Vom Pillenfarn sind im Untersuchungsgebiet 22 aktuelle Fundorte bekannt; einen
Verbreitungsschwerpunkt besitzt er im westfälisch-niedersächsischen Grenzgebiet, im Bereich
des Gildehauser Venns und der Brechte. Der Pillenfarn besiedelt heute fast ausschließlich neu
angelegte, meist nährstoffärmere, schwach saure bis neutrale, aber auch schwach basische
Gewässer. Vorkommen an natürlichen Heideweihern (Witte Venn, Gildehauser Venn) sind heute
erloschen. Wichtigste Ursache hierfür dürfte die Gewässerversauerung der letzten Jahrzehnte
sein. Wasseranalysen ergaben bei einigen Faktoren recht uneinheitliche Werte. Insbesondere
fielen bei einzelnen (z. T. belasteten) Gewässern erhöhte Stickstoff- und Calciumwerte auf. Unter
optimalen Bedingungen bildet der Pillenfarn in dichten Rasen wachsend die Pillenfarn-Gesellschaft
(Pilularietum globuliferae). Die Ausbildung von kennartenarmen und kennartenreichen
Beständen dürfte vor allem auf die floristische Ausstattung des Standortes und seiner näheren
Umgebung bei Anlage der Gewässer zurückzuführen sein. Die aus der Abb. 3 ersichtliche
Vegetationszonierung kann als typisch für viele nährstoffärmere Pioniergewässer der nordwestdeutschen
Sandgebiete angesehen werden.