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Das freie Statistikpaket "R": Eine Einführung für Ornithologen
(2010)
- Die Publikation ornithologischer Daten setzt heute voraus, dass sie mit angemessenen statistischen Methoden ausgewertet werden. Mit der Entwicklung entsprechender Verfahren steigen auch die Ansprüche an die Auswertungen und an die Software, die für solche Auswertungen nutzbar ist. Anerkannte kommerzielle Statistiksoftware ist für den Normalverbraucher oft unerschwinglich teuer. Das freie Statistikpaket R bietet eine kostenlose, aber doch professionelle Lösung. Leider ist der Einstieg in R nicht einfach, da das Programm nicht geklickt werden kann, sondern Code geschrieben werden muss. In diesem Artikel bieten wir eine Einstiegshilfe. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie mit R gearbeitet wird. Der Leser kann direkt am eigenen Computer nachvollziehen, wie Daten in das R eingelesen werden, wie diese angesprochen und dargestellt werden. Wir begleiten den Leser durch einen t-Test und führen ein einfaches lineares Modell inklusive Residuenanalyse durch. Abschließend geben wir Empfehlungen für weiterführende Bücher.
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Dienen die Zehensohlenballen von Singvögeln der Wärmeisolation oder der Lokomotion?
(2005)
- Die Funktion der Zehensohlenballen bei Singvögeln wird einerseits der Lokomotion anderseits der Wärmeisolation zugeschrieben. In dieser Arbeit untersuchen wir die Beziehung zwischen Höhe des proximalen Zehensohlenballens der Hinterzehe von 88 Singvogelarten aus 7 Gattungen mit der Temperatur im Überwinterungsgebiet und dem Anteil an Koniferennadeln im Substrat, auf dem sich die Vögel während der Nahrungssuche fortbewegen. In 2 Gattungen (Carduelis, Carpodacus) korrelierte die Temperatur im Überwinterungsgebiet mit der Höhe des Zehensohlenballens. In 3 Gattungen (Parus, Phylloscopus, Sitta) zeigte das Substrat einen starken Zusammenhang mit der Zehensohlenballenhöhe. Und in 2 Gattungen (Dendroica, Regulus) korrelierten beide ökologischen Faktoren mit der Höhe des Zehensohlenballens. Die beiden ökologischen Faktoren sind nicht miteinander korreliert. Sowohl die Temperatur im Überwinterungsgebiet als auch der Anteil an Koniferennadeln im Substrat scheinen einen evolutiven Einfluss auf die Ausbildung von hohen Zehensohlenballen auszuüben. Der Einfluss jeder der ökologischen Faktoren ist pro Gattung unterschiedlich ausgeprägt.
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Ziehen in "Invasionsjahren" andere Vögel über die Ulmethöchi als in "normalen" Jahren?
(2008)
- Wir verglichen bei Tannen-, Blau- und Kohlmeise sowie Erlenzeisig die Alterszusammensetzung, das Geschlechterverhältnis (nur bei Erlenzeisig und Kohlmeise) und die morphologischen Variabeln Fettreserven, Federlänge und Gewicht zwischen Vögeln, die während Invasionen auf der Ulmethöchi gefangen wurden, mit Vögeln in normalen Jahren. Bei Blauund Kohlmeise fanden wir andeutungsweise einen erhöhten Anteil Diesjähriger in Invasionsjahren, während beim Erlenzeisig der Anteil Adulter erhöht war. Der Weibchenanteil war bei der Kohlmeise in Invasionsjahren ebenfalls leicht erhöht. Diese Zusammenhänge waren nicht mehr sichtbar, wenn die jährlichen Jungen- rsp. Weibchenanteile gegen die Zahl der Durchzügler aufgetragen wurden. Die Meisen waren in Invasionsjahren gleichzeitig fetter und größer, wobei die Unterschiede bei allen Arten relativ klein waren. Nur bei der Kohlmeise existierte ein gut abgesicherter und signifikant positiver Zusammenhang zwischen Körpergröße sowie Fettreserven und Zahl der Durchzügler. Das Ergebnis zeigt, dass dem Massenzug bei den Meisen ähnliche Gründe und Mechanismen zu Grunde liegen, während diese beim Erlenzeisig vermutlich andere sind. Die positive Korrelation zwischen Anzahl Durchzügler und Körpergröße mit gleichzeitig hohen Fettreserven deutet darauf hin, dass bei Meisen in der dem herbstlichen Massenzug vorhergehenden Brutzeit vermutlich gute Nahrungsbedingungen geherrscht haben. Deshalb könnte vermutlich nicht Nahrungsmangel sondern eher hohe Populationsdichte Auslöser von Massenzug in den untersuchten Meisenarten sein.
