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Die Sandtrockenrasen des Gailenbergs und ihre Vegetationsdynamik (Landkreis Offenbach, Stadt Mühlheim am Main)
(2007)
- Auf dem Gailenberg, einer alten Flugsanddüne der Untermainebene, wurde 1994 die Sandtrockenrasenvegetation untersucht. Die Assoziation Spergulo morisonii-Corynephoretum canescentis typicum wird in der flechtenreichen Variante, die Subassoziation mit Agrostis capillaris in der typischen und der flechtenreichen Variante mit Vegetationsaufnahmen dokumentiert. Ferner liegen Vegetationsaufnahmen der damals vor allem an Wegrändern vorkommenden Assoziation Diantho-Armerietum sowie einer Thero-Airion-Fragmentgesellschaft auf einer jungen Ackerbrache vor. Um die Vegetationsdynamik der Gesellschaften untersuchen zu können, wurden 1994 Beobachtungsflächen angelegt. In den Jahren 2003 und 2004 wurde die Vegetation dieser Beobachtungsflächen erneut aufgenommen. Die flechtenreiche Variante des Spergulo- Corynephoretum typicum erwies sich dabei als ausgesprochen stabile Gesellschaft. Aus der typischen Variante der Subassoziation mit Agrostis capillaris hat sich eine Gesellschaft entwickelt, die als nicht optimal ausgeprägte, typische Subassoziation in der flechtenreichen Variante bezeichnet werden kann. Die flechtenreiche Variante der Subassoziation von Agrostis capillaris des Spergulo-Corynephoretum ist dagegen völlig degeneriert, wobei Beschattung die wichtigste Ursache ist. Auf der Beobachtungsfläche ist das Diantho-Armerietum aufgrund einer intensiven Erholungsnutzung und den damit verbundenen Störungen stark degeneriert. Die Degeneration, insbesondere das Verschwinden von Armeria elongata, kann direkt auf mechanische Einwirkungen wie Tritt, Befahren mit Autos oder Lagern zurückgeführt werden. Auf einer ungestörten Ackerbrache hat sich die Thero-Airion-Fragmentgesellschaft dagegen zu einem Diantho-Armerietum mit den beiden Charakterarten Armeria elongata und Dianthus deltoides entwickelt. Der sporadische Durchzug einer Schafherde scheint für die Ausbildung sowie den Erhalt der Gesellschaft förderlich zu sein. Der Gailenberg ist ein bedeutender Biotopkomplex mit hoher Strukturvielfalt. Zwei gefährdete Pflanzengesellschaften sowie acht in Hessen gefährdete Pflanzenarten konnten nachgewiesen werden. Der hiermit klar vorhandene Naturschutzwert wird noch dadurch erhöht, dass der Gailenberg in unmittelbarer Nähe zweier aufgrund ihrer Sandrasenvegetation als Fauna-Flora-Habitate vorgeschlagener Gebiete sowie mehrerer Naturschutzgebiete liegt.
