Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 18 (1992)
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Eine neue Brombeerart aus Spanien
(1992)
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Heinrich E. Weber
Elena Monasterio Huelin
- Rubus lucensis H. E. WEBER & MONASTERIO-HUELIN (sect. Rubus ser. Pallidi W. C. R. WATSON) wird als neue Art beschrieben und abgebildet. Sie wurde bislang in zwei weit voneinander entfernten Gebieten Nordspaniens (Provinzen Lugo und Logronio) nachgewiesen.
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Über drei im Landkreis Osnabrück neu beobachtete Blütenpflanzenarten sowie einige weitere bemerkenswerte floristische Funde
(1992)
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Hans Georg Wagner
- Drei im Landkreis Osnabrück erstmalig beobachtete Blütenpflanzenarten,
Cerastium brachypetalum PERS. ssp. brachypetalum, Cerastium glutinosum FRIES und Ranunculus
polyanthemophyllus W. Koca & H. HESS werden vorgestellt. Darüber hinaus werden
Fundorte weiterer bemerkenswerter Farn- und Blütenpflanzen aufgelistet.
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Entwicklung der Flora im Raum Osnabrück im Hinblick auf mögliche Klimaveränderungen
(1992)
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Pascal Vittoz
- Die Entwicklung der Flora im Lauf des Jahrhunderts im Raum Osnabrück wurde
untersucht, um eine eventuelle Wirkung einer für diesen Raum recht geringen Klimaveränderung
zu finden. Die Ergebnisse zeigen, daß ein solcher Einfluß auf keinen Fall nachgewiesen, aber für
einige Arten auch nicht ausgeschlossen werden kann. Die menschlichen Aktivitäten sind fast für
die ganzen Änderungen der Vegetation verantwortlich und überdecken andere Ursachen. Die
Ab- oder Zunahme einiger Arten bleibt jedoch unerklärt und vollständigere Untersuchungen
würden vielleicht erlauben, sie als Zeiger der Klimaveränderungen zu benützen.
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Das Eem-Interglazial von Buer bei Melle/Osnabrück
(1992)
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Klaus Dieter Meyer
Klaus Jürgen Meyer
- In einer Sandgrube östlich des Ortes Buer fand sich eine knapp 2 m mächtige
Schichtfolge aus Torf, Mudde und humosem Schluff, unterlagert von Beckenschluff, Geschiebelehm
und kieshaitigen Schmelzwassersanden aus dem Orenthe-Stadium der Saale-Kaltzeit.
Überlagert werden die organischen Schichten von Beckenschluff und Lößlehm der Weichsel-
Kaltzeit.
Die pollenanalytischen Ergebnisse zeigen, daß die 30 cm mächtige Torfschicht im Hangenden
des Beckenschluffs mit Sicherheit in das frühe Eem-Interglazial zu stellen.tst, Die typischen
Pollenabschnitte liegen in sehr komprimierter Form vor, lassen aber gleichwohl die kontinuierliche
Abfolge der charakteristischen Waldzeiten erkennen. Besonders bemerkenswert sind die im
Vergleich zu anderen Eem-Vorkommen des norddeutschen Flachlandes hohen Ulmen-Werte.
Wegen seiner vegetationsgeschichtlichen Besonderheiten und da das Profil das einzige in einem
Tagesaufschluß zugängliche Eem-Interglazial-Vorkommen Niedersachsens ist, wurde beantragt,
es als geologisches Naturdenkmal unter Naturschutz zu stellen.
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Die Faunenhorizonte der "Subfurcaten-Schichten" (Bajocium, Niortense-Zone) in Nordwestdeutschland
(1992)
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Matthias Metz
- Aufgrund neuer Aufschlüsse der "Subfurcaten-Schichten" (Bajocium, Niortense-
Zone) in Nordwestdeutschland ist es möglich, die Schichtenfolge in Ammonitenfaunen-Horizonte
zu untergliedern. Eine paläontologische Revision der Ammonitengattung Strenoceras HYATTmit
den Untergattungen Strenoceras HYATT(m) und Garantiana HYATT(M) wird durchgeführt.
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Eine Neubewertung des Erdbebens vom 3. September 1770 bei Alfhausen (Niedersachsen)
(1992)
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Rudolf Meier
Gottfried Grünthal
- Am 3. September 1770 fand bei Alfhausen im westlichen Niedersachsen ein
Erdbeben statt. In der wissenschaftlichen Literatur wird es erstmals von SIEBERG(1940) erwähnt.
Eine erste Abschätzung seiner Maximalintensität erfolgte durch AHoRNERu. a. (1970) mit I = VII
(MSK). Danach würde das Erdbeben von Alfhausen zu den stärksten nachweisbaren seismischen
Ereignissen im Norddeutschen Tiefland gehören. SIEBERG,der Ausgangspunkt für bisherige
Intensitätsabschätzungen ist, gibt über die Herkunft der Quellen, die seiner Information
zugrunde liegen, keine Auskunft. MEIER& GRÜNTHALfanden ein zeitgenössisches Dokument, das
kurze Zeit nach dem Ereignis vom 3. September 1770 niedergeschrieben und am 3. November
1770 in: "Nützlicher Beylagen zum Osnabrückischen Intelligenz Blate" veröffentlicht wurde. Der
Autor unterzeichnete seinen Artikel mit den Initialen J. H. B. P. (P in Antiqua), die mit Hilfe des
Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück als J. H. BUCK,evangelischer Pastor von Neuenkirchen,
identifiziert werden konnten.
Die Aufzeichnungen von BUCKenthalten eine recht genaue Beschreibung der makroseismischen
Erscheinungen des Alfhausen-Ereignisses. Ihre Analyse erlaubt, eine Neubewertung dieses
Erdbebens und ermöglicht, die Angaben von SIEBERG(1940) und die darauf fußenden nachfolgenden
Abschätzungen zu überprüfen. Die Ergebnisse der Analyse werden mitgeteilt, der seismologische
Befund in den regionalgeologischen Rahmen eingeordnet und die mögliche Ursache
für das Beben kurz dargestellt.
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Ein Neufund von Juncus tenageia L. fil. im Reservebecken Alfhausen-Rieste
(1992)
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Ulrich Langnickel
- Juncus tenageia L. fil., die Sandbinse, ist eine sehr seltene, einjährige Charakterart
der Klasse Isoeto-Nanojuncetea. Ein neuer Fundort im Reservebecken Alfhausen-Rieste,
Landkreis Osnabrück, wird beschrieben und mit pflanzensoziologischen Aufnahmen belegt.
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Mehrjährige Brutvogelbestandsaufnahmen im Osnabrücker Bürgerpark mit synökologischen Betrachtungen
(1992)
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Gerhard Kooiker
- Eine 4jährige (1986, 1989, 1990, 1991) Erhebung der Brutvogelfauna im Osnabrücker
Bürgerpark (13 ha) wird beschrieben unter Zuhilfenahme einiger avifaunistischer KenngröBen
wie Abundanz, Dominanz, Diversität, Evenness, Arten-Areal-Kurve und Biomasse. Von
den in diesem Zeitraum erlaBten 51 Vogelarten brüteten 37 Arten in dem Park. Im Mittel betrug
die Abundanz 156 Rev./10 ha, die Diversität 2,78, die Evenness 0,81 und die Gesamtbiomasse .
der Brutpaare 48,4 kg (37,2 kg/10 ha). Die Brutvögel wurden in ökologische Nest- und Nahrungsgilden
(Art der Nahrung und des Nahrungserwerbes) gruppiert und mit dem Brutvogelbestand
Anfang der 1960er Jahre verglichen. In der Artengesellschaft dominierten Baum- und Buschvögel,
somit ähnelte sie jener der Laubwälder. Bodenbrüter waren nur gering vertreten.
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Astronomie in der Steinzeit. Ganggräber bei Osnabrück
(1992)
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Andreas Hänel
- Die Horizontausrichtung von 44 jungsteinzeitlichen Steinkammern des Osnabrücker
Raumes wurde vermessen. Wie in Mecklenburg sind die Zugänge zu den Gräbern nach
Süden orientiert, während die Gräber (Dolmen) um Carnac/Bretagne nach Südosten ausgerichtet
sind. Es wird diskutiert, inwieweit die Ausrichtungen nach astronomischen Gesichtspunkten
erfolgt sein könnten.
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Erdfälle am Roten Berg in Hasbergen (Landkreis Osnabrück, West-Niedersachsen)
(1992)
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Franz Jürgen Harms
- Beim Bau eines Regenrückhaltebeckens am Roten Berg in Hasbergen traten
zwei kleine Erdfälle auf. Sie werden auf Karsterscheinungen in lösungsfähigen Gesteinen
des Zechsteins zurückgeführt. Zechsteinzeitliche Sulfatgesteine sind in einer Tiefe von etwa
70-100 m unter der Baugrubensohle zu vermuten.
Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang der Bildung dieser Erdfälle mit dem in der Nähe
umgegangenen Bergbau. Auch wenn das Gebiet des Roten Berges außerhalb der ehemaligen
Bergbaugebiete nicht sehr erdfallgefährdet erscheint, sollten bei Baumaßnahmen in diesem
Gebiet vorsorglich einige technisch-konstruktive Sicherungsmaßnahmen getroffen werden.