Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 2 (1997)
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Luzula divulgata KIRSCHNER, eine wenig bekannte Art aus dem Luzula campestris - multiflora - Komplex
(1997)
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Sven Dreyer
- Relativ unbekannt ist bisher Luzula divulgata KIRSCHNER in der Bundesrepublik geblieben.
Die zum Artenkomplex um Luzula campestris (L.) DC. und L. multiflora (EHRH.) LEJ.
gehörende Sippe wurde erst 1979 von KIRSCHNER (Prag) beschrieben. Seit 1990 ist sicher,
daß diese Sippe auch in Sachsen-Anhalt im Bodetal vorkommt, in Thüringen im letztem
Jahrhundert als L. multiflora gesammelt wurde, seitdem aber verschollen ist (DREYER 1991).
In diesem Artikel möchte ich L. divulgata und die bisher bekannten Fundorte vorstellen,
die Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Sippen erläutern sowie eine Bestimmungshilfe
für den L. campestris-multiflora-Komplex vorlegen.
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Myosotis sparsiflora J. C. MIKAN ex POHL - eine Charakterpflanze des mitteldeutschen Trockengebietes
(1997)
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Erik Welk
- Im Rahmen einer am Institut für Geobotanik in Halle angefertigten Diplomarbeit beschäftigte
sich der Verfasser auf Anregung von Prof. H. MEUSEL (†) und Prof. E. J. JÄGER mit der
Erforschung der Biologie des Zerstreutblütigen Vergißmeinnicht Myosotis sparsiflora.
Hierbei handelt es sich um eine relativ seltene, unauffällige und daher wenig bekannte,
vorwiegend winterannuelle Laubwaldpflanze, die im mitteldeutschen Raum noch recht
regelmäßig anzutreffen ist.
Im Gegensatz zur Lebensweise hat die charakteristische Verbreitung der Art schon recht
früh das Interesse pflanzengeographisch arbeitender Botaniker geweckt. So zählte DRUDE
(1902) sie zu den “. . . die verschiedenen hercynischen Waldungen hauptsächlich kennzeichnenden
blühenden Stauden und Kräutern . . . ” und unter der Federführung von MEUSEL
wurde ihrem regionalen Vorkommen in der Reihe der “Verbreitungskarten mitteldeutscher
Leitpflanzen “ besondere Aufmerksamkeit gewidmet (MEUSEL 1944).
HERRMANN MEUSEL war auch derjenige, der die eigentümliche Bindung der Art an erosionsgeprägte
Sonderstandorte erkannte und in den Erläuterungen zur “Chorologie der zentraleuropäischen
Flora” (MEUSEL et al. 1978) andeutete.
Während frühere arealkundliche Arbeiten sich vorrangig mit der Registrierung und Systematisierung
der verschiedenen Arealbilder beschäftigten, wird im vorliegenden Artikel
versucht, Ergebnisse der intensiven Erforschung der Lebensweise der Art zu ihrer Verbreitung
in Beziehung zu setzen. Damit soll ein kleiner Diskussionsbeitrag zu der von E.
J. JÄGER in Halle begründeten modernen Forschungsrichtung der kausalen Phytochorologie
der zentraleuropäischen Gefäßpflanzenflora geleistet werden.
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Nomenklatorisch-taxonomische Änderungen in der 16. Auflage der von W. Rothmaler begründeten Exkursionsflora von Deutschland
(1997)
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Uwe Braun
- 1996 ist die 16. Auflage des zweiten Bandes der Exkursionsflora erschienen (ROTHMALER
1996). Verschiedene Kapitel dieses Bandes wurden umfassend überarbeitet oder neu erstellt.
Zahlreiche für Deutschland neue Arten wurden aufgenommen und in die Schlüssel
eingearbeitet, andere Sippen mußten gestrichen werden, da sie nicht oder nicht mehr im
Gebiet vorkommen. Die Angaben zur Verbreitung in Deutschland, zur Soziologie und zum
Naturschutz sind gleichfalls völlig überarbeitet worden.
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Zum Stand der aktuellen floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt
(1997)
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Dieter Frank
- Die Erfassung der aktuellen Vorkommen der Gefäßpflanzen in Sachsen-Anhalt mit Nachweisen
ab 1992 speist sich aus mehreren Datenquellen. Die bedeutendste Grundlage ist
die flächendeckende Kartierung, bei der je Meßtischblattquadrant (MTB-Q) ein verantwortlicher
Kartierer eine Gesamtartenliste und Fundortnachweise für besonders wichtige,
insbesondere für gefährdete Arten zusammenstellt (vgl. FRANK 1996). In Einzelfällen können
Angaben zu Artvorkommen aus Planungsunterlagen übernommen werden. Ebenso ist
die Einbeziehung von Artangaben aus der selektiven Biotopkartierung möglich. Entscheidendes
Auswahlkriterium hierfür ist der Kenntnisstand des jeweiligen Bearbeiters und die
Sorgfalt der Kartierung. Schließlich fließen Einzelmeldungen zu Artvorkommen, die Ergebnisse
wissenschaftlicher Spezialuntersuchungen sowie Angaben aus der Literatur und
aus Qualifikationsarbeiten ein. Die Kompatibilität dieser aus unterschiedlichen Quellen
stammenden Daten ist durch Verwendung einer gemeinsamen Referenzliste für die Sippennamen
und den Bezug auf das Gauß-Krüger-Koordinatensystem gewährleistet. Die
Referenzlisten der Programme ARTDAT, FLOREIN, VEGETAT und BIO sind voll kompatibel
und basieren auf der Standardliste der Gefäßpflanzen (ANONYMUS 1993).
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Nachweise zur Flora Sachsen-Anhalts
(1997)
- In dieser Übersicht werden Beobachtungen in Sachsen-Anhalt aufgeführt, die nicht in das
Untersuchungsgebietes des Botanischen Arbeitskreises Nordharz e. V. fallen. Angaben
aus dem letztgenannten Gebiet werden periodisch in den Abhandlungen des Museum Heineanum
Halberstadt publiziert (vgl. HERDAM 1996).
Bei der Auswahl der Arten wurden vorzugsweise einige gefährdete (s. „Rote Liste ...“,
FRANK et al. 1992) und geschützte Arten (s. Bundesartenschutzverordnung) sowie im betreffenden
Landesteil seltene bzw. an ihrer Verbreitungsgrenze befindliche Arten berücksichtigt.
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Zur Flora von Bitterfeld und Umgebung (6. Beitrag)
(1997)
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Ulrich Wölfel
- Seit dem 5. Beitrag (WÖLFEL 1992a) ist mit der Broschüre „Aktuelle Flora des Landkreises
Bitterfeld“ eine zusammenfassende Darstellung der in den letzten 25 Jahren im Landkreis
Bitterfeld nachgewiesenen Arten erschienen (WÖLFEL 1992b 2). In diesem Artikel
wird auf bemerkenswerte Neufunde aus der Region Bitterfeld (und benachbarten Gebieten)
aus den Jahren 1994-1997 hingewiesen (abweichende Zeitpunkte sind bei der betr. Art
vermerkt). Die Lage der Fundorte wird durch die Landkreis-Kürzel (seit Juli 1994 verändert;
nachfolgend erläutert) und die Angabe des MTB-Viertelquadranten beschrieben.
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Bemerkenswerte Funde aus Sachsen-Anhalt
(1997)
- Die kleine Zusammenstellung enthält bemerkenswerte Neufunde und Bestätigungen aus
den Jahren 1994-1997 aus Sachsen-Anhalt. Bis 1995 sind diese bereits in den Verbreitungsatlas
der Farn- und Blütenpflanzen Ostdeutschlands eingegangen. Der größere Teil
der Angaben stammt aus den von mir in den letzten beiden Jahren kartierten Meßtischblättern
Ziegelroda (4634) und Querfurt (4635), der Rest aus fast ganz Sachsen-Anhalt.
Vor allem beim Quadranten 1 des MTB Ziegelroda zeigte sich, daß er bisher deutlich
unterkartiert gewesen ist. Mit 640 nachgewiesenen Sippen (mit Thüringer Anteil) konnten
mehr als doppelt so viele Arten festgestellt werden, als bis dato aus diesem Quadranten
bekannt waren.
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Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen im Ohrekreis : Ergebnisse der Kartierungsexkursion des Botanischen Vereins Sachsen-Anhalt und des Botanischen Arbeitskreises Nordharz vom 4. - 6.7.1997
(1997)
- Der Botanische Verein Sachsen-Anhalts und der Botanische Arbeitskreis Nordharz führten
vom 4. bis 6. Juli 1997 eine Kartierungsexkursion im Raum Haldensleben durch.
Kartiert wurde insbesondere in den Meßtischblättern 3633 (Calvörde), 3733 (Erxleben)
und 3734 (Haldensleben). Nach der Zahl bereits bekannter Arten (BENKERT et al. 1996)
war der Bearbeitungsstand der Quadranten sehr heterogen und z. T. deutlich unter dem
Niveau vergleichbarer, gut bearbeiteter Felder. Naturräumlich ist das Gebiet reich gegliedert:
Vom Westen her erstreckt sich der Flechtinger Höhenzug (paläozoische Hartgesteine)
mit seinen ausgedehnten Laubmischwäldern in das Kartierungsgebiet und setzt sich
noch mit teilweise unbewaldeten Kuppen nach Osten fort. Hier sind nördliche Ausläufer
der subkontinentalen Steppenfluren zu finden. Die nördlich angrenzenden Calvörder Berge
sind ihrer Entstehung nach Endmoräne.
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Zur Flora in der Umgebung von Tilleda (MTB 4532/4)
(1997)
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Klaus-Jörg Barthel
Jürgen Pusch
- Im Rahmen der floristischen Bestandsaufnahme für die „Flora des Kyffhäusergebirges
und der näheren Umgebung“ (BARTHEL & PUSCH, erscheint voraussichtlich 1999) und für
die „Flora von Sachsen-Anhalt“ untersuchten die Verfasser in den letzten Jahren auch die
Gefäßpflanzen im Umfeld von Tilleda (Landkreis Sangerhausen). Dabei wurde das Untersuchungsgebiet
so ausgewählt, daß sich alle nachfolgend genannten Fundortsangaben auf
den Meßtischblatt-Quadranten 4532/4 (MTB Kelbra) beziehen.