Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 9 (1982)
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Ein tertiäres Flintkonglomerat mit Koniferenwurzel als Geschiebe
(1982)
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Heinrich Schöning
- Ein nördlich von Sulingen (TK 3318 Sulingen) gefundenes Flintkonglomerat wird
beschrieben. Es ist ein vermutlich saaleeiszeitliches Geschiebe und wird von Koniferenwurzelresten
durchzogen. Die Erhaltungszustände der Wurzeln und deren Verteilung im Gestein weisen
das Konglomerat als ein primär durchwurzeltes Sediment aus. Es wird versucht, aufgrund
petrographischer, sedimentologischer und paläobotanischer Befunde die Entstehung des wurzelführenden
Flintkonglomerates als festländische Bildung skizzenartig zu umreißen.
Das Flintkonglomerat wird einer Gruppe ähnlicher Geschiebe zugeordnet, die ØDUMS 1968 sehr
detailliert aus Jütland beschrieb. Der Verfasser stellt - aufgrund der Befunde des vorliegenden
Flintkonglomerates und einiger Schlußfolgerungen aus Literaturhinweisen bezüglich der primär
eingebetteten Fossilien - die Auffassung ØDUMS hinsichtlich der Entstehung des Flintkonglomerates
als eines marinen Sedimentes in Frage. Abschließend werden die Ausführungen ØDUMS zur
Frage der vermutlichen Lage des Anstehenden und die Angaben KOCHS zur Frage der
stratigraphischen Einordnung der Flintkonglomerate als spät-tertiäre Bildungen kurz zusammengefaßt
dargelegt.
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Die Luftverschmutzung in Osnabrück : mit 9 Tabellen
(1982)
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Claus Schroeder
- In der Arbeit wird das Ausmaß der Luftverunreinigung anhand der wichtigsten
Indikatoren SO 2, Flechtenbewuchs, CO und Lärm untersucht und ihre gegenseitige Abhängigkeit
aufgezeigt. Die Luftverschmutzung in Osnabrück ist als normal bzw. gering einzustufen. Ursache
hierfür sind die strengen Auflagen für die Industriebetriebe, die günstigen Windverhältnisse und
eine gute Anlage der Grünflächen. Als Hauptemittent ist der Verkehr anzusehen. Hier sind
Verbesserungen in Verkehrsführung und -fluß möglich, die dann zur Verringerung der Luftverunreinigung beitragen können.
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Marines Tertiär (Ober-Miozän) als Höhlenfüllung im Zechstein des Hüggels bei Osnabrück (West-Niedersachsen) : mit 7 Tabellen
(1982)
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Franz-Jürgen Harms
- An der Basis einer Brekzie aus zechsteinzeitlichen Karbonatgesteinen konnten
auf dem Hüggel-Horst Sedimente mit mariner Fauna (Ober-Miozän: Langenfelde-Gram) beobachtet
werden. Ihre Fossilführung und Petrographie wird beschrieben. Sie sind in Höhlen, die bei
Subrosion von Zechstein-Sulfaten entstanden, im küstennahen Bereich des Miozän-Meeres
eingespült und abgelagert worden. Sie belegen, daß der Hüggel-Horst schon im Miozän gehoben
und bis auf die Zechstein-Gesteine abgetragen worden war.
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Ein neuer Aufschluß im Überschiebungsgebiet des südlichen Hüggel-Vorlandes
(1982)
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Peter Mangelsdorf
- Im Steinbruch der Fa. SCHÖNHOFF, am Westrand des Silberberges (TK 25, BI. 3713
Hasbergen, R 342800/H 578695), wird Dolomitstein der Zechstein-Zeit, wahrscheinlich
des Leine-Zyklus (HARMS 1981) abgebaut. In den letzten Jahren wurde der Abbau
nach Nordwesten verlagert.
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Das austauschbare Aluminium im Boden und seine Wirkung auf die Pflanze : mit 4 Tabellen
(1982)
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Johannes Niemann
- Die Folgen der starken Emission von Schwefeldioxid und Stickstoffoxiden in die
Atmosphäre wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer deutlicher erkennbar: Saure
Niederschläge gelangen in die Böden und verstärken die Tendenz ihrer Versauerung. Unter den
negativen Wirkungen einer starken Bodenversauerung wird toxischer Überschuß von Aluminium-Ionen auf das Pflanzenwachstum besonders untersucht und diskutiert. Zu dieser Frage
sind in dem vorliegenden Beitrag Versuchsergebnisse beschrieben worden. die im Rahmen
eines Forschungsauftrages mit Gemüsearten als Testpflanzen in den Jahren 1966 bis 1968
erzielt werden konnten.
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Einige bislang übersehene Brombeer-Arten der Sektion Corylifolii im westlichen Mitteleuropa (Gattung Rubus, Rosaceae)
(1982)
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Heinrich E. Weber
- Drei neue Rubus-Arten (sect. Corylifolii) des nordwestlichen Mitteleuropas werden beschrieben: Rubus calvus, nachgewiesen von der Niedereibe bis zum Niederrhein und in den Niederlanden, R. calviformis, gefunden in Westfalen und dem benachbarten Niedersachsen, und R. incisior, der früher als eine Form von R. orthostachys G. BRAUN betrachtet wurde, als streckenweise häufige Art in Westfalen, den Niederlanden und Belgien. Photographien der Holotypen, Raster-Verbreitungskarten und ein Bestimmungsschlüssel zu diesen und ähnlichen Arten sind beigefügt. Zusätzlich ist eine Kombination publiziert: R. pruinosus f. heteracanthus (FRID.) H. E. WEBER (= R. pruinosus f. warmingii).
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Hydrochemische und hydrobiologische Untersuchungen der Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees : mit 4 Tabellen
(1982)
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Stefan Gebauer
Karl Friedrich Herhaus
Jürgen Lethmate
Christian Lucke
Heinz Rottmann
- Die Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees sowie drei Nebengewässer wurden
über einen Zeitraum von 12 Monaten (April 1981-April 1982) hydrochemisch untersucht. Im
Herbst 1981 und im Frühjahr 1982 wurde anhand einer auf den Makrozoobenthos beschränkten
Saprobienanalyse von 9 Probestellen der Aa sowie von 2 Probestellen eines durch Fabrikabwässer
beeinflußten Vorfluters die Gewässergüte bestimmt. Im Winter 1981/82 beobachtete
Mikroorganismenkolonien (vornehmlich Abwasserpilz und Schwefelbakterien) wurden kartographiert
und stichprobenartig mikroskopiert. Im Gegensatz zur Aussage der Gewässergütekarte
von NRW (Stand 1980) weisen die erhobenen hydrochemischen und hydrobiologischen
Kenndaten der Ibbenbürener Aa oberhalb des Aasees auf eine Verschlechterung der Gewässergüte
nach Güteklasse 11-111 ("kritisch belastet") hin. Der durch Fabrikabwässer beeinflußte
Vorfluter mußte in die Güteklasse 11I ("stark verschmutzt") eingeordnet werden. Durch das im
Winter beobachtete z. T. extrem starke Pilztreiben des Abwasserpilzes Leptomitus lacteus ist
diese Güteklasse auch für einen Teil der Nebengewässer angezeigt. Mögliche Ursachen der
ermittelten Güteklasse(n) werden diskutiert.
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Faunistisch-ökologische Untersuchungen zur Molluskenfauna des Breenbachtales, Landkreis Osnabrück : mit 1 Tabelle
(1982)
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Herbert Zucchi
Christian Rannenberg
- Im Breenbachtal im südlichen Landkreis Osnabrück wurden 37 Molluskenarten
festgestellt. Die 8 untersuchten Flächen zeigten eine sehr verschiedene Anzahl von Arten. Die
am Bachlauf liegenden Fischteiche beeinflussen sowohl das Vorkommen als auch das Fehlen
bestimmter Arten. Sollte die Straße B 51 in der geplanten Weise in das Bachtal gelegt werden, so
werden mit Sicherheit die an Gewässer und Feuchtgebiete gebundenen Formen abnehmen.
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Der Schwertschwanz Euproops (Xiphosurida, Limulina, Euproopacea) aus dem Ober-Karbon des Piesbergs bei Osnabrück
(1982)
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Carsten Brauckmann
- Xiphosuriden (Schwertschwänze) sind in einigen Fazies-Bereichen des Ober-
Karbons (Silesium) recht weit verbreitet und an einigen wenigen FundsteIlen sogar häufig. Im
paralisehen Ober-Karbon West-Deutschlands sind sie jedoch sehr selten. Vor kurzem ist nun ein
neues Opisthosoma der Xiphosuren-Gattung Euproops in Gesteinen des Westfalium 0 vom
Piesberg nördlich Osnabrücks gefunden worden, das wahrscheinlich konspezifisch ist mit den 4
schon früher an derselben Lokalität aufgesammelten Stücken (BÖLSCHE 1875; BOEKSCHOTEN
1968). Die Erhaltung aller Stücke vom Piesberg erlaubt jedoch keine genauere Bestimmung als
Euproops sp. In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, daß noch erhebliche
Schwierigkeiten hinsichtlich der infragenerischen Systematik von Euproops bestehen, da noch
nicht genügend bekannt ist über die spezifische Variabilität und Ontogenie dieser merkmalsarmen
Gattung. Nach den neuen Untersuchungen über die Lebensweise von Euproops danae
durch FISHER (1979) dürfte auch die Euproops-Form vom Piesberg weitgehend subaerisch gelebt
haben.
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Faunistisch-ökologische Untersuchungen an der Carabidenfauna naturnaher Biotope im Hahnenmoor (Coleoptera, Carabidae) : mit 10 Tabellen
(1982)
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Thorsten Aßmann
- 1981 wurde die Carabidenfauna von 12 pflanzensoziologisch charakterisierten
FangsteIlen (Moorheiden mit Sphagnum papillosum und anderen Arten, trockene Austrocknungsstadien
des Hochmoores ohne Sphagnum, Schwingdecken bäuerlicher Torfstiche, ein
Betuletum pubescentis sowie ein Vaccinium-Betula-Wald) mit BARBER-Fallen im Hahnenmoor,
50 km nordwestlich von Osnabück, untersucht.
3 Konkordanz-Analysen nach RENKONEN werden durchgeführt. Mit Hilfe der Diskordanz werden
die Relativlagen der Carabidengesellschaften im dreidimensionalen Raum nach der Methode
von KOTH ermittelt. Bis auf eine Ausnahme genügt dazu eine Lageunschärfe der Relativlagen von
5%. Mit den Raumachsen dieser Modelle fallen wahrscheinlich Umweltgradienten zusammen.
Erkannt werden konnten 3 Gradienten, die artverteilende Bedeutung haben können: Trophiegrad,
Bodenfeuchte und Sonnenexposition der Bodenoberfläche. In einem Modell konnten 7
Ergebnisse aus 6 Untersuchungsgebieten und 5 Untersuchungszeiträumen widerspruchsfrei im
dreidimensionalen Raum angeordnet werden.
Für oligo- bis minerotrophe Moore typische Arten wie Agonum ericeti und Agonum munsteri
kommen noch vor. Diese Arten sind durch Nährstoffanreicherung, Beschattung durch Birken und
andere Faktoren stark bedroht. Indikatoren für minero- bis mesotrophe Moorbereiche werden
bereits gefunden: Agonum fuligonosum und Pterostichus minor. Die Austrocknungsstadien des
Hochmoores werden von Bembidion humerale, Anisodactylus nemorivagus und anderen für
solche Flächen typische Arten bewohnt. Ein Moorbrand hatte auf die Carabidengesellschaft
keinen nachhaltigen Einfluß: die Arten überlebten den Brand (z. B. Dyschirius globosus) oder
wanderten danach wieder ein. Es wird auf die Bedeutung dieses Hochmoorrestes als Refugium
für seltene Tiere und Pflanzen hingewiesen.