1477 search hits
-
Train the Teacher : Kurs in Frankfurt am Main ; meeting abstract
(2007)
-
Sascha Klemstein
- Hintergrund Die praktische Anwendung der EbM bedarf neben interner Evidenz auch einiger Basis-Fertigkeiten, die schon während der medizinischen Ausbildung trainiert werden sollten. Während die EbM seit über 3 Jahren fester Bestandteil des Ausbildungscurriculums der medizinischen Fakultät in Frankfurt/Main ist, findet sie an vielen anderen Fakultäten nur langsam Einzug. Um diesen Prozess zu unterstützen und zu beschleunigen, wurde von der Arbeitsgruppe EBM Frankfurt das Ausbildungskonzept Train the Teacher ins Leben gerufen. Methoden Der Train the Teacher-Kurs besteht aus zwei Teilen und basiert auf den Erfahrungen von 20 Basiskursen und über 50 curricularen Seminaren an der Universität Frankfurt. Er setzt sich aus einem „EbM-Aufbaukurs“ und einem „Didaktik-Kurs“ zusammen. Ziel des Kurses ist die Befähigung der Teilnehmer zur Konzeption eines eigenen EbM-Lehrangebotes an der jeweiligen Ausbildungseinrichtung. Beide Ausbildungsteile werden sowohl subjektiv als auch objektiv evaluiert. Ergebnisse Es konnten im Rahmen des Lehrkonzepts Train the Teacher mittlerweile 25 Personen aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet ausgebildet werden. Sowohl die subjektiven als auch objektiven Evaluationen fallen durchweg positiv aus. Die Vorevaluation ergab bei der subjektiven Bewertung einen Score von 8,27 (Skala von 1 bis maximal 10). Bei der objektiven Evaluation wurden im Mittel 84% der gestellten Fragen richtig beantwortet. Schlussfolgerung/Implikation Der Train the Teacher – Kurs ist für das angestrebte Ziel Erfolg versprechend. Einige Absolventen haben bereits begonnen, an verschiedenen Ausbildungsstandorten evidenzbasierte Lehrangebote zu implementieren. Das Konzept wird erweitert und fortgeführt.
-
"Anamneseerhebung und Gesprächsführung" : Bedarfs- und Erwartungsanalyse bei Studierenden der Vorklinik als Grundlage für eine modulare Kurs-Neugestaltung
(2007)
-
Monika Sennekamp
Katja Gilbert
Jochen Gensichen
Ferdinand M. Gerlach
- Poster GMA-Jahrestagung 2006 : Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc 06gma121 Fragestellung: Im Rahmen der neuen Approbationsordnung wird die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten ausdrücklich betont. Die derzeitige Ausbildung wird diesbezüglich als defizitär eingeschätzt (z.B. [1]). Aufgabe eines neuen Lehrprojektes an der Universität Frankfurt ist die Neukonzeption des vorklinischen Kurses "Einführung in die Klinische Medizin“. Dabei sollen insbesondere Module entwickelt werden, die den Studierenden eine fundierte Basisausbildung in ärztlicher Gesprächsführung und Anamnesetechnik bieten. Ein Ziel der Neukonzeption ist die nutzerorientierte Gestaltung der Module. Methode: Im Sommersemester 2006 wurde eine explorative Befragung (Kombination standardisierter Fragen und Freitext) von bisher 93 Studierenden des 4. vorklinischen Semesters nach Abschluss des Kurses "Einführung in die Klinische Medizin“ durchgeführt. Wünsche bezüglich ärztlicher Gesprächsführung sowie die Einschätzung der im derzeitigen Kurs erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten wurden mittels Fragebogen zur Selbsteinschätzung eruiert und deskriptiv ausgewertet. Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass fast 100% der Befragten die Ausbildung in Gesprächsführung für ihren späteren Beruf als "wichtig“ oder "sehr wichtig“ erachten. Nach Abschluss des jetzigen Kurses schätzten jedoch fast alle Studierenden Ihre Fähigkeiten und theoretischen Kenntnisse selbstkritisch als defizitär ein. Die Studierenden präferieren folgende Unterrichtsmethoden (Mehrfachantworten möglich): über 90% Anamnesetraining mit echten Patienten, 50% Demonstration einer gelungenen Anamnese durch den Dozenten (Vorzeigeanamnese), 50% Rollenspiele, 40% Videoanalyse eines eigenen Anamnesegespräches. Schlussfolgerung und Ausblick: Die Neukonzeption wird die Bedürfnisse und Wünsche der Studierenden berücksichtigen und auch bislang nicht geplante Aspekte, z.B. "Vorzeigeanamnese“, beinhalten. Der Einfluß der Bedarfs- und Erwartungsanalyse auf die Neukonzeption der Module wird gesondert dargestellt. Nach Umgestaltung des vorklinischen Kurses sind aufbauende Module für den klinischen Abschnitt geplant.
-
Brauchen evidenzbasierte Leitlinien Konsens? : Erfahrungen aus dem Entwicklungsprozess der DEGAM-Leitlinie Herzinsuffizienz ; meeting abstract
(2007)
-
Christiane Muth
- Hintergrund Die chronische Herzinsuffizienz erfordert als Systemerkrankung hausärztliche sowie spezialärztliche Versorgung. Die evidenzbasierte DEGAM-Leitlinie (LL) zur hausärztlichen Versorgung der Herzinsuffizienz wurde formal interdisziplinär konsentiert, nachdem der Entwurf ein mehrstufiges internes und externes Reviewverfahren durchlaufen hatte. Methode Wissenschaftliche Fachgesellschaften und Organisationen (FG/O) wurden zu einem Nominalen Gruppenprozeß (NGP) eingeladen und entsandten autorisierte Teilnehmer. Diese erhielten den LL-Entwurf inkl. Methodenreport sowie eine Liste zentraler LL-Empfehlungen für ein persönliches Ranking (44-Items; 6-stufige Likert-Skala). Beim Konsentierungstreffen wurden aus dem 1. Ranking Themen ohne deutliche Übereinstimmung (Likert =4) identifiziert, unter Hinzunahme weiterer Themenvorschläge in priorisierter Reihenfolge diskutiert und erneut abgestimmt. Der überarbeitete LL-Entwurf wurde in einem zweiten Ranking im Delphi-Verfahren konsentiert. Ergebnisse Im Abstimmungsprozess mit 10 Vertretern aus 11 FG/O wurden ~35 Themen diskutiert. Bei zwei Empfehlungen mit fehlender Evidenz wurde ein von internationalen LL abweichender Konsens getroffen (z.B. ß-Blocker bei asymptomatischen Patienten nur nach durchgemachtem Herzinfarkt). Vier Formulierungen bewertenden Charakters zur BNP-Bestimmung wurden zugunsten einer Negativempfehlung gestrichen, eine Empfehlung mit der STIKO harmonisiert (Pneumokokkenimpfung), bei weiteren wurden ergänzende Konditionen im Wortlaut eingefügt oder sprachliche Änderungen vorgenommen. Fünf Themen wurden neu erstellt (z.B. kontraindizierte Pharmaka). Bis auf drei (z.B. Flussdiagramme nicht vollständig konsensfähig: unangemessene Vereinfachung vs. fehlende Praktikabilität) wurden alle Empfehlungen der LL konsentiert. Schlussfolgerungen Der NGP ist für evidenzbasierte LL eine geeignete Vorgehensweise. Interdisziplinarität ist insbesondere bei Entscheidungsunsicherheit (fehlende oder inkonsistente Evidenz) und zur Schnittstellendefinition wertvoll.
-
Evaluation von Kriterien für die Auswahl von Studierenden für das Medizinstudium : abstract 10. Grazer Konferenz 11. - 13.05.2006, Wien
(2007)
-
Hans-Georg Kraft
Julia Kompatscher
Anna Kraft
Johannes B. Schulze
- Im Juli 2005 bewirkte ein Urteil des EuGH, dass das Aufnahmeverfahren in Österreichischen Universitäten geändert werden musste. Daraufhin legte die Medizinische Universität Innsbruck die Anzahl der Studienplätze mit 550 fest und führte als Notmassnahme ein „first come first served” Verfahren ein, das die Studierenden nach dem Poststempel der komplett eingegangenen Unterlagen reihte. Auf Grund dieses Verfahrens wurden 227 Deutsche, 258 Österreicher/inn/en, 9 Südtiroler/inn/en und 12 aus anderen Staaten aufgenommen. Um zu untersuchen, ob sich diese Studierenden untereinander sowie von jenen, die den Numerus-clausus in Deutschland geschafft haben, unterscheiden, wurde ein Fragebogen an alle Studierenden der MUI sowie der Medizinischen Fakultät der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt ausgeteilt. Dieser Fragebogen enthielt Kurz-Antwort-Fragen aus Chemie, Biologie, Mathematik und Physik sowie Fragen zu 5 so genannten „soft skills” (fachspezifische Vorkenntnisse, akademische Leistungen, musische Leistungen, soziales Engagement und sportliche Leistungen). Während sich die Studierenden aus Deutschland bezüglich Alter, Dauer der sekundären Schulbildung und Geschlechtsverteilung signifikant von jenen aus Österreich unterschieden, gab es überraschend keine Unterschiede in den naturwissenschaftlichen Vorkenntnissen. Auch bei den soft skills gab es signifikante Unterschiede nur in jenen Gebieten, die in Deutschland Voraussetzung für das Medizinstudium sind (Notfall-Sanitäter und Pflegepraktikum). Die vorliegenden Daten zeigen, dass sich österreichische und deutsche Medizinstudierende trotz stark unterschiedlicher Schulsysteme nicht wesentlich bezüglich ihrer Vorbildung unterscheiden.
-
Praktische Übungen zur Psychophysiologie im Kurs Medizinische Psychologie
(2007)
-
Jochen Kaiser
Christian F. Altmann
Christoph Bledowski
Marcus J. Naumer
- Die Vermittlung der Zusammenhänge zwischen psychologischen Funktionen und körperlichen Veränderungen sowie deren Relevanz für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten stellt ein zentrales Ziel der Ausbildung in Medizinischer Psychologie dar. Zur Veranschaulichung dieser Zusammenhänge führten wir ein Psychophysiologie-Praktikum im ersten vorklinischen Semester ein. Die Studierenden führten in Vierergruppen mit Hilfe ausführlicher schriftlicher Instruktionen jeweils ca. 30 Minuten andauernde praktische Übungen durch, die die folgenden Themen behandelten: (1) Stress (abhängige Variable: Herzrate), (2) "Lügendetektor" (abhängige Variable: Hautleitwertsreaktionen), (3) Biofeedback (abhängige Variable: Hauttemperatur) und (4) Elektroenzephalogramm (abhängige Variable: Amplituden der vier klassischen Frequenzbänder). Die praktischen Übungen wurden durch theoretische Gruppenarbeiten und einen Termin zur Zusammenfassung der Ergebnisse der Übungen ergänzt. Die studentische Evaluation des Praktikums war durchweg positiv. So wurde das Praktikum als Bereicherung des Kurses angesehen, und der selbstbeurteilte Kenntnisstand auf dem Gebiet der Psychophysiologie zeigte eine signifikante Verbesserung. Diese Ergebnisse sowie unsere Eindrücke während des Praktikums bekräftigten unseren Entschluss, ein Psychophysiologie-Praktikum als Teil des Kurses der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie fest zu etablieren.
-
Karl Mannheim und das Problem der historischen Zeit
(2007)
-
Klaus Lichtblau
-
On evaluation of ensemble precipitation forecasts with observation-based ensembles
(2007)
-
Bodo Ahrens
Simon Jaun
- Spatial interpolation of precipitation data is uncertain. How important is this uncertainty and how can it be considered in evaluation of high-resolution probabilistic precipitation forecasts? These questions are discussed by experimental evaluation of the COSMO consortium's limited-area ensemble prediction system COSMO-LEPS. The applied performance measure is the often used Brier skill score (BSS). The observational references in the evaluation are (a) analyzed rain gauge data by ordinary Kriging and (b) ensembles of interpolated rain gauge data by stochastic simulation. This permits the consideration of either a deterministic reference (the event is observed or not with 100% certainty) or a probabilistic reference that makes allowance for uncertainties in spatial averaging. The evaluation experiments show that the evaluation uncertainties are substantial even for the large area (41 300 km2) of Switzerland with a mean rain gauge distance as good as 7 km: the one- to three-day precipitation forecasts have skill decreasing with forecast lead time but the one- and two-day forecast performances differ not significantly.
-
Early evaluation of security functionality in software projects - some experience on using the common criteria in a quality management process
(2007)
-
Tobias Scherner
Lothar Fritsch
- This paper documents the experiences of assurance evaluation during the early stage of a large software development project. This project researches, contracts and integrates privacy-respecting software to business environments. While assurance evaluation with ISO 15408 Common Criteria (CC) within the certification schemes is done after a system has been completed, our approach executes evaluation during the early phases of the software life cycle. The promise is to increase quality and to reduce testing and fault removal costs for later phases of the development process. First results from the still-ongoing project suggests that the Common Criteria can define a framework for assurance evaluation in ongoing development projects.
-
Black hole production and graviton emission in models with large extra dimensions
(2007)
-
Benjamin Koch
- This thesis studies the possible production of microscopical black holes and the emission of graviational radiation under the assumption of large extra dimensions. We derive observables for the Large Hadron Collider and for ultra high energetic cosmic rays.
-
Entwicklung und Etablierung von induzierbaren RNAi-Systemen zur Regulierung der Expression von Polo-like Kinase 1 (Plk1) in vitro und in vivo
(2007)
-
Sven Kappel
- RNA-Interferenz (RNAi) erlangte eine herausragende Bedeutung zum Studium der Genfunktion, nachdem auch in Säugersystemen gezeigt wurde, daß durch Applikation von 21 nt langen siRNAs (small interfering RNAs) eine Sequenz-spezifische Degradierung der mRNA-Transkripte kognitiver Gene erreicht werden konnte. Im Gegensatz zur antisense-Technologie erwies sich die Wirkung von siRNA im Hinblick auf die Hemmung der Genexpression um ein Vielfaches potenter und hoch spezifisch. Für eine längerfristige Unterdrückung von Genen kristallisierte sich die Methode der Plasmid-Vektor-vermittelten intrazellulären Expression von shRNA (short hairpin RNA) heraus, welche transient oder stabil angewendet werden kann. Diese exprimierte shRNA wird intrazellulär enzymatisch zu wirksamer siRNA prozessiert, welche den eigentlichen Enzym-vermittelten RNAi-Mechanismus der Degradierung von mRNA-Transkripten kognitiver Gene auslöst. Die Anwendung von RNA-Polymerase III-abhängigen Promotoren für die stabile konstitutive Expression von shRNA stellte ein großes Problem für behandelte Zellen dar, wenn es sich bei dem zu unterdrückenden Zielgen um ein Gen mit essentiellen Funktionen für die Zelle handelte. Im Falle der Polo-like Kinase 1 (Plk1), einer in vielen Spezies hoch konservierten Serin/Threonin-Kinase mit essentiellen mitotischen Funktionen, bedeutete eine dauerhafte und stringente Unterdrückung einen veränderten Phänotyp beteiligter Zellen, welcher sich durch Defekte bei mitotischen Ereignissen bemerkbar machte. Plk1 ist in zahlreiche mitotische Prozesse, wie den Eintritt der Zellen in die Mitose, die Segregation der Chromosomen und die Aktivierung des APC/C (anaphase promoting complex / cyclosome), eingebunden. Darüber hinaus ist bekannt, daß Plk1 in nahezu allen Tumorarten überexprimiert vorliegt und die Prognose von Tumorwachstum und Metastasierungspotential über den Plk1-Gehalt definiert werden kann. Des weiteren bewirkte eine RNAi-vermittelte Unterdrückung der Plk1-Expression bei Tumorzellen eine Hemmung der Zellproliferation mit Auslösung der Apoptose. Hingegen konnte bei gesunden primären Zellen weder eine signifikante Hemmung der Proliferation noch die Auslösung der Apoptose beobachtet werden, was die große Bedeutung von Plk1 als Ansatzpunkt für eine Krebstherapie hervorhebt. Um die Funktion von Plk1 im Hinblick auf molekularbiologische Zusammenhänge besser studieren zu können, war es notwendig, den intrazellulären Plk1-Gehalt zu variieren. Im Rahmen dieser Promotionsarbeit wurden dazu induzierbare RNAi-Elemente entwickelt, mit deren Hilfe die intrazelluläre Plk1-Expression konditionell inhibiert werden konnte. Unter Verwendung des prokaryotischen Tet-Systems wurden auf Basis des RNA-Polymerase abhängigen H1-Promotors durch Insertion von einer oder zwei Operatorsequenzen (TetO) für den Tetrazyklin-Repressor (TetR) an verschiedene Orte innerhalb der Sequenz des H1-Promotors drei induzierbare Promotor-Derivate geschaffen. Die drei entwickelten H1-Promotor-Derivate wurden zur Expression von shRNA gegen Plk1 eingesetzt und in bezug auf die Auslösung der RNAi-Antwort getestet und untereinander verglichen. Zu diesem Zwecke wurde der endogene Plk1-Gehalt von HeLa-Tumorzellen auf Transkript- und auf Proteinebene bestimmt. Die Zellen wurden zuvor mit Plasmid-Vektoren für konstitutive TetR-Expression und jeweils einer der verschiedenen shRNA-Expressions-Kassetten ko-transfiziert. Als Kontrollen dienten dabei Wildtyp-H1-Promotoren, welche zur konstitutiven Expression von shRNA gegen Plk1 und einer unwirksamen Kontroll-shRNA eingesetzt wurden. Mit Hilfe des synthetischen Tetrazyklin-Analogons Doxyzyklin, welches einen potenten Aktivator für TetR darstellt, konnten die hergestellten Promotor-Derivate induziert werden, was durch einen reduzierten intrazellulären Plk1-Gehalt sichtbar wurde. Dabei fiel auf, daß alle drei Promotor-Typen unterschiedliche Eigenschaften im nichtinduzierten Zustand wie auch im induzierten Zustand unter Anwesenheit von Doxyzyklin aufwiesen. Für die Basalaktivität in Abwesenheit von Doxyzyklin (leakiness) war die relative Lage der TetO-Sequenz(en) innerhalb des Promotors verantwortlich. So veränderte die Insertion einer TetO-Sequenz in 3’-Richtung der TATA-Box die Eigenschaften des Wildtyp-H1-Promotors weniger als die Insertion einer TetO-Sequenz in 5’-Richtung der TATA-Box. Zum Studium von Plk1 als Zielgen in der Krebstherapie wurde das Proliferationsverhalten von HeLa-Tumorzellen als Antwort auf die Doxyzyklin-vermittelte Induktion der shRNAExpression unter Kontrolle eines der induzierbaren Promotoren ermittelt. Dabei konnte die Proliferation von Tumorzellen durch einen reduzierten Plk1-Gehalt, welcher durch die Doxyzyklin-induzierte Auslösung der RNAi-Antwort vermittelt wurde, erfolgreich inhibiert werden. Zur Überprüfung der Eignung entwickelter Systeme, Tumorwachstum in vivo inhibieren zu können, wurden die entwickelten RNAi-Kassetten in das Genom von TetRexprimierenden HeLa-Zellen integriert und so stabile Klone geschaffen. Stabile HeLa-Klone zur induzierbaren Expression von Plk1-spezifischer shRNA, wie auch zur induzierbaren Expression von einer Kontroll-shRNA, wurden in die gegenüberliegenden Flanken von immunsupprimierten Nacktmäusen inokuliert, um anhand von Xenograft-Modellen einen direkten Vergleich des Tumorwachstums unter gleichen äußeren Bedingungen zu ermöglichen. Einem Teil der Mäuse wurde Doxyzyklin ins Trinkwasser gegeben, während Kontrollmäuse kein Doxyzyklin verabreicht bekamen. Das Tumorwachstum von Xenograft-Tumoren, welche aus Klonen zur Expression von shRNA gegen Plk1 hervorgingen, konnte in Doxyzyklin-behandelten Mäusen um 53% auf 47% an Tag 51 nach Inokulierung der Zellen inhibiert werden. Tumoren nicht-induzierter Mäuse, sowie Tumoren aus induzierten Mäusen, welche Kontroll-shRNA exprimierten, wuchsen dagegen unverändert in gleichem Maße. Anhand der in dieser Arbeit entwickelten induzierbaren H1-Promotor-Derivate zur konditionellen Auslösung von RNAi wurden wertvolle genetische Werkzeuge geschaffen, welche für das Studium der Genfunktion eingesetzt werden können. Im Falle der Unterdrückung von Plk1 können mit ihrer Hilfe sowohl grundlegende molekularbiologische Zusammenhänge studiert als auch die Bewertung von Plk1 als Zielgen in der Krebstherapie bewertet werden. Im Gegensatz zu kürzlich entwickelten Kinase-Inhibitoren, welche auf Proteinebene gegen Plk1 gerichtet sind und aufgrund ihrer bislang nicht nachgewiesenen Spezifität verwandte Kinasen in ihrer Wirkungsweise beeinflussen könnten, ist eine RNAibasierte Strategie hoch spezifisch und verspricht eine große Relevanz für zukünftige therapeutische Ansätze. Vorraussetzung für erfolgversprechende RNAi-basierte Strategien ist eine hohe Konservierung der Sequenz beteiligter Zielgene. Im Falle von Plk1 konnte eine hohe Konservierung durch Sequenzanalyse der Plk1-Gene von 15 Mamma-Karzinomen, 11 Ovarial-Karzinomen und mehrerer Tumorzellinien bestätigt werden.