Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 15 (1989)
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Neue Rubus-Taxa aus Mitteleuropa
(1989)
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Heinrich E. Weber
- Drei neue Rubus-Taxa sind beschrieben: Rubus montanus f. macromontanus H. E. WEBER forma nova (nachgewiesen in Frankreich, Österreich, Böhmen, Mähren, DDR und in der Bundesrepublik Deutschland), Rubus schnedleri H. E. WEBER (sect. Rubus ser, Pallidi, in Hessen und den benachbarten Bereichen von Bayern, Rheinland-Pfalz und Württemberg) sowie Rubus xiphophorus H. E. WEBER (sect. Corylifolii ser, Vestitiusculi, verbreitet im südöstlichen Niedersachsen). Die neuen Taxa sind abgebildet, und ihre Verbreitung ist durch Karten und mit Zitierung von Herbarbelegen dargestellt.
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Beitrag zur Geschichte der Naturwissenschaftlichen Forschung im Raum Osnabrück
(1989)
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Johannes Niemann
Angelika Höttler-Meier
- Angeregt durch die sehr vielfältige Landschaft um Osnabrück haben Heimatkundler
und Naturwissenschaftler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnen, diese
Region zu erforschen. Eine Ausnahme bildeten die Anregungen von Justus Möser
(1750), eine "agronomisch-geologische Karte" anzufertigen und sein 1780 publizierter Vorschlag,
die "natürliche Beschaffenheit des Landes" zu beschreiben; sie wurden
aber von den "Osnabrückern" noch nicht verstanden. Die Arbeitsgebiete waren
zunächst Erdgeschichte und Florenkunde. Dann, insbesondere nach der Gründung
des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück am 1. Oktober 1870, kamen bald zur
Geologie, Mineralogie und Botanik die folgenden Bereiche: Ornithologie und Entomologie,
Meteorologie und Klimatologie, Natur- und Landschaftsschutz sowie später
Hydrologie, Astronomie und Bodenkunde.
In den Jahrbüchern des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück wurden seit
1872 in 48 Bänden zahlreiche Forschungsergebnisse veröffentlicht. Dies ist das Verdienst
der Personen, die bei Gründung des Vereins in den Statuten die Aufgabe der
regelmäßigen Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen zur "Förderung und
Verbreitung der Kenntnis der Natur" beschlossen. Die Beiträge des Zeitraumes von
1872 bis heute zeigen ein strukturreiches Landschaftsbild vom Osnabrücker Raum.
Zum oben angesprochenen Ziel der Förderung der Kenntnisse der Natur legten die
Mitglieder mit ihren geologischen, botanischen und zoologischen Sammlungen eine
wichtige Grundlage für ein umfangreiches und wertvolles Archiv, das die Voraussetzung
für ein öffentliches Museum bot.
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Satzung des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück
(1989)
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Naturwissenschaftlicher Verein Osnabrück e. V.
- Das Dokument enthält die Satzung des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück mit Stand Januar 1988.
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Zwitterblüten bei Myrica gale L. im Raum Bramsehe, Landkreis Osnabrück
(1989)
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Ingrid Möllenkamp
Ernst-Jörn Möllenkamp
- Der normalerweise diözisch vorkommende Gage1strauch Myrica gale L. wird manchmal monözisch angetroffen. Äußerst selten werden auch Zwitterblüten ausgebildet. In einem ehemaligen Moorgebiet Bramsches wurde ein solches Exemplar entdeckt. Dessen Blüten, die in Anzahl, Ausprägung und Anordnung der Blütenorgane eine große Variabilität aufweisen, werden hier beschrieben.
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Über Rädertiere (Rotatoria) aus dem Lago do Macaco, einem Ufersee des mittleren Rio Trombetas, Amazonien
(1989)
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Walter Koste
- Qualitative Planktonproben, die in den Jahren 1985 und 1986 in dem tropischen
Lago do Macaco, einem Ufersee des Rio Trombetas, einem der aus dem Nordwesten kommenden
Nebenflüsse des Amazonas, gezogen wurden, sind auf ihren Gehalt an Rotatorien untersucht
worden. Es wurden auffallend viele endemische Arten der Neotropis gefunden, insgesamt
12 von 49. Sechs seltene (Anuraeopsis sioli KOSTE; Ascomorpha klementi HAUER; Brachionus
gessneri HAUER; Brachionus urceolaris amazonica KOSTE& ROBERTSON; Keratella nhamunda
KOSTE& ROBERTSON; Paranuraeopsis quadriantennata KOSTE)und zwei Modifikationen (Trichocerca
pusilla LAUTERBORN 1898 nov. f. grandis und Trichocerca similis (WIERZEJSKI 1893) f. grandis
nach HAUER)werden mit Unterstützung von Abbildungen besprochen.
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Zur Avifauna einer Kulturlandschaft östlich Osnabrück sowie besonders des Stockumer Seesin Natbergen
(1989)
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Gerhard Kooiker
- In einem agrarisch-städtischen Mischraum östlich von Osnabrück im Niederungsgelände
der Hase wurden während der Jahre 1976 bis 1988 auf einer 28 km2 groBen Probefläche
avifaunistische Daten erhoben. Eine liste der beobachteten Vogelarten mit Status und Häufigkeit
wurde erstellt sowie vier Siedlungsdichte-Untersuchungen am Stockumer See durchgeführt.
Auf dieser Kulturfläche erfaBte ich in 12 Jahren insgesamt 134 Vogelarten. Davon waren 81 Arten
(60,4 %) Brutvögel, 49 Arten (36,6 %) Gäste und für weitere 4 Arten (3,0 %) bestand Brutverdacht.
Am Stockumer See wurden in vier Untersuchungsjahren 37 Brutvogelarten und 36 Arten
als Gäste registriert. Die Abundanz war sehr hoch. Sie betrug zwischen 137 und 233 Reviere/
10 ha. Die Diversität lag zwischen 3,08 und 3,13 und die Evenness um 0,93.
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Das Minuartio-Thlaspietum alpestris KOCH 1932, eine Pflanzengesellschaft schwermetallhaitiger Böden im Hüggelgebiet, Landkreis Osnabrück
(1989)
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Marcus Koch
Lothar Kuhn
- Zwei Standorte der Galmeipflanzengesellschaft Minuartio-Thlaspietum alpestris
K. KOCH1932 mit den Assoziationskennarten Th/aspi ca/aminare, Minuartia verna ssp. hercynica
und der Klassenkennart Silene vu/garis ssp. humilis werden vor dem Hintergrund unterschiedlicher
anthropogener Einflußnahme dargestellt. Es handelt sich um zwei alte Abbaugebiete
von Zinkblende und Bleiglanz am Roten Berg bei Hasbergen und am Silberberg bei Hagen
a. T. W, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aufgegeben wurden. Schutz- und
Pflegemaßnahmen zur Erhaltung dieser Pflanzengesellschaft werden diskutiert. Sie toleriert
hohe Schwermetallkonzentrationen, wird jedoch bei Abnahme erhöhter Zinkkonzentrationen von
konkurrenzstärkeren Arten verdrängt.
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Zur Verbreitung, Ökologie und Vergesellschaftung des Pillenfarns (Pilularia globulifera L.) im südwestlichen Niedersachsen und nordwestlichen Westfalen
(1989)
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Klaus Kaplan
Thomas Prolingheuer
- Vom Pillenfarn sind im Untersuchungsgebiet 22 aktuelle Fundorte bekannt; einen
Verbreitungsschwerpunkt besitzt er im westfälisch-niedersächsischen Grenzgebiet, im Bereich
des Gildehauser Venns und der Brechte. Der Pillenfarn besiedelt heute fast ausschließlich neu
angelegte, meist nährstoffärmere, schwach saure bis neutrale, aber auch schwach basische
Gewässer. Vorkommen an natürlichen Heideweihern (Witte Venn, Gildehauser Venn) sind heute
erloschen. Wichtigste Ursache hierfür dürfte die Gewässerversauerung der letzten Jahrzehnte
sein. Wasseranalysen ergaben bei einigen Faktoren recht uneinheitliche Werte. Insbesondere
fielen bei einzelnen (z. T. belasteten) Gewässern erhöhte Stickstoff- und Calciumwerte auf. Unter
optimalen Bedingungen bildet der Pillenfarn in dichten Rasen wachsend die Pillenfarn-Gesellschaft
(Pilularietum globuliferae). Die Ausbildung von kennartenarmen und kennartenreichen
Beständen dürfte vor allem auf die floristische Ausstattung des Standortes und seiner näheren
Umgebung bei Anlage der Gewässer zurückzuführen sein. Die aus der Abb. 3 ersichtliche
Vegetationszonierung kann als typisch für viele nährstoffärmere Pioniergewässer der nordwestdeutschen
Sandgebiete angesehen werden.
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Die Vegetation einer innerstädtischen Industriebrache: Das ehemalige Hammersen-Gelände in Osnabrück : Bestandsaufnahme und Bewertung
(1989)
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Gerhard Hard
Osfried Spata
Helmut Tabor
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Ein Brutvorkommen des Bienenfressers (Merops apiaster) 1985 in Ostercappeln-Schwagstorf (Landkreis Osnabrück)
(1989)
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Werner Brinkschröder
Klaus Mees
- Der Bienenfresser ist eine ausgesprochen thermophile Art, die im gesamten Südeuropa
beheimatet ist und grundsätzlich eine ausgeprägte Nist- und Geburtsorttreue
aufweist. In der Regel reicht das Brutareal kaum über das von der 21 °C-Juliisotherme
begrenzte mediterrane Klimagebiet hinaus. Im Gegensatz hierzu ist eine deutlich
expansive Phase nach Norden festzustellen. Unter dem Einfluß günstiger Großwetterlagen
können Bienenfresser weit über ihr Zugziel hinausschießen (GLUTZ V.BLOTZHEIM
1980).
In Niedersachsen wurde die Art als Brutvogel bisher nur wenige Male nachgewiesen.
1972 brüteten 2 Paare im Raum Wolfenbüttel, 1976-79 wurden wenige Paare in der
Braunschweiger Börde registriert (RINGLEBEN 1986).Von 1983-85 konnten im ehemaligen
Landkreis Wesermünde und bei Bremervörde insgesamt 4 erfolgreiche Bruten
des Bienenfressers nachgewiesen werden (BRILL 1987).
Im Landkreis Osnabrück wurde die Art erstmalig in der Zeit vom 1.6.-9.8. 1985
beobachtet. Hierüber liegen zahlreiche Einzeldaten vor. Das Vorkommen wurde leider
nur zeitweise, vornehmlich bedingt durch die Regenperioden während der Sommermonate,
systematisch kontrolliert, so daß die nachstehenden Ausführungen den Brutverlauf
nur lückenhaft wiedergeben.