Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 4 (1999)
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Zur Flora von Bitterfeld und Umgebung (7. Beitrag)
(1999)
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Ulrich Wölfel
- Die nachfolgend genannten Neufunde schließen an den 6. Beitrag (WÖLFEL 1997) an.
Die dort benutzten Abkürzungen der Landkreise und die Zuordnung der Fundorte zu
MTB Viertel-Quadranten wurden beibehalten. Soweit nicht anders vermerkt, wurden
die folgenden Arten 1998 und 1999 von mir beobachtet.
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Wasser- und Sumpfpflanzen-Funde im Elb-Havel-Winkel (Biosphärenreservat „Flußlandschaft Elbe“, Sachsen-Anhalt, Landkreis Stendal)
(1999)
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Lothar Täuscher
- Die folgende Zusammenstellung interessanter Wasser- und Sumpfpflanzen-Funde ist das
Ergebnis umfangreicher hydrobotanischer und ökologischer Untersuchungen, die in den
letzten 20 Jahren vom Verfasser an und in Gewässern des Elb-Havel-Winkels in Sachsen-
Anhalt (Landkreis Stendal) durchgeführt wurden (s. TÄUSCHER 1992, 1994, 1995a,
b, 1996a, b, c, 1997, 1998a, b, c, 1999a, b, TÄUSCHER & TÄUSCHER 1993). Es sollen die
genauen Fundorte mitgeteilt werden, um damit einen Beitrag zur Kartierung der Algen,
Moose, Farn- und Blütenpflanzen in Sachsen-Anhalt zu leisten (vgl. FRANK 1996). Im
Vordergrund stehen Wasser- und Sumpfpflanzen-Arten der Roten Listen von Sachsen-
Anhalt (DIETZE 1998; FRANK et al. 1992; MEINUNGER 1995), Arten der BASCHV (1989)
und seltene Arten mit besonderem Interesse für die Bioindikation.
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Vegetation, Verbreitung und Gefährdung basenreich-nährstoffarmer Sümpfe im sachsen-anhaltinischen Harz
(1999)
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Kathrin Baumann
- Basenreiche, nährstoffarme Sümpfe sind in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft nur
noch selten und kleinflächig zu finden und werden deutschlandweit auf der Roten Liste
der gefährdeten Biotoptypen geführt (RIECKEN et al. 1994). Sie sind durch das Vorkommen
kleinseggen- und braunmoosreicher, produktionsschwacher Pflanzengesellschaften
der Klasse Scheuchzerio-Caricetea fuscae (Kleinseggenriede im weiteren Sinne) gekennzeichnet.
Im Rahmen umfassender vegetationsökologischer Untersuchungen der Kleinseggenriede
des gesamten Harzes (BAUMANN 1999) zeigte sich, daß im sachsen-anhaltinischen
Teil dieses Gebirges noch verschiedene Vorkommen auf basenreichem Substrat
existieren, die teilweise extrem seltene und sogar bislang als verschollen geglaubte Phanerogamen-
und Kryptogamen-Arten beherbergen. Die Erhaltung dieser Vorkommen
erfordert nicht nur Kenntnis ihrer Wuchsorte, sondern auch Verständnis ihrer ökologischen
Bedingungen und Standortansprüche. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden
daher verschiedene Aspekte der Vegetation und Ökologie basiphiler Kleinseggenriede erörtert
und daraus Kriterien für die naturschutzfachliche Zustandsbewertung abgeleitet.
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Ein individuenreicher Standort von Ophris apifera HUDS. in Halle (Saale)
(1999)
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Mark Schönbrodt
- Während einer Exkursion in den ehemaligen Bergbaugebieten nordöstlich Halle-Ammendorf
am 07. Juni 1999 wurde vom Verfasser ein Vorkommen von Ophris apifera
aufgefunden.
Der Fundort befindet sich auf dem Plateau der Bergbauhalde „von der Heydt“. Das Alter
der Halde ist nicht genau bekannt, es ist allerdings davon auszugehen, daß das Ende der
Verkippung in den fünfziger bis sechziger Jahren erfolgte. Direkt anschließend dürfte
die Rekultivierung und Aufforstung stattgefunden haben. Im nachfolgend beschriebenen
Teil des Plateaus erfolgte die Anpflanzung von Crataegus spec.).
Der Hauptstandort ist charakterisiert durch eine relativ homogene lockere Crataegus
spec.-Formation, die mit anderen gebüschbildenden Arten untersetzt ist (unter 10 %
Eleagnus angustifolia, Cornus sanguinea, Rosa spec., Sambucus nigra, Ligustrum vulgare,
Corylus avellana). Die Gebüschformation ist teilweise undurchdringlich dicht,
aber auch mit mehr oder weniger großen Freiflächen und locker bestockten Flächen
durchsetzt.
Die Bodenvegetation wird, wie typisch für Sukzessionsstadien in Bergbaufolgelandschaften,
nahezu vollständig von Calamagrostis epigejos gebildet. Als bemerkenswerte Arten
der Begleitvegetation sind Carex ovalis und Tetragonolobus maritimus zu nennen.
Das Gebiet wird von mehreren Wegen durchzogen, die gelegentlich für Motocross und
Reitsport genutzt werden und daher kleinflächig vegetationsfrei sind. Desweiteren sorgen
an einigen Stellen brechende Wildschweine, Hangabbruchkanten sowie Reste der
ehemaligen militärischen Nutzung für Vegetationsfreiheit. Die Fläche des Hauptstandorts
beträgt ca. 20 ha.
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Die Xerothermrasen-Gesellschaften des unteren Unstruttales und einige ökologische Gründe für ihre Verteilung im Raum
(1999)
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Thomas Becker
- Das Gebiet an der unteren Unstrut nimmt hinsichtlich seiner Vegetation und Flora eine
Sonderstellung ein, da sich hier kontinental und (sub-)mediterran verbreitete Sippen
mischen. In den Xerothermrasen profitieren die östlichen Sippen vom subkontinentalen
Klima, während der vorherrschende Muschelkalk-Untergrund und die Sommerwärme
die zahlreichen kalkliebenden südlichen Sippen begünstigen. Daneben stellt das Unstruttal
ein bedeutsames Refugialgebiet reliktischer Steppen- und Mittelmeerarten dar
(BECKER 2000). Alles zusammen bewirkt eine überdurchschnittlich hohe Artenvielfalt und
eine hohe Zahl verschiedener Xerothermrasen-Gesellschaften. Diese Gesellschaften und
die mikroklimatischen und edaphischen Gründe für ihre Verteilung im Raum zu beschreiben,
ist ein Ziel der vorliegenden Arbeit (VGL. BECKER 1996; s.a. BECKER 1998a, b).
Kleinere Teilgebiete des Unstruttales wurden hinsichtlich ihrer Xerothermrasen-Gesellschaften
bereits untersucht, so das NSG Steinklöbe von MEUSEL (1937) sowie HÖLZEL
(1997), das NSG Neue Göhle von ALTEHAGE (1951) und das NSG Tote Täler von REICHHOFF
et al. (1979). Auch bei KRAUSE (1940) finden sich interessante Überlegungen zu
einzelnen Arten, während HENSEN (1997), BÖTTNER et al. (1997), HENSEN & KENTRUP
(1998) und HEINZ & PFEIFFER (1998) mehrere Gesellschaften im Gebiet hinsichtlich der
Lebensstrategien ihrer Arten untersucht haben. Schließlich sei noch die Studie von MAHN
(1965) genannt, mit der man die pflanzensoziologischen Ergebnisse in einen größeren
Kontext stellen kann.
Mit der Rolle von Mikroklima und Boden in herzynischen Xerothermrasen haben sich
u.a. HELMECKE (1972), REICHHOFF (1979, 1980) und SCHLÜTER & BALLER (1982) befaßt.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grundlegenden Arbeiten von VOLK (1936, 1937b),
HEILIG (1931) und DÖRR (1941).
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Beiträge zur aktuellen Flora der Gegend um Havelberg
(1999)
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Wolfgang Fischer
- Der Beitrag umfaßt eigene floristische Beobachtungen aus dem Havelberger Gebiet, überwiegend
der Jahre 1989 bis 1999. Fundangaben des Beitrages von BURKART, KUMMER &
FISCHER (1995) werden hier nur ausnahmsweise aufgenommen.
Über die früheren Verhältnisse des Havelberger Florengebietes sind wir durch viele Publikationen
seit JOACHIMI (1794) unterrichtet. Das umfangreichste Material finden wir bei ASCHERSON
(1864), WARNSTORF (1879), POTONIE (1882) und ASCHERSON & POTONIE (1885). Der Botanische
Verein der Provinz Brandenburg tagte 1911 und 1934 in Havelberg. Von den Ergebnissen
der Exkursionen anläßlich der Tagungen liegen Berichte (HOFFMANN 1911, ULBRICH 1934) vor.
In den Flußauen von Havel und Elbe ist eine artenreiche Flora erhalten geblieben. Rückgang
und Schwund betrifft hier nur eine beschränkte Anzahl von Arten. Als verschwunden gelten
z.B. Clematis recta, Hypericum hirsutum (von mir zuletzt 1951 im Mühlenholz beobachtet),
Iris sibirica (von mir 1967 noch in großen Mengen am alten Jederitzer Weg zwischen dem
Glien und dem Jederitzer Holz beobachtet in der nassen Ausbildungsform der Auwiese [Cnidio-
Deschampsietum]), Nymphoides peltata und Peucedanum officinale.