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Automatisierte Methoden der Erfassung von Rufen und Gesängen in der avifaunistischen Feldforschung
(2012)
- Der gegenwärtige Kenntnisstand über automatisierte Methoden zur akustischen Erfassung von Rufen und Gesängen von Vögeln wird dargelegt. Die Grundlage für eine automatisierte Erfassung bilden Langzeitaufzeichnungen. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern Tonaufzeichnungen für eine qualitative und auch quantitative Analyse von Vogelbeständen geeignet sind. Spezielles Augenmerk wird autonomen Aufzeichnungsmethoden und der Auswertung von Langzeitaufzeichnungen unter Nutzung von Algorithmen der akustischen Mustererkennung gewidmet. Sinnvolle Einsatzszenarien für automatisierte Methoden im Rahmen avifaunistischer Feldforschung sind die Erfassung des nächtlichen Vogelzuges, die Erfassung nachtaktiver Brutvogelarten und die Datenerhebung in Kernzonen von Schutzgebieten.
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Phänologie des "sichtbaren" Vogelzugs über der Deutschen Bucht
(2010)
- Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderten Projekts zu Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf den Vogelzug wurden vom Herbst 2003 bis Ende 2006 Vogelzugplanbeobachtungen in der Deutschen Bucht durchgeführt. Die Sichtbeobachtungen ziehender Vogelarten über See (Seawatching) und über dem Land (Islandwatching) erfolgten tagsüber mit etablierten Methoden an den drei Standorten Sylt, Helgoland und Wangerooge. Der besondere Wert der Studie liegt in der synoptischen Beobachtung an drei Standorten zumindest während der Zugzeiten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wurde beim Seawatching an allen drei Standorten und bei fast allen Arten in den Morgenstunden der stärkste Zug bemerkt, mittags und abends war die Zugintensität deutlich geringer. Unterschiede zwischen den Stationen bestanden vor allem in der Zusammensetzung der dominierenden Arten, was vor allem auf die unterschiedliche Lage von Brut- und Rastgebieten zurückzuführen ist, wodurch die Vögel die drei Stationen auf dem Zug mehr oder weniger stark tangierten (besonders auffällig bei den Gänsen). Beim Seawatching in den ersten drei Morgenstunden konnten insgesamt 185 Arten, davon 154 bei Sylt, 137 bei Helgoland und 148 bei Wangerooge registriert werden. Für 23 Arten, die besonders häufig auftraten bzw. die hinsichtlich der Gefährdung durch Offshore-Windenergieanlagen als kritisch gelten, werden jahres- und tageszeitliche Muster der Zugintensität geschildert und grafisch dargestellt, die beobachteten Truppgrößen für 11 Arten und die Zugintensität im Tagesverlauf für 15 Arten. Bei vielen Arten war bei Sylt der Wegzug und bei Wangerooge der Heimzug stärker ausgeprägt, während für Helgoland ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den beiden Zugperioden typisch war. In beiden Jahreszeiten war die tägliche Zugintensität zwischen den drei Stationen hochsignifikant korreliert und zwar sowohl bezogen auf die gesamte Zugintensität aller Arten als auch auf die vieler einzelner Arten. Auch wenn aufgrund der Lage von Brut- und Überwinterungsgebieten im Bereich der Deutschen Bucht vor allem mit Zug entlang einer SW-NE-Achse gerechnet werden muss, wurde dies beim Seawatching nur auf Helgoland festgestellt. Bei Sylt und Wangerooge zogen die meisten Vögel entlang der Küstenlinie, d. h. entlang einer S‑N- Achse bzw. einer W‑E-Achse. Beim Islandwatching in den ersten drei Morgenstunden wurden insgesamt 189 Arten beobachtet, davon 165 über Sylt, 133 über Helgoland und 161 über Wangerooge. Ebenfalls für 23 häufigere Arten wird die Phänologie beschrieben und grafisch dargestellt, die Truppgrößen für 10 Arten. Auch beim Islandwatching war die Zugintensität über Helgoland deutlich geringer als über den beiden küstennahen Inseln, mit etwa gleichstarkem Aufkommen zu beiden Zugperioden. Küstennah galt für vielen Arten, dass sie als Folge des von den meisten Singvogelarten gezeigten Leitlinienzuges über Wangerooge vor allem auf dem Heimzug und über Sylt vor allem während des Wegzuges beobachtet wurden: Während nur vergleichsweise wenige Individuen über Sylt (Herbst) bzw. Wangerooge (Frühjahr) auf See hinaus flogen, folgte die große Mehrheit der Vögel der Küstenlinie nach S (Sylt im Herbst) bzw. nach O (Wangerooge im Frühjahr). Offensichtlich scheuten sich Landvögel tagsüber vor dem Zug auf das offene Meer hinaus und folgten stattdessen der Küste. Die demzufolge wenigen von See ankommenden Vögel bedingten daher eine geringe Zugintensität im Frühjahr über Sylt bzw. im Herbst über Wangerooge. Nur für Helgoland konnte die in Mitteleuropa vorherrschende SW-NE-Richtung des Zuges bestätigt werden. Doch selbst dort hatten anscheinend bereits die Hafenmolen eine Leitlinienwirkung, denn im Herbst zogen zahlreiche Singvögel nach SE und S ab. Die starken Leitlinienwirkungen von Wangerooge (Frühjahr) und Sylt (Herbst) sorgten dafür, dass die den Zug über das offene Meer widerspiegelnden Standorte (Helgoland und Ankunft Sylt im Frühjahr bzw. Helgoland und Ankunft Wangerooge im Herbst) sowohl für alle Arten gemeinsam als auch bei Betrachtung einzelner Arten jeweils am engsten miteinander in Beziehung standen.
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Jahres- und tageszeitliche Phänologie der Vogelrufaktivität über der Deutschen Bucht
(2012)
- Im Hinblick auf potenzielle Standorte für Offshore-Windenergieanlagen und die von ihnen ausgehende mögliche Gefährdung von Vögeln ist es erforderlich, die Kenntnisse über den Vogelzug über See - insbesondere über den nächtlichen - zu erweitern. Im Rahmen einer umfassenden ökologischen Begleitforschung zur Offshore-Windenergienutzung wurden daher auf einer Forschungsplattform in der südöstlichen Nordsee auch die Rufe von Vögeln automatisch erfasst. Die genaue Artzugehörigkeit insbesondere nachts ziehender Vögel automatisch zu erfassen und zu bestimmen, ist bis auf wenige Ausnahmen nur anhand von Rufen möglich. Hier wird erstmals das artspezifische Vogelaufkommen in der Nähe einer anthropogenen Offshore-Struktur im gesamten Tagesund Jahresverlauf dargestellt (Pentadenmittel von zwölf Arten). Von 2004 bis 2007 wurden insgesamt 100 Arten identifiziert und die Rufe von 95.318 Individuen (ohne Großmöwen) analysiert. Drei Viertel aller Registrierungen betrafen Passeres (überwiegend Drosseln), ferner wurden vor allem Limikolen, Seeschwalben und Kleinmöwen nachgewiesen. 79,4 % aller Individuen wurden in der Nacht registriert. Hohe Individuenzahlen, meist von vielen Arten gleichzeitig, konzentrierten sich oft auf wenige Tage/Nächte oder gar Stunden. Zur Wegzugzeit war das Vogelaufkommen wesentlich höher als zur Heimzugzeit, maximal wurden in der Nacht vom 28. auf den 29.10.2005 über 5.236 Vögel (entsprechend 392 Ind./h) verschiedener Arten identifiziert. Die Zugzeiten der Kurz/Mittelstreckenzieher waren anhand der Rufe deutlich, die der Langstreckenzieher unter den Passeres wahrscheinlich wegen ihrer geringen Ruffreude nicht zu erkennen. Im Juli wurden überwiegend Kleinmöwen und Seeschwalben, im August vor allem Seeschwalben und Limikolen (insbesondere Rotschenkel) und im Winter spät wegziehende Kleinmöwen und Drosseln registriert. Generell stieg die Häufigkeit mit Beginn der Nacht stetig an und erreichte ihr Maximum vor Sonnenaufgang, die wenigsten Vögel wurden am späten Nachmittag registriert. Trotz methodischer Einschränkungen stimmen die gezeigten artspezifischen Phänologien im Großen und Ganzen mit den Zugzeiten im Offshore-Bereich der Deutschen Bucht nach Fangzahlen sowie nach Zugplan- und Zufallsbeobachtungen überein. Wie mit diesen Erfassungsmethoden ist aber auch mit der akustischen Aufzeichnung eine vollständige Quantifizierung des Vogelaufkommens nicht möglich. Vermutlich wird die Zahl der Vögel bei gutem Wetter unterschätzt und bei schlechtem überschätzt. Wir gehen aber davon aus, dass die auf der Plattform akustisch erfassten Vögel zumindest den niedrig fliegenden Anteil der rufenden Arten im jahreszeitlichen Verlauf und in seiner täglichen Variabilität reflektieren. Die Möglichkeit, anhand der Rufe auf die Zahl der niedrig und damit in der Nähe eines anthropogenen Hindernisses fliegenden Vögel schließen zu können, ist in Hinblick auf die Beurteilung ihres Kollisionsrisikos und der Einleitung von Verminderungs- oder Vermeidungsmaßnahmen (Standort, kurzzeitiges Abschalten der Anlagen und Beleuchtungsoptimierung) nicht unerheblich.
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Wie erfolgreich brüten Helgoländer Eissturmvögel (Fulmarus glacialis)?
(2012)
- Auf der Insel Helgoland in der südöstlichen Nordsee (54° 11‘ N, 7° 52‘ O) wird seit 1972 alljährlich der mutmaßliche Brutbestand des Eissturmvogels Fulmarus glacialis als „apparently occupied sites“ (AOS) erfasst. In drei Jahren intensiverer Beobachtungen von insgesamt 41 verschiedenen, gut einsehbaren Standorten erbrachten in der Summe 96 im Juni besetzte AOS 38 flügge Junge, entsprechend einem Bruterfolg von im Mittel 0,40 Jungen pro AOS. Eine Neuberechnung des Bruterfolgs unter Ausschluss der Prospektoren und adulten Nichtbrüter, welche den Brutfelsen bis August verlassen, ergab hingegen einen Bruterfolg von im Mittel 0,67 Jungen pro tatsächlichem Brutpaar. Isolierte Brutplätze oder solche am Rand der Kolonie wurden vermutlich eher von unerfahrenen, ungeschickten oder konditionell schwächeren Brutvögeln oder von Prospektoren besetzt: Zwar war der (unterschätzte) Bruterfolg der Juni-AOS im Zentrum der Kolonie höher als am Rand, nach der Neuberechnung des Bruterfolgs auf der Basis der tatsächlich brütenden Paare gab es aber keine lokalen Unterschiede mehr. Nur zwölf der insgesamt 41 verschiedenen Brutstandorte waren vergleichsweise erfolgreich und erbrachten drei Viertel des gesamten Bruterfolgs (28 flügge Jungvögel). Vermutlich waren diese Brutstandorte immer von den selben erfahrenen Brutpaaren mit hoher individueller Qualität besetzt.
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Atlas zur Vogelberingung auf Helgoland : Teil 5: Ringfunde von 1909 bis 2008
(2009)
- Das Helgoländer Ringfundmaterial ist durch eine extrem weit zurück reichende und bis auf die Kriegsjahre kontinuierliche Beringungstätigkeit sowie die isolierte Lage der Insel in der Nordsee charakterisiert. Seit dem Beginn der Beringung auf Helgoland im Jahr 1909 konnte die Beringungszentrale der „Vogelwarte Helgoland“ mehr als 11.100 Fundmeldungen auf Helgoland beringter Vögel sammeln. Die vorliegende Auswertung umfasst alle seit 1909 auf Helgoland beringten und abseits gefundenen sowie an anderen Orten beringten und auf Helgoland gefundenen Vögel. Die ausgewerteten 6.914 Funde auf Helgoland beringter Vögel stammen von insgesamt 108 Arten, von weiteren 134 beringten Arten gibt es keine Funde. Rund 18 % aller Funde auf Helgoland beringter Vögel stammen aus der Zeit von 1909 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Von 1959 bis 1985 gab im Mittel 134 Funde pro Jahr, danach sank die Zahl auf im Mittel nur noch 82 Funde pro Jahr. Für fast jede Art gibt es Angaben zur Fundrate, zur größten Entfernung des Fundortes, zur maximalen Tagesleistung sowie zum Höchstalter. 116 Funde, die hinsichtlich ihres Fundortes aus der Masse heraus ragen, besonders selten sind oder sich durch ein hohes Alter, hohe Zuggeschwindigkeit oder besondere Fundumstände auszeichnen, werden einzeln vorgestellt. Die Funde aus 41 Staaten verteilen sich von Spitzbergen bis nach Namibia und von Island bis fast an den Ural. Die meisten Vögel wurden in Deutschland gefunden, gefolgt von Frankreich, Großbritannien, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen. Einige Funde wurden aus Afrika, aber nur sehr wenige aus den osteuropäischen Ländern und aus Asien gemeldet. An den hier zusammengestellten Funden auf Helgoland beringter Vögel sind Amsel Turdus merula und Singdrossel Turdus philomelos mit jeweils über 1.000 Meldungen am häufigsten beteiligt, an dritter Stelle rangiert die Trottellumme Uria aalge mit über 500 Funden. Von 11 weiteren Arten gibt es noch jeweils über 100 Funde. Etliche Individuen wurden mehr als einmal abseits von Helgoland gemeldet. In nördlichen Richtungen erfolgten die meisten Funde bis zu einer Entfernung von 600 km mit einem Peak bei 70 bis 80 km an der schleswig-holsteinischen Westküste und einem weiteren bei 420 bis 600 km im südlichen Skandinavien. Nur wenige Funde wurden aus mehr als 2.000 km in nördlichen Richtungen gemeldet. In südlichen Richtungen lagen vergleichsweise viele Funde innerhalb einer Entfernung bis 2.300 km mit vier Peaks bei 40 bis 80 km, 400 bis 500 km, 1.000 bis 1.300 km und 2.000 bis 2.300 km. Nur wenige Funde wurden aus mehr als 3.000 km in südlichen Richtungen gemeldet. Den Fundorten entsprechend wiesen die meisten Zugrichtungen im Frühjahr nach Nordosten und im Herbst nach Südwesten. Die (scheinbaren) mittleren Zuggeschwindigkeiten der auf Helgoland beringten Vögel variierten stark in Abhängigkeit von der ausgewerteten Tagesdifferenz zwischen Beringung und Fund: Bei gleich gewählten Fundzeiträumen unterschieden sich die mittleren Heimzug- und Wegzuggeschwindigkeiten weder bei Kurz/Mittelstreckenziehern noch bei Langstreckenziehern. Dagegen war die mittlere Wegzuggeschwindigkeit der Langstreckenzieher höher als die der Kurz/Mittelstreckenzieher. Bei einer gemeinsamen Fundrate aller auf Helgoland beringten Vögel von 0,91 % war die der Nonpasseres mit 5,65 % bedeutend höher als die der Passeres mit 0,67 %. Die Drosseln hatten mit 0,94 % eine wesentlich höhere Fundrate als die übrigen Passeres mit 0,48 %. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Fundraten sowohl für alle Funde zusammen als auch für verschiedene Artengruppen etwas höher als danach, der Unterschied ist jedoch nur bei den Drosseln signifikant. Die meisten Funde wurden mit unbekanntem Fundumstand oder als geschossen gemeldet, an dritter Stelle standen Wiederfänge. Mit jeweils unter 10 % war der Anteil der natürlichen Fundumstände, der abgelesenen Vögel sowie der durch Technik oder Verschmutzung in Menschenhand gelangten Tiere vergleichsweise klein. Die meisten Vögel wurden tot gefunden, als lebend wurde weniger als ein Viertel aller Funde gemeldet und bei weniger als 10 % der Funde wurde kein Fundzustand angegeben. Sowohl die Fundumstände als auch die Fundzustände der auf Helgoland beringten Vögel haben sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts verändert. Die 1.516 von 1909 bis 2008 auf Helgoland gefundenen Vögel von anderen Beringungsorten verteilen sich auf 96 Arten. Dabei war die Amsel mit 275 Funden von allen Arten am häufigsten vertreten, an zweiter Stelle lag die Silbermöwe Larus argentatus mit 197 Funden, an dritter die Mantelmöwe Larus marinus mit 86 Funden. Nennenswerte Zahlen fremdberingter Vögel wurden auf Helgoland nicht vor 1960 gefunden (seitdem im Mittel 28 fremdberingte Vögel pro Jahr). Für fast jede Art, von der Funde fremder Vögel auf Helgoland vorliegen, gibt es Angaben zur größten Entfernung des Fundes vom Beringungsort, zur maximalen Tagesleistung sowie zum Höchstalter. 54 Fremdfunde, die hinsichtlich des Beringungsortes aus der Masse der Funde heraus ragen, besonders selten sind oder sich durch ein hohes Alter oder hohe Zuggeschwindigkeit auszeichnen, werden einzeln vorgestellt. Die fremden auf Helgoland gefundenen Vögel stammen von 950 unterschiedlichen Beringungslokalitäten aus 22 verschiedenen Staaten. Die meisten Individuen waren auf den Britischen Inseln beringt worden, gefolgt ischen Staaten stammen nur wenige Fremdfunde, kein einziger aus Afrika oder Asien. Die weitaus meisten Fremdfunde auf Helgoland wurden wieder gefangen, mit größerem Abstand folgen unbekannter Fundumstand, geschossene sowie im Feld abgelesene Vögel. Fremdfunde durch natürliche Umstände, Verschmutzung oder Technik spielten auf Helgoland kaum eine Rolle. Zwei Drittel der fremden Vögel wurden auf Helgoland lebend und ein Drittel tot gefunden. Die Funde der Trottellumme, einer innerhalb Deutschlands besonderen Art, werden in einem eigenen Kapitel betrachtet. Diese Art zeichnet sich nicht nur durch die dritthöchste Zahl von Funden auf Helgoland beringter Vögel (653, davon die meisten aus Skandinavien), sondern auch durch eine relativ hohe Fundrate von 7,6 % aus. Die meisten Trottellummen wurden geschossen (v. a. in Norwegen) oder kamen durch Verölung (meist entlang der Schifffahrtsstraßen in der südlichen Nordsee) bzw. durch Fang in Fischereigeräten (überwiegend in Schweden und Dänemark) in die Hand von Menschen.
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Atlas zur Vogelberingung auf Helgoland : Teil 3: Veränderungen von Heim- und Wegzugzeiten von 1960 bis 2001
(2005)
- Das seit Beginn der Beringung im Jahre 1909 erhobene langjährige und umfangreiche Datenmaterial aus dem Helgoländer Fanggarten des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ wurde ab 1960 unter konstanten Bedingungen und mit weitgehend standardisierten Methoden erfasst. Mit ganzjährigem Fangaufwand und mit bis zu 7 Fangtrieben pro Tag konnten von 1960 bis 2001 in drei Trichterreusen gut 490.000 Vögel aus 153 Arten gefangen und beringt werden. Im Frühjahr war bei 12 Kurz/Mittelstreckenziehern (KMZ), bei 10 Langstreckenziehern (LZ) und bei Mönchsgrasmücke und Zilpzalp (ohne Zuordnung) der Stichprobenumfang groß genug, um für jedes der 42 Jahre Heimzugmittelwerte (HZMW) zu berechnen. Im Herbst konnten die Wegzugmittelwerte (WZMW) von 16 KMZ, 8 LZ und von Mönchsgrasmücke und Zilpzalp berechnet werden. Auf dem Heimzug besteht bei 20 der 24 Arten ein Trend zur Verfrühung des HZMW über den Untersuchungszeitraum, signifikant bei 14 Arten (5 KMZ, 8 LZ und Mönchsgrasmücke) mit Verfrühungen von bis zu 12 Tagen. Dieser Trend unterscheidet sich nicht zwischen den Kurz/Mittelstreckenziehern (KMZ) mit im Mittel 5,8 Tagen und den Langstreckenziehern (LZ) mit im Mittel 7,3 Tagen. Bei 22 Arten geht die Verfrühung des HZMW einher mit einer zunehmenden lokalen mittleren artspezifischen Heimzugtemperatur (HZT), signifikant bei 11 Arten (7 KMZ, 2 LZ und Mönchsgrasmücke und Zilpzalp). Bei 23 Arten steht der Trend des großräumigen Klimaphänomens „Nordatlantischen Oszillation“ zu immer mehr positiven Winter-Indices in Zusammenhang mit der Verfrühung der HZMW, signifikant bei 13 Arten (5 KMZ, 7 LZ und Zilpzalp). Dabei werden die HZMW der KMZ (sowohl als einzelne Arten als auch in ihrer Summe als Zugtyp) in einem stärkeren Maß von der HZT, die der LZ eher vom Winter-NAO-Index beeinflusst. Auf dem Wegzug besteht bei 14 der 26 Arten ein Trend zur Verspätung des WZMW von 1960 bis 2001, signifikant bei 5 Arten (2 KMZ, 2 LZ und Zilpzalp) mit einer Verspätung von bis zu 9 Tagen. Ein Trend zur Verfrühung tritt bei 6 Arten auf, ist jedoch bei keiner Art signifikant. Obwohl sich die beiden Zugtypen nicht signifikant voneinander unterscheiden, zeigen die LZ als Zugtyp einen Trend zur Verspätung ihres gemeinsamen WZMW um 3 Tage, während der gemeinsame WZMW der KMZ trendlos ist. Eindeutige Zusammenhänge mit Klimaelementen zur Brut- und Wegzugzeit, die im Vergleich zum Winter/Frühjahr deutlich schwächer ausgeprägte Veränderungen zeigen, bestehen nicht. Bei 20 Arten konnten sowohl HZMW als auch WZMW berechnet werden. Der Trend zur Zunahme der Zeitspanne zwischen HZMW und WZMW bei 16 Arten, signifikant bei 13 Arten (7 KMZ, 5 LZ und Zilpzalp) mit Zunahmen von bis zu 16 Tagen, der hauptsächlich auf der Verfrühung der HZMW beruht, wird als Verlängerung des Aufenthalts im Brutgebiet, mit der Möglichkeit zur Erhöhung des Bruterfolgs, interpretiert.
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Das freie Statistikpaket "R": Eine Einführung für Ornithologen
(2010)
- Die Publikation ornithologischer Daten setzt heute voraus, dass sie mit angemessenen statistischen Methoden ausgewertet werden. Mit der Entwicklung entsprechender Verfahren steigen auch die Ansprüche an die Auswertungen und an die Software, die für solche Auswertungen nutzbar ist. Anerkannte kommerzielle Statistiksoftware ist für den Normalverbraucher oft unerschwinglich teuer. Das freie Statistikpaket R bietet eine kostenlose, aber doch professionelle Lösung. Leider ist der Einstieg in R nicht einfach, da das Programm nicht geklickt werden kann, sondern Code geschrieben werden muss. In diesem Artikel bieten wir eine Einstiegshilfe. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie mit R gearbeitet wird. Der Leser kann direkt am eigenen Computer nachvollziehen, wie Daten in das R eingelesen werden, wie diese angesprochen und dargestellt werden. Wir begleiten den Leser durch einen t-Test und führen ein einfaches lineares Modell inklusive Residuenanalyse durch. Abschließend geben wir Empfehlungen für weiterführende Bücher.
