Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
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"Das war ein Stück Orient" : Raum & Geschlecht in Robert Michels "Die Verhüllte"
(2008)
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Anna Babka
- Lässt sich, wie Heidemarie Uhl fragt, »die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie [...] nicht als ein quasi-kolonialer Herrschaftskomplex begreifen, in dem die hegemoniale Kultur sich beständig durch Grenzziehungen zu ihrem kulturell-zivilisatorischen ›Anderen‹ legitimiert [...]«? Und welche Resonanz haben die vielfältigen Herrschaftsformen im habsburgischen Zentraleuropa in literarischen Texten gefunden? Eben einem solchen literarischen Text, der dieser Monarchie, diesem ›quasi-kolonialen Herrschaftskomplex‹ entsprang und in dem das kulturell-zivilisatorisch ›Andere‹, das ›Orientalische‹, eine bedeutende Rolle spielt, widmet sich meine Lektüre. Die für mich zentrale theoretische Fragestellung ist, ob neben dem expliziten kolonialen Gehalt des Textes auch seine impliziten kolonialen oder postkolonialen Strukturen lesbar und exponierbar werden oder immer schon exponiert sind. Die Möglichkeit einer postkolonialen Lesart würde bedeuten, dass es sich um einen Text handelt, in dem vielfältige, prozesshafte Identitätskonzepte lesbar sind, in dem binäre Oppositionsstrukturen unterlaufen werden und in dem sich Räume der Hybridität eröffnen, wie sie u.a. mit Homi Bhabhas Konzept des ›Dritten Raumes‹ beschreibbar sind.
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Die (autobiografische) Provokation der Genres : Geschlecht und Gattung rhetorisch verfasst
(2008)
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Anna Babka
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"Sich in der Vorläufigkeit einrichten" oder "In-side-out" : postkoloniale Theorie und Queertheorie im Theorie- und Deutungskanon der Germanistischen Literaturwissenschaft
(2008)
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Anna Babka
- Das Wortspiel »In-side-out« verweist auf eine Gedankenfigur, die auf Gayatry C. Spivak, eine der bedeutendsten Theoretikerinnen der Postcolonial Studies, zurückgeht. Spivak verbindet in ihren komplexen rhetorischen Lektüren dekonstruktive mit marxistischen Ansätzen und reflektiert dabei immer auch ihre eigene ›hybride‹ Position als Frau der Dritten Welt und als privilegierte Akademikerin. Ihr Interesse gilt in besonderem Maße Oppositionsbildungen wie Peripherie vs. Zentrum, Draußen vs. Drinnen oder auch dem Eingeschlossenen vs. dem Ausgeschlossenen usf., wobei bei Spivak in diesem Zusammenhang die Verwobenheit und das Aufeinanderangewiesensein der bipolaren Strukturen im Mittelpunkt stehen. Sie unternimmt demnach nicht nur die Umkehrung der Oppositionen, indem sie das Randständige ins Zentrum bringt, ihm eine Stimme verleiht, sondern zeigt im Sinne der doppelten Geste der Dekonstruktion zugleich auf, wie Zentrum und Rand einander bedingen. Spivaks Rekonfiguration des Zentrums verändert die Position und den Status der Ränder, von denen nicht mehr nach innen, ins Zentrum geblickt wird, sondern die als integraler Teil des Diskurses betrachtet werden – Spivak ›deplatziert‹ das System, um es mit Derrida zu formulieren. Die Opposition von Zentrum und Peripherie wird letzten Endes hinfällig.
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'Rundum Gender' : Literatur, Literaturwissenschaft, Literaturtheorie
(2007)
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Anna Babka
- Literatur gilt trotz vielfältiger neuer Medienangebote als bedeutende kulturelle Praxis. Diese wurde und wird wissenschaftlich erforscht, wobei in den letzten Jahrzehnten gendertheoretischen Ansätzen wachsende Bedeutsamkeit zugemessen wurde. Gendertheoretisch orientierte Forschung kann und soll die Literaturwissenschaften unterstützen und begleiten. Sie kann zum Beispiel darüber nachdenken, wie literarische Texte funktionieren und wie geschlechtliche Identitäten in diesen konstruiert werden bzw. organisiert sind. Diese Untersuchung erfolgt theoriegeleitet, wobei Theorie und Praxis nicht als starre Oppositionen gefasst werden, sondern als in Wechselwirkung stehende verwobene dynamische Konzepte.
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Das 'Ver-Sprechen' der écriture féminine : Hélène Cixous' Bachmann-Rezeption
(2004)
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Anna Babka
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"Gender/Genre-(in)-trouble" : Literaturtheorie nach dem "Gesetz der Gattung"
(2000)
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Anna Babka
- Wenn Zoran Konstantinoviæ in seinem Aufsatz "Zum gegenwärtigen Augenblick der Komparatistik" über diese Disziplin reflektiert, so beschreibt er sie – in Anlehnung an Hans Blumenbergs "Die Lesbarkeit der Welt" - als "eine Möglichkeit, um diese Welt noch besser lesen zu können". Liest man nun den Titel der Tagung, "Theory Studies?", auf der dieser Beitrag vorgestellt wurde, so fällt der Interrogativ auf, und noch bevor es um 'Leitfragen' gehen kann, wie jene, ob die Vergleichende Literaturwissenschaft eine eigene Theorie hat oder braucht und welche diese sein könnte bzw. welche aktuellen Entwicklungen in der Literaturtheorie für die Komparatistik fruchtbar gemacht werden können etc., stellt der Interrogativ den Begriff "Theory Studies" selbst in Frage. Man könnte nunmehr die philosophische Dimension der Frage reflektieren, die einen Hinweis auf die Relation Subjekt-Objekt geben würde und bereits eine methodologische Vorentscheidung zum wissenschaftlichen Vorgehen markieren würde. Man könnte auch den Status des Interrogativs hinterfragen – wie zum Beispiel, ob es sich um eine philosophische Frage handelt, die eine Proliferation weiterer Fragen produziert, oder etwa um eine rhetorische Frage.
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"In-side-out" the Canon : postkoloniale Theorien und Gendertheorien als Perspektiven für die germanistische Literaturwissenschaft
(2006)
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Anna Babka
- »Der Kanon regelt Zuordnung und Ausgrenzung, Ja und Nein zu einem Text, es ergibt sich eine Serie von Opposition[spaar]en.« Diese Grundannahme ist, wie ich meine, die Voraussetzung jeder Auseinandersetzung mit der Frage »A Canon of Our Own?« und betrifft den literarischen Kanon in gleicher Weise wie den (literatur-)theoretischen Kanon, obwohl die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Letzterem seltener und wenn doch, so interessengeleiteter stattzufinden scheint und sich zudem häufig in Polemiken erschöpft. Auch der Titel meines Aufsatzes enthält ein Paar, wenngleich das »&« zwischen den Theorien den Anschein von Symmetrie, von Zusammengehörigkeit, nicht von Gegensätzlichkeit erweckt. In der Folge meiner Bestandsaufnahme dieser Theorien innerhalb der germanistischen Literaturwissenschaft und meines Versuchs einer weiteren Perspektivierung und Verschränkung derselben wird deutlich, dass definitiv ein hierarchisches Gefälle hinsichtlich deren Rezeption existiert. Es zeigt sich, dass die Kanonisierungsprozesse unterschiedlich und v.a. zeitversetzt verlaufen – ungeachtet dessen, wie Kanones bzw. »das ihnen anhaftende Phantasma von überzeitlicher und überregionaler Gültigkeit« per se zu bewerten sind.
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"Maskierte Aufspreizung" : Derrida, das Hymen und das Lesen der Geschlechterdifferenz ; eine Perspektivierung
(2006)
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Anna Babka
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Gender(-Forschung) und Dekonstruktion : vorläufige Überlegungen zu den Zusammenhängen zweier Reflexionsräume
(2007)
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Anna Babka
- Ausgangspunkt und Fokus des vorliegenden Textes sind die Verschränkung zweier Forschungsfelder und Reflexionsräume: Gender(-Forschung) und Dekonstruktion. Jedes einzelne dieser Felder ist selbst schon transdisziplinär angelegt und befindet sich am Schnittpunkt von Literaturwissenschaft (Ästhetik, Rhetorik), Philosophie (Sprachphilosophie, Sprechakttheorie, Erkenntnistheorie), Soziologie und Psychologie (Psychoanalyse). Mit dem Text möchte ich den LeserInnen einen grundlegenden Einblick in die Verwobenheit und wechselseitige Verwiesenheit der Kategorie Gender mit der Dekonstruktion bzw. mit dekonstruktiven Reflexionsansätzen erschließen.
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Geschlecht als Konstruktion : eine Annäherung aus der Sicht der Dekonstruktion
(2003)
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Anna Babka