Refine
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Der Kapverdenrohrsänger Acrocephalus brevipennis auf Fogo (Kapverdische Inseln): Verbreitung, Dichte, Habitat und Brutbiologie
(2009)
- Im Oktober 2006 fanden Untersuchungen im erst kürzlich entdeckten Brutgebiet des Kapverdenrohrsängers auf Fogo statt. Dabei wurde festgestellt, dass die Art im Kulturland im Norden der Insel weit verbreitet ist. Insgesamt konnten in der Höhenzone zwischen 222 und 973 m über NN 129 Reviere kartiert werden. Eine auffällige Konzentration war in der Region um Pai António feststellbar. Die Siedlungsdichte betrug 0,65 Reviere/10 ha. Im Dichtezentrum wurden sogar 1,9 Reviere/10 ha festgestellt. Die Gesamtpopulation der Insel wird auf mindestens 500 Brutpaare geschätzt. Eine umfassende Habitatanalyse zeigt, dass der Rohrsänger insbesondere in Kaffeeplantagen mit großen Obstbäumen und -sträuchern vorkommt. Neben dem dominanten Kaffee sind weitere eingeführte Nutzpflanzenarten, vor allem Mais vorherrschend. Auch das Wandelröschen ist stellenweise, hauptsächlich in oberen Berglagen oder in schwer zugänglichen Schluchten ein wichtiges Habitatelement. Riesenschilf spielt dagegen auf Fogo nur eine untergeordnete Rolle. In einem montan gelegenen Aufforstungsgebiet konnte der Rohrsänger nicht nachgewiesen werden. Von neun gefundenen Nestern befanden sich sieben in Mangobäumen. Diese waren stets in einer aus drei Zweigen bestehenden Gabel eingeflochten. Die Standhöhe lag zwischen 2 und 15 m. Zudem konnte das Brutverhalten an einem Nest mit Gelege studiert werden. Bemerkenswert war vor allem, dass beide Geschlechter sich bei der Bebrütung abwechselten. Vermutlich brütete die Art schon vor der menschlichen Besiedlung (häufig) auf Fogo, fand jedoch auch nach der Kultivierung in den Kaffeeanpflanzungen einen geeigneten Ersatzlebensraum. Die Zukunft des Kapverdenrohrsängers ist auf dieser Insel bei Erhalt der Kaffeekultur und Beibehaltung der derzeitigen Bewirtschaftungsweise anscheinend gesichert.
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Beitrag zur Wintervogelwelt Libyens
(2009)
- Auf einer vom 25.12.2007 bis 15.1.2008 stattgefundenen Reise nach Libyen, die schwerpunktmäßig auf Exkursionsziele im Fezzan ausgerichtet war, wurden 96 Vogelarten nachgewiesen, von denen 76 in dieser Arbeit näher kommentiert werden. Es handelt sich dabei um Beobachtungen, deren Auswertung aufgrund spärlicher oder gar fehlender Angaben in der einschlägigen Literatur relevant ist. In einer Tabelle sind die registrierten Erstnachweise, Höchstzahlen etc. für Libyen bzw. den Fezzan aufgeführt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Teile des Landes für mehrere europäische Vogelarten eine bislang nicht erkannte hohe Bedeutung als Durchzugsund Winterquartier haben. Vor allem die Gewässer und Feuchtgebiete, in den in der östlichen Zentralsahara liegenden Fezzan-Oasen bieten gute Rast- und Überwinterungsbedingungen für wassergebundene Vogelarten und sind bis heute ein im Zugablauf paläarktischer Vogelarten unterschätzter Lebensraum. Einen besonderen Stellenwert scheint neben den stark anthropogen überprägten, von Menschen besiedelten Oasen die isoliert in der offenen Wüste liegende Krateroase Wau an Namus mit ihren Salzseen zu haben. Zu erwähnen ist hier ein zahlenstarker Trupp des Schwarzhalstauchers. Eine so große Ansammlung wurde in der Sahara noch nicht beobachtet. Zudem sind der Erstnachweis der Schnatterente für den Fezzan, mehrere Rufer der Wasserralle und der wahrscheinlich größte Winterbestand des Blässhuhns in der libyschen Wüste bemerkenswert. Eine Bedeutung haben aber auch die ausgedehnten Phragmites-Bestände als Winterquartier für diverse Singvogelarten. Die häufigsten Arten waren Zilpzalp, Blaukehlchen und Samtkopfgrasmücke. Als eine weitere Überraschung sind 650-700 Weißstörche und 130 Turmfalken auf den kreisrunden Landwirtschaftsflächen bei Maknusa zu werten. Für beide Arten wurden solche Konzentrationen im Winter in Nordafrika noch nicht registriert. Es ist davon auszugehen, dass sich hier inmitten der Zentralsahara seit Jahren ein individuenreiches Überwinterungsgebiet des Weißstorches etabliert hat, das bisher unentdeckt blieb. Dieser Nachweis ist möglicherweise ein Hinweis auf die zunehmende Teilzieher-Entwicklung bei einigen Transsahara- Migranten. Aber auch bei anderen Arten muss in diesen Gebieten mit zahlenstarken Winter-Ansammlungen gerechnet werden, was u.a. 100-120 rastende Rotkehlpieper zeigten. Schließlich wurde in mehreren Feuchtgebieten der Fezzan-Oasen beobachtet, wobei auch hier zunächst die Bedeutung, u.a. als Überwinterungsgebiet für diverse wassergebundene Vogelarten nur erahnt werden kann. Dafür sprechen z.B mind. 60 Bekassinen und viele rufende Wasserrallen bei Bergin, die Rekordzahlen für Libyen bedeuten, aber auch eine Reihe erster Winter- Nachweise verschiedener Limikolenarten für den Fezzan und die Präsenz von Teichrohrsänger und Blaukehlchen. Abschließend wird auf den Nachholbedarf an speziellen Felduntersuchungen zum Durchzugs- und Rastgeschehen paläarktischer Zugvögel in der libyschen Sahara eingegangen. Besonders wichtig ist eine Kartierung der avifaunistisch bedeutsamen Gebiete. Vor allem sollten auch Schutzbemühungen nicht ausbleiben, da viele der Oasen-Landschaften, insbesondere die Süßwasserstellen und deren Vegetation durch Verkippung und Müllablagerungen äußerst gefährdet sind.
