John, H.; Lorenz, A. & Osterloh, S.: Die Farn- und Blütenpflanzen des ehemaligen Truppenübungsplatzes
Oranienbaumer Heide – Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt (Halle) 15:
17–54. Die Ergebnisse umfangreicher floristischer Kartierungen von Farn- und Blütenpflanzen
auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Oranienbaumer Heide in den Jahren 2008 bis
2010 werden vorgestellt. Dabei wird vor allem auf naturschutzfachlich wertgebende Pflanzenarten
fokussiert.
Die Oranienbaumer Heide zählt heute aufgrund ihrer Nutzungsgeschichte, der Überschneidung
kontinentaler und subatlantischer Verbreitungsareale sowie vielfältiger Standortbedingungen zu
den artenreichsten Gebieten in Sachsen-Anhalt. Durch umfangreiche Literaturrecherchen sowie
über die Auswertung historischen Kartenmaterials konnten die Nutzungsgeschichte des Gebietes
sowie die historische Flora seit Beginn des 18. Jahrhunderts, zumindest in Teilen, rekonstruiert
werden. Die Recherchen ergaben unter anderem, dass über einen langen Zeitraum
ein Kontinuum an mehr oder weniger großen Offenflächen (Heiden, Magerrasen) im Gebiet
vorhanden war.
Eine Auswertung historischer Daten zu Pflanzenfunden für die Oranienbaumer Heide hat ergeben,
dass ein großer Teil der schon früher für das Gebiet bekannt gewesenen Flora auch
heute noch vorzufinden ist. Nur 18 Taxa konnten seit 1990 nicht wieder nachgewiesen werden.
Insgesamt wurden für die Oranienbaumer Heide über 800 Pflanzenarten erfasst, darunter
74 Arten der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt (FRANK et al. 2004), 38 Arten der Roten
Liste Deutschlands (KORNECK et al. 1996) und 22 Arten nach Bundesartenschutzverordnung
(BArtSchV 2005). Viele der im Untersuchungsgebiet naturschutzfachlich wertgebenden Pflanzenarten
kommen darüber hinaus in außergewöhnlich großen Populationen vor.