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Die Bedeutung cGMP-abhängiger Phosphodiesterasen für die nozizeptive Transmission / vorgelegt von Aaron Markus Bothe
(2012)
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Aaron Bothe
- Die Rolle von NO und cGMP in der Schmerzverarbeitung im Rückenmark ist in den letzten Jahren durch viele Berichte untermauert worden. Nicht vollständig bekannt sind hingegen die Mechanismen, derer sich cGMP bedient, um die Transmission von Schmerzen zu beeinflussen. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb untersucht, welche cGMPabhängigen Phosphodiesterasen (PDEs) hierbei eine Rolle spielen könnten und wie sich diese Beteiligung funktionell äußert. Dazu wurden immunhistochemische Färbungen von Rückenmarkschnitten angefertigt und Western-Blot-Analysen von Rückenmarkgewebe durchgeführt. Beide Methoden lieferten Hinweise dafür, dass die PDEs 1A, 1B, 3A,3B, 5A und 11A keine Rolle in der Verarbeitung von Schmerzen spielen. Demgegenüber scheinen die PDE1C, 2A und 10A in schmerzrelevanten Gebieten des Rückenmarks lokalisiert zu sein. Die funktionelle Relevanz der PDE2A und PDE10A im Rahmen der Schmerzverarbeitung wurde mit Hilfe des PDE2A-Inhibitors BAY 60-7550 und des PDE-10A-Inhibitors Papaverin in nozizeptiven Tiermodellen untersucht. Dabei bewirkte, im Modell der Complete Freund’s Adjuvant (CFA)-induzierten mechanischen Hyperalgesie, die i.p. Applikation von BAY 60-7550 oder Papaverin eine Verstärkung der Hyperalgesie. Weiterhin war die Leckzeit in der 2. Phase des Formalin-Modells bei einer Inhibition von PDE10A signifikant verlängert. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit frühere Berichte, dass cGMP an der Schmerzsensibilisierung im Hinterhorn des Rückenmarks beteiligt ist und deuten auf eine Rolle insbesondere von PDE2A und 10A im Rahmen der Schmerzsensibilisierung hin.
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Dengue-Virus-Infektionen : eine szientometrische Analyse
(2011)
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Martin Müller
- Das Dengue-Fieber, eine durch Flaviviren der Gattung Dengue-Virus hervorgerufene
fieberhafte Infektion, galt lange Zeit als harmlose, auf tropische oder subtropische
Gegenden Afrikas, Asiens und Amerikas beschränkte Krankheitsentität. Vor allem
durch unkontrollierte Urbanisation mit unzureichender Abwasser- und
Abfallentsorgung entstanden in zahlreichen Regionen geeignete Brutbedingungen für
die Hauptvektoren dieser Krankheitserreger, Stechmücken der Gattung Aedes, die
sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem in Südostasien, Nordaustralien,
Süd- und Mittelamerika und den karibischen und pazifischen Inselwelten dramatisch
ausbreiteten und seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts immer wieder zu
Explosivepidemien führen. Das Auftreten besonders pathogener Virusvarianten und
die Kozirkulation der vier Serotypen DENV-1 bis DENV-4 hatte nicht nur zu einer
Zuspitzung der Bedrohungslage in quantitativer Hinsicht geführt, sondern auch in
qualitativer, denn in zunehmendem Maß treten die lebensbedrohlichen
Krankheitsbilder, Hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) und Dengue Schock-
Syndrom (DSS), nun ebenfalls epidemisch auf. In Folge des internationalen
Fernreiseverkehrs häufen sich auch importierte Dengue-Virus-Infektionen in Ländern,
die nicht zu den Endemiegebieten gehören. Infektionen durch Dengue-Viren gehören
damit zu den „emerging infectious diseases“ und zu den wichtigsten
gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit.
Gegenstand dieser Analyse war unter anderem die Frage, ob sich die besondere
Bedeutung dieser Krankheitsentität auch in der Publikationsaktivität der
Wissenschaftswelt widerspiegelt, wo sich die maßgeblichen Forschungszentren
befinden, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, und ob die pandemische
Dimension dieser Virusinfektion auch globale oder zumindest international
kooperierende Forschungsanstrengungen nach sich zieht.
Aus den verfügbaren Daten der führenden Online-Literaturdatenbanken ist
ersichtlich, dass das Forschungsinteresse an allen Aspekten der Dengue-Forschung
in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen hat. Sowohl die Zahl
der publizierten Fachartikel wie auch die in Fachbeiträgen genannten Literaturstellen
sind seit den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich
angestiegen und erreichten in der sich bis zum Jahr 2007 erstreckenden Analyse
einen Höhepunkt 2006. Unstrittig ist die Dominanz des Englischen als
Wissenschaftssprache. Veröffentlichungen erfolgen bevorzugt in den weltweit
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führenden virologischen, tropen- oder präventivmedizinischen sowie infektiologischen
und entomologischen Fachzeitschriften, gelegentlich auch in renommierten
medizinischen Periodika ohne Spezialisierung, z.B. Lancet. In mehr als Dreiviertel
der Fälle ist als Publikationsform der wissenschaftliche Fachbeitrag (article) gewählt
worden; andere Publikationsformen spielen eine deutlich untergeordnete Rolle. Als
führende Wissenschaftsnation erweisen sich die USA, die auch über die meisten
Forschungsinstitutionen verfügen. US-amerikanische Wissenschaftler sind
maßgeblich an der Erarbeitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem
Gebiet der Dengue-Virus-Infektionen beteiligt, und zwar sowohl in quantitativer wie
auch in qualitativer Hinsicht. In quantitativer Hinsicht, weil die USA im Zeitraum 1900
bis 2007 mit 1.816 Veröffentlichungen mehr als ein Drittel aller Publikationen zum
Thema Dengue-Virus-Infektionen erarbeitet haben; unter qualitativen Aspekten, weil
die Vereinigten Staaten sich mit einem H-Index von 83 und Spitzenplätzen bei der
Zitationshäufigkeit einzelner Publikationen und besonders renommierter
Wissenschaftler erkennbar einer herausragenden Resonanz in der Fachwelt
erfreuen. Angehörige und Institutionen der Streitkräfte spielen hier eine nicht
unwesentliche Rolle, beispielsweise in dem sie als Nuklei internationaler
Forschungskooperationen fungieren. Zwar verfügen die USA als wirtschaftliche,
wissenschaftliche und politische Großmacht über die notwendigen Ressourcen, um
sich auch einem Arbeitsgebiet wie der Dengue-Virus-Forschung zuwenden zu
können. Unmittelbar betroffen sind sie von dieser Infektionskrankheit allerdings nur in
vergleichsweise geringem Maß, da es sich bei den in den USA beobachteten
Dengue-Fällen überwiegend um importierte Fälle handelt. Zu beachten ist jedoch,
dass US-amerikanische Staatsbürger in verschiedenen Hyperendemiegebieten
beruflich präsent sind, was auch das Engagement der militärischen
Forschungsinstitutionen erklären könnte. Die USA unterhalten intensive
wissenschaftliche Kontakte zu Staaten, die zu den Hyperendemiegebieten des
Dengue-Fiebers gehören, vor allem zu Thailand, Brasilien, Mexiko und Australien.
Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten wurden als Kooperationsartikel von Autoren
dieser Staaten veröffentlicht. Die genannten Nationen zählen mittlerweile – nicht
zuletzt wegen der offensichtlich durch die Ausbrüche zu Beginn des 21. Jahrhunderts
induzierten Publikationswellen – zu den Ländern mit der größten Expertise auf dem
Gebiet der Dengue-Virus-Forschung. Die Einbindung in ein Autorennetzwerk hat für
die beteiligten Wissenschaftler erkennbar Vorteile, weil sie auf diese Art und Weise
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bei zahlreichen Artikeln als Autoren registriert werden, ohne die Beiträge selbst
verfasst zu haben, und zudem die Tendenz wechselseitigen Zitation der beteiligten
Verfasser besteht. Derartige Kooperationen wirken sich positiv auf die quantitative
und qualitative Bilanz der partizipierenden Wissenschaftler aus, da die Anzahl der
Publikationen Einfluss auf die Vergabe von Fördermitteln haben kann und höhere
Zitationsraten zum besseren Renommee eines Forschers in der Fachwelt beitragen.
Zitationsraten können auch durch Selbstzitationen positiv beeinflusst werden.
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Hyperosmotischer Stress induziert Interleukin 8 via p38 MAPK und Epidermal Growth Factor Rezeptor in humanen Alveolarepithelzellen
(2010)
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Andrea Langanke
- Die Cystische Fibrose oder Mukoviszidose ist die häufigste autosomal, rezessiv
vererbte Stoffwechselerkrankung in der kaukasischen Bevölkerungsgruppe.
Die Beteiligung der Lungen bei diesem syndromalen Krankheitsbild wiegt bei
weitem am schwersten. Neben der Besiedlung der Lunge mit fakultativ
pathogenen Keimen wie Pseudomonas aeruginosa, die zu chronischen
Entzündungen führen, besteht außerdem eine gestörte Immunregulation. Diese
führt zu einer durch neutrophile Granulozyten dominierten Inflammation, ohne
dass die Lunge bereits mit Erregern besiedelt ist. Der massive Einstrom der
Leukozyten in das Lungengewebe wird durch erhöhte Konzentrationen des
proinflammatorischen Zytokins Interleukin 8 ausgelöst. Es kommt zur
unverhältnismäßigen Freisetzung lysosomaler Enzyme und Sauerstoffradikale,
die neben bakteriellen Erregern auch das körpereigene Lungenparenchym
zerstören.
Die Ursache für den erhöhten IL–8–Gehalt in den Atemwegssekreten von CF–
Patienten ist bisher ungeklärt. Hyperosmotische Belastungen können in
Atemwegen zu inflammatorischen Vorgängen ohne eine zugrunde liegende
Infektion führen.
In der vorliegenden Arbeit wird ein möglicher Signalweg für IL–8 ausgelöst
durch hyperosmotischen Stress untersucht. Unsere Ergebnisse zeigen eine
zeit– und dosisabhängige Induktion der Interleukin 8–Expression und
–Sekretion unter osmotischer Belastung.
Wir zeigen, dass an der verstärkten IL–8–Synthese verschiedene
Tyrosinkinasen beteiligt sind, die aufgrund der Änderungen des Zellvolumens
durch hypertone Bedingungen aktiviert werden.
Die Rezeptor–Tyrosinkinase EGFR wird durch hyperosmotischen Stress
aktiviert und beeinflußt die IL–8–Sekretion.
Der EGFR wird durch die Nicht–Rezeptor–Tyrosinkinase Src aktiviert, die
bekanntlich mit Integrinen interagiert, die an der osmosensorischen
Mechanotransduktion von Zellen beteiligt sind. Neben der direkten Aktivierung
des EGFR an dem Src–abhängigen Tyrosylrest Tyr845, erfolgt außerdem eine
Zusammenfassung/Abstract
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Beeinflussung der durch Autophosphorylierung aktivierten Tyrosylreste des
EGFR.
Die Aktivierung der Src durch hyperosmotische Bedingungen führt ebenfalls zu
einer verstärkten Interleukin 8–Expression und –Sekretion.
Auch die p38 MAPK ist an der vermehrten IL–8–Produktion durch hypertonen
Stress beteiligt. Die Stresskinase führt wie die Src–Kinase zur Aktivierung des
EGFR, wobei sie auch den Src–abhängigen Tyrosylrest Tyr845 beeinflußt.
Die p38 MAPK selbst wird wiederum durch die Src–Kinase aktiviert, was einen
zusammenhängenden Signalweg von Interleukin 8 unter hyperosmotischen
Belastungen vermuten lässt.
Bemerkenswert ist, dass der EGFR unter osmotischer Belastung die p38 MAPK
reguliert, also eine bidirektionale Verbindung zwischen diesen Proteinkinasen
besteht. Dieser Umstand deutet auf das Vorliegen Src–unabhängiger
Signalwege in der Interleukin 8–Signaltransduktion hin (siehe Abbildung 5.1).
Der veränderte Ionenhaushalt bei der Cystischen Fibrose aufgrund eines
defekten CFTR–Proteins könnte eine durch neutrophile Granulozyten
dominierte Inflammation ohne vorliegende Infektion der Lunge mit pathogenen
Erregern erklären, die zur verstärkten Lungendestruktion bei den CF–Patienten
führt.
Durch eine pharmakologische Hemmung einzelner oder mehrerer
Komponenten des Interleukin 8–Signalweges könnte eine reduzierte Produktion
des Chemokins erreicht werden, wodurch sich die Lungendestruktion
möglicherweise verzögern ließe und die Lebensqualität der CF–Patienten
länger erhalten bliebe.
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Einfluss von Simvastatin auf die Mortalität nach hämorrhagischem Schock mit anschließender Reperfusion
(2010)
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Fabian Bormann
- Der hämorrhagische Schock mit nachfolgender Reperfusion induziert eine Inflammationsreaktion, die in hepatozellulären Schäden, Organversagen und / oder Mortalität enden kann. Vorherige Studien können eine antiinflammatorische Wirkung des Simvastatins bei akuter Inflammation zeigen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es darzustellen, ob Simvastatin durch seine pleiotropen Effekte gemeinsam mit der Reduzierung des Leberschaden
Diskussion
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und des Inflammationsgeschehen, die Letalität nach H/R im Tiermodell verringern kann.
Als methodischer Ansatz dient ein H/R-Modell an weiblichen LEWIS-Ratten. Nach 6-tägiger intraperitonealer Vorbehandlung mit Simvastatin (5 mg / kg) wird ein 60 minütiger hämorrhagischer Schock (Blutdruck 30 ± 2 mm Hg) induziert und durch eine Reperfusion beendet. Nach 2 Stunden werden Gewebe- und Blutproben entnommen, nach 72 h die Mortalität beurteilt. Die Beurteilung der hepatozellulären Schädigung erfolgt durch die Messung der ALT-Serumkonzentration sowie durch die histopathologische Auswertung repräsentativer Leberschnitte nach HE-Färbung. Apoptotische und nekrotische Zelluntergänge (TUNEL- und M30-Färbung) sowie die lokale als auch systemische Immunantwort (CAE-Färbung und Messung der Serum IL-6 Konzentration) werden untersucht. Der im Lebergewebe bei H/R entstehende oxidative und nitrosative Stress lässt sich durch die 4-HNE- und 3-NT Färbung, die hepatische Umgestaltung des Aktin-Zytoskeletts mittels Alexa Fluor Phalloidin® sichtbar machen. Die ROCK-I, HO-1, eNOS sowie die eNOS (p) Aktivität werden mit Hilfe des Western Blots analysiert. Ein p < 0.05 wird als signifikant erachtet (ANOVA).
Die Neugestaltung des Zytoskeletts, apoptotische und nekrotische Vorgänge, proinflammatorische Signalwege, die Expression der Enzyme Hämoxygenase-1, endotheliale Stickstoffsynthase und RhoKinase-1 sowie oxidativer und nitrosativer Stress werden durch Simvastatin positiv beeinflusst und dadurch wird die Mortalität signifikant reduziert. Die Enzyme ROCK-I, HO-1 und eNOS sind bei den beteiligten Signalkaskaden von entscheidender Rolle.
Die gegenwärtige Studie zeigt, dass Simvastatin neben den bereits bekannten lipidsenkenden Eigenschaften noch weitere pleiotrope Effekte besitzt, die das Ausmaß der systemischen Inflammationsreaktion sowie die Mortalität nach einem hämorrhagischen Schock deutlich beeinflussen. Der Schlüssel zu einer geringeren Sterblichkeit liegt nach unseren Untersuchungen im Erhalt der hepatischen Integrität. Diese viel
Diskussion
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versprechenden Ergebnisse könnten mit die Grundlage eines möglichen therapeutischen Ansatzes in der Verhinderung der Folgen von H/R bilden.
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Effekte der Reorganisation des klinischen Unterrichts auf die klinische Kompetenz
(2011)
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Katharina Hamm
- Hintergrund: Seit 1972 wurde am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt
ein Anamnese- und Untersuchungskurs (UkliF=Untersuchungskurs klinischer Fächer)
für Studierende des 1. klinischen Semesters durchgeführt. Dieser Kurs war in
den letzten Jahren durch die mangelnde Kursstruktur als wenig zufriedenstellend für
alle Beteiligten aufgefallen. Die Fragestellung war demnach, ob es möglich ist durch
Reorganisation des klinischen Unterrichts bessere klinische Kompetenz bei den Studierenden
und damit bessere Ergebnisse in der „objective structured clinical examination”
(OSCE) zu erreichen.
Methoden: Zunächst wurde ein Lernzielkatalog erstellt und ein neues Unterrichtskonzept
für den UkliF implementiert. Der neue Untersuchungskurs bestand aus drei Teilen:
Zu Beginn ging es um Klärung der Anamneseerhebung und praktische Übungen
mit Simulationspatienten. Danach wurden an mehreren Kurstagen klar definierte Teile
der körperlichen Untersuchung besprochen und geübt, um schließlich Anamnese und
körperliche Untersuchung mit echten Patienten zu praktizieren.
Das neue Unterrichtskonzept sah darüber hinaus eine didaktische Schulung für alle
beteiligten Lehrenden vor. Die randomisiert ausgewählten Dozenten absolvierten eine
sechsstündige Schulung (n=14). In dieser wurden das neue Kurskonzept, die Lehrmethoden
und Informationen über Simulationspatienten vorgestellt. Nachfolgend wurden
didaktische Grundlagen, Tipps und Tricks für aktiven Unterricht und Regeln des
Feedbacks besprochen. In dieser Schulung wurde eine mangelnde Standardisierbarkeit
der Untersuchungstechniken erkannt, woraufhin strukturierte Untersuchungsvideos erstellt
wurden, um im Anschluss einen Aufbau-Workshop mit diesen Videos stattfinden
zu lassen.
iv
Für diese Dissertation wurde der Unterricht zunächst teilweise nach dem alten und
zum Teil nach dem neuen Verfahren durchgeführt. Zur Überprüfung der Effizienz der
Maßnahmen wurde die OSCE als veränderungssensitive Methode gewählt. Alle Studierenden
wurden nach Ende ihres Untersuchungskurses in einer 6-Stationen-OSCE
evaluiert.
60 Studierende wurden randomisiert in Gruppe A (neuer Kurs mit trainierten Dozenten;
n= 24) und Gruppe B (alter Kurs; n=36).
Um einen zusätzlichen Nutzen durch einen vorbereitenden OSCE-Workshop vor der
Prüfung nachzuweisen, wurde Gruppe A nochmals unterteilt in Gruppe A1 ohne
OSCE-Workshop (n=10) und Gruppe A2 mit zusätzlichem OSCE-Workshop (n=14).
Ergebnisse: Gruppe A erreichte signifikant bessere Ergebnisse in der OSCE mit einem
Median von 65% und Gruppe B mit 54% der maximal erreichbaren Punkte (p<0,001).
In der Subgruppenanalyse konnte kein signifikanter Unterschied zwischen Gruppe A1
und A2 gezeigt werden. Die Kursevaluation durch die Studierenden zeigte eine positive
Bewertung des neuen Kurskonzept. Die Evaluation der Dozentenschulung ergab eine
Bewertung (in Schulnoten) mit einer Gesamtnote von 1,3 (SD 0,5).
Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt, dass ein gut strukturierter Kurs mit klar definierten
Lernzielen und speziell trainierten Lehrenden die Studierendenleistungen in
der OSCE signifikant erhöhen kann. Es konnte kein zusätzlicher Effekt durch einen
vorbereitenden OSCE-Workshop gezeigt werden, was bedeuten kann, dass Kompetenz
im Umgang mit der Prüfungsform keinen Störfaktor darstellt für das Ergebnis der Verbesserung
der Prüfungsleistung in der OSCE.
Letztendlich kann durch einfache Mittel, wie die Umstrukturierung und Reorganisation
des klinischen Unterrichts, ein großer Effekt erzielt werden und die Lehre eine
deutliche Verbesserung erfahren. Nach der Pilotstudie lässt sich nun das neue Kurskonzept
für alle Studierenden einsetzen und so die Professionalität in der medizinischen
Lehre an der Goethe-Universität Frankfurt sichern.
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Das klinische Outcome bei Patienten mit dorsal oder dorsoventral stabilisierten Wirbelkörperfrakturen nach Fixateur interne Entfernung
(2010)
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Florian Rüger
- Die vorliegende Studie hat sich die Untersuchung der Auswirkung einer Entnahme
des Fixateur internes nach thorakolumbalen Wirbelkörperfrakturen zur
Aufgabe gemacht.
Dazu wurden 87 Patienten mit einer operativ versorgten thorakolumbalen Wirbelkörperfraktur,
die mindestens 18 Monate zurücklag, untersucht. Die Patienten
wurden entweder rein dorsal mittels Fixateur interne oder kombiniert dorsoventral
versorgt. Unter den kombiniert operierten Patienten befinden sich Patienten,
deren Wirbelkörperfraktur entweder mit einem Knochenspan oder mit
einem Knochenspan in Kombination mit einem ventralen winkelstabilen Plattensystem,
oder mittels Cage behandelt wurde. Die Patienten wurden körperlich
untersucht und aktuelle Computertomogramme wurden ausgewertet. Die Lebensqualität
wurde außerdem mit Hilfe vier international anerkannter Scores
(SF-36, VAS-Wirbelsäulenscore, Oswestry, LBOS) evaluiert. Weitere von uns
erstellte Fragebögen analysierte die Spanentnahme- sowie die Metallentfernungsmorbidität.
Anschließend führten wir eine körperliche Untersuchung, die
unter anderem die Messung des Finger-Boden-Abstands, das Schober- und
Ott-Zeichen, das sensible und motorische Defizit sowie das Bewegungsausmaß
der Patienten umfasste, durch.
Bei der Analyse der radiologischen Daten zeigte sich insgesamt nach der Metallentfernung
eine Zunahme des Korrekturverlustes in Keilwinkel (von 9,5° auf
10,2°) und Grund- Deckplattenwinkel (von 9,8° auf 1 2,7°). Allerdings konnten
keine Zusammenhänge dieser statistisch nicht signifikanten Daten mit der Lebensqualität
oder der körperlichen Untersuchung ermittelt werden.
Bei der Betrachtung der subjektiven Lebensqualität zeigte sich in allen Fragebögen
eine bessere Selbsteinschätzung nach der Metallentfernung. Retrospektiv
würden 71,8% der Patienten mit Metallentfernung diese aufgrund der gesteigerten
Lebensqualität erneut durchführen lassen.
Zusammenfassung
114
Auch die Beweglichkeit der Patienten in den hier durchgeführten Untersuchungen
konnte durch die Metallentfernung gesteigert werden.
Aufgrund der vorliegenden Daten gehen wir von einer Verbesserung der Lebensqualität
des Patienten nach der Entfernung des Fixateur internes aus. Diese
sollte demnach durchgeführt werden, sobald von einer sicheren Heilung der
Fraktur ausgegangen und das Risiko für übermäßige Korrekturverluste als minimal
eingeschätzt werden kann.
Wie lange dieser Heilungsverlauf benötigt und wie die in weiteren Studien mit
noch größerer Patientenzahl untersucht werden.
Bei ventraler Instrumentierung mit Entfernung von Bandscheiben kann nach
Entfernung des Fixateur interne die Beweglichkeit nicht wieder hergestellt werden.
Mit dieser dauerhaften Steifigkeit gehen sekundäre Schäden der angrenzenden
Bandscheiben einher. Um diese zu reduzieren wurde im Rahmen der
Studie der Einsatz von federbaren Cages angedacht, welche die Funktion der
extrahierten Bandscheiben ersetzen sollen. Die Praktikabilität sowie deren Wirkung
sollte in nachfolgenden Studien überprüft werden.
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Biokompatibilität von koronaren Zinkstents mit verschiedenen Beschichtungen in den Iliakalgefäßen von weißen Neuseeland-Kaninchen / vorgelegt von Johannes Philipp Trabert
(2011)
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Johannes Trabert
- Diese Studie untersuchte die Biokompatibilität von Zink als mögliches Material für bioresorbierbare
Stents im Vergleich zu Referenzstents aus 316L medizinischem Edelstahl.
94 Zinkstents (2 Stents ohne Legierung, 3 Stents mit Titan- und/oder Goldlegierung) bei
ansonsten gleicher Architektur wurden in die Iliakalgefäße von 47 weißen Neuseeland-
Kaninchen implantiert und mit 316L Edelstahlstents gleicher Architektur als Referenz verglichen.
Die Stents wurden nach 10 und 26 Wochen entnommen und histologisch auf Lumenveränderung
(Planimetrie), Intimaproliferation (Intimabreite), Gefäßwandverletzung
(Gunn Score) und -entzündung (Inflammation Score) untersucht.
Der Vergleich der einzelnen gemessenen Parameter gibt Aufschluss über proliferative, entzündliche
und mechanische Vorgänge beim biologischen Abbau der Stents sowie über Vorund
Nachteile der einzelnen Legierungen.
Beim Vergleich der Teststents untereinander zeigte sich eine stärkere Intimabildung bei den
Zinkstents mit Titanlegierung außerhalb des gestenteten Bereichs.
Keiner der untersuchten Zinkstents zeigte Vorteile gegenüber dem 316L Edelstahlstent bezüglich
der Gewebeveränderung über einen Zeitraum von 26 Wochen nach Implantation.
Somit ist der Einsatz der Zinkstents aus dieser Studie in der gegenwärtigen Form im Menschen
nicht angezeigt.
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Larynx-Tubus S Disposable : ein randomisierter Vergleich von zwei Einführtechniken durch Erstanwender / vorgelegt von Anne-Maria Berta Greiwe
(2011)
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Anne-Marie Greiwe
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In der Notfallmedizin ist die rasche und effektive Sicherstellung des Atemweges einer
der wichtigsten Faktoren, die das Outcome des Patienten beeinflussen. Da die endotracheale
Intubation und die Maskenbeatmung einen hohen Kenntnisstand und viel Erfahrung
erfordern, hat das European Resuscitation Council (ERC) alternative Beatmungsmethoden
in seine aktuellen Empfehlungen zum Atemwegsmanagement aufgenommen.
Ein dort empfohlenes Hilfsmittel ist der Larynx-Tubus.
Der Larynx-Tubus Suction Disposable LTS-D wird immer häufiger vom Rettungspersonal
und von Pflegekräften angewendet, um eine adäquate Ventilation während der
Reanimation sicherzustellen. Bei der Anwendung der vom Hersteller empfohlenen
Technik kam es jedoch immer wieder zu Fehlanlagen und zu langen Anlagezeiten.
Deswegen ist eine modifizierte Einführungstechnik (MIT) mit der Standard Einführungstechnik
(SIT) verglichen worden. Hierbei ist besonderer Wert sowohl auf eine einfache
und effiziente Handhabung gelegt worden als auch auf eine kurze Anlagezeit bei
einer möglichst geringen Rate an Nebenwirkungen. Diese Arbeit prüft die Hypothese,
dass bei Erstanwendern unter Anwendung der modifizierten Einführungstechnik die
Platzierungsversuche des LTS-D, die länger als 45 sec. andauern, signifikant reduziert
werden können.
Bei 54 Patienten, die sich elektiven unfallchirurgischen oder orthopädischen Eingriffen
unterzogen, ist der LTS-D von Erstanwendern randomisiert (entweder nach SIT oder
MIT) angewendet worden.
In der MIT-Gruppe ist der LTS-D vor Insertion um 180° rotiert und einem Guedel-
Tubus ähnlich eingeführt worden. Zusätzlich ist das Kinn des Patienten mittels Esmarch-
Handgriff angehoben worden, um den retropharyngealen Raum zu vergrößern.
Sobald der LTS-D den weichen Gaumen erreichte, ist der LTS-D abermals um 180° gedreht
und in den Ösophagus vorgeschoben worden. Eine kurze Demonstration der EinZusammenfassung
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führungstechnik ist vor Anwendung am Skilltrainer gegeben worden. Zur Bewertung
der Einführungstechniken des LTS-D sind die Erfolgsrate der Platzierung (max. 2 Platzierungsversuche)
und die Anlagezeit ausschlaggebend gewesen. Die Zielgröße für die
Insertionszeit war der Platzierungserfolg innerhalb von 45sec..
Ergebnisse
Alle Anwender waren Erstanwender. Die Anlagezeit in der SIT-Gruppe betrug
73 ± 41sec. und 40 ± 8 sec. in der MIT-Gruppe. Innerhalb von 45 sec. konnte bei 9 von
27 Patienten der SIT-Gruppe und bei 19 von 27 Patienten der MIT-Gruppe der LTS-D
platziert werden. Bei einem Patienten der SIT-Gruppe musste die Lage des LTS-D
nachkorrigiert, bei einem anderen Patienten der LTS-D neu platziert werden. Bei einem
weiteren Patienten der SIT-Gruppe dauerte die Anlage 195 sec..
Bei zwei Patienten der MIT-Gruppe musste die Lage des LTS-D innerhalb des Zeitfensters
nachkorrigiert werden. Bei einem weiteren Patienten war die Anlage nach der modifizierten
Einführungstechnik nicht möglich. Hieraus ergibt sich, dass die Einführung
des LTS-D nach der modifizierten Technik signifikant schneller gelang, als in der Kontrollgruppe
(p=0,0003). Unabhängig von der Einführungstechnik konnten keine Unterschiede
zwischen ärztlichem und nicht-ärztlichem Personal festgestellt werden sowohl
in Bezug auf die Anlagezeit als auch auf die erfolgreiche Platzierung.
Unerfahrene Anwender können unter Anwendung der modifizierten, Guedel-Tubusähnlichen
Einführtechnik den LTS-D innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters von 45
sec. signifikant häufiger zufriedenstellend platzieren als nach der alten, vom Hersteller
empfohlenen Anlagetechnik. Dies gilt unabhängig vom medizinischen Ausbildungsstand
der Anwender. Der MIT sollte daher in der notfallmedizinischen Ausbildung mit
dem LTS-D der Vorzug gegeben werden.
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Gegenübertragung in der stationären, psychosomatischen Therapie
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Alexander Obbarius
- Die Gegenübertragung hat sich mittlerweile zu einem der wichtigsten
Instrumente der stationären psychosomatischen Therapie entwickelt. Ihr kommt
in der psychodynamischen Psychotherapie für das Verständnis der
unbewussten Konflikte und für den damit zusammenhängenden
Behandlungserfolg eine zentrale Funktion zu. Dies gilt für die Einzeltherapie,
aber auch für die integrative stationäre psychodynamische Therapie und deren
„Herzstück“ (Janssen 2004) - das multiprofessionelle Team. Die Ziele der Arbeit
bestehen - abgesehen von der Beschreibung der Faktorenstruktur und
Reliabilität des Gegenübertragungsfragebogens - darin, herauszufinden, ob
sich a) die Gegenübertragung in unterschiedlichen Therapieverfahren
unterscheidet, b) in welcher Weise die Gegenübertragung mit dem
Beziehungserleben und der Beziehungsgestaltung des Patienten
zusammenhängt, c) ob die Gegenübertragung mit der Belastung des Patienten
zusammenhängt und d) ob sich die Gegenübertragung abhängig von der
Diagnose unterscheidet.
Methode: Dazu wurde mithilfe des Gegenübertragungsfragebogens (CTQ-D)
die Gegenübertragung von 137 Patienten durch mehrere Therapeuten (Ärzte,
Psychologen und Pflegekräfte) aus zwei psychosomatischen Kliniken zu
Therapiebeginn und zum Therapieende erhoben. Insgesamt flossen 1131
Fragebögen in die Auswertung mit ein. Die Faktorenanalyse des CTQ-D ergab
eine Lösung mit sieben statistisch und klinisch kohärenten Faktoren: 1)
aggressiv-resignative GÜ, 2) positiv-zugeneigte GÜ, 3) überwältigt-verängstigte
GÜ, 4) protektiv-elterliche GÜ, 5) desinteressierte GÜ, 6) verstrickte GÜ und 7)
sexualisierte GÜ. Die Patienten füllten die Symptomcheckliste (SCL-90R), den
Helping Alliance Questionaire (HAQ), das Inventar zur Erfassung
interpersonaler Probleme (IIP) und den Fragebogen zur Erhebung von
Persönlichkeitsstörungen (ADP-IV) zu Beginn und zum Ende der Therapie aus.
Ergebnisse: Es konnten einige spezifische und signifikante Zusammenhänge
zwischen der Gegenübertragung der Therapeuten und den
Selbstbeurteilungsinstrumenten der Patienten nachgewiesen werden:
a) Konfliktorientierte Therapieverfahren (Gesprächstherapien) erzeugen bei den
Therapeuten höhere aggressiv-resignative Gegenübertragung,
Zusammenfassung
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erlebnisorientierte Therapieverfahren (Körpertherapie und Gestaltungstherapie)
rufen höhere positiv-zugeneigte, protektiv-elterliche und verstrickte
Gegenübertragung hervor. b) Die Beziehungszufriedenheit der Patienten ist
umso größer, je geringer die aggressiv-resignative Gegenübertragung von den
Therapeuten wahrgenommen wird und die Therapiezufriedenheit ist umso
größer, je geringer die aggressiv-resignative, überwältigt-verängstigte und
protektiv-elterliche Gegenübertragung ausgeprägt ist. Ein hoher IIP-Wert bei
den Patienten hängt mit dem Erleben von überwältigt-verängstigter
Gegenübertragung zusammen. c) Patienten mit hohem GSI rufen bei den
Therapeuten hohe aggressiv-resignative, überwältigt-verängstigte,
desinteressierte und geringe positiv-zugeneigte Gegenübertragung hervor.
Verstrickte, positiv-zugeneigte und sexualisierte Gegenübertragung hängen mit
einem guten Therapieverlauf zusammen, aggressiv-resignative und
desinteressierte Gegenübertragung deuten auf eine schlechte Entwicklung im
Verlauf hin. d) Die höchsten Werte der aggressiv-resignativen, überwältigtverängstigten
und protektiv-elterlichen GÜ und die geringste positiv-zugeneigte
GÜ wird bei der Gruppe der Persönlichkeitsstörungen wahrgenommen. Den
höchsten Wert der positiv-zugeneigten und der verstrickten GÜ erreicht die
Gruppe der Essstörungen. Somatoforme Störungen rufen in den Therapeuten
ein hohes Maß an Desinteresse hervor. Die Gruppe der affektiven Störungen
erzeugt bei den Therapeuten in allen Dimensionen geringe
Gegenübertragungsgefühle.
Folgerung: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Gegenübertragung ein
aussagekräftiges Instrument zur Beurteilung der Beziehungsgestaltung, der
Belastung und der Verlaufsbeurteilung der Patienten auf einer
psychosomatischen Station darstellt. Sie betonen auch die Bedeutung der
Auflösung negativer Gegenübertragungskonstellationen durch Supervisionen
und Teambesprechungen im stationären Alltag. Dabei bedürfen schwierige
Patienten, beispielsweise mit somatoformer Störung oder
Persönlichkeitsstörung besonderer Aufmerksamkeit. Dem CTQ-D kann neben
dem Einsatz als wissenschaftlichem Instrument im Rahmen der Ausbildung und
im klinischen Alltag zur Vorhersage des Therapieverlaufs umfassende
Bedeutung zukommen.
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"Wirksamkeit, Verträglichkeit und Lebensqualität unter Lopinavir/Ritonavir (Kaletra) Tablette im Vergleich zur Kapsel im Rahmen einer HAART" : eine prospektive nicht randomisierte Untersuchung von 282 HIV-Patienten
(2010)
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Fatma Özgüler
- Die HAART hat einen Durchbruch in der Therapie der HIV-Infektion bewirkt und so zu einer drastischen Senkung der Mortalität und Morbidität geführt. Um diesen Ansprüchen weiterhin gerecht zu werden und sie bestenfalls zu übertreffen, erfordert eine ständige Weiterentwicklung der HAART mit neuen und ausgefeilteren Alternativen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Entwicklung einer neuen Formulierung des Kombinationspräparates LPV/r (Kaletra®) von der „lipophilen Kapselform“ zur „hydrophilen Tablettenform“, aus der Wirkstoffgruppe der Proteasehemmer. Lopinavir (LPV) ist ein HIV-Proteasehemmer der mit Ritonavir (r oder RTV) als fixe Kombination (LPV/r) hergestellt wird. Der Proteasehemmer Ritonavir wird dabei in subtherapeutischer Dosierung als Booster verwendet, dadurch wird eine Verbesserung der pharmakokinetischen Eigenschaften erzielt. Der Vorteil hierbei sind die höheren Lopinavir-Plasmaspiegel die erreicht werden. Diese Kombination wird als Kaletra® (LPV/r) vermarktet.
LPV/r ist erhältlich als lipophile Kapselform (133,3/33,3mg) oder in Flüssigform (80/20mg pro ml). Beide erfordern eine kühle Lagerung und müssen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, um optimale Lopinavir Plasmaspiegel zu erzielen.
Durch das „Melt Extrusion (Meltrex)“ Produktionsverfahren gelang die Herstellung einer „hydrophilen Tabletteform“ (200/50mg und 100/25mg) mit verbesserter Bioverfügbarkeit. Dadurch reduzierte sich die einzunehmende Anzahl von 6 Kapseln pro Tag auf 4 Tabletten pro Tag. Zudem bedarf die LPV/r Tablette keiner Kühlung und kann nahrungsunabhängig eingenommen werden.
Ziel dieser Untersuchung war es zu prüfen, welche LPV/r (Kaletra®) Darreichungsform, Kapsel oder Tablette, in einer HAART von HIV-Patienten bevorzugt wird. Es sollte ermittelt werden, ob bei gleichbleibender Wirksamkeit kombiniert mit einer verbesserten Verträglichkeit und Handhabung (weniger Tabletten, nahrungsunabhängige Einnahme und keine Kühlung), die überwiegende Mehrzahl der HIV-Patienten sich zugunsten der LPV/r Tablette, im Sinne einer verbesserten Lebensqualität bzw. Gemütszustandes, entscheiden werden.
Dies geschah anhand einer prospektiven, nicht randomisierten Studie mit 238 HIV-infizierten Patienten, die über mindesten 16 Wochen oder länger eine LPV/r Kapsel haltige antiretrovirale Kombinationstherapie einnahmen und am Tag 0 auf LPV/r Tabletten umgestellt wurden, ohne weitere Änderungen in ihrer bisherigen HAART vorzunehmen. Der darauffolgende Beobachtungszeitraum betrug 32 Wochen. Es wurden Vorher-, Nachher-Fragebogen ausgefüllt und die Patienten unterzogen sich einer Vorher-, Nachher-Laboruntersuchung (CD4 und HI-Viruslast). Zudem wurde nach der subjektiven Präferenz gegenüber beiden Darreichungsformen (Kapsel oder Tablette) gefragt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unter der LPV/r Tablette bei gleichbleibender antiretroviraler Wirksamkeit, signifikant weniger intestinale Nebenwirkungen auftraten und daran geknüpft signifikant weniger Medikamente gegen intestinale Beschwerden eingenommen wurden. Was bei den Patienten zu einer deutlichen Präferenz der LPV/r-Tablette (71,2 %) gegenüber der LPV/r Kapsel (3,0 %) führte. Die Ergebnisse zu Lebensqualität zeigten zwar eine tendenzielle Besserung aber zusammen mit den Gemütszuständen ergaben sich hier keine signifikanten Unterschiede.
Nach der vorliegenden Untersuchung muss die LPV/r Tablette im Vergleich zur LPV/r-Kapsel, als die überlegene antiretrovirale Therapieoption in Betracht gezogen werden. Angesichts zahlreicher Einschränkungen durch die Infektion und die Notwendigkeit einer lebenslangen Therapie, kann dies, ein bedeutender Beitrag zur Therapietreue sein und dadurch den Erfolg einer HIV-Therapie wesentlich mitbestimmen.