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"Der Zettel hier ist tausend Kronen wert." : zur Papiergeldszene in Goethes "Faust"
(2012)
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Anne Bohnenkamp-Renken
- Aus wertlosen Zetteln wird kaufkräftiges Geld, die öffentliche Finanzkrise scheint abgewendet, das Volk nimmt die Papierscheine mit Freude auf – nicht ohne Verluste! Die Papiergeldszene in Goethes »Faust« gehört zu den Schlüsselszenen jeder ökonomischen Deutung des Dramas, das an Aktualität bis heute nichts eingebüßt hat. Hellsichtig beschreibt Goethe die anbrechende Moderne, in der alle Lebensbereiche immer stärker von Abstraktion und Virtualisierung durchdrungen werden.
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Der magische Geldbeutel und der unaufhaltsame Siegeszug des Ausgebens : der erste deutschsprachige Wirtschaftsroman – ein Bestseller der Frühen Neuzeit
(2012)
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Malte Kleinjung
- Grenzenloser Reichtum und schier unerschöpfliche Geldquellen – diese Träume sind der Stoff, aus dem unzählige Geschichten narratives Kapital schlagen. Der Mythos von König Midas oder die Comics mit Dagobert Duck gehören zu den prominentesten Vertretern solcher Erzählungen. Der Fortunatus hingegen, in dem ein Geld produzierender Zauberbeutel die Geschicke bestimmt, ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei kann gerade dieser Roman, der 1509 in Augsburg anonym veröffentlicht wurde, in doppelter Hinsicht als ein Pionier der Literaturgeschichte gelten.
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"Walhall ist Wallstreet" : Geld und Gold in Richard Wagners "Ring des Nibelungen"
(2012)
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Bernd Zegowitz
- Richard Wagner hatte ein gebrochenes Verhältnis zum Geld: Er benötigte viel, hatte aber meist so wenig, dass er auf Pump leben musste. Nicht selten war er auf der Flucht vor seinen Gläubigern. Die Erfindung des Geldes hielt er für einen Sündenfall, das Eigentum für die Wurzel allen Übels. Im »Ring des Nibelungen « spiegelt er im Mythos vom Fluch des Goldes die moderne Erfahrung der Macht des Geldes.
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Dagobert Duck: Vom Griesgram zum Fantastilliardär : einige Kapitel aus der Urgeschichte der reichsten Ente der Welt
(2012)
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Bernd Dolle-Weinkauff
- Sucht man nach einer populären Ikone, die Generationen übergreifend und in internationalem Maßstab Besitzstreben, Reichtum und die Macht der Finanzwelt verkörpert, so muss man sich nicht lange umsehen, um fündig zu werden. Nicht nur in der Welt der Comics und in der Disney’schen Entensippe
der Ducks spielt Onkel Dagobert eine markante Rolle.
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Wie die nordischen Götter und Helden bis heute fortleben : ein Blick in die Edda-Sammlung des Instituts für Skandinavistik
(2012)
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Julia Zernack
Katja Schulz
- Edda – diesen Namen tragen zwei isländische Werke aus dem 13. Jahrhundert. Gemeinsam überliefern sie, das eine in Liedern, das andere in Prosa, den größten erhaltenen Schatz an nordischer Mythologie und Heldensage. Gern für »germanisch« gehalten sind diese Stoffe seit dem 18. Jahrhundert weit über Island hinaus bekannt. Das spiegelt sich auch in den mehr als 1200 Objekten der Frankfurter Edda-Sammlung, die zeigen, wie die Mythen buchstäblich in jeden Winkel der Kultur vordringen können.
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"Sie nähren unmittelbar, wie der Honig, süß und sättigend, ohne irdische Schwere ..." : vom unaufhaltsamen Aufstieg des Grimm’schen Märchenideals im Biedermeier
(2012)
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Hans-Heino Ewers
- Im Dezember des Jahres 1812 erschien der erste Band der »Kinder- und Hausmärchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm«, so der Wortlaut des Titels. Doch was Jacob und Wilhelm Grimm als reine »Volkspoesie« darboten, war ihr literarisches Kunstwerk. Warum entfalteten diese Märchen in der Epoche des Biedermeier so eine enorme Anziehungskraft für Erwachsene? Warum lagen die reich illustrierten Bücher bald unter jedem Weihnachtsbaum?
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Wenn Rotkäppchen den Wolf heiratet : Grimms Märchen als Manga
(2012)
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Bernd Dolle-Weinkauff
- Der Froschkönig, der eigentlich eine Prinzessin ist, das Schneewittchen, das sich beinahe in einen niedlichen Feenzwerg verliebt, der narzisstische Hänsel, der Klein-Gretel wegen der betörenden Hexe Hildegard im Wald stehen lässt, der Bishônen-Jüngling Rapunzel, der die sportliche Jungfer Eva schwängert – diese Geschichten und einige andere mehr entstammen dem Universum der japanischen Comics des 21. Jahrhunderts. Die Manga haben mittlerweile begeisterte Leser und Nachahmer selbst im Heimatland der Märchenbrüder gefunden.
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"Es war 1mal 1 finsterer Wald ..." : Grimms Märchen in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur
(2012)
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Claudia Maria Pecher
- Was alles unter der literarischen Marke »Märchen« auf dem Kinder- und Jugendbuch-Markt firmiert, ist äußerst variantenreich – vom Wimmelbuch im Großformat bis zum SMS-Märchen in 160 Zeichen. Neben dem üblichen Dauersortiment tun sich auch immer mehr Parallelwelten zu den Grimm’schen Märchen auf: Dazu gehören beispielsweise die Märchen-Lovestories für Mädchen, in denen Märchen-Figuren als Strippenzieherinnen in der realen Welt auftreten, ebenso wie die Einbindung der Brüder Grimm in Jugendthriller. Die Verlage suchen Kontakt zum jungen Publikum. Vielfältige crossmediale Angebote, Apps und Fanclubs im Netz bedienen den modernen Märchen-User.
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Shrek meets Schneewittchen : was Film- und Fernsehproduktionen aus Märchen machen
(2012)
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Anke Harms
- Auch in Film und Fernsehen erleben Märchen eine Renaissance. Filme knüpfen an das an, was Kindern und Erwachsenen aus mündlicher Überlieferung und Lektüre vertraut ist, und beleben den Stoff auf ihre Art neu. Häufig entsteht daraus ein Genre-Mix aus klassischen Märchen, Mythen und Populärkultur verknüpft mit Fantasy-Elementen.
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Vom "Greis" zum "Silver Ager"? : Sprachkritische Anmerkungen zu ab- und aufwertenden Bezeichnungen für ältere Menschen
(2007)
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Horst Dieter Schlosser
- Es hat Zeiten gegeben, in denen sich Autoren der verschiedensten Disziplinen auf »die Alten« beriefen, wenn sie ihre Argumentation mit Verweis auf Autoritäten der Vergangenheit, meist der Antike, absichern wollten. Das waren Zeiten, in denen »die Alten« insgesamt ein hohes Ansehen hatten. Auch die traditionelle Darstellung des christlichen Gottvaters als alter Mann sollte ihn eindeutig als Respektsperson auszeichnen. Im ältesten deutschen Heldenlied, dem »Hildebrandslied« (Aufzeichnung im 9. Jahrhundert), ist es entsprechend der Vater Hildebrand, der aufgrund seines Alters vor seinem Sohn das Wort ergreifen darf. ...