Das Gebiet an der unteren Unstrut nimmt hinsichtlich seiner Vegetation und Flora eine
Sonderstellung ein, da sich hier kontinental und (sub-)mediterran verbreitete Sippen
mischen. In den Xerothermrasen profitieren die östlichen Sippen vom subkontinentalen
Klima, während der vorherrschende Muschelkalk-Untergrund und die Sommerwärme
die zahlreichen kalkliebenden südlichen Sippen begünstigen. Daneben stellt das Unstruttal
ein bedeutsames Refugialgebiet reliktischer Steppen- und Mittelmeerarten dar
(BECKER 2000). Alles zusammen bewirkt eine überdurchschnittlich hohe Artenvielfalt und
eine hohe Zahl verschiedener Xerothermrasen-Gesellschaften. Diese Gesellschaften und
die mikroklimatischen und edaphischen Gründe für ihre Verteilung im Raum zu beschreiben,
ist ein Ziel der vorliegenden Arbeit (VGL. BECKER 1996; s.a. BECKER 1998a, b).
Kleinere Teilgebiete des Unstruttales wurden hinsichtlich ihrer Xerothermrasen-Gesellschaften
bereits untersucht, so das NSG Steinklöbe von MEUSEL (1937) sowie HÖLZEL
(1997), das NSG Neue Göhle von ALTEHAGE (1951) und das NSG Tote Täler von REICHHOFF
et al. (1979). Auch bei KRAUSE (1940) finden sich interessante Überlegungen zu
einzelnen Arten, während HENSEN (1997), BÖTTNER et al. (1997), HENSEN & KENTRUP
(1998) und HEINZ & PFEIFFER (1998) mehrere Gesellschaften im Gebiet hinsichtlich der
Lebensstrategien ihrer Arten untersucht haben. Schließlich sei noch die Studie von MAHN
(1965) genannt, mit der man die pflanzensoziologischen Ergebnisse in einen größeren
Kontext stellen kann.
Mit der Rolle von Mikroklima und Boden in herzynischen Xerothermrasen haben sich
u.a. HELMECKE (1972), REICHHOFF (1979, 1980) und SCHLÜTER & BALLER (1982) befaßt.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grundlegenden Arbeiten von VOLK (1936, 1937b),
HEILIG (1931) und DÖRR (1941).