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Nanopartikel als Trägersysteme für Doxorubicin zur Therapie von Gehirntumoren
(2011)
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Stefanie Wohlfahrt
- Einleitung: Glioblastome, die aggressivsten malignen Gehirntumore, gehören zu den menschlichen Karzinomen mit der schlechtesten Prognose. Ihre Therapie stellt eine große Herausforderung dar. Eine komplette chirurgische Entfernung des Tumors ist auf Grund des infiltrativen Wachstums in gesundes Hirngewebe meist nicht möglich, und trotz der Standardtherapie, die Operation, Chemo- und Radiotherapie umfasst, sind die Behandlungserfolge nicht zufriedenstellend. Erschwerend kommt hinzu, dass das Gehirn vom übrigen Organismus durch die hochselektive Blut-Hirn-Schranke abgegrenzt ist, welche für viele potentiell wirksame therapeutische Substanzen eine Permeabilitätsbarriere darstellt. Somit stehen viele Zytostatika für die systemische Glioblastomtherapie nicht zur Verfügung und eine relative Therapieresistenz ist zu verzeichnen.
Nicht nur die Neuentwicklung von Arzneistoffen für die Pharmakotherapie von Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie den Gehirntumoren, sondern auch die Etablierung neuer Arzneiformen zur kontrollierten, gewebsspezifischen Arzneistoffapplikation gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Ein Ansatz, der in der Vergangenheit vielversprechende Erfolge erzielte, ist die Einbettung von Arzneistoffen in kolloidale Trägersysteme wie polymere Nanopartikel oder Liposome. Diese Carrier sind in der Lage verschiedene Arzneistoffe über die Blut-Hirn-Schranke zu transportieren, damit diese im zentralen Nervensystem ihre Wirkung ausüben können. Der Grund für diesen Erfolg ist offensichtlich begründet in der nanopartikulären Größe und der besonderen Oberflächenstruktur dieser Träger. Zusätzlich geht mit der vermehrten Anreicherung der Wirkstoffe im Zentralnervensystem eine Verminderung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen in peripheren Organen einher, was die Therapie positiv beeinflusst.
In der vorliegenden Arbeit wird die antitumorale Effizienz nanopartikulärer Formulierungen, die den Wirkstoff Doxorubicin enthalten, eingehend untersucht. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der histologischen und immunhistochemischen Analyse der Gehirntumore, die eine genaue
Differenzierung zwischen den Zubereitungen und eine aussagekräftige Effizienzbeurteilung erlaubt. Weiterhin wird der Fokus dieser Arbeit auf die Quantifizierung der Doxorubicinmenge gerichtet, die nach Applikation der nanopartikulären Formulierungen im Gehirn vorliegt.
Enthält u.a. die Publikationen:
Publikation 1:
Transport of drugs across the blood-brain barrier by nanoparticles – A review
Journal of Controlled Release – Special Issue: Drug delivery research in Europe
Status: accepted, geplantes Erscheinungsdatum: 01.2012
Publikation 2:
Increased numbers of injections of doxorubicin bound to nanoparticles lead to enhanced efficacy against rat glioblastoma 101/8
Wohlfart et al. 2009, Journal of Nanoneuroscience, Volume 1, Number 2, December 2009, pp. 144-151 (8)
Publikation 3:
Treatment of glioblastoma with poly (isohexyl cyanoacrylate) nanoparticles
Wohlfart et al. 2011, International Journal of Pharmaceutics 415 (2011) 244-251
Publikation 4:
Drug delivery to the brain using surfactant-coated poly (lactide-co-glycolide)
nanoparticles: Influence of the formulation parameters
Gelperina et al. 2010, European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics 74 (2010) 157–163
Publikation 5:
Efficient chemotherapy of rat glioblastoma using doxorubicin-loaded PLGA nanoparticles with different stabilizers
Wohlfart et al. 2011, PloS One May 2011, Volume 6, Issue 5, e 19121
Publikation 6:
Kinetics of transport of doxorubicin bound to nanoaprticles across the blood-brain barrier
Wohlfart et al. 2011, Journal of Controlled Release (2011),
doi:10.1016/j.jconrel.2011.05.010, in press
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Identifizierung neuer antibiotischer Substanzen mittels verschiedener Bioassays und Massenspektrometrie / von Dorota Anna Urbanek
(2011)
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Dorota Urbanek
- In dieser Arbeit sollten auf Grundlage eines in vitro Transkriptions-/Translations-Assays
(TTA) neue Substanzen als Hemmer der bakteriellen Proteinbiosynthese gefunden werden.
Um dieses Ziel verfolgen zu können, wurde zuerst ein zellfreies Testsystem aus
kommerziellen Komponenten entwickelt und als Screening-Tool für Inhibitoren der
bakteriellen Proteinbiosynthese evaluiert. Anhand des allgemein akzeptierten
Bewertungskriteriums Z‘-Faktor konnte die Performance des etablierten Assays als exzellent
eingeordnet werden. Mit diesem System war es nun möglich, Substanzen aus
unterschiedlichen Quellen bei der Wirkstoffsuche als potentielle Antibiotika einzuordnen,
welche die Proteinbiosynthese hemmen.
In zwei nachfolgenden Projekten wurde die Praktikabilität dieses neuen Assays bei der
Auffindung möglicher Antibiotika-Kandidaten bewiesen. In dem ersten Ansatz wurde ein
virtuelles Screening der Substanzdatenbanken Specs und Asinex anhand eines
Pseudorezeptormodells für Aminoglykoside durchgeführt. In Kombination mit dem TTA
sowie einem Ganzzell-Assay gegen den gram-positiven Keim Bacillus subtilis 168 konnte
eine Struktur mit Ähnlichkeit zu Vanilloiden als interessanter Ausgangspunkt für
weitergehende Untersuchungen identifiziert werden. Die Entdeckung korreliert mit den
antimikrobiellen Eigenschaften eines anderen Vanilloid, dem Capsaicin, für welches bisher
aber keine Hemmung der Proteinbiosynthese in der Literatur beschrieben ist. Somit konnte
gezeigt werden, dass anhand eines virtuellen Screenings sowie weiterer Assays neue Hemmer
der bakteriellen Proteinbiosynthese effizient und effektiv gefunden werden können.
In einem zweiten Screening-Projekt dienten pflanzliche Naturstoffe als Substanzquelle.
Hierfür wurden auf der Grundlage der diterpenoiden Fusidinsäure, einem
Proteinbiosynthesehemmer (PBS-Hemmer), tetra-und pentazyklische Isoprenoide ausgewählt.
Aus einem Ensemble von terpenoiden Strukturen gingen nach TTA und einem zellbasierten
Assay gegen Bacillus subtilis 168 in absteigender Aktivität die 18β-Glycyrrhetinsäure, 11-
Keto-β-boswelliaäsure und Carnosolsäure als nennenswerte antimikrobiell wirksame
Vertreter und PBS-Hemmer hervor. Auch zeigten sich diese Substanzen den Stoffen aus dem
virtuellen Screening sowohl im TTA als auch in der Wirksamkeit gegen Bacillus subtilis 168
deutlich überlegen.
Im nächsten Schritt erfolgte deshalb nur für diese drei Terpenoide eine Charakterisierung
ihrer Auswirkungen auf das Proteom des gram-positiven Bakteriums Bacillus subtilis 168.
Zusammenfassung
131
Dafür wurde eine komplette zweidimensionale gelelektrophoretische Methodik basierend auf
der Differentiellen Gelelektrophorese (DIGE) etabliert. Sie umfasst eine Strategie zur
schnellen Evaluierung der optimalen Anzucht des Testkeims Bacillus subtilis 168 unter
Einfluss einer antimikrobiell wirksamen Substanz und ein einfaches Aufschlussverfahren, um
einen kompatiblen Proteinextrakt für DIGE zu erhalten. Außerdem wurde ein preisgünstiges
Markierungsverfahren mit dem 5(6)-Carboxyfluorescein-N-hydroxysuccinimid-Ester als
Alternative zu den teuren DIGE-Cyan-Farbstoffen entwickelt, um die Fluoreszenzbildqualität
eines neuen unbekannten Extraktes vor dem eigentlichen kostspieligen DIGE-Versuch zu
überprüfen. Eine Quantifizierung regulierter Spots im Gel ist mit diesem billigen Verfahren
ebenfalls möglich, stellt aber keinen Ersatz für den DIGE-Versuch dar.
Die Ergebnisse der quantitativ vergleichenden Proteomanalyse vom behandelten und
unbehandelten Bacillus subtilis 168 mittels DIGE bieten erstmals einen Einblick in die
Einflussnahme der drei Terpenoide 18β-Glycyrrhetinsäure, 11-Keto-ß-boswelliaäsure und
Carnosolsäure auf die Stressregulation und die Stoffwechseländerungen dieses Bakteriums.
Außerdem beinhaltet die Arbeit einen Abgleich, inwieweit andere antimikrobiell wirksame
Substanzen die regulierten Proteine der drei untersuchten Naturstoffe bei Bacillus subtilis 168
beeinflussen können. Aus den erhobenen Daten konnte dann ein Wirkmechanismus für 18β-
Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure postuliert werden. 18β-Glycyrrhetinsäure greift
wahrscheinlich am membranständigen Lipid-II-System der bakteriellen Zellwand an, da wie
bei den Antibiotika Vancomycin, Nisin, Daptomycin, Ramoplanin und Bacitracin das
Zellwandstress-Regulationsnetzwerk (LiaRS-System) als Warnsystem aktiviert wird.
Außerdem konnte für 18β-Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure eine Theorie für Ihre PBSHemmung
entwickelt werden. Beide beeinflussen gegebenenfalls die GTPase-Aktivität des
Translationsfaktors EF-G durch Interaktion mit dem ribosomalen Bindezentrum für
Translationsfaktoren. Dieses Bindungszentrum ist neben der dekodierenden Region auf der
ribosomalen 30S-Untereinheit und dem Peptidyltransferase-Zentrum auf der ribosomalen
50S-Untereinheit eine extrem wichtige Region für die Funktionalität eines Ribosoms.
Fusidinsäure greift auch an dieser Stelle an, indem es den EF-G-GDP-Ribosomkomplex
stabilisiert. Natürlich wären weitere Studien nötig, z. B. eine Röntgenstrukturanalyse der
Ribosomen von 18β-Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure behandelten Bakterien, um die
Bindestelle für die PBS-Hemmung zweifelsfrei zu bestätigen.
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Regulierung des Ceramid - Sphingosin-1-Phosphat - Rheostats durch die neutrale Ceramidase und die Sphingosinkinase-1 in der Niere
(2011)
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Ankathrin Thekla Förster
- Das Gleichgewicht zwischen den Sphingolipiden Ceramid und Sphingosin-1-Phosphat (S1P) spielt eine entscheidende Rolle für das Schicksal einer Zelle. Es ist bekannt, dass Ceramid proapoptotisch wirkt, wohingegen S1P antiapoptotische und entzündungshemmende Signalwege induziert [6]. Eine Beeinflussung der Sphingolipid-metabolisierenden Enzyme sowie eine daraus resultierende gestörte Balance zwischen Ceramid und S1P ist somit ein Merkmal diverser entzündlicher Krankheiten wie der Asthma bronchiale, der Colitis ulcerosa [148] oder auch verschiedenen Arten von Tumoren [199]. Das Hauptziel dieser Arbeit lag in der Untersuchung der Ceramid-abbauenden neutralen Ceramidase (NCDase) und der S1P-synthetisierenden Sphingosinkinase 1 (SK1) in verschiedenen Nierenzellen. Ein Fokus wurde dabei auf die Regulierung dieser Enzyme durch entzündungshemmende Corticosteroide in Ratten Mesangiumzellen gelegt, wobei diese Zellen entscheidend in der Entstehung entzündlicher Nierenerkrankungen wie einer Glomerulonephritis sind. Weiterhin wurde der Einfluss der Mutation putativer Phosphorylierungsstellen der NCDase auf die Regulierung dieses Enzyms in HEK293 Zellen untersucht und in einem dritten Teil der Arbeit schließlich die Expression und die Funktion der SK1 in der humanen Niere im Vergleich zum Nierenzellkarzinom analysiert.
Es konnte gezeigt werden, dass Glucocorticoide (GCs) Mesangiumzellen durch eine Steigerung der intrazellulären S1P-Konzentrationen vor durch Stress induzierter Apoptose schützen. Diese Beeinflussung des Sphingolipid-Rheostats beruhte auf einer gesteigerten mRNA- und Proteinexpression der Sphingosinkinase 1 (SK1) und der neutralen Ceramidase (NCDase). Außerdem wurde nachgewiesen, dass der Promotor der NCDase durch GCs aktivierbar ist und dass zwei Glucocorticoid-responsive-Elemente (GREs) innerhalb der Promotorsequenz durch die Bindung von Glucocorticoidrezeptoren (GRs) diese Aktivierung bewirken. In vivo Experimente mit isolierten Glomeruli, die aus mit Dexamethason behandelten Mäusen gewonnen wurden, zeigten ebenfalls eine Erhöhung der mRNA-Expression und Aktivität der SK1 sowie eine gesteigerte Proteinexpression der NCDase. Somit wurde erstmals ein direkter Einfluss von GCs auf den Sphingolipidmetabolismus in Mesangiumzellen beschrieben.
In einem zweiten Teil dieser Arbeit wurde gezeigt, dass eine Mutation zweier putativer Proteinkinase C (PKC)-Phosphorylierungsstellen (T253A und T420/23A) in der Sequenz der murinen NCDase zu einem verlangsamten Reifungsprozess dieses Enzyms führt. Western Blot-Analysen ergaben, dass der überexprimierte NCDase-WT zwei unterschiedlich glykosylierte Isoformen mit einem Molekulargewicht von 120 und 130 kDa exprimiert, welche stetig durch einen aktiven Prozess sezerniert werden. Im Gegensatz dazu war in den Mutanten ausschließlich die 130 kDa-Form im Zellkulturüberstand und die 120 kDa-Form im Lysat zu finden. Im
Zusammenfassung
129
Gegensatz zum WT lokalisierten die Mutanten lediglich an intrazellulären Membranen und nicht zusätzlich an der Plasmamembran. In Lysaten von Zellen die die Mutanten exprimierten, konnte eine verringerte relative Aktivität gemessen werden, die der sezernierten mutierten Formen hingegen war erhöht. Daher wurde vermutet, dass die 130 kDa-Form die reife Plasmamembran-gebundene und anschließend sezernierte, aktivere Isoform der NCDase darstellt. Die Inkubation von Mesangiumzellen mit Zellkulturüberständen, die den sezernierten NCDase-WT enthielten, führte zum Schutz vor durch Stress induzierter Apoptose. Somit kann eine auto- bzw. parakrine Funktion der sezernierten NCDase angenommen werden.
Dem dritten Teil der Arbeit lag die erstmalige Beschreibung der SK1-Expression in der gesunden humanen Niere zugrunde. Es konnte gezeigt werden, dass diese im Zytoplasma sowie an Membranen von Zellen des proximalen Tubulus sowie in geringerem Maße in Podozyten und Mesangiumzellen des Glomerulus exprimiert wird. Im Gegensatz dazu wurde die SK1 in Biopsien von Patienten mit Nierentumor im Nukleus gefunden. Die Untersuchung der SK1-Expression in 5 verschiedenen Nierentumorzelllinien im Vergleich zu Epithelzellen des proximalen Tubulus (Human Kidney 2 - HK2-Zellen) ergaben, dass sowohl die Protein- als auch die mRNA-Expression der SK1 in Föhn-Zellen stark erhöht, in ACHN3-Zellen hingegen signifikant niedriger war. Zudem konnte auch in den Föhn-Zellen eine nukleäre Expression der SK1 nachgewiesen werden. Die Behandlung von HK2-, ACHN3- und Föhn-Zellen mit dem Transforming Growth Factor-ß2 (TGF-ß2) resultierte in einer transkriptionellen Steigerung der SK1-Expression. Die Herunterregulierung der SK1 in diesen Zellen führte zu einem Arrest der Zellen in der S Phase, wohingegen die Überexpression der SK1 in den ACHN3-Zellen zu einem signifikanten Schutz vor Apoptose führte.
Zusammenfassend sind die Sphingolipid-metabolisierenden Enzyme NCDase und SK-1 ein interessanter therapeutischer Ansatzpunkt zur Behandlung von Krankheiten, die mit pathologischen Prozessen wie Entzündung, Apoptose und Proliferation einhergehen, wie es bei Glomerulonephritiden und bei Nierentumoren der Fall ist.
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Allergenes Potenzial und Epitopstruktur von beta-Conglycinin aus der Sojabohne
(2011)
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Yvonne Kühne
- Sojabohnen sind aufgrund ihres hohen Proteingehaltes ein wichtiges Nahrungsmittel und
insbesondere bei Kindern ein häufig austretendes allergenes Lebensmittel. Der einizige zur
Zeit mögliche Schutz vor einer allergischen Reaktion auf Soja ist die strikte Vermeidung
der Aufnahme. Die allergenen Substanzen sind Proteine und Glykoproteine. Es gibt eine
Reihe von Produkten aus Soja, die kein oder nur geringe Mengen Protein enthalten, aber in
zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind. Die Prüfung der potenziellen Allergenität von
solchen Produkten, wie z.B. Vitamin E aus Soja, ist von grundlegendem Interesse für
allergische Personen. Vitamin E aus Soja wird vielen Produkten z.B. als Antioxidanz
zugesetzt und müsste nach den rechtlichen Kennzeichnungsvorschriften als Allergen auf
der Verpackung angegeben werden. Ein Ziel dieser Promotionsarbeit war daher die
Entwicklung von sensitiven und spezifischen Detektionmethoden für den Nachweis von
Sojaprotein in Tocopherol (VitaminE) aus der Sojabohne. Aber auch die Charakterisierung
von Sojaallergenen für die Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Methoden
ist wichtig. Das zweite Ziel der Arbeit war somit die genauere Charakterisierung von β-
Conglycinin (Gly m 5) als Sojaallergen sowie die Identifizierung der IgE-bindenden
Bereiche des untersuchten Proteins.
Zum Nachweis, dass in dem hoch prozessierten Sojaprodukt Tocopherol kein Sojaprotein
mehr vorhanden war, wurden mehrere proteinbiochemische und immunologische
Methoden entwickelt und validiert. Der sojaspezifische ELISA zur Detektion von
hydrophilen Sojaproteinen aus der Tocopherolmatrix mit einer realen Nachweisgrenze von
10 ppm zeigte eine gute Reproduzierbarkeit. Die Detektion von lipophilen, denaturierten
und hydrophilen Sojaproteinen aus Tocopherol im Immunoblot mit einer Nachweisgrenze
von 20 ppm war ebenfalls gut reproduzierbar. Der etablierte IgE Immunoblot mit
Sojaallergikerseren wies eine vergleichbare Sensitivität auf. In keiner der 10 untersuchten
Tocopherolproben wurde mit den etablierten sensitiven sojaspezifischen Methoden
Sojaprotein detektiert. Bei in vivo Studien von klinischen Partnern wurde bei Sojaallergikern weder eine Reaktion auf Tocopherol im Hauttest noch in der oralen
Provokation von 500 mg Tocopherol beobachtet.
Dass Gly m 5 ein wichtiges Sojaallergen ist und als diagnostischer Marker für schwere
allergische Reaktionen genutzt werden kann, wurde in einer früheren Publikation unserer
Arbeitsgruppe beschrieben. Die genauere Charakterisierung von Gly m 5 in dieser Arbeit
zeigte, dass es ein Hauptallergen bei sojaallergischen Kindern und bei Sojaallergikern mit
anaphylaktischen Reaktionen darstellt. Dabei zeigten alle Gly m 5 sensibilisierten
Sojaallergiker spezifisches IgE gegen eine der drei Gly m 5 Untereinheiten, das
Gly m 5.03. Diese Untereinheit kann somit als diagnostischer Marker für eine Gly m 5
Sensibilisierung eingesetzt werden. Es konnte ebenfalls in dieser Arbeit bestätigt werden,
dass die meisten Gly m 5 sensibilisierten Sojaallergiker moderate bis schwere allergische
Reaktionen zeigten und Gly m 5 somit einen potenziellen Marker für die Schwere einer
Sojaallergie darstellt.
Zur Identifizierung von IgE-bindenden Bereichen des Gly m 5 und des homologen
Erdnussallergens Ara h 1 wurde die hoch sensitive und spezifische CelluSpot Technik
etabliert, welche im Vergleich zur häufig angewendeten SPOT Membran-Technik nicht nur
Zeit und Serumvolumen spart, sondern auch die individuelle Testung der Seren unter
ständiger Mitführung von Positiv-und Negativkontrollen ermöglichte. Diese Methode stellt
damit eine geeignete Technik zur Untersuchung von IgE reaktiven linearen Bereichen der
Gly m 5 Untereinheiten und des Ara h 1 dar.
Die Mehrheit der Gly m 5 sensibilisierten Sojaallergiker besaß spezifisches IgE gegen
sequenzielle synthetische Peptide der Gly m 5 Untereinheiten, wobei jedes Allergikerserum
ein individuelles IgE Bindungsmuster zeigte. Zusammengefasst wurden fünf sequenzielle
Regionen auf allen drei Gly m 5 Untereinheiten identifiziert, welche die größte IgE
Bindungshäufigkeit aufwiesen. Alle fünf Bereiche waren zwischen 12-17 Aminosäuren
groß und auf der Moleküloberfläche lokalisiert. Sie bildeten gemeinsam zwei
zusammenhängende Bereiche in der Kernregion der Gly m 5 Moleküle und lassen
vermuten, dass sie Teile von Konformationsepitopen darstellen. Zur Untersuchung einer möglicherweise vorhandenen serologischen Kreuzreaktivität
zwischen den zwei Leguminosen Soja und Erdnuss, wurden sowohl Sojaallergiker mit
Erdnussallergie als auch Erdnussallergiker ohne Sojaallergie auf Reaktivitäten gegen
Peptide des Erdnussallergens Ara h 1 untersucht. Dabei wurden drei sequenzielle Bereiche
identifiziert, die von der Mehrheit der Sojaallergiker, jedoch nur selten von den
Erdnussallergikern erkannt wurden. Diese drei Bereiche wiesen eine Sequenzähnlichkeit
zu den reaktivsten Bereichen der Gly m 5 Untereinheiten auf. Die Untersuchung von
Allergikerseren auf Aminosäuresequenzebene könnte als diagnostische Methode zur
Unterscheidung der klinischen Ausprägung einer Sojaallergie im Vergleich zur
Erdnussallergie dienen und somit die Anzahl der risikobehafteten
Nahrungsmittelprovokationen zur Bestätigung einer Sojaallergie senken.
Die Identifizierung von B-Zell Epitopen ist eine wichtige Grundlage für die Herstellung
von Hypoallergenen mit verringerter B-Zell Aktivität, bei gleichbleibender T-Zell-
Aktivierung. Solche hypoallergenen Mutanten sind eine hoffnungsvolle Perspektive für
eine Immuntherapie von Sojaallergikern, da sie womöglich das Risiko einer allergischen
Reaktion während der Behandlung verringern können.
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Rational, computer-aided design of multi-target ligands : poster presentation from 6th German Conference on Chemoinformatics, GCC 2010, Goslar, Germany. 7-9 November 2010
(2011)
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Janosch Achenbach
Eugen Proschak
- Over the past two decades the “one drug – one target – one disease” concept became the prevalent paradigm in drug discovery. The main idea of this approach is the identification of a single protein target whose inhibition leads to a successful treatment of the examined disease. The predominant assumption is that highly selective ligands would avoid unwanted side effects caused by binding to secondary non-therapeutic targets. In recent years the results of post-genomic and network biology showed that proteins rarely act in isolated systems but rather as a part of a highly connected network [1]. In addition this connectivity leads to more robust systems that cannot be interfered by the inhibition of a single target of that network and consequently might not lead to the desired therapeutic effect [2]. Furthermore studies prove that robust systems are rather affected by weak inhibitions of several parts than by a complete inhibition of a single selected element of that system [3]. Therefore there is an increasing interest in developing drugs that take effect on multiple targets simultaneously but is concurrently a great challenge for medicinal chemists. There has to be a sufficient activity on each target as well as an adequate pharmacokinetic profile [4]. Early design strategies tried to link the pharmacophors of known inhibitors, however these methods often lead to high molecular weight and low ligand efficacy. We present a new rational approach based on a retrosynthetic combinatorial analysis procedure [5] on approved ligands of multiple targets. These RECAP fragments are used to design a large combinatorial library containing molecules featuring chemical properties of each ligand class. The molecules are further validated by machine learning models, like random forests and self-organizing maps, regarding their activity on the targets of interest.
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Die Zünglein an der Waage : Eicosanoide und ihre Rolle bei physiologischen und pathophysiologischen Prozessen
(2011)
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Dieter Steinhilber
Brigitte Held
- Wie entsteht Schmerz? Und wie kann man ihn lindern? Um diese Fragen beantworten zu können, untersuchen Forscher eine Gruppe von Schlüsselmolekülen, die Eicosanoide, und ihre Abbauprodukte. Dabei machen sie immer wieder überraschende Entdeckungen: Blockiert man etwa durch Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure gezielt die Entstehung des Abbauprodukts Prostaglandin, schützt dies auch vor Krebs. Verhindert man die Entstehung von Leukotrienen, lassen sich allergische Reaktionen wie Asthma, aber auch Krebs, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen.
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Charakterisierung der Expression und Funktion von zyklisch Nukleotid-gesteuerten Ionenkanälen im nozizeptiven System
(2011)
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Sandra Heine
- Bei anhaltenden Schmerzen wird im Rückenmark zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) gebildet, welches zur zentralen Sensibilisierung des nozizeptiven Systems beiträgt. In dieser Arbeit wurde untersucht, ob zyklisch Nukleotid-gesteuerte Kanäle (CNG-Kanäle) im nozizeptiven System exprimiert werden und Effektoren der cGMP-vermittelten Schmerz-verarbeitung darstellen könnten. Im Rahmen der Untersuchungen wurden insbesondere die CNG-Kanal-Untereinheiten CNGA3 und CNGB1 als potentielle cGMP-‚Targets‘ in der Schmerzverarbeitung identifiziert. Die Expression von CNGA3 wird infolge einer nozizeptiven Stimulation der Hinterpfote der Maus im Rückenmark und in den Spinalganglien hochreguliert. Mittels In situ-Hybridisierung konnte eine neuronale Lokalisation von CNGA3 in inhibitorischen Interneuronen im Hinterhorn des Rückenmarks detektiert werden, wohingegen CNGA3 in den Spinalganglien nicht-neuronal exprimiert wird. Überraschenderweise wiesen Mäuse mit einem CNGA3-Knockout (CNGA3-/--Mäuse) ein gesteigertes nozizeptives Verhalten in Modellen für inflammatorische Schmerzen auf, während ihr Verhalten in Modellen für akute und neuropathische Schmerzen normal ausfiel. Zudem entwickelten CNGA3-/--Mäuse nach intrathekaler Applikation von cGMP-Analoga oder NO-Donoren eine verstärkte Allodynie. Die CNG-Kanal-Untereinheit CNGB1 wird ebenfalls in Rückenmark und Spinalganglien exprimiert. Im Rückenmark wird die CNGB1-Expression infolge eines nozizeptiven Stimulus der Hinterpfote nicht reguliert, während in den Spinalganglien eine Hochregulation stattfindet. Mit immunhistochemischen Färbungen konnte CNGB1 in Neuronen im Hinterhorn des Rückenmarks, aber auch diffus verteilt in Laminae I bis III des Hinterhorns lokalisiert werden. Auch Mäuse mit einem CNGB1-Knockout (CNGB1-/--Mäuse) zeigten ein gesteigertes nozizeptives Verhalten in einem Modell für inflammatorische Schmerzen und entwickelten außerdem eine verstärkte Allodynie nach i.t. Injektion eines cGMP-Analogons. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass CNGA3 und CNGB1 als ‚Targets‘ des cGMP-vermittelten Signalweges im Rückenmark in inhibitorischer Weise zur zentralen Sensibilisierung während inflammatorischer Schmerzen beitragen. Eine spezifische pharmakologische Aktivierung von CNG-Kanälen im Rückenmark könnte potentiell eine neue Möglichkeit sein, inflammatorische Schmerzen zu hemmen.
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Regulation der nukleären Rezeptoren ROR-alpha und REVERB-alpha
(2011)
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Michael Ermisch
- Nukleäre Rezeptoren regulieren eine Vielzahl von Genen durch Bindung an bestimmte DNA-Sequenzen im Promotor dieser Gene. Sie fungieren als Transkriptionsfaktoren, die nach Bindung ihres Ligandendie Transkription aktivieren oder supprimieren. In ihrer Funktion werden sie weiterhin durch verschiedene Signale moduliert, beispielsweise durch posttranslationale Veränderungen. Aufgrund der Möglichkeit, durch Liganden, in der Regel kleine lipophile Moleküle, die Aktivität nukleärer Rezeptoren und in der Folge die Transkription definierter Gene zu beeinflussen, sind nukleäre Rezeptoren gute Zielstrukturen für Arzneistoffe und stehen im Zentrum intensiver Forschungsbemühungen. ROR alpha und RevErb alpha sind nukleäre Rezeptoren aus der Gruppe der sogenannten Orphan-Rezeptoren. Die Angehörigen dieser Gruppe wurden als Waisen bezeichnet, da ihr Ligand zum Zeitpunkt ihrer Charakterisierung unbekannt war. 2007 gelang es zwei Gruppen unabhängig voneinander Häm als den Liganden des RevErb alpha zu identifizieren, für ROR alpha werden verschiedene potentielle Liganden diskutiert, wobei bisher keiner allgemein anerkannt wurde. ROR alpha und RevErb alpha steuern die Expression ihrer Zielgene über ein gemeinsames Response-Element, wobei ROR alpha die Expression dieser Gene aktiviert und RevErb alpha sie inhibiert. Gemeinsam nehmen sie eine zentrale Rolle in der Aufrechterhaltung zirkadianer Rhythmen und an der Integration dieser in metabolische Prozesse ein. ROR alpha ist weiterhin beteiligt an der Reifung der Cerebellums sowie an der Steuerung der Immunabwehr. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Regulation der beiden Rezeptoren auf molekularer Ebene aufzuklären. Hierfür wurden Untersuchungen auf Ebene der Transkription ebenso wie auf posttranslationaler Ebene durchgeführt. Es zeigte sich, dass ROR alpha - hnRNA in vitro extrem stabile Sekundärstrukturen ausbildet und somit bei der reversen Transkription den Transkriptionsstart selbst initiieren kann. Im Zuge der durchgeführten Untersuchungen konnte nicht nachgewiesen werden, welche Auswirkung diese Sekundärstrukturen in vivo zeigen. Studien anderer Gruppen hatten aber gezeigt, dass die Ausbildung von RNA-Doppelsträngen an vielen Stellen in die Regulationen von Genen eingreift, sei es durch Veränderungen des Spleißmusters, RNA-Editierung oder durch Herabregulierung der Transkriptmenge. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass sowohl RevErb alpha als auch ROR alpha einer intensiven Regulation durch posttranslationale Veränderungen unterliegen, im Speziellen durch Phosphorylierung. Vorangegangene Studien hatten Hinweisegeliefert, dass ROR alpha durch ERK-2 phosphoryliert werden kann. In meinen Studien war ich in der Lage nachzuweisen, dass auch RevErb alpha Ziel dieser Kinase ist. Im Gegensatz zu ROR alpha wird RevErb alpha jedoch gleichzeitig an mehreren Stellen phosphoryliert, wobei die physiologische Funktion dieser Phosphorylierungen Gegenstand weiterer Untersuchungen ist. Die Aktivität von ROR alpha am Response-Element wird durch eine Erhöhung des intrazellulären cAMP-Spiegels stark stimuliert. Im Zuge meiner Untersuchungen konnte eine Beteiligung sowohl des cAMP-Response-Elementbindenden Proteins CREBals auch des PPAR gamma - Coaktivators 1a an der Vermittlung dieser Aktivitätssteigerung ausgeschlossen werden. Es zeigte sich jedoch, dass der Effekt durch eine Hemmung der Proteinkinase A dosisabhängig aufgehoben werden konnte. In weiteren Untersuchen konnte ich eine direkte Phosphorylierung von ROR alpha, nicht aber von RevErb alpha durch PKA nachweisen und die Phosphorylierungsstelle als Serin 99 des ROR alpha 4 identifizieren. Da eine Mutation der in der C-terminalen Verlängerung der DNA-bindenden Domäne des Rezeptors gelegenen Aminosäure jedoch nicht in der Lage war, die Aktivitätssteigerung zu verhindern, sind auch noch weitere Faktoren, vermutlich zelluläre Coaktivatoren an deren Vermittlung beteiligt. Bereits in früheren Untersuchungen war beschrieben worden, dass die Aktivität von ROR alpha durch eine Erhöhung des intrazellulären Calciumspiegels stark stimuliert wird. Weiterhin fanden sich Hinweise, dass die Calcium/-Calmodulin-abhängige Kinase IV an der Vermittlung dieser Stimulation beteiligt ist, jedoch ohne direkte Phosphorylierung von ROR alpha durch CaMKIV. Es konnte allerdings nicht aufgeklärt werden, über welchen Mechanismus die Signaltransduktion stattdessen erfolgt. In meinen Untersuchungen konnte ich zeigen, dass eine Inhibition durch Proteinkinase A aktivierter Signalwege auch die Aktivierung von ROR alpha durch CaMKIV dosisabhängig hemmte. Zusammengenommen lieferten meine Untersuchungen weitere Hinweise auf eine wichtige Rolle von ROR alpha in der Regulation metabolischer Prozesse wie des Glycogen- und Lipidstoffwechsels. Außerdem deuten meine Ergebnisse auf eine Verknüpfung der Signalwege von CaMKIV und Proteinkinase A hin und etablieren ROR alpha als gemeinsame Zielstruktur
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Efficient chemotherapy of rat glioblastoma using Doxorubicin-loaded PLGA nanoparticles with different stabilizers
(2011)
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Stefanie Wohlfart
Alexander S. Khalansky
S. E. Gelperina
Olga Maksimenko
Christian Bernreuther
Markus Glatzel
Jörg Kreuter
- Background: Chemotherapy of glioblastoma is largely ineffective as the blood-brain barrier (BBB) prevents entry of most anticancer agents into the brain. For an efficient treatment of glioblastomas it is necessary to deliver anti-cancer drugs across the intact BBB. Poly(lactic-co-glycolic acid) (PLGA) nanoparticles coated with poloxamer 188 hold great promise as drug carriers for brain delivery after their intravenous injection. In the present study the anti-tumour efficacy of the surfactant-coated doxorubicin-loaded PLGA nanoparticles against rat glioblastoma 101/8 was investigated using histological and immunohistochemical methods. Methodology: The particles were prepared by a high-pressure solvent evaporation technique using 1% polyvinylalcohol (PLGA/PVA) or human serum albumin (PLGA/HSA) as stabilizers. Additionally, lecithin-containing PLGA/HSA particles (Dox-Lecithin-PLGA/HSA) were prepared. For evaluation of the antitumour efficacy the glioblastoma-bearing rats were treated intravenously with the doxorubicin-loaded nanoparticles coated with poloxamer 188 using the following treatment regimen: 3×2.5 mg/kg on day 2, 5 and 8 after tumour implantation; doxorubicin and poloxamer 188 solutions were used as controls. On day 18, the rats were sacrificed and the antitumour effect was determined by measurement of tumour size, necrotic areas, proliferation index, and expression of GFAP and VEGF as well as Isolectin B4, a marker for the vessel density. Conclusion: The results reveal a considerable anti-tumour effect of the doxorubicin-loaded nanoparticles. The overall best results were observed for Dox-Lecithin-PLGA/HSA. These data demonstrate that the poloxamer 188-coated PLGA nanoparticles enable delivery of doxorubicin across the blood-brain barrier in the therapeutically effective concentrations.
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Systematische Untersuchungen zur Problematik postmortaler Insulin-Instabilität
(2011)
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Cora Wunder
- Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem bekannten Phänomen der postmortalen Insulin-Instabilität. Die sichere Analyse von Insulin in Serum sowie vor allem auch in postmortalen Blutproben, ist für die forensische Begutachtung von enormer Bedeutung, da sie z. B. im Falle einer kriminellen Handlung einen hohen Beweiswert hat. Bei den durchgeführten Untersuchungen zeigte sich, dass bei einer Inkubation von Insulin in Serum sowie auch bei einer Inkubation mit intakten Blutzellen keine Abnahme der Insulinkonzentration eintritt. Daher kann für die Insulinbestimmung Serum als Untersuchungsmaterial empfohlen werden. Da postmortale Blutproben häufig eine Hämolyse aufweisen, wurde frisch entnommenes Blut hämolysiert und mit Insulin inkubiert. Hierbei zeigte sich, dass die Insulinkonzentration innerhalb von 5 Stunden bei 37°C signifikant auf 20% der Ausgangskonzentration sank. Ein proteolytischer Insulinabbau konnte ausgeschlossen werden, da der Zusatz von Enzyminhibitoren keine Hemmung des Insulinabbaus bewirkte. Bei der Hämolyse tritt u. a. der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aus den Erythrocyten aus. In einer vergleichenden Inkubation aus hämolysiertem Blut und in Reinform erhältlichem Hämoglobin konnte festgestellt werden, dass die Insulinkonzentration in beiden Ansätzen in gleichem Maß absank. Hieraus wurde geschlossen, dass der Abbau auf das Hämoglobinmolekül zurückzuführen ist. Im Folgenden wurden systematische Untersuchungen angestellt, welcher Anteil des Hämoglobins für diesen Abbau verantwortlich ist. Zunächst wurde der Einfluss diverser Oxidationsstufen in Eisensalzen oder im Hämoglobin (Hb/MetHb), von Sauerstoff (Oxy-/CO-Hb), der isolierten Hämgruppe und der isolierten Globinketten untersucht. Nur die Inkubation von Insulin mit den isolierten Globinketten führte ebenfalls zu einem Insulinabbau, weswegen geschlussfolgert wurde, dass der proteinogene Teil des Hämoglobins im Wesentlichen den Insulinabbau verursacht. Eine Hemmung des Abbaus konnte nur bei Erniedrigung des pH-Werts auf 2,7 oder bei Alkylierung des Hämoglobins mit Jodacetamid erreicht werden. Jodacetamid ist ein Alkylierungsreagenz, das selektiv Thiolgruppen alkyliert. Zwar konnte die selektive Alkylierung der Thiolgruppen im Hämoglobin-Molekül mittels Flugzeitmassenspektrometrie nicht differenziert werden, aber die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass mindestens eine Thiolgruppe der Hämoglobin-Beta-Kette für den Insulinabbau verantwortlich ist. Der zweite Teil der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Suche nach den Insulinabbauprodukten. Bekannte Lagerungsartefakte von Insulin, wie sie in der Literatur beschrieben werden, konnten nicht nachgewiesen werden. Auch kovalente Insulinaddukte am Hämoglobin wurden nicht beobachtet. Dagegen wurde eine Spaltung von Insulin in dessen A- und B-Kette beobachtet, allerdings mit einer Massenabnahme entsprechend dem Verlust von 4 bzw. 2 Protonen. Es wird postuliert, dass die veränderten Ketten nach einer Disulfidbrückenspaltung des Insulins wieder intramolekulare Disulfidbrücken bilden, sodass eine dehydrierte A- und B-Kette entsteht. Bei der A-Kette gibt es drei Möglichkeiten der Konfiguration der Disulfidbrücken, drei Isomere wurden auch chromatographisch unterschieden. Die Intensität der Kettenbildung entsprach allerdings nur ca. 10% des Insulinausgangssignals und sank nach dem Erreichen eines Maximums nach 20 Stunden auch wieder ab, weswegen angenommen wird, dass auch noch weitere Abbauprodukte gebildet werden. Anhand weiterer Untersuchungsverfahren (Fluoreszenz, Gelelektrophorese, isoelektrische Fokussierung) wurde zwar nach weiteren Abbauprodukten gesucht, es konnten allerdings keine Weiteren nachgewiesen werden. Es wurde eine Extraktionsmethode für Insulin und dessen Abbauprodukte entwickelt, die robust und auch für postmortale Blutextrakte geeignet scheint. Aufgrund der mangelnden Sensitivität des zur Verfügung stehenden Analysensystems konnte die Methode nur in einem sehr hohen Konzentrationsbereich überprüft werden, was weiterführende Untersuchungen in niedrigen Konzentrationsbereichen nötig macht. Die Extraktionsmethode könnte auch für Gewebeextrakte eingesetzt werden, wobei Leber- und Nierengewebe nicht geeignet erscheinen, da bei Inkubationen auch hier eine erhebliche Insulinabnahme festgestellt wurde. Für die Praxis wird, wenn möglich, eine Insulinbestimmung aus Serum empfohlen. Weiterer Forschungsbedarf besteht für die Untersuchung der Insulinstabilität in realen postmortalen Blutproben und im physiologischen Konzentrationsbereich.