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Übersetzen : einfangen und frei lassen
(2010)
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Gerhard Bauer
- Wir Philologen haben gut reden. Wir sehen zu, wie andere, die zumeist nicht zu unserer Zunft gehören, die unübersehbare Fülle von Geschriebenem aus seiner jeweiligen Ursprache in alle möglichen Sprachen bringen, und wir verhalten uns dazu als interessierte Zuschauer. Wir haben allen Grund, uns daran zu freuen: Ohne diesen grenzüberschreitenden Waren- und Gedankentausch bliebe das Feld, auf dem wir grasen, enger und parzellierter, als es nach der Intention der Autoren und auch der Sache nach sein müsste. Wir können (sofern wir den nötigen Überblick haben) das loben, was die Übersetzer zu Wege gebracht haben: die Entsprechungen, die sie entdeckt oder erfunden haben, die Kraft, Geschmeidigkeit und Modulationsvielfalt, die sie in ihren Zielsprachen mit Tausenden von einleuchtenden Funden oder mit dem ganzen Ton und Duktus ihrer Übersetzungen erst aktiviert haben. Wenn wir es uns zutrauen, können wir ihnen ins Handwerk pfuschen und einzelne Stellen oder ganze Werke selber übersetzen. Wir können sie kritisieren, wo uns die vorgelegten Übersetzungen zu matt erscheinen oder wo sie sachlich oder stilistisch mehr als nötig ‚hinter dem Original zurückbleiben; wir können Verbesserungsvorschläge machen. Wenn wir Übersetzungen zitieren und es nötig finden, sie abzuwandeln, bewegen wir uns in einer Grauzone zwischen dem Respekt vor dem Übersetzer, der Lust an noch weiteren erkannten Potenzen des Textes und dem Drang, möglichst ‚alles, was wir aus dem Original herausgelesen haben, in der eigenen Sprache den Hörern oder Lesern nahezubringen.
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Über P.A.M. Diracs Beitrag zur Elektronentheorie
(1997)
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Frank Linhard
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Über Klugheit in Liebesbriefen : Überlegungen in Anlehnung an das Märchen "Die kluge Bauerntochter" nach den Gebrüdern Grimm
(2004)
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Eva Lia Wyss
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Über den Widerspruch von religiöser Hoffnung und politischer Analyse in Adam Smith Theorie des freien Marktes
(2011)
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Burkhard Kühnemund
- Die zentrale These des vorliegenden Aufsatzes ist es, dass es ein Adam Smith-Problem im traditionellen Sinne nicht gibt, aber sehr wohl einen Selbstwiderspruch in Adam Smith ökonomischer Theorie.
Der Aufsatz behandelt zunächst die enge systematische Verbindung von Smith ökonomischer und ethischer Theorie. Die Verbindung beruht auf der Annahme eines höchsten Wesens und einer daraus gefolgerten prästabilisierenden Harmonie Dem religiösen Vertrauen auf eine natürliche Ordnung korresponiert der Glaube an die Gerechtigkeit des Marktes. Smith weitere politische Analyse produziert allerdings einen Selbstwiderspruch. Smith zeigt auf, dass die unternehmerischen Eigeninteressen dem Allgemeininteresse der Gesellschaft widersprechen und die Unternehmer zudem virtuoser und erfolgreicher beim Durchsetzen ihrer eigenen Interessen agieren als andere Marktakteure. Dennoch hält Smith an der Annahme fest, der Markt entfalte eine harmonisierende und den allseitigen Wohlstand fördernde Wirkung. Diese Annahme mutiert bei seinen Epigonen zu einer ontologischen Gewissheit.
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Zwischen Sumpf und Feuer : Literarische Faszination durch Beraubung und Zersetzung
(2004)
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Gerhard Bauer
- „Warnung“, schreibt Ewa Lipska, „Ostrzeżenie“. Natürlich warnt sie, die Poetin der modernen Mobilität und ihrer Komplikationen, nicht vor irgendwelchen Flugzeugabstürzen oder dem Bankrott einer Fluglinie. Sondern: »Ich warne dich vor dir«. Du könntest dir selbst davonlaufen, könntest dich zum Tode verurteilen. [...] Es geht rau zu in ihren Gedichten, wie in vielen Gedichten der 60er, 70er, 80er Jahre. Es kratzt und piekt, wo immer man hinfassen möchte. Faszinierend allerdings sind nur diejenigen Partien darin, die uns anziehen und zugleich im Stich lassen, uns einer unbestimmten, der eigenen Vorstellungskraft überlassenen Gefahr aussetzen. Die Warnung arbeitet dem Zauber entgegen, und einzelne Zauberkunststücke untergraben jedes Sicherheitsdenken.
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Zum Status perlokutiver Akte in verschiedene sprachwissenschaftlichen Theorien
(2006)
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Beate Henn-Memmesheimer
- John L. Austins postum 1962 erschienene Vorlesungsreihe „How to do things with Words“ steht in der Wittgensteinschen Tradition der „Philosophie der normalen Sprache“ und gehört zu den meist zitierten sprachwissenschaftlichen Texten. Die von Austin verwendeten Termini wurden vielfach modifiziert in unterschiedliche Theorien eingebracht. Kritisch ist insbesondere die Verwendung des Terminus "Perlokution", weil sich die Theorien bezüglich der Integration des Hörers und seiner Leistung signifikant unterscheiden. Dies soll im Folgenden skizziert werden.
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Zivilrechtsgesellschaft : Wege zu einer globalen „Herrschaft des Rechts“
(2004)
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Gralf-Peter Calliess
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Xi- and Xi+ production in central Pb+Pb collisions at 158 GeV/c per nucleon
(2002)
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S. V. Afanasiev
NA49 Collaboration
- Results of the production of Xi and Xi-bar hyperons in central Pb+Pb interactions at 158 GeV/c per nucleon are presented. This analysis utilises a global reconstruction procedure, which allows a measurement of 4pi integrated yields to be made for the first time. Inverse slope paramters, which are determined from an exponential fit to the transverse mass spectra, are shown. Central rapidity densities are found to be 1.49 +- 0.08 and 0.33 +- 0.04 per event per unit of rapidity for Xi and Xi-bar respectively. Yields integrated to full phase space are 4.12 +- 0.02 and 0.77 +- 0.04 for Xi and Xi-bar. The ratio of Xi-bar/Xi at mid-rapidity is 0.22 +- 0.03.
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Xi and Xi-bar production in 158 GeV/nucleon Pb + Pb collisions
(1998)
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Harald Appelshäuser
NA49 Collaboration
- We report measurements of Xi and Xi-bar hyperon absolute yields as a function of rapidity in 158 GeV/c Pb+Pb collisions. At midrapidity, dN/dy = 2.29 +/- 0.12 for Xi, and 0.52 +/- 0.05 for Xi-bar, leading to the ratio of Xi-bar/Xi = 0.23 +/- 0.03. Inverse slope parameters fitted to the measured transverse mass spectra are of the order of 300 MeV near mid-rapidity. The estimated total yield of Xi particles in Pb+Pb central interactions amounts to 7.4 +/- 1.0 per collision. Comparison to Xi production in properly scaled p+p reactions at the same energy reveals a dramatic enhancement (about one order of magnitude) of Xi production in Pb+Pb central collisions over elementary hadron interactions.
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Wortgeschichten: Driften im semantischen Raum
(2006)
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Beate Henn-Memmesheimer
- Die Driften der Wörter in öffentlichen Räumen sind vielfältig. Neue Wortentwicklungen belegen unterschiedliche Interessen, "chillen" und "dissen" andere als das in der konservativen Züricher Zeitung zuerst erschienene "share-holder-value". Im Folgenden soll eine sinnbezoge Verallgemeinerung unternommen werden, die die Handlungen der Akteure mit der strukturellen Ebene verbindet. Die Veränderungen in den Verwendungen sollen zu strukturellen sozialen und sprachlichen Rahmenbedingungen in Bezug gesetzt werden. Wie werden Neuerungen und Änderungen der Anwendungsbedingungen von Wörtern vor dem Hintergrund des Wissens um die traditionelle Standardsprache und deren soziale Funktion wahrgenommen? Welche Funktionen haben Neologismen in Abgrenzung zu diesem Standard?