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Eine Denkschrift über die Einrichtung von Naturwaldreservaten in Hessen
(1987)
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Gisbert Große-Brauckmann
- Als Naturwaldreservate bezeichnet man naturnahe Bereiche
innerhalb der Wirtschaftswälder, die aus der forstlichen Bewirtschaftung
herausgenommen worden sind, so daß hier die Bestände sich ohne menschliche
Eingriffe und nur entsprechend den gegebenen Standortsbedingungen (und im
Gleichgewicht mit ihnen) zu natürlichen Waldgesellschaften weiterentwickeln
können; dementsprechend hat man sie als "Urwälder von morgen" bezeichnet.
Aus dem Ablauf und den Ergebnissen ihrer Entwicklung sind nicht nur pflanzensoziologische
sondern auch wertvolle forstwissenschaftliche Erkenntnisse
zu erwarten, die sicher auch für die waldbauliche Praxis einige Bedeutung
haben werden. - Nachdem die Mehrzahl der bundesdeutschen Länder bereits
solche Naturwaldreservate eingerichtet hat (ihre Zahl beläuft sich in der
BRD zur Zeit auf mehr als 350), steht Hessen in dieser Hinsicht noch
immerabseits. Das veranlaßte die Botanische Vereinigung für Naturschutz in
Hessenzur Vorlage einer gemeinsam mit dem BUND erarbeiteten Denkschrift. die
sichmit der ablehnenden Argumentation der hessischen Forstbehörden
auseinander-setzt. Die Naturschutzverbände erwarten, daß die hessische
Landesforstver-waltung nun bald mit der Ausweisung von Naturwaldreservaten
beginnt.