystokien und Plexusschäden fielen bei keinem der untersuchten Kinder auf. Erhöhte Verlegungsraten in die Kinderklinik und somit ein schlechteres fetales Outcome ergaben sich bei Gestationsdiabetikerinnen mit erhöhtem Alter (> 34 Jahren), osteuropäischer und asiatischer Herkunft, erhöhtem BMI (> 30 kg/m²) vor und nach Schwangerschaft sowie starker Gewichtszunahme (> 30 %) während der Schwangerschaft. Tendenziell erhöhte Verlegungsraten in der GDM-Gruppe fanden sich bei Mehrgravida und bei Frauen mit mehr als einer Fehlgeburt in der geburtshilflichen Anamnese. Die Neugeborenen der beiden Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich Geschlecht, Körperlänge, Körpergewicht, Kopfumfang, pH-Wert, Base Excess und Fehlbildungsrate. Auffälligkeiten ergaben sich dagegen bei der Makrosomierate. 16,7 % der GDM-Kinder lagen über der 90. Perzentile, gegenüber 5,9 % der Kinder der Kontrollgruppe. Das Outcome unmittelbar nach Geburt war bei Neugeborenen gestationsdiabetischer Mütter öfter schlechter als bei Neugeborenen der Kontrolle. Dies wurde beim APGAR-Score deutlich. In den ersten 5 Minuten hatten 8 GDMKinder jeweils einen APGAR-Wert < 7 gegenüber nur einem Kind aus der Kontrolle. Bei 35,3 % der Neugeborenen diabetischer Mütter wurde eine Hypoglykämie &#8804; 45 mg/dl innerhalb der ersten 3 Stunden nach Geburt gemessen. Hiervon stammen 41,7 % der Kinder von insulinär eingestellten Frauen. Als mütterliche Risikofaktoren, die eine Verlegung des Neugeborenen in die Kinderklinik wahrscheinlich machen, sind eine kurze Schwangerschaftsdauer, Adipositas und eine Insulintherapie bei Gestationsdiabetes aufzuführen. Insgesamt ist festzustellen, dass es Unterschiede zwischen gestationsdiabetischen und normoglykämischen Schwangeren gibt. Bestimmte Risikofaktoren stellen weiterhin eine Gefahr für das Neugeborene dar. Es gilt diese Unterschiede und Prädiktoren rechtzeitig zu erkennen und zu therapieren. Nur durch Aufklärung der Bevölkerung über den Gestationsdiabetes und Verschärfung der metabolischen Kontrolle in der Schwangerschaft, sowie frühzeitiges Erkennen prädisponierender Risikofaktoren für einen Gestationsdiabetes lässt sich für die Zukunft eine Angleichung der kindlichen Morbidität bei GDM an das Schwangerschaftsprodukt normoglykämisch Schwangerer erreichen.
show moreshow less
This retrospective study is based on all the 102 GDM patients at the Frankfurt-Höchst hospital during the period March - October 2004 and its control group, which was equal in size. In both groups 102 infants were born. 
This retrospective study is based on all the 102 GDM patients at the Frankfurt-Höchst hospital during the period March - October 2004 and its control group, which was equal in size. In both groups 102 infants were born. In the investigation the fetal outcome, differences and risks for GDM were worked out. The maternal age and ancestry were without attractive attentions. The GDM patients had on average a higher weight and a higher BMI before and after the pregnancy. However, the weight increase was larger in the control group (20,3 % to 16,3 %). No differences between the two groups were discovered with regards to the rate of missed abortions, the number of previous births, the length of the pregnancy or early births. We could however confirm the risk factor “family diabetes”. In the GDM group 30,6 % of the patients stated a positive family history compared with 6,9 % in the control group. Regarding the method of delivery the GDM group had a higher number of secundary cesarean sections (20,6 % to 6,9 %). Owerwight and obesity are related with a higher number of cesarean sections. We could therefore in our study confirm the trend of cesarean section for GDM and Adipositas, respectively. The primary rate of c-section for macrosomic infants of the GDM group was at 52,9 % also higher. Childbirth traumas such as shoulder dystocia or plexus injuries were not noticed for any of the infants in the investigation. A heightened rate of placement in the children’s clinic- and therefore a worse fetal outcome – was discovered for gestational diabetic women of the age >34 years, for those of East European and Asian ancestry, for higher BMI (> 30 kg/m2) before and after the pregnancy; and for large weight increases (>30 %) during the pregnancy. Tendencies of higher placement ratios of the GDM group were found for high parity women and for women with more than one missed abortion in the obstetric anamnesis. There were no differences between the newly born infants of the two groups in terms of sex, body length, body weight, head size, pH value, Base Excess and rate of malformations. The rate of macrosomic infants was noticeable. 16,7 % of the GDM children were above the 90. percentile, in comparison with 5,9 % of the control group. The outcome immediately after birth was for newly born children of gestational diabetic mothers often worse than for newly born children of the control group. This was evident in the APGAR score. During the first five minutes 8 GDM infants had an APGAR value > 7 compared with just one in the control group. For 35,3 % of the newly born of diabetic mothers a hypoglycaemia < 45 mg/dl was measured within the first 3 hours after birth. From this came 41,7 % of the children of insulin treated women. Mothers’ risk factors making a placement in the children’s clinic probable are: a short duration of the pregnancy, adipositas and insulin therapy for gestational diabetes. Overall it can be noted that there are differences between gestational and normoglycaemic pregnant women. Certain risk factors pose a danger to the newly born. These differences and predictors are to be discovered and treated at the right time. Only by informing the public about gestational diabetes and sharpening the metabolic control of the pregnancy, as well as by early detection of predisposing risk factors for gestational diabetes will it be possible to equalize the child mortality for GDM to that of pregnancy outcome of normoglycaemic pregnant women.
show moreshow less

Download full text files

  • application/pdf DissBeeck.pdf (427 KB)

    Zugriffsbeschränkung: Bestandssicherung, Zugriff nur im internen UB-Netz

Export metadata

  • Export Bibtex
  • Export RIS

Additional Services

    Share in Twitter Search Google Scholar
Metadaten
Author:Hendrik Beeck
URN:urn:nbn:de:hebis:30-53483
Referee:Volker Möbus
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2008/03/05
Year of first Publication:2007
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ.
Date of final exam:2007/11/13
Release Date:2008/03/05
Note:
Diese Dissertation steht außerhalb der Universitätsbibliothek leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden.
HeBIS PPN:314213597
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License LogoArchivex. zur Lesesaalplatznutzung § 52b UrhG

$Rev: 11761 $