In Billabongs des Magela-Creek, einem Nebenfluß des East-Alligator-Rivers, wurden im Jahre 1980 Planktonproben von Mr. RUSSEL TAIT, Ja-Ja-Camp der Pancontinental Mining, Darwin, Australien, N.T., gezogen. Die während der Regenzeit miteinander verbundenen Gewässer liegen in der Nähe von Jabiluka (12° 40'S/132° 50'E), wo die oben erwähnte Gesellschaft ein Uran-Erzbergwerk betreibt. Das mit der Untersuchung der Proben beauftragte Zoological Department der Universität Adelaide, S-Australien übersandte mir durch Dr. R. J. SHIEL Teilproben (3-5 ml) mit der Bitte, die darin enthaltenen Rädertiere (Rotatorien), eine Tierklasse der Aschelminthes, zu bestimmen. Nach Abschluß meiner Untersuchungen lege ich eine Liste mit 174 Rädertier-Taxa (incl. 25 für
den Kontinent Australien bisher unbekannte) vor. Vier für die Wissenschaft neue Arten:
Dicranophorus halbachi n. sp., Lepadella (s. str.) minorui, Lepadella (s. str.) lindaui n. sp. und
Testudinella greeni n. sp. werden beschrieben, abgebildet und mit Unterstützung vergleichender Tabellen hinsichtlich ihrer systematischen Stellung und ihres taxonomischen Ranges diskutiert
Außerdem werden interessante Aberrationen seltener Arten sowie einiger Kosmopoliten wie
Balatro calvus CLAPARÈDE, Cephalodella panarista MYERs, Testudinella insinuata HAUER, Lepadella latusinus (HILGENDORF), Lepadella ovalis (O.F.M.) und Notommata pachyura (GOSSE) f. triangulatus KIRKMAN besprochen und dargestellt. Die untersuchte Rädertier-Fauna N-Australiens zeigt insgesamt eine Ähnlichkeit mit der Indonesiens (Java, Sumatra, Bali), die von HAUER (1937/1938) nach dem Material der Deutschen
Limnologischen Sunda-Expedition erforscht und beschrieben wurde. Auch die australischen
Rotatorien-Taxozönosen werden durch viele kosmopolitische Species, die mit pansubtropischen
und pantropischen Arten zusammenleben, charakterisiert, weisen aber auch einige endemische
Tiere wie z. B. Brachionus dichotomus SHEPHARD und Br. dichotomus reductus KOSTE & SHIEL
auf. Die Frage, ob die in dieser Arbeit erwähnten neuen Rotatorien auch Endemiten des
australischen Kontinents sind, kann erst nach weiteren Untersuchungen beantwortet werden.