Basenreiche, nährstoffarme Sümpfe sind in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft nur
noch selten und kleinflächig zu finden und werden deutschlandweit auf der Roten Liste
der gefährdeten Biotoptypen geführt (RIECKEN et al. 1994). Sie sind durch das Vorkommen
kleinseggen- und braunmoosreicher, produktionsschwacher Pflanzengesellschaften
der Klasse Scheuchzerio-Caricetea fuscae (Kleinseggenriede im weiteren Sinne) gekennzeichnet.
Im Rahmen umfassender vegetationsökologischer Untersuchungen der Kleinseggenriede
des gesamten Harzes (BAUMANN 1999) zeigte sich, daß im sachsen-anhaltinischen
Teil dieses Gebirges noch verschiedene Vorkommen auf basenreichem Substrat
existieren, die teilweise extrem seltene und sogar bislang als verschollen geglaubte Phanerogamen-
und Kryptogamen-Arten beherbergen. Die Erhaltung dieser Vorkommen
erfordert nicht nur Kenntnis ihrer Wuchsorte, sondern auch Verständnis ihrer ökologischen
Bedingungen und Standortansprüche. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden
daher verschiedene Aspekte der Vegetation und Ökologie basiphiler Kleinseggenriede erörtert
und daraus Kriterien für die naturschutzfachliche Zustandsbewertung abgeleitet.