Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 9 (1982)
15 search hits
-
Faunistisch-ökologische Untersuchungen an der Carabidenfauna naturnaher Biotope im Hahnenmoor (Coleoptera, Carabidae) : mit 10 Tabellen
(1982)
-
Thorsten Aßmann
- 1981 wurde die Carabidenfauna von 12 pflanzensoziologisch charakterisierten
FangsteIlen (Moorheiden mit Sphagnum papillosum und anderen Arten, trockene Austrocknungsstadien
des Hochmoores ohne Sphagnum, Schwingdecken bäuerlicher Torfstiche, ein
Betuletum pubescentis sowie ein Vaccinium-Betula-Wald) mit BARBER-Fallen im Hahnenmoor,
50 km nordwestlich von Osnabück, untersucht.
3 Konkordanz-Analysen nach RENKONEN werden durchgeführt. Mit Hilfe der Diskordanz werden
die Relativlagen der Carabidengesellschaften im dreidimensionalen Raum nach der Methode
von KOTH ermittelt. Bis auf eine Ausnahme genügt dazu eine Lageunschärfe der Relativlagen von
5%. Mit den Raumachsen dieser Modelle fallen wahrscheinlich Umweltgradienten zusammen.
Erkannt werden konnten 3 Gradienten, die artverteilende Bedeutung haben können: Trophiegrad,
Bodenfeuchte und Sonnenexposition der Bodenoberfläche. In einem Modell konnten 7
Ergebnisse aus 6 Untersuchungsgebieten und 5 Untersuchungszeiträumen widerspruchsfrei im
dreidimensionalen Raum angeordnet werden.
Für oligo- bis minerotrophe Moore typische Arten wie Agonum ericeti und Agonum munsteri
kommen noch vor. Diese Arten sind durch Nährstoffanreicherung, Beschattung durch Birken und
andere Faktoren stark bedroht. Indikatoren für minero- bis mesotrophe Moorbereiche werden
bereits gefunden: Agonum fuligonosum und Pterostichus minor. Die Austrocknungsstadien des
Hochmoores werden von Bembidion humerale, Anisodactylus nemorivagus und anderen für
solche Flächen typische Arten bewohnt. Ein Moorbrand hatte auf die Carabidengesellschaft
keinen nachhaltigen Einfluß: die Arten überlebten den Brand (z. B. Dyschirius globosus) oder
wanderten danach wieder ein. Es wird auf die Bedeutung dieses Hochmoorrestes als Refugium
für seltene Tiere und Pflanzen hingewiesen.
-
Der Schwertschwanz Euproops (Xiphosurida, Limulina, Euproopacea) aus dem Ober-Karbon des Piesbergs bei Osnabrück
(1982)
-
Carsten Brauckmann
- Xiphosuriden (Schwertschwänze) sind in einigen Fazies-Bereichen des Ober-
Karbons (Silesium) recht weit verbreitet und an einigen wenigen FundsteIlen sogar häufig. Im
paralisehen Ober-Karbon West-Deutschlands sind sie jedoch sehr selten. Vor kurzem ist nun ein
neues Opisthosoma der Xiphosuren-Gattung Euproops in Gesteinen des Westfalium 0 vom
Piesberg nördlich Osnabrücks gefunden worden, das wahrscheinlich konspezifisch ist mit den 4
schon früher an derselben Lokalität aufgesammelten Stücken (BÖLSCHE 1875; BOEKSCHOTEN
1968). Die Erhaltung aller Stücke vom Piesberg erlaubt jedoch keine genauere Bestimmung als
Euproops sp. In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, daß noch erhebliche
Schwierigkeiten hinsichtlich der infragenerischen Systematik von Euproops bestehen, da noch
nicht genügend bekannt ist über die spezifische Variabilität und Ontogenie dieser merkmalsarmen
Gattung. Nach den neuen Untersuchungen über die Lebensweise von Euproops danae
durch FISHER (1979) dürfte auch die Euproops-Form vom Piesberg weitgehend subaerisch gelebt
haben.
-
[Nachruf:] Prof. Dr. Gerhard Keller, 22.6.1903 - 27.1.1981
(1982)
-
Rolf Bäßler
- Am 27. Januar 1981 verstarb an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls das Ehrenmitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück, Prof. Dr. GERHARD KELLER aus Ibbenbüren in seinem 77. Lebensjahr. Der Naturwissenschaftliche Verein Osnabrück gedenkt des Geologen und Naturwissenschaftlers GERHARD KELLER in seinem weit gespannten wissenschaftlichen Wirkungskreis und der besonderen Hinwendung zur Geologie seiner näheren Heimat, dem Osnabrücker Bergland und Teutoburger Wald.
-
Hydrochemische und hydrobiologische Untersuchungen der Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees : mit 4 Tabellen
(1982)
-
Stefan Gebauer
Karl Friedrich Herhaus
Jürgen Lethmate
Christian Lucke
Heinz Rottmann
- Die Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees sowie drei Nebengewässer wurden
über einen Zeitraum von 12 Monaten (April 1981-April 1982) hydrochemisch untersucht. Im
Herbst 1981 und im Frühjahr 1982 wurde anhand einer auf den Makrozoobenthos beschränkten
Saprobienanalyse von 9 Probestellen der Aa sowie von 2 Probestellen eines durch Fabrikabwässer
beeinflußten Vorfluters die Gewässergüte bestimmt. Im Winter 1981/82 beobachtete
Mikroorganismenkolonien (vornehmlich Abwasserpilz und Schwefelbakterien) wurden kartographiert
und stichprobenartig mikroskopiert. Im Gegensatz zur Aussage der Gewässergütekarte
von NRW (Stand 1980) weisen die erhobenen hydrochemischen und hydrobiologischen
Kenndaten der Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees auf eine Verschlechterung der Gewässergüte
nach Güteklasse 11-111 ("kritisch belastet") hin. Der durch Fabrikabwässer beeinflußte
Vorfluter mußte in die Güteklasse 11I ("stark verschmutzt") eingeordnet werden. Durch das im
Winter beobachtete z. T. extrem starke Pilztreiben des Abwasserpilzes Leptomitus lacteus ist
diese Güteklasse auch für einen Teil der Nebengewässer angezeigt. Mögliche Ursachen der
ermittelten Güteklasse(n) werden diskutiert.
-
Die spontane Vegetation der Wohn- und Gewerbequartiere von Osnabrück (I) : mit 6 Tabellen und 3 Sammeltabellen
(1982)
-
Gerhard Hard
- Die folgende Studie ist der erste Teil einer Arbeit über die Pflanzengesellschaften
der Wohn- und Gewerbegebiete der Stadt Osnabrück. Im ersten Kapitel werden das stadtökologische
Ziel und die pflanzensoziologischen Methoden beschrieben. Das zweite Kapitel gibt einen
knappen sigmasoziologischen Überblick über die Vegetationskomplexe nordwestdeutscher
Großstädte, und zwar mit besonderer Berücksichtigung der Beobachtungen in Osnabrück. In den
weiteren Kapiteln werden die einzelnen Pflanzengesellschaften Osnabrücks beschrieben, in
diesem ersten Teil die therophytischen Trittgesellschaften sowie die hemikryptophytischen Trittund
Scherrasen. Besondere Beachtung finden dabei die städtischen Verteilungsmuster der
einzelnen Pflanzengesellschaften sowie ihr Aussagewert für Stadtstruktur, Quartierscharakter
und Freiraumnutzung. Im Anhang befinden sich die synthetischen Tabellen sowie eine Schlüsselliste
der behandelten Vegetationstypen. Der zweite Teil der Arbeit wird die Ruderalgeseilschaften
i. e. S. sowie eine zusammenfassende räumliche und stadtgeographische Betrachtung
der Vegetation Osnabrücks enthalten.
-
Marines Tertiär (Ober-Miozän) als Höhlenfüllung im Zechstein des Hüggels bei Osnabrück (West-Niedersachsen) : mit 7 Tabellen
(1982)
-
Franz-Jürgen Harms
- An der Basis einer Brekzie aus zechsteinzeitlichen Karbonatgesteinen konnten
auf dem Hüggel-Horst Sedimente mit mariner Fauna (Ober-Miozän: Langenfelde-Gram) beobachtet
werden. Ihre Fossilführung und Petrographie wird beschrieben. Sie sind in Höhlen, die bei
Subrosion von Zechstein-Sulfaten entstanden, im küstennahen Bereich des Miozän-Meeres
eingespült und abgelagert worden. Sie belegen, daß der Hüggel-Horst schon im Miozän gehoben
und bis auf die Zechstein-Gesteine abgetragen worden war.
-
Ökologische Regeln und Erfahrungen von August Thienemann
(1982)
-
Heinrich Hiltermann
- AUGUST THIENEMANN (1882-1960), Leiter der Plöner Hydrobiologischen Anstalt, später
Max-Planck-Institut, hatte seine Arbeiten darauf ausgerichtet, Gesetzmäßigkeiten zu
finden, die das Zusammenleben von Organismen regeln. Die Grundlagen dieser
Arbeiten waren "die Großexperimente der freien Natur", wobei er nicht verzichtete auf
Kontrollversuche im Laboratorium. Jahre-, sogar jahrzehntelange Beobachtungen
und Versuche im Freiland waren keine Seltenheit. Vieles wurde von ihm unter
verschiedenen Milieu-Bedingungen nachgeprüft, wie in Lappland und in den Tropen.
Nachfolgende Notizen gehen auf jahrelangen engen Kontakt zurück und beinhalten
manches, was A. THIENEMANN nicht zusammenhängend publizierte.
-
Wilhelm Haack, der Pionier der Osnabrücker Geologie
(1982)
-
Heinrich Hiltermann
- Die 100. Wiederkehr des Geburtstages (8. Juli 1882) von WILHELM HAACK ist der Anlaß, in dem Freundeskreise des ihm besonders nahe stehenden Osnabrücker Naturwissenschaftlichen Vereins seines Lebenswerkes und seines erschütternden Endes zu gedenken.
-
Über Dicranophorus robustus Harring & Myers 1928, ein seltenes carnivores Rädertier aus der Familie Dicranophoridae, Überordnung Monogononta, Klasse Rotatoria : mit 3 Tabellen
(1982)
-
Walter Koste
- Dicranophorus robustus H. & M. wurde nach seiner Erstbeschreibung nach
Funden in der Nearktis bisher nur in einigen Gewässern der Paläarktis und Orientalis wieder
angetroffen. Wenige Autoren haben zudem die Beschreibung des Typus überprüft. Einige
führten den Carnivoren lediglich in ihren Faunenlisten auf. Beobachtungsfehler führten zur
Aufstellung einer ssp. Nach Untersuchungen lebender Tiere aus dem Heideweiher, Naturschutzgebiet
"Heiliges Meer", und aus einer Moorblänke, Hahlener Moor, beide Gewässer in NWDeutschland,
und Untersuchungen von konservierten Exemplaren aus Kanada, Iran und WAustralien,
werden ergänzende Angaben zur Morphologie, Anatomie, Biologie, Verbreitung
sowie kritische Anmerkungenn zur Taxonomie dieser Rädertierart genannt.
-
Ein neuer Aufschluß im Überschiebungsgebiet des südlichen Hüggel-Vorlandes
(1982)
-
Peter Mangelsdorf
- Im Steinbruch der Fa. SCHÖNHOFF, am Westrand des Silberberges (TK 25, BI. 3713
Hasbergen, R 342800/H 578695), wird Dolomitstein der Zechstein-Zeit, wahrscheinlich
des Leine-Zyklus (HARMS 1981) abgebaut. In den letzten Jahren wurde der Abbau
nach Nordwesten verlagert.