BDSL-Klassifikation: 13.00.00 Goethezeit > 13.10.00 Klassik
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Klassik als Epoche - revisited : ein Beitrag zur Systematik des Epochenbegriffs
(2002)
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Gerhard Lauer
- [D]ie hier skizzierten Überlegungen zum Epochenbegriff [sollen] verständlich machen, warum eine Untersuchung der Klassik als Epochenstil mindestens für die deutsche Literaturgeschichte noch aussteht. [...] Eine Literaturgeschichte der Klassik [...] wäre eine Aufgabe, die nicht weniger, sondern mehr Literaturgeschichte der literarischen Kommunikation erfordert. Dieses Mehr an Literaturgeschichte ist aber nicht endlos, sondern eben dadurch begrenzt, dass auch die kompliziertesten Texte zwischen Autor und Leser kommuniziert werden müssen. Es gibt daher Epochenstile. Ihre Erforschung steht am Anfang. Und sie lohnt, weil erst so jener Zauber >prinzipiell< verstehbar ist, weswegen vergangene Zeiten Literatur gelesen haben und wir Literatur auch vergangener Zeiten noch lesen.
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Goethe und Schiller : Ästhetik der Weimarer Klassik
(1989)
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Michael Mandelartz
- Goethe und Schiller als 'klassische Autoren' zu bezeichnen, wie im Titel dieses Vortrags geschehen, ist durchaus nicht selbstverständlich. Ebenso wie ihre Reklamation als 'Nationalautoren' gehört ihre Einreihung unter die Klassiker der Wirkungsgeschichte ihres Werkes, und zwar speziell der deutschen Rezeption an. In England werden Goethe und Schiller unter die Romantiker gezählt, in Frankreich wird nahezu ausschließlich die mehr als hundert Jahre frühere französische Literatur von Corneille (1606-1684) bis Racine (1639-1699) als 'klassisch' bezeichnet. [...] Der Begriff des 'Klassischen' schwankt durch diese Rückbindung an die Antike zwischen stiltypologischer und historischer Bedeutung, d.h. zwischen der Bezeichnung mustergültiger und harmonisch proportionierter Literatur einerseits, und dem Bezug auf die griechische und römische Antike andererseits. Darin liegt das Problem jeder nachantiken Klassik, die sich zwar von den antiken Vorbildern lösen will, um selbst mustergültig werden zu können, zugleich aber an den antiken Autoren gemessen wird. Goethe selbst hat in seinem Aufsatz 'literarischer Sansculottismus' während der Hochphase der 'Weimarer Klassik' (1795) die Ansicht vertreten, in Deutschland seien die Voraussetzungen nicht gegeben, unter denen klassische Autoren entstehen könnten.