Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 1 (1972)
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Über zwei seltene parasitische Rotatorienarten Drilophaga bucephalus VEJDOVSKY und Proales gigantea (GLASCOTT)
(1972)
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Walter Koste
- Drilophaga bucephalus und Proales gigantea, zwei parasitisch lebende Rotatorien, wurden
erstmalig in Nordwestdeutschland beobachtet. Zu ihrer Taxonomie und Lebensweise werden
ergänzende Angaben gemacht.
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Über die stammesgeschichtliche Herkunft menschlicher Antriebs- und Verhaltensweisen
(1972)
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Paul Leyhausen
- Es ist mir eine große Freude, heute abend hier - sozusagen als Schlußlicht
Ihrer Vortragsreihe - ein wenig über die Möglichkeiten der Verhaltensforschung
am Menschen zu plaudern. Ich weiß, daß in den letzten
Jahren infolge einer Reihe von mehr oder weniger populären, zum Teil
weit bekannt gewordenen Büchern in der Offentlichkeit ein etwas schiefes
Bild entstanden ist vom Ehrgeiz der Verhaltensforscher, derart, daß die
jetzt eigentlich alles alleine machen möchten nach dem Schema: .Hoppla,
jetzt komm ich, und alles das, was vorher war, werfen wir jetzt auf den
Müllhaufen. U Was wir jedoch wirklich behaupten und auch - glaube ich -
recht gut nachweisen können, ist folgendes: Neue Methoden, neue Möglichkeiten
der Forschung bringen Dinge ans Tageslicht, die bisher und
mit den Methoden der anderen Disziplinen, die sich mit der Forschung
am Menschen und am menschlichen Verhalten befassen, nicht oder nicht
so gut faßbar waren und sind. Wir erweitern so ein wenig den Horizont
dessen, was faßbar wird.
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Vorwort [zum 1. Band der Osnabrücker Naturwissenschaftlichen Mitteilungen]
(1972)
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Ernst Weber
Johannes Niemann
- Von diesem Jahre an, am Beginn des 2. Jahrhunderts der Vereinsgeschichte, werden die wissenschaftlichen Arbeiten nicht mehr unter dem Titel "Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück", sondern als "Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen" erscheinen.
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Prinzipien der Evolution
(1972)
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Bernhard Rensch
- Am Anfang unseres Jahrhunderts war die DARWINsche Selektionstheorie
bereits ziemlich generell anerkannt, aber viele Forscher glaubten, daß
daneben auch unmittelbare Umwelteinflüsse sowie Gebrauch und Nichtgebrauch
von Organen die Erbsubstanz allmählich ändern könnten.
Gerade die Höhlentiere legten eine solche lamarckistische Auffassung
nahe. P. KAMMERER (1912) hatte gezeigt, daß der bekannte Grottenolm
(Proteus anguineus) bei Aufzucht im Licht dunkles Hautpigment und auch
verhältnismäßig normal gestaltete Augen ausbildet, während die Augenanlagen,
speziell die sich bildenden Linsen, bei dunkel gehaltenen Tieren
wieder weitgehend reduziert werden. Die starke Modifikabilität deutete
darauf hin, daß bei anderen, erblich völlig augenlosen Höhlentieren die
Augenrückbildung auf dem Wege einer zunächst nichterblichen Verkümmerung
erfolgt sein könnte. Daß die Obereinstimmungen von erblichen
Merkmalen und Modifikationen auch anders erklärt werden können,
wurde vornehmlich erst durch R. GOLDSCHMIDTs Versuche über mögliche
Parallelinduktion bei Drosophila (1929) erkannt. Heute wissen wir,
daß solche Phänokopien bei sehr zahlreichen Merkmalen auftreten können,
weil sowohl erblich als auch nichterblich bedingte Faktoren in
verschiedenen Phasen des Entwicklungsprozesses in gleicher Weise
steuernd eingreifen können.
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Ein Holzpilz (Polyporaceae s. l.) aus der Unterkreide des Teutoburger Waldes
(1972)
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Klaus Dierßen
- Ein fossiler Pilz an einem Treibholzstück aus dem Osning-Sandstein (Unterkrelde) wird
beschrieben. Der Vergleich mit morphologisch ähnlichen rezenten Arten erlaubt mit hoher
Wahrscheinlichkeit die Zuordnung zu den Polyporaceae im weiteren Sinne (Aphyllophorales).
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Die Evolution des Menschen
(1972)
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Gerhard Heberer
- Wir haben irgendwie einen gemeinsamen Ausgangspunkt mit Nichthominiden,
mit .Nichtmenschen" , das sind Menschenaffen. Nun ist die Frage:
Wie sah dieser Ausgangspunkt aus? Wir können ihn theoretisch zunächst
als eine Ansammlung von Genen auffassen, welche wir modellhaft als
schwarze Punkte darstellen (Abb. 1). Wir wissen, daß von diesem "ancient
rnernber" , wie DARWIN ihn genannt hat, zwei Geschichtslinien ausgegangen
sind: Die eine führte zu den Hominidae und die andere zu den Pongidae.
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Die Entstehung des Lebens
(1972)
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Gottfried Krampitz
- Man kann die Natur des Lebens damit zu definieren beginnen, indem man
diejenigen Eigenschaften zusammenstellt, die lebende Organismen besitzen
und die nichtlebenden Organismen fehlen.
Die Ergebnisse können ein zufriedensteliendes Mittel darstellen, um zwischer)
dieser besonderen zweifachen Teilung des Universums zu unterscheiden.
Alle lebenden Dinge zeigen die Fähigkeit zur unabhängigen Bewegung
gegen eine Kraft. Ein Wassertropfen läuft nur wegen der Anziehungskraft
der Erde nach unten und nicht aus eigenem Vermögen. Im Gegensatz
dazu kann eine Raupe gegen die Erdanziehung nach oben kriechen.
Sogar Lebewesen können bewegungslos erscheinen, aber trotzdem partielle
Bewegungen ausführen. EineAuster kann während ihres Erwachsenenlebens
an einen Felsen geheftet bleiben; sie öffnet und schließt aber
ihre Schale. Pflanzen bewegen sich, wenn sie sich der Sonne zuwenden.
Außerdem gibt es in allen Organismen kontinuierliche Bewegungen innerhalb
der Substanzen, die die Zellen aufbauen.
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Die Entfaltung der Wirbeltiere
(1972)
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Helmut Hölder
- Während die klassische Darstellungsweise der Paläontologie stets vom
Niederen zum Höheren und vom Alteren zum Jüngeren führt, entspricht die Fragestellung
der paläontologischen Forschung einem vergleichenden Hin und Her zwischen den Lebensformen
der Gegenwart und der Vergangenheit. Die folgende Darstellung versucht dem dadurch
Ausdruck zu verleihen, daß die Gegenwart in ihr nicht nur als Ziel des Ausblicks,
sondern auch als Ausgangspunkt der Betrachtung fungiert.
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Carl Altehage : 1.4.1899 - 12.12.1970 ; Nachruf
(1972)
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Wilhelm Stredelmann
- Nach längerer Krankheit verstarb am 12. 12. 1970 in Osnabrück der Vorsitzende
des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück Carl Altehage.
Mit ihm ging ein Mann von uns, der wohl für die meisten naturverbundenen
Osnabrücker zum Begriff geworden war.
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Ausgewählte qualitative und quantitative ornithologische Bestandsaufnahmen aus dem Osnabrücker Raum
(1972)
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Ruth Reichelt
- Der vorliegende Beitrag geht auf langjährige (1965-1971) gemeinsame Untersuchungen
der Verfasserin mit dem Wahlfach Biologie der PHN - Abteilung Osnabrück - zurück.
Die Durchführung und Ergebnisse der qualitativen und quantitativen ornithologischen
Bestandsaufnahmen folgender Projekte werden beschrieben: 1. Hakenholz bei Osnabrück,
2. Wohnsiedlungen der Gemeinde Hellern bei Osnabrück, 3. vergleichende Bestandsaufnahmen
des Friedhofs in Hellern und des Heger Friedhofs, des größten Friedhofs
der Stadt Osnabrück. Die ornithologischen Arbeiten erfolgten in Verbindung mit pflanzensoziologischen
Bestandsaufnahmen unter Einbeziehung der Bodenkunde. Es wird ein
Oberblick über die durchgeführten Untersuchungen und die im Anschluß daran entstandenen
fachwissenschaftlichen Seminararbeiten gegeben.