Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 12 (2007)
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Aktuelle Funde von "Solanum"-Arten in Sachsen-Anhalt
(2007)
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Frank Böhme
Eckhard Herz
Heino John
- Der Artrang des Rotbeerigen Nachtschattens Solanum alatum MOENCH [Solanum villosum
ssp. alatum (MOENCH) EDMONDS; Solanum miniatum BERNH.] und des Gelbbeerigen Nachtschattens
Solanum villosum MILL. s. str. [Solanum villosum ssp. villosum; Solanum luteum
MILL.] wird bis heute je nach Autor kontrovers angegeben. So vereinigen WISSKIRCHEN &
HAEUPLER (1998: 480), HAWKES & EDMONDS (1972: 197-198) sowie EDMONDS & CHWEYA (1997)
die beiden Sippen unter Solanum villosum und unterscheiden sie als Unterarten. ROTHMALER
et al. (2005: 562) trennen beide Sippen voneinander im Artrang
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Aktuelle Nachweise von Samenpflanzen in der Umgebung von Halle (Saale)
(2007)
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Heino John
Jens Stolle
- Dieser Beitrag ergänzt die von JOHN & STOLLE (2006) veröffentlichten Nachweise.
Abkürzungen für die Land- und Stadtkreise (nach Kreisreform 2007):
ABI – Landkreis Anhalt-Bitterfeld
BLK – Landkreis Burgenland
HAL – Stadtkreis Halle
MSH – Landkreis Mansfeld-Südharz
SK – Saalekreis
WB – Landkreis Wittenberg.
Die Funde stammen aus dem Jahr 2007, wenn nicht anders vermerkt.
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Althaea hirsuta L. - ein Neufund für Sachsen-Anhalt und Angaben zur aktuellen Bestandssituation in Mitteldeutschland
(2007)
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Stefan Meyer
Heino John
- Im Rahmen des Projektes „Biodiversität in der Agrarlandschaft – Aufbau eines Netzes von
Schutzäckern für Ackerwildkräuter in Mitteldeutschland“ der Georg-August-Universität Göttingen
(Abt. Ökologie und Ökosystemforschung) und des FiBL Deutschland e.V. (Forschungsinstitut
für Biologischen Landbau, Witzenhausen) erfolgte in der Vegetationsperiode 2007
eine auf 5 km² Fläche angelegte Strukturkartierung im Gebiet der Schmoner Hänge (SK 4635/
3 und 4635/4). Ausgewählt wurde dieser Standort, da er durch seinen Strukturreichtum noch
eine Fülle andernorts bereits verschwundener oder seltener Segetalarten beherbergt. Im Untersuchungsraum
wurden alle Ackerränder hinsichtlich des Vorkommens seltener Segetalarten
kartiert, um daraus spätere Rückschlüsse auf die Verbreitungsmuster einzelner Sippen
ziehen zu können. Durch die Kartierung konnten im MTBQ 4635/4 u. a. folgende bemerkenswerte
Ackerwildkräuter nachgewiesen werden (Nomenklatur nach WISSKIRCHEN & HAEUPLER
1998): Adonis aestivalis, Anagallis foemina, Bupleurum rotundifolium (Erstnachweis), Galium
tricornutum, Galeopsis angustifolia, Fumaria vaillantii, Anthemis cotula, Ajuga chamaepitys,
Euphorbia exigua, Valerianella dentata, Lathyrus tuberosus, Consolida regalis, Nonea
pulla, Neslia paniculata, Caucalis platycarpos, Camelina microcarpa, Lithospermum arvense
ssp. arvense, Torilis arvensis und Sherardia arvensis.
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Bemerkenswerte Arten nach Straßenbaumaßnahmen in Salzwedel
(2007)
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Günter Brennenstuhl
- Die Errichtung von Straßenbauwerken ist nicht nur mit erheblichen Eingriffen in bestehende
Biozönosen verbunden, sondern entzieht auch umfangreiche Flächen für immer dem Naturhaushalt.
In den Randbereichen vermag sich während der Bauphase und nach dem Baugeschehen
eine bescheidene, anthropogen geprägte Flora zu entwickeln, die aber durchaus bemerkenswerte
Arten aufweisen kann. Da durch Baumaschinen und Transportfahrzeuge, insbesondere
durch die Anfuhr von Kies, Füllboden und Muttererde, Diasporen über weite Strecken verschleppt
werden, erweisen sich Beobachtungen an solchen Orten oft als lohnenswert. Möglichkeiten
dazu ergaben sich dem Verfasser durch die Neutrassierung der Bundesstraßen 71 und 248 im
Stadtgebiet von Salzwedel. Für den 2004 begonnenen und im Mai 2006 für den Verkehr teilweise
freigegebenen innerstädtischen Abschnitt mit zweispurigem Kreisverkehr und Fußgängertunnel,
der Überquerung der Bahnlinie Stendal – Salzwedel – Uelzen durch ein Brückenbauwerk
und einem weiteren Kreisverkehr in Richtung Lüchow waren umfangreiche Erdbewegungen,
insbesondere für die Aufschüttung der Brückenrampe, erforderlich. Die Seitenstreifen der Fahrbahn
und die entstandenen Böschungen wurden mit Füll- bzw. Mutterboden abgedeckt, durch
Grasansaat stabilisiert und teilweise mit Gehölzen locker bepflanzt. Ab September 2006 sind die
Randstreifen, Böschungen und Splitterflächen einer Pflegemahd unterzogen worden, wodurch
etliche Arten nicht zur Samenreife gelangen konnten.
Entlang der neuen Trasse wurden auf einer Länge von etwa 2 km ab Herbst 2004 bis einschließlich
Juli 2007 in unregelmäßigen Abständen Beobachtungen vorgenommen. Neben den für solche
Standorte typischen Ubiquisten, Ruderal- und Segetalarten wurden auch einige für die Altmark
bemerkenswerte Sippen – hauptsächlich Adventive und Neophyten – nachgewiesen, worüber
hier berichtet wird. Dabei werden nur solche Arten aufgeführt, die im Kreisgebiet selten bis
zerstreut und/oder unbeständig auftreten. Um den Nachweisen eine gewisse Wertigkeit zuzuordnen,
wird ein Vergleich mit der Häufigkeit im Gebiet des Altkreises Salzwedel (AKS) vorgenommen.
Erkennbare Einbürgerungs- bzw. Ausbreitungstendenzen werden angegeben. Bei Arten,
die bisher im Messtischblatt-Quadranten noch nicht nachgewiesen wurden, wird die entsprechende
MTB-Nummer aufgeführt. Die Nomenklatur folgt ROTHMAHLER (2005).
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Bemerkenswerte Pflanzenfunde in Sachsen-Anhalt : 3. Beitrag
(2007)
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Anselm Krumbiegel
- In den Jahren 2006 und 2007 konnten wieder einige Nachweise seltener bzw. bemerkenswerter
Arten zusammengetragen werden. Es sind sowohl Erstnachweise als auch Bestätigungen älterer
Angaben. Bei insgesamt weniger seltenen Arten sind vor allem solche Funde angegeben, die in
der Datensammlung für die geplante Landesflora aktuell nicht berücksichtigt sind.
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Bibliographie botanischer Literatur über Sachsen-Anhalt 2006, 2007
(2007)
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Anselm Krumbiegel
- Die Bibliographie zur botanischen Literatur über Sachsen-Anhalt wird mit Nachträgen zu 2006
sowie den bisher zugänglichen Publikationen und Abschlussarbeiten von 2007 fortgesetzt.
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Bunte Blumenwiesen - Erhöhung der Biodiversität oder Verstoß gegen Naturschutzrecht?
(2007)
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Dieter Frank
Heino John
- Die Artenzusammensetzung von Ansaatgrünland in der freien Landschaft wurde beispielhaft
überprüft. Es konnte die Etablierung sowohl von Kulturformen indigener Arten als auch fremder
Taxa, wie Dianthus giganteus und Centaurea scabiosa ssp. fritschii, nachgewiesen werden.
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Bupleurum virgatum Cav. [B. gerardii auct.; Apiaceae] im LSG "Harbke-Allertal"
(2007)
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Constanze Hofman
- Im Rahmen der Untersuchungen an Trockenbiotopen im Allertal (Landkreis Börde, Sachsen-
Anhalt) wurden im Jahr 2007 auf mehreren flächenhaften Naturdenkmalen vegetationskundliche
Kartierarbeiten durchgeführt.
Während dieser Kartierarbeiten wurde ein neuer Fundort von Bupleurum virgatum CAV. [Bupleurum
gerardii auct.], dem Ruten-Hasenohr, nachgewiesen. Die Art gilt in Sachsen-Anhalt
sowie in ganz Deutschland als vom Aussterben bedroht (FRANK et al. 2004, KORNECK et al.
1996). Das Ruten-Hasenohr ist sehr unauffällig und leicht zu übersehen. Bisher war es nur
noch vom Alten Falkenstein im Selketal bekannt (BENKERT et al. 1996, HERRMANN & KISON
2004, HERRMANN 2005).
Der Nachweis im Allertal macht Hoffnung, dass die Art auf ähnlichen Standorten noch nachweisbar
sein könnte. Daher erfolgt hier eine Beschreibung der Standortverhältnisse am Generalsberg
S Groß-Bartensleben (MTB Helmstedt, 3732/4).
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Die Kleingewässer der Colbitz-Letzlinger Heide unter besonderer Berücksichtigung der Vegetation
(2007)
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Claus Werstat
- Die Colbitz-Letzlinger Heide liegt in Sachsen-Anhalt nordwestlich von Magdeburg. Sie
nimmt eine Fläche von über 700 km² ein, darin eingeschlossen liegt der Truppenübungsplatz
„Altmark“ mit 220 km². Das Gebiet gehört naturräumlich zu den Altmarkheiden und
geologisch zum Altpleistozän. Seit Beginn der militärischen Nutzung 1935 sind bis heute
große Teile des Heidegebietes nur begrenzt zugänglich. Zu den Kleingewässern liegen daher
kaum Angaben vor.
Die 58 untersuchten Kleingewässer erreichen durchschnittlich eine Gesamtgröße (inklusive
Uferbereiche) von nur 2700 m². Sie sind sehr flach und haben in der Regel weder Zunoch
Abfluss. Sie werden fast ausschließlich vom Niederschlag gespeist. Hinsichtlich ihrer
sehr unterschiedlichen Wasserführung konnten in Anlehnung an KALETTKA (1996) vier Typen
von Kleingewässern unterschieden werden.
Neben der Lage, Größe und Wasserführung der Gewässer wurde vor allem deren Vegetation
untersucht. Sie gibt Auskunft über die Pflanzengesellschaften unter den gegebenen Standortverhältnissen
der Colbitz-Letzlinger Heide.
Die Variabilität der Standortfaktoren, insbesondere die räumliche und zeitliche Dynamik des
Wassers erschwert das Erkennen und Erfassen der Pflanzengesellschaften. Die klassischen
Methoden der Pflanzensoziologie bringen daher vielfach nicht den gewünschten Erfolg. Der
erste Teil der Untersuchungen folgt daher HAMEL (1988) und MIERWALD (1993) und untersucht
die Vegetation nach den auftretenden Vegetationskomplexen. Diese setzen sich aus mehreren
pflanzensoziologisch abgrenzbaren Beständen zusammen, die das Nebeneinander verschiedener
ökologischer Standortbedingungen auf kleinem Raum widerspiegeln.
Im zweiten Teil wird zusätzlich eine klassische vegetationskundliche Analyse vorgelegt.
Beide Methoden ergänzen sich in ihrer Aussage. Der Anhang bietet eine Übersicht über die
Kleingewässer.
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Fundorte bemerkenswerter Pflanzenarten in Sachsen-Anhalt
(2007)
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Heinz Ziesche
- In diesem Beitrag werden Neufunde (bezogen auf die Rastereinheit Messtischblatt-Quadrant)
ab dem Jahr 2000 sowie Wiederbestätigungen bemerkenswerter Farn- und Blütenpflanzen in
Sachsen-Anhalt genannt, welche die Kenntnisse über die Verbreitung der Arten im Bundesland
erweitern sowie mögliche Tendenzen andeuten.
Die zeitlichen Angaben beziehen sich auf den Kenntnisstand des „Verbreitungsatlas der Farnund
Blütenpflanzen Ostdeutschlands“ (BENKERT et al. 1996) sowie auf aktuelle Kartierungsmitteilungen.