Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 4 (1976)
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Die Fische und Großkrebse der oberen und mittleren Hase
(1976)
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Heinrich E. Weber
- Der Fischbestand der Hase. eines 174 km langen Nebenflusses der Ems,
wird (im wesentlichen durch Umfrage bei den Fischereiberechtigten) für die insgesamt
93,2 km lange Strecke von der Quelle bis Quakenbrück ermittelt. Von den (mindestens)
28 ehemals vorhandenen einheimischen Arten sind 7 inzwischen verschollen oder nachweislich
ausgestorben, fast ebenso viele sind nur noch in Restbeständen erhalten. Die
Gründe für den Rückgang werden diskutiert. 5 Arten sind zusätzlich eingesetzt oder verwildert.
Die fischereilich wichtigen Arten können sich heute im Fluß nicht ausreichend
vermehren und werden planmäßig eingesetzt. Die Arten sind in charakteristischer Weise
auf die natürlichen Flußregionen verteilt und spiegeln andererseits auch die unterschiedlichen
Saprobieverhältnisse wider. Der noch um 1900 in der Hase und überhaupt im Raum
Osnabrück häufige Flußkrebs ist heute anscheinend bis auf eine einzige. unter Schutz
zu stellende Reliktpopulation an der oberen Wierau ausgestorben.
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Die Vegetation der Hase von der Quelle bis Quakenbrück
(1976)
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Heinrich E. Weber
- Die Vegetationsverhältnisse der Hase, eines 174 km langen Nebenflusses
der Ems, wurden im Sommer 1975 von der Quelle an auf einer Strecke von 93,3 km an
77 Probeabschnitten untersucht. Die Analysen konzentrierten sich dabei auf die Gefäßpflanzen
des Wassers und der Böschungen in ihrer Abhängigkeit von den natürlichen
und anthropogenen Standortsbedingungen. - Im Zusammenhang mit der Beschreibung
der Pflanzengesellschaften werden die morphologische und ökologische Plastizität der
vorkommenden Arten und die dadurch gegebenen Probleme für die syntaxonomische
Zuordnung amphibischer Gesellschaften behandelt. Die Arten werden je nach dem Grad
ihrer Polymorphie, ihrer Amphibie und ihres Standortoptimums in verschiedene Typen
eingeteilt. - Von den zahlreichen Pflanzen.gesellschaften der Hase sind die wichtigsten:
1) als Hydrophytengesellschaft das Sparganio-Potametum pectinati Ass. nov. Als einzige
in der Hase vorhandene gleichzeitig strömungs- und verschmutzungstolerante Gesellschaft
ist sie vor allem im Mittellauf verbreitet. 2) Als Helophytengesellschaft begleitet
das Sagittario-Sparganietum emersi TX. bis auf den quell nahen Oberlauf den Fluß zu
beiden Seiten bis zur Mündung. 3) Als nur periodisch überflutete Epigeophytengesellschaft
ist das Phalaridetum arundinaceae LIBB. parallel dazu an den Böschungen verbreitet.
Ein Vergleich der Hydrophytenflora von der Quelle bis Quakenbrück zeigt nach
einer arten armen quellnahen Strecke eine große Zunahme der Artenmannigfaltigkeit bis
Osnabrück, dann ein starkes Absinken und später bis Quakenbrück wieder eine allmähliche
Zunahme. Einige früher nachweislich auch unterhalb von Osnabrück verbreitete
Arten haben sich heute nur noch im Oberlauf halten können. - Es wird gezeigt, daß
zwischen der Diversität der Hydrophytenflora und den jeweiligen Saprobieverhältnissen
eine enge Abhängigkeit besteht. Dabei werden die Ursachen für das Absterben der Arten
diskutiert. Die vegetationskundlichen Befunde ergeben an den fünf Punkten, für die langfristige
hydrobiologische und chemische Analysen aus dem Zeitraum 1966-69 vorliegen
(NEUMANN 1975 u. a.) noch im Jahr 1975 eine vollständige Koinzidenz. Die Diversität der
Hydrophytenvegetation erweist sich somit als deutlicher Indikator für die ökologische
Beurteilung von Fließgewässern und erlaubt die Einordnung punktueller mikrobiologischer
und chemischer Meßstationen in ein Gesamtgefüge, denn wegen der raschen Erkennbarkeit
der Makrophyten und ihres Zeigerwerts für langfristig wirksame Bedingungen
kann ein Fließgewässer an allen Punkten seiner gesamten Strecke leicht und ohne mehrfache
Analysen ökologisch beurteilt werden. Der untersuchte Haselauf von der Quelle bis
Quakenbrück ist auf dieser Grundlage in unterschiedliche Abschnitte mit verschiedener
Gewässergüte zu gliedern, die oberhalb von Osnabrück zunächst die Klasse I, dann die
Klasse II durchläuft. Diese reicht noch bis in die Stadt hinein, sinkt dann durch verschiedene
Belastungen bis auf III ab und bessert sich erst allmählich wieder (etwa von der
Dütemündung an) bis auf II, wobei hinter der Stadt Bramsche noch einmal eine vorübergehende
Verschlechterung der Saprobieverhältnisse zu beobachten ist. Das 1975 erfaßte
Floreninventar der Hase ist in einem abschließenden Verzeichnis mit 322 Gefäßpflanzen
zusammengestellt.