<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0">
  <channel>
    <title>OPUS 4 Latest Documents RSS Feed</title>
    <description>Latest documents</description>
    <link>http://publikationen.stub.uni-frankfurt.de/index/index/</link>
    <pubDate>Thu, 12 Jul 2012 08:06:33 +0100</pubDate>
    <lastBuildDate>Thu, 12 Jul 2012 08:06:33 +0100</lastBuildDate>
    <item>
      <title>Analyse des starken Bestandsrückgangs beim Waldlaubsänger Phylloscopus sibilatrix im Bodenseegebiet</title>
      <link>http://publikationen.stub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/27090</link>
      <description>In der Brutsaison 2003 wurden in 29 besetzten Revieren und&#13;
13 in früheren Jahren besetzten Revieren („verwaiste Reviere")&#13;
des Waldlaubsängers Vegetationsparameter der Kraut-,&#13;
Strauch- und Baumschicht erhoben, und der Bruterfolg von&#13;
zehn Brutpaaren kontrolliert. In zehn Revieren verpaarter&#13;
Männchen und zehn verwaisten Revieren wurde das Nahrungsangebot&#13;
abgeschätzt und Ellenbergsche Zeigerwerte&#13;
berechnet. Für den Waldlaubsänger wurde hiermit erstmals&#13;
ein Vergleich von besetzten und verwaisten Revieren durchgeführt,&#13;
um Einblicke in die Eignung der rezenten Lebensräume&#13;
als Bruthabitat zu bekommen.&#13;
Der festgestellte Bruterfolg (50 %) liegt im Rahmen entsprechender&#13;
Daten aus der Literatur. Auffällig ist die hohe Anzahl&#13;
unverpaarter Männchen (63 %). Es brütet nur ein kleiner Teil&#13;
der Population, und von diesen Bruten ist nur die Hälfte erfolgreich.&#13;
Der hohe Anteil unverpaarter Männchen ist möglicherweise&#13;
ein Hinweis darauf, dass die Habitate des Waldlaubsängers&#13;
im Untersuchungsgebiet fragmentiert sind.&#13;
Hinweise darauf, dass erhöhte Prädation an den Bestandsrückgängen&#13;
beteiligt ist, ergaben sich nicht.&#13;
Im Vergleich von besetzten und verwaisten Revieren des&#13;
Waldlaubsängers ergaben sich keine Unterschiede hinsichtlich&#13;
Nahrungsverfügbarkeit zur Nestlingszeit und am Neststandort.&#13;
Dies legt nahe, dass diese Faktoren nicht an den Bestandsrückgängen&#13;
im Untersuchungsgebiet beteiligt sind. Unterschiede&#13;
in besetzten und verwaisten Revieren ergaben sich in&#13;
strukturellen Parametern der Baumschicht. Verwaiste Reviere&#13;
haben einen älteren Baumbestand und wichtige strukturelle&#13;
Elemente, z. B. die Beastung von Bäumen unter 4 m, sind&#13;
dort in geringerem Ausmaß vorhanden. Da das Flächendurchschnittsalter&#13;
der Waldbestände in Deutschland und Mitteleuropa&#13;
höher wird, ist denkbar, dass sich die Habitatqualität&#13;
für den Waldlaubsänger weiter verschlechtert. Zur Zeit finden&#13;
aber vermutlich eher Verschiebungen innerhalb von Baumaltersklassen&#13;
statt, die noch für den Waldlaubsänger geeignet&#13;
sind. In Revieren verpaarter Männchen wurde öfter eine zusammenhängende&#13;
Grasfläche und mehr einzelne Grasbüschel&#13;
festgestellt als in Revieren unverpaarter Männchen und in&#13;
verwaisten Revieren. Sie sind im Zusammenhang mit dem&#13;
Neststandort wichtig und es ist denkbar, dass es an geeigneten&#13;
Nistplatzmöglichkeiten mangelt.&#13;
Die Bestandsrückgänge des Waldlaubsängers sind eine überregionale&#13;
Entwicklung und treffen zumindest auf das südliche&#13;
und westliche Mitteleuropa zu. Das Ausmaß des Bestandsrückganges&#13;
im Untersuchungsgebiet innerhalb von 20 Jahren&#13;
(Rückgang um 87 %) legt den Schluss nahe, dass neben der&#13;
Fragmentierung und Verschlechterung der Bruthabitate Ursachen&#13;
außerhalb des Untersuchungsgebietes in erheblichem&#13;
Maße an dem Populationsrückgang beteiligt sind. Am wahrscheinlichsten&#13;
sind Veränderungen in Rast- oder Überwinterungsquartieren&#13;
und/oder ein großräumiger Wandel im&#13;
Verbreitungsareal infolge klimatischer Veränderungen.</description>
      <author>Arno Reinhardt; Hans-Günther Bauer</author>
      <category>article</category>
      <guid>http://publikationen.stub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/27090</guid>
      <pubDate>Fri, 07 Dec 2012 08:06:33 +0100</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>
