Larynx-Tubus S Disposable : ein randomisierter Vergleich von zwei Einführtechniken durch Erstanwender / vorgelegt von Anne-Maria Berta Greiwe

In der Notfallmedizin ist die rasche und effektive Sicherstellung des Atemweges einer
der wichtigsten Faktoren, die das Outcome des Patienten beeinflussen. Da die endotracheale
Intubation und die Maskenbeatmung einen h
In der Notfallmedizin ist die rasche und effektive Sicherstellung des Atemweges einer
der wichtigsten Faktoren, die das Outcome des Patienten beeinflussen. Da die endotracheale
Intubation und die Maskenbeatmung einen hohen Kenntnisstand und viel Erfahrung
erfordern, hat das European Resuscitation Council (ERC) alternative Beatmungsmethoden
in seine aktuellen Empfehlungen zum Atemwegsmanagement aufgenommen.
Ein dort empfohlenes Hilfsmittel ist der Larynx-Tubus.
Der Larynx-Tubus Suction Disposable LTS-D wird immer häufiger vom Rettungspersonal
und von Pflegekräften angewendet, um eine adäquate Ventilation während der
Reanimation sicherzustellen. Bei der Anwendung der vom Hersteller empfohlenen
Technik kam es jedoch immer wieder zu Fehlanlagen und zu langen Anlagezeiten.
Deswegen ist eine modifizierte Einführungstechnik (MIT) mit der Standard Einführungstechnik
(SIT) verglichen worden. Hierbei ist besonderer Wert sowohl auf eine einfache
und effiziente Handhabung gelegt worden als auch auf eine kurze Anlagezeit bei
einer möglichst geringen Rate an Nebenwirkungen. Diese Arbeit prüft die Hypothese,
dass bei Erstanwendern unter Anwendung der modifizierten Einführungstechnik die
Platzierungsversuche des LTS-D, die länger als 45 sec. andauern, signifikant reduziert
werden können.
Bei 54 Patienten, die sich elektiven unfallchirurgischen oder orthopädischen Eingriffen
unterzogen, ist der LTS-D von Erstanwendern randomisiert (entweder nach SIT oder
MIT) angewendet worden.
In der MIT-Gruppe ist der LTS-D vor Insertion um 180° rotiert und einem Guedel-
Tubus ähnlich eingeführt worden. Zusätzlich ist das Kinn des Patienten mittels Esmarch-
Handgriff angehoben worden, um den retropharyngealen Raum zu vergrößern.
Sobald der LTS-D den weichen Gaumen erreichte, ist der LTS-D abermals um 180° gedreht
und in den Ösophagus vorgeschoben worden. Eine kurze Demonstration der EinZusammenfassung
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führungstechnik ist vor Anwendung am Skilltrainer gegeben worden. Zur Bewertung
der Einführungstechniken des LTS-D sind die Erfolgsrate der Platzierung (max. 2 Platzierungsversuche)
und die Anlagezeit ausschlaggebend gewesen. Die Zielgröße für die
Insertionszeit war der Platzierungserfolg innerhalb von 45sec..
Ergebnisse
Alle Anwender waren Erstanwender. Die Anlagezeit in der SIT-Gruppe betrug
73 ± 41sec. und 40 ± 8 sec. in der MIT-Gruppe. Innerhalb von 45 sec. konnte bei 9 von
27 Patienten der SIT-Gruppe und bei 19 von 27 Patienten der MIT-Gruppe der LTS-D
platziert werden. Bei einem Patienten der SIT-Gruppe musste die Lage des LTS-D
nachkorrigiert, bei einem anderen Patienten der LTS-D neu platziert werden. Bei einem
weiteren Patienten der SIT-Gruppe dauerte die Anlage 195 sec..
Bei zwei Patienten der MIT-Gruppe musste die Lage des LTS-D innerhalb des Zeitfensters
nachkorrigiert werden. Bei einem weiteren Patienten war die Anlage nach der modifizierten
Einführungstechnik nicht möglich. Hieraus ergibt sich, dass die Einführung
des LTS-D nach der modifizierten Technik signifikant schneller gelang, als in der Kontrollgruppe
(p=0,0003). Unabhängig von der Einführungstechnik konnten keine Unterschiede
zwischen ärztlichem und nicht-ärztlichem Personal festgestellt werden sowohl
in Bezug auf die Anlagezeit als auch auf die erfolgreiche Platzierung.
Unerfahrene Anwender können unter Anwendung der modifizierten, Guedel-Tubusähnlichen
Einführtechnik den LTS-D innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters von 45
sec. signifikant häufiger zufriedenstellend platzieren als nach der alten, vom Hersteller
empfohlenen Anlagetechnik. Dies gilt unabhängig vom medizinischen Ausbildungsstand
der Anwender. Der MIT sollte daher in der notfallmedizinischen Ausbildung mit
dem LTS-D der Vorzug gegeben werden.
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Securing an effective airway quickly is one of the most important factors that determine
patients’ survival and outcome in emergency medicine. Endotracheal intubation and
bag-valve-mask ventilation do not only require 
Securing an effective airway quickly is one of the most important factors that determine
patients’ survival and outcome in emergency medicine. Endotracheal intubation and
bag-valve-mask ventilation do not only require knowledge but also ongoing training.
The European Resuscitation Council (ERC) includes alternative (supraglottic) airway
devices in their current recommendations. One of them is the laryngeal tube.
The Laryngeal Tube Suction Disposable (LTS-D) becomes increasingly common
among emergency physicians, emergency medical technicians (EMT) and nurses to
provide adequate ventilation during cardiopulmonary resuscitation.
Using a standard insertion technique (SIT) recommended by the manufacturer frequently
resulted in misplacement or prolonged insertion times. We therefore tested the
hypothesis that the number of LTS-D placements by novices exceeding 45 sec. could be
significantly reduced using a novel, modified insertion technique (MIT).
54 patients undergoing elective trauma or orthopedic surgery under general anesthesia
were included. The patients were randomly assigned to the insertion of the LTS-D by
novices using the either SIT or MIT.
Using MIT the LTS-D was rotated by 180° prior to insertion and introduced Guedeltube-
like. In addition, forced chin lift by Esmarch maneuver was used to create sufficient
retropharyngeal space. Touching the soft palate, the LTS-D was rotated again by
180° and advanced into the esophagus. The users were given a brief demonstration of
the insertion technique on a skill trainer prior LTS-D application. Successful placement
(maximum of 2 trials) and insertion time of the LTS-D were evaluated. The main outcome
variable was successful placement within 45 sec.
All users were novices regarding LTS-D use. The insertion time was 73 ± 41sec. (SIT)
and 40 ± 8 sec. (MIT, p=0.0003). Within 45 sec. the device could be placed in 9/27 patients
(SIT) and 19/27 patients (MIT), respectively. In one SIT patient the LTS-D position
had to be corrected, in another patient, the device had to be replaced. In a third patient
195 sec. were needed for correct placement. In two patients of the MIT-group, LTS
position had to be corrected, but still within the 45 sec. time frame. In one patient insertion
of the LTS-D was not possible using MIT.
Independent of the insertion technique, there were no differences between anesthesiologists
and non-medical personnel concerning insertion time as well as effective placement.
Inexperienced users applying the modified, Guedel-tube-like technique are able to place
the LTS-D significantly more often within the given time frame of 45 sec., compared to
the technique recommended by the manufacturer. This was independent of the users’
medical education level. Therefore, MIT should be preferred in emergency education
with the LTS-D.
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Metadaten
Author:Anne-Marie Greiwe
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-263946
Referee:Christian Byhahn, Axel Haferkamp
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2012/09/21
Year of first Publication:2011
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ.
Date of final exam:2011/07/04
Release Date:2012/09/21
Pagenumber:50 S.
Note:
Diese Dissertation steht außerhalb der Universitätsbibliothek leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden.
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License LogoArchivex. zur Lesesaalplatznutzung § 52b UrhG

$Rev: 11761 $