Refine
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Einfluss einer Vitamin-D-Therapie auf die Insulinresistenz und Stoffwechseleinstellung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes-mellitus
(2011)
- Die Effekte von Vitamin D (VD) auf den Stoffwechsel wurden bisher meist bei Nichtdiabetikern untersucht und erbrachten sehr kontroverse Ergebnisse. Das Ziel unserer Studie war es, den Einfluss einer sechsmonatigen VD-Gabe von 1904 IU/d auf den Metabolismus bei Patienten mit nichtinsulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2 (DM Typ2) zu untersuchen. Dazu schlossen wir 86 Patienten mit DM Typ 2 in eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie ein. Während der ersten sechs Monate nahmen die Patienten 20 Tropfen (1904 IE/d) Vigantol-Öl bzw. Placebo-Öl (mittelkettige Triglyceride) einmal pro Woche zu sich. Dem folgten 6 Monate der Nachbeobachtung. Zu Beginn und in dreimonatigen Abständen wurden 25- OHD, 1α, 25(OH)2-OHD, PTH, Calcium, Phosphat, Körpergewicht, Body mass index (BMI), Blutdruck, Nüchternglucose, HbA1c, Insulin, Homeostasis Model Assessment-Index (Homa-Index) und C-Peptid bestimmt. Zu Studienbeginn wiesen alle Patienten (n=86) im Median ein 25-OHD von 13,60 ng/ml (34 nmol/l) und somit einen VD-Mangel auf. Nach 6 Monaten der Therapie stieg der 25-OHD-Spiegel der Verumgruppe (n=40) um den Faktor 2,14 auf einen Median von 28,4 ng/ml (71 nmol/l) an. Der mittlere Anstieg von 11,85 ng/ml in der Verumgruppe (p<0,001) war signifikant stärker als in der Placebogruppe. Während der Interventionszeit befand sich das 25-OHD der Verumgruppe im Normbereich, wohingegen die Placebogruppe stets einen VD-Mangel aufwies. In beiden Gruppen korrelierte der 25-OHD-Verlauf mit der jahreszeitlichen Zuordnung der Studienvisiten. Innerhalb der sechsmonatigen Interventionszeit nahm das PTH in beiden Gruppen ab, tendenziell jedoch stärker in der Verumgruppe (p=0,08). Es zeigte sich keinerlei Zusammenhang zwischen PTH und den anderen erfassten Parametern. Körpergewicht, systolischer Blutdruck und Nüchternblutzucker zeigten keine signifikanten Veränderungen. Zu Studienbeginn und in der Nachbeobachtungszeit war eine signifikante negative Korrelation zwischen 25-OHD und BMI bei allen Probanden festzustellen. Während der Interventionszeit zeigte sich dieser Zusammenhang allerdings nur bei Patienten der Placebogruppe. Der HbA1c aller Patienten mit 25-OHDSpiegeln >20 ng/ml (52,5nmol/l) war bei Studienbeginn (n=14) um 0,35% (p=0,06), nach VD-Therapie (n=39) um 0,43% (p=0,05) niedriger im Vergleich 80 zu Patienten mit 25-OHD >20 ng/ml. Eine signifikante negative Korrelation zwischen 25-OHD und HbA1c war bei Studienbeginn (r= -0,33, p=0,002), sowie nach sechsmonatiger VD-Therapie (r= -0,26, p=0,02) zu sehen. Des Weiteren zeigten nach VD-Therapie alle Patienten mit 25-OHD-Serumspiegeln >20 ng/ml (52,5 nmol/l) ein signifikant höheres C-Peptid (p=0,02), Insulin (p=0,03) und einen höheren Homa-Index (p=0,09). Nach sechs Monaten der VD-Therapie war eine signifikante positive Korrelation zwischen 25-OHD und C-Peptid (r=0.27; p=0.02), Insulin (r=0.34; p=0.01) sowie Homa-Index (r=0.25; p=0.06) zu sehen. Unsere Studie zeigt somit eine negative Korrelation zwischen 25-OHD und BMI bei Patienten mit VD-Mangel, sowie einen negativen Zusammenhang zwischen HbA1c und 25-OHD-Status. Ferner war bei Patienten mit einem 25- OHD >20 ng/ml nach sechs Monaten der VD-Therapie ein signifikanter Anstieg des C-Peptid, Insulin und Homa-Index festzustellen. Die VD-Therapie führte zu einer signifikanten Verbesserung der Insulinsekretion, während die Insulinresistenz weiterhin bestand. Interventionelle Studien mit größeren Studienpopulationen und höheren VD-Dosen sind nötig, um unsere Ergebnisse zu bestätigen.
