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Anmerkungen zur Artengruppe Carex muricata in Hessen
(2007)
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Thomas Gregor
- Als Ergebnis einer Herbarrevision kann die Verbreitung der Carexmuricata-
Gruppe in Hessen wie folgt charakterisiert werden: Carex spicata ist in Säumen
und Grünland der Ortsbereiche weit verbreitet. Carex muricata ist eine weitverbreitete
Saumart in Wäldern auf basen-, insbesondere kalkreichen Böden. Carex polyphylla
hat eine ähnliche Verbreitung, kommt aber auch in schwach gestörten, teilweise ruderalisierten
Saumstandorten vor. Carex pairae scheint auf Saumstandorte in Wäldern
basenarmer Standorte Südhessens beschränkt zu sein. Carex divulsa ist die seltenste Art.
Bisher liegen Funde aus Südhessen und dem Odenwald und sehr isoliert aus dem
Schwalm-Eder-Kreis vor. Literaturangaben zum Vorkommen der Carex-muricata-Gruppe
in Hessen sind kaum brauchbar. Der Mehrzahl der Herbarbelege war falsch bestimmt.
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Buchbesprechungen aus Botanik und Naturschutz in Hessen Bd. 19
(2007)
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Thomas Gregor
Detlef Mahn
Karl Peter Buttler
Beate Wolf
Uta Engel
Uwe Raabe
Uwe Barth
- Folgende Publikationen werden rezensiert:
Josef Blab, Margret Binot-Hafke, Simon Capt, Francis Cordillot, Franz Essl, Johannes
Gepp, Yves Gonseth, Horst Gruttke, Heiko Haupt, Henning Haeupler,
Hans Dieter Knapp, Armin Landmann, Gerhard Ludwig, Markus Nipkow, Eugeniusz
Nowak, Uwe Riecken, Ulrich Riedl, Friedemann Schmoll, Norbert Schnyder,
Eckhard Schröder, Herbert Sukopp, Gerhard Thielke & Klaus Peter Zulka: Rote
Listen – Barometer der Biodiversität. Entstehungsgeschichte und neuere Entwicklungen
in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Naturschutz und Biologische
Vielfalt 18, Bonn – Bad Godesberg 2005. 281 Seiten. ISBN 3-7843-3918-2. < ... >
Horst Gruttke (Bearbeiter): Ermittlung der Verantwortlichkeit für die Erhaltung
mitteleuropäischer Arten – Referate und Ergebnisse des Symposiums „Ermittlung der
Verantwortlichkeit für die weltweite Erhaltung von Tierarten mit Vorkommen in Mitteleuropa“
auf der Insel Vilm vom 17.–20. November 2003. Naturschutz und Biologische
Vielfalt 8, Bonn-Bad Godesberg 2004. 280 Seiten. ISBN 3-7843-3908-5. < ... >
Berend Koch, Ute Lihl & Enno Schubert. Naturkundlicher Wanderweg Mörlenbach.
Wissenswertes zur Naturgeschichte, Flora und Fauna des Weschnitztales um
Mörlenbach. Begleitbroschüre 3: Neubürger in unserer Natur. 2003. 80 Seiten. –
Herausgegeben von der Gemeinde Mörlenbach im Rahmen der lokalen Agenda 21
unterstützt durch den Kreis Bergstraße und den Naturpark Bergstraße Odenwald. Bezug
bei der Gemeindeverwaltung, Rathausplatz 1, 69509 Mörlenbach im Odenwald, Telefon
(06209) 80863. < ... >
Norbert Korn, Beate Jessel, Bernhard Hasch & Rainer Mühlinghaus: Flussauen
und Wasserrahmenrichtlinie – Bedeutung der Flussauen für die Umsetzung der
europäischen Wasserrahmenrichtlinie – Handlungsempfehlungen für Naturschutz und
Wasserwirtschaft. Naturschutz und Biologische Vielfalt 27, Bonn-Bad Godesberg 2005.
253 Seiten. ISBN 3-7843-3927-1. < ... >
Georg Mieders: Flora des nördlichen Sauerlandes. Der sauerländische
Naturbeobachter 30, Lüdenscheid 2006. 608 Seiten. ISBN 3-89053-104-0 < ... >
Lothar und Sieglinde Nitsche, Marcus Schmidt, Naturschutzring Nordhessen e.V. und
Philippi-Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften e.V. (Herausgeber):
Naturschutzgebiete in Hessen. schützen – erleben – pflegen. Band 3. Werra-
Meißner-Kreis und Kreis Hersfeld-Rotenburg. cognitio Verlag, Niedenstein 2005.
256 Seiten. ISBN 3- 932583-13-2. < ... >
Begründet von Prof. Dr. Werner Rothmaler †. Herausgegeben von Prof. Dr. Eckehart
J. Jäger und Dr. Klaus Werner in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachleuten:
Exkursionsflora von Deutschland. Band 4. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10.,
bearbeitete Auflage. – Elsevier, München 2005. 980 Seiten. ISBN 3-8274-1496-2. < ... >
Harald Streitz: Die Farn- und Blütenpflanzen von Wiesbaden und dem Rheingau-
Taunus-Kreis. – Abhandlungen der Senckenbergische Naturforschenden Gesellschaft
562, 1–402, Frankfurt am Main 2005. ISSN 0365-7000. ISBN 3-510-61375-9. < ... >
Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch und Werner
Westhus: Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens.
Weißdorn-Verlag, Jena 2006. 764 Seiten. ISBN 3-936055-09-2.
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Buchbesprechungen aus Botanik und Naturschutz in Hessen Bd. 20
(2007)
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Andreas König
Detlef Mahn
Thomas Gregor
Jörg Weise
Martin Wentzel
- Folgende Publikationen werden rezensiert: Garve & al.: Verbreitungsatlas Niedersachsen, Hölzel & al.: Stromtalwiesen, Lübcke & Frede: Naturschutzgebiete in Hessen Band 4, Notizbuch 68 der Kasseler Schule, Riecken & al.: Rote Liste Biotoptypen, Schulz & Dengler: Verbreitungsatlas Moose Schleswig-Holstein, Szabo: Wandern – Erkennen – Heilen
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Das Dünen-Steinkraut (Alyssum montanum subsp. gmelinii) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das auf basenreichen Sanden der nördlichen Oberrheinebene sowie
der Untermainebene ehemals weiter verbreitete Dünen-Steinkraut (Alyssum montanum
subsp. gmelinii) konnte aktuell noch an elf Lokalitäten beobachtet werden. Insgesamt
besiedelt die Art in Hessen nur noch eine Fläche von etwa 1/4 Hektar. Mehr als 95 %
aller Individuen finden sich sogar in nur 2 unter Naturschutz stehenden Gebieten. Zwar
konnten in den vergangenen Jahren einige Neuansiedlungen beobachtet werden, doch ist
deren dauerhaftes Überleben ungewiss. Aufgrund des erheblichen Bestandesrückgangs
sollte die Gefährdungskategorie von derzeit 2 (stark gefährdet) auf 1 (vom Aussterben
bedroht) angehoben werden.
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Das Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) zählt zu den
seltenen Pflanzen Hessens. Früher nur aus der nördlichen Oberrheinebene, vor allem
dem Darmstädter Raum, bekannt, gibt es seit Mitte der 1980er Jahre auch einen Nachweis
in Nordhessen. Die Art gilt bislang als vom Aussterben bedroht, wobei vor allem
Verluste der Wuchsorte, etwa durch Bebauung, eine große Rolle spielten. Nach den
vorliegenden Erhebungen kommt das Zwerg-Sonnenröschen im Darmstädter Raum und
in Nordhessen in individuenreichen Populationen vor, weshalb ein unmittelbares Aussterben
der Art nicht mehr zu befürchten ist.
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Der Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Der ehemals auf Ackerböden aus Karbonatgestein in Hessen als
Kennart des Caucalido-Adonidetum flammeae weit verbreitete Acker-Schwarzkümmel
(Nigella arvensis) verschwand nach und nach fast unbemerkt aus der hessischen Flora
und konnte aktuell nur noch an neun Lokalitäten nachgewiesen werden. Derzeit besiedelt
die Art als Begleiter im Jurineo-Koelerietum und Allio-Stipetum des Darmstädter Raumes
nur noch eine Fläche von etwa 1/5 Hektar und fast 90 % aller Individuen finden sich
in 2 unter Naturschutz stehenden Gebieten. Aufgrund des erheblichen Bestandesrückgangs
sollte die Gefährdungskategorie von derzeit 2 (stark gefährdet) auf 1 (vom Aussterben
bedroht) angehoben werden.
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Der Lothringer Lein (Linum leonii) in Hessen
(2007)
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Dirk Bönsel
Thomas Gregor
- Alle historisch bekannten Vorkommen von Linum leonii in Hessen
wurden aufgesucht. Mit Ausnahmen von 2 Vorkommen im Werra-Meißner-Kreis konnten
alle bekannten Vorkommen bestätigt werden. Das Vorkommen am Dörnberg bei Zierenberg
ist mit etwa 30000 Exemplaren eines der größten in Deutschland. Am Dreienberg
im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und bei Winterscheid im Schwalm-Eder-Kreis
wurden neue Vorkommen entdeckt, die nach der Datenlage über diese Gebiete erst seit
kurzer Zeit bestehen dürften. Hessen hat für den Schutz von Linum leonii in Deutschland
eine herausragende Bedeutung.
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Die Felsen-Zwenke (Brachypodium rupestre) in Hessen
(2007)
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Klaus Hemm
Karl Peter Buttler
Andreas König
- Aus Hessen war Brachypodium rupestre bisher nur von einem
Fundort veröffentlicht. Durch gezielte Suche und einen Zufallsfund kamen in den letzten
Jahren fünf weitere hinzu. Die Wuchsorte sind anthropogene Böschungen von Straßen
und Hochwasserrückhaltebecken, nur in einem Fall wachsen die Pflanzen auf einem
naturnahen Standort in einer extensiv bewirtschafteten Stromtalwiese. Die Vorkommen
gehen wahrscheinlich alle auf Ansaat zurück, entweder auf direkte Ansaat am Wuchsort
oder ausgehend von den Primärpopulationen auf Verdriftung der Diasporen mit Hochwässern.
Die Art ist in Hessen als eingebürgerter Neophyt einzustufen.
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Die Sandtrockenrasen des Gailenbergs und ihre Vegetationsdynamik (Landkreis Offenbach, Stadt Mühlheim am Main)
(2007)
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Jeanette Giegerich
Rüdiger Wittig
- Auf dem Gailenberg, einer alten Flugsanddüne der Untermainebene,
wurde 1994 die Sandtrockenrasenvegetation untersucht. Die Assoziation Spergulo
morisonii-Corynephoretum canescentis typicum wird in der flechtenreichen Variante,
die Subassoziation mit Agrostis capillaris in der typischen und der flechtenreichen
Variante mit Vegetationsaufnahmen dokumentiert. Ferner liegen Vegetationsaufnahmen
der damals vor allem an Wegrändern vorkommenden Assoziation Diantho-Armerietum
sowie einer Thero-Airion-Fragmentgesellschaft auf einer jungen Ackerbrache vor.
Um die Vegetationsdynamik der Gesellschaften untersuchen zu können, wurden
1994 Beobachtungsflächen angelegt. In den Jahren 2003 und 2004 wurde die Vegetation
dieser Beobachtungsflächen erneut aufgenommen. Die flechtenreiche Variante des Spergulo-
Corynephoretum typicum erwies sich dabei als ausgesprochen stabile Gesellschaft.
Aus der typischen Variante der Subassoziation mit Agrostis capillaris hat sich eine
Gesellschaft entwickelt, die als nicht optimal ausgeprägte, typische Subassoziation in der
flechtenreichen Variante bezeichnet werden kann. Die flechtenreiche Variante der Subassoziation
von Agrostis capillaris des Spergulo-Corynephoretum ist dagegen völlig
degeneriert, wobei Beschattung die wichtigste Ursache ist.
Auf der Beobachtungsfläche ist das Diantho-Armerietum aufgrund einer intensiven
Erholungsnutzung und den damit verbundenen Störungen stark degeneriert. Die Degeneration,
insbesondere das Verschwinden von Armeria elongata, kann direkt auf mechanische
Einwirkungen wie Tritt, Befahren mit Autos oder Lagern zurückgeführt werden.
Auf einer ungestörten Ackerbrache hat sich die Thero-Airion-Fragmentgesellschaft
dagegen zu einem Diantho-Armerietum mit den beiden Charakterarten Armeria elongata
und Dianthus deltoides entwickelt. Der sporadische Durchzug einer Schafherde scheint
für die Ausbildung sowie den Erhalt der Gesellschaft förderlich zu sein.
Der Gailenberg ist ein bedeutender Biotopkomplex mit hoher Strukturvielfalt. Zwei
gefährdete Pflanzengesellschaften sowie acht in Hessen gefährdete Pflanzenarten konnten
nachgewiesen werden. Der hiermit klar vorhandene Naturschutzwert wird noch
dadurch erhöht, dass der Gailenberg in unmittelbarer Nähe zweier aufgrund ihrer Sandrasenvegetation
als Fauna-Flora-Habitate vorgeschlagener Gebiete sowie mehrerer
Naturschutzgebiete liegt.
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Die Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria) in Hessen
(2007)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
Matthias Harnisch
Tobias W. Donath
- Die Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria) war in Deutschland seit jeher
nur in der nördlichen Oberrheinebene und Rheinhessen verbreitet. In Hessen reichte das
bekannte Areal östlich des Rheins von den Bruderlöchern im Süden bis zur Mainspitze
im Norden. Bekannter war vor allem der reiche Bestand im Naturschutzgebiet „Riedloch
von Trebur“, über die übrigen Vorkommen gab es jedoch bislang keine umfassende
Übersicht. Die vorliegenden Erhebungen zeigen, dass es auch außerhalb des Riedloches
noch immer individuenstarke Restvorkommen gibt und durch Hilfsmaßnahmen in der
Gemeinde Riedstadt konnten sogar neue Populationen begründet werden.