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Das Badener Rispengras (Poa badensis) in Hessen
(2008)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das Badener Rispengras (Poa badensis) hat als Relikt der nacheiszeitlichen
Wärmeperiode mit seiner Bindung an karbonatreiche Böden seit jeher nur
wenige geeignete Wuchsbereiche in Hessen. Vom ehemals besiedelten Raum im Oberrheingebiet
ist nur noch das Darmstädter Gebiet geblieben. Dort konnte die Art im Sommer
2007 noch an insgesamt zwölf Lokalitäten auf etwa ¼ Hektar Gesamtfläche nachgewiesen
werden. Mehr als 80 % aller Individuen finden sich in nur einem Naturschutzgebiet.
Neuansiedlungen der stark gefährdeten Arten sind möglich, müssen jedoch durch
gezielte Maßnahmen unterstützt werden.
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Das Dolden-Winterlieb (Chimaphila umbellata) in Hessen
(2009)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
Ralf Schwab
Wolfgang Huth
- Das ehemals in Süd- und Osthessen in Kiefernanbaugebieten weiter verbreitete Dolden-Winterlieb (Chimaphila umbellata) hat nach dramatischen Bestandesrückgängen in dem schon seit Jahrhunderten bekannten Verbreitungsgebiet in den Sandgebieten Südhessens heute nur noch wenige Restbestände im Bereich zwischen Niederroden, Zellhausen und Babenhausen in der östlichen Untermainebene. Ursache des Rückgangs waren sowohl Änderungen der Waldstruktur als auch die Schädigung der für die Entwicklung und Nährstoffversorgung der Winterlieb-Pflanzen unbedingt notwendigen Mykorrhiza-Pilze durch die Stickstoff-Immissionen im ausgehenden 20. Jahrhundert. Durch wenige Schutzmaßnahmen können die verbliebenen hessischen Vorkommen, die inzwischen zu den westlichsten in Europa gehören, zumindest vor mechanischen Beeinträchtigungen bewahrt werden. Wichtig wäre aber auch weitere Forschung zum noch nicht völlig geklärten Themenkomplex Chimaphila-Mykorrhiza-Baum, also die Bindung der Chimaphila-Pflanzen an einen oder mehrere Bäume in der Umgebung.
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Das Dünen-Steinkraut (Alyssum montanum subsp. gmelinii) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das auf basenreichen Sanden der nördlichen Oberrheinebene sowie
der Untermainebene ehemals weiter verbreitete Dünen-Steinkraut (Alyssum montanum
subsp. gmelinii) konnte aktuell noch an elf Lokalitäten beobachtet werden. Insgesamt
besiedelt die Art in Hessen nur noch eine Fläche von etwa 1/4 Hektar. Mehr als 95 %
aller Individuen finden sich sogar in nur 2 unter Naturschutz stehenden Gebieten. Zwar
konnten in den vergangenen Jahren einige Neuansiedlungen beobachtet werden, doch ist
deren dauerhaftes Überleben ungewiss. Aufgrund des erheblichen Bestandesrückgangs
sollte die Gefährdungskategorie von derzeit 2 (stark gefährdet) auf 1 (vom Aussterben
bedroht) angehoben werden.
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Das Gnadenkraut (Gratiola officinalis) in Hessen
(2010)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das Gnadenkraut (Gratiola officinalis) gehört zu den seltensten hessischen Pflanzenarten und gilt seit der ersten hessischen Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten als vom Aussterben bedroht. Im Rahmen der von der Botanischen Ver-einigung für Naturschutz in Hessen durchgeführten Artenhilfsprogramme sollte eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt und für die letzten Bestände Maßnahmen zur Sicherung und Erhaltung vorgeschlagen werden. Zwar konnten aktuell keine Vor-kommen mehr nachgewiesen werden – die Art muß deshalb für Hessen als verschollen gelten – doch erscheint es möglich, aus der noch vorhandenen Samenbank des letzten bekannten Wuchsortes neue Bestände zu begründen.
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Das Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) zählt zu den
seltenen Pflanzen Hessens. Früher nur aus der nördlichen Oberrheinebene, vor allem
dem Darmstädter Raum, bekannt, gibt es seit Mitte der 1980er Jahre auch einen Nachweis
in Nordhessen. Die Art gilt bislang als vom Aussterben bedroht, wobei vor allem
Verluste der Wuchsorte, etwa durch Bebauung, eine große Rolle spielten. Nach den
vorliegenden Erhebungen kommt das Zwerg-Sonnenröschen im Darmstädter Raum und
in Nordhessen in individuenreichen Populationen vor, weshalb ein unmittelbares Aussterben
der Art nicht mehr zu befürchten ist.
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Der Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Der ehemals auf Ackerböden aus Karbonatgestein in Hessen als
Kennart des Caucalido-Adonidetum flammeae weit verbreitete Acker-Schwarzkümmel
(Nigella arvensis) verschwand nach und nach fast unbemerkt aus der hessischen Flora
und konnte aktuell nur noch an neun Lokalitäten nachgewiesen werden. Derzeit besiedelt
die Art als Begleiter im Jurineo-Koelerietum und Allio-Stipetum des Darmstädter Raumes
nur noch eine Fläche von etwa 1/5 Hektar und fast 90 % aller Individuen finden sich
in 2 unter Naturschutz stehenden Gebieten. Aufgrund des erheblichen Bestandesrückgangs
sollte die Gefährdungskategorie von derzeit 2 (stark gefährdet) auf 1 (vom Aussterben
bedroht) angehoben werden.
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Der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) in Hessen
(2010)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Im Jahre 2009 wurde erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme der ehemaligen und aktuellen hessischen Vorkommen des inzwischen vom Aussterben bedrohten Lungen-Enzians (Gentiana pneumonanthe) durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass etwa 85 % der früheren Wuchsorte verloren gingen und alle heutigen Vor-kommen – trotz ihrer Lage in südhessischen Schutzgebieten – auch in jüngster Zeit noch Verluste aufweisen. Für das Überleben dieser sich offenbar nur generativ vermehrenden Art in Hessen ist es deshalb notwendig, dass geeignete Schutz- und Hilfsmaßnahmen zur Sicherung und Entwicklung der letzten Bestände ergriffen werden, wobei unbedingt auch phänologische Aspekte zu berücksichtigen sind.
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Die Sand-Radmelde (Bassia laniflora) in Hessen
(2008)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Die Sand-Radmelde (Bassia laniflora) gehört zu den Pflanzenarten
in Deutschland, die seit je her nur ein eng umgrenztes Gebiet besiedelt haben und nur im
nördlichen Oberrheingebiet vorgekommen sind. Gegenstand der im Jahre 2007 durchgeführten
Untersuchungen war die Erfassung aller noch verbliebenen Wuchsorte und die
Abschätzung der dort vorhandenen Individuen. Insgesamt konnte die Sand-Radmelde
noch an zehn Lokalitäten mit zusammen knapp 1 ha Fläche nachgewiesen werden. Mehr
als 99 % aller Individuen fanden sich in nur zwei Schutzgebieten in Darmstadt-Eberstadt.
In Anbetracht der nur noch geringen Vorkommen auf den übrigen Flächen sowie
den ebenfalls individuenschwachen Restvorkommen in Rheinland-Pfalz und Baden-
Württemberg kommt diesen beiden Naturschutzgebieten eine herausragende Bedeutung
für den Erhalt der Sand-Radmelde in Deutschland zu.
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Die Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
Matthias Harnisch
Tobias W. Donath
- Die Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria) war in Deutschland seit jeher
nur in der nördlichen Oberrheinebene und Rheinhessen verbreitet. In Hessen reichte das
bekannte Areal östlich des Rheins von den Bruderlöchern im Süden bis zur Mainspitze
im Norden. Bekannter war vor allem der reiche Bestand im Naturschutzgebiet „Riedloch
von Trebur“, über die übrigen Vorkommen gab es jedoch bislang keine umfassende
Übersicht. Die vorliegenden Erhebungen zeigen, dass es auch außerhalb des Riedloches
noch immer individuenstarke Restvorkommen gibt und durch Hilfsmaßnahmen in der
Gemeinde Riedstadt konnten sogar neue Populationen begründet werden.
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Ergänzungen zur Liste der Flechten und flechtenbewohnenden Pilze Hessens : 2. Folge
(2010)
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Marion Eichler
Rainer Cezanne
Dietmar Teuber
- Es werden 66 Neu- oder Wiederfunde sowie nicht publizierte Fun-de von Flechten und flechtenbewohnenden Pilzen in Hessen gemeldet und kurz kom-mentiert. Sechs Arten sind zugleich Neufunde für Deutschland: Absconditella pauxilla, Acremonium antarcticum, Calicium adaequatum, Psammina inflata, Ramonia chryso-phaea und Tubeufia heterodermiae. Die hessische Artenliste umfasst mittlerweile annä-hernd 1200 Flechten und flechtenbewohnende oder flechtenähnliche Pilze.