Mythos-Begriff und vergleichende Literaturanalyse

In Blumenbergs „Arbeit am Mythos“ zeigt sich der Philosoph als vergleichender Literaturwissenschaftler. Und dies nicht im Nebenberuf, nicht zur interdisziplinären Ergänzung, sondern im Hauptgeschäft. Blumenbergs philosop
In Blumenbergs „Arbeit am Mythos“ zeigt sich der Philosoph als vergleichender Literaturwissenschaftler. Und dies nicht im Nebenberuf, nicht zur interdisziplinären Ergänzung, sondern im Hauptgeschäft. Blumenbergs philosophische Erklärung des Mythos handelt nicht begrifflich abstrakt von ihrem Gegenstand, sie folgt vielmehr ganz den konkreten literarischen Überlieferungen und deren Darstellungsvielfalt. Begriffliche Orientierungen – grundsätzlich die, dass der Mythos menschliche Selbstbehauptung gegen Absolutismus der Wirklichkeit sei – werden gegeben, doch treten sie gegenüber dem Interesse am Stoffgeschichtlichen, an den literarischen Variationen etwa Prometheus-, der Odysseus- oder der Faust-Figur zurück. Damit vertritt und vollzieht Blumenberg den Primat der erzählenden Imaginationen vor jeder thematisch lehrhaften Zuordnung, den Primat der Geschichten vor dem, was religiöse, kosmologische, physikalische, moralische, historische, psychologische und andere Deutung aus ihren abstrahiert. „Komparatistik als Arbeit am Mythos“ kann also zur Beschreibung von Blumenbergs eigener Methode dienen, so wie umgekehrt seine Mythos-Philosophie der literaturwissenschaftlichen Beschäftigung mit den Mythen über alle stoffgeschichtliche Materialverwaltung hinaus eine eigene theoretische Dimension gibt.
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Metadaten
Author:Stefan Matuschek
URN:urn:nbn:de:hebis:30-115619
ISBN:3935025440
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2011/09/21
Year of first Publication:2004
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Release Date:2011/09/21
SWD-Keyword:Blumenberg; Hans ; Mythos ; Vergleichende Literaturwissenschaft
Source:(in:) Monika Schmitz-Emans, Uwe Lindemann (Hrsg.): Komparatistik als Arbeit am Mythos. - Heidelberg: Synchron Wissenschaftsverlag, 2004 S. 95-107
Institutes:Extern
Dewey Decimal Classification:830 Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur
Sammlungen:GiNDok
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $