Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 12 (2007)
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Fundorte bemerkenswerter Pflanzenarten in Sachsen-Anhalt
(2007)
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Heinz Ziesche
- In diesem Beitrag werden Neufunde (bezogen auf die Rastereinheit Messtischblatt-Quadrant)
ab dem Jahr 2000 sowie Wiederbestätigungen bemerkenswerter Farn- und Blütenpflanzen in
Sachsen-Anhalt genannt, welche die Kenntnisse über die Verbreitung der Arten im Bundesland
erweitern sowie mögliche Tendenzen andeuten.
Die zeitlichen Angaben beziehen sich auf den Kenntnisstand des „Verbreitungsatlas der Farnund
Blütenpflanzen Ostdeutschlands“ (BENKERT et al. 1996) sowie auf aktuelle Kartierungsmitteilungen.
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Zur Unterscheidung von Dipsacus pilosus L. und Dipsacus strigosus WILLDENOW ex ROEMER et SCHULTES
(2007)
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Wolfgang Ahrens
- Dipsacus strigosus WILLDENOW ex ROEMER et SCHULTES 1818 ist nach WISSKIRCHEN & HAEUPLER
(1998) in Deutschland ein zumindest regional fest eingebürgerter Neophyt. Allerdings ist
die Sippe in der Vergangenheit immer wieder mit der indigenen Dipsacus pilosus L. 1753
verwechselt worden und aus diesem Grunde wohl als bestimmungskritisch anzusehen, obwohl
die Verschlüsselung in ROTHMALER, Band 4, seit der 9. Auflage (2002) eine eindeutige
Bestimmung ermöglicht. In die verbreiteten Bestimmungswerke wurde Dipsacus strigosus
erst im letzten Jahrzehnt aufgenommen. Die Sippe ist in den neueren Auflagen von SCHMEIL
(2000), OBERDORFER (2001) und ROTHMALER (2002) verschlüsselt und in HAEUPLER & MUER
(2000) abgebildet, fehlt aber noch in ROTHMALER, BAND 2 (1996).
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Althaea hirsuta L. - ein Neufund für Sachsen-Anhalt und Angaben zur aktuellen Bestandssituation in Mitteldeutschland
(2007)
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Stefan Meyer
Heino John
- Im Rahmen des Projektes „Biodiversität in der Agrarlandschaft – Aufbau eines Netzes von
Schutzäckern für Ackerwildkräuter in Mitteldeutschland“ der Georg-August-Universität Göttingen
(Abt. Ökologie und Ökosystemforschung) und des FiBL Deutschland e.V. (Forschungsinstitut
für Biologischen Landbau, Witzenhausen) erfolgte in der Vegetationsperiode 2007
eine auf 5 km² Fläche angelegte Strukturkartierung im Gebiet der Schmoner Hänge (SK 4635/
3 und 4635/4). Ausgewählt wurde dieser Standort, da er durch seinen Strukturreichtum noch
eine Fülle andernorts bereits verschwundener oder seltener Segetalarten beherbergt. Im Untersuchungsraum
wurden alle Ackerränder hinsichtlich des Vorkommens seltener Segetalarten
kartiert, um daraus spätere Rückschlüsse auf die Verbreitungsmuster einzelner Sippen
ziehen zu können. Durch die Kartierung konnten im MTBQ 4635/4 u. a. folgende bemerkenswerte
Ackerwildkräuter nachgewiesen werden (Nomenklatur nach WISSKIRCHEN & HAEUPLER
1998): Adonis aestivalis, Anagallis foemina, Bupleurum rotundifolium (Erstnachweis), Galium
tricornutum, Galeopsis angustifolia, Fumaria vaillantii, Anthemis cotula, Ajuga chamaepitys,
Euphorbia exigua, Valerianella dentata, Lathyrus tuberosus, Consolida regalis, Nonea
pulla, Neslia paniculata, Caucalis platycarpos, Camelina microcarpa, Lithospermum arvense
ssp. arvense, Torilis arvensis und Sherardia arvensis.
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Bibliographie botanischer Literatur über Sachsen-Anhalt 2006, 2007
(2007)
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Anselm Krumbiegel
- Die Bibliographie zur botanischen Literatur über Sachsen-Anhalt wird mit Nachträgen zu 2006
sowie den bisher zugänglichen Publikationen und Abschlussarbeiten von 2007 fortgesetzt.
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Bemerkenswerte Pflanzenfunde in Sachsen-Anhalt : 3. Beitrag
(2007)
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Anselm Krumbiegel
- In den Jahren 2006 und 2007 konnten wieder einige Nachweise seltener bzw. bemerkenswerter
Arten zusammengetragen werden. Es sind sowohl Erstnachweise als auch Bestätigungen älterer
Angaben. Bei insgesamt weniger seltenen Arten sind vor allem solche Funde angegeben, die in
der Datensammlung für die geplante Landesflora aktuell nicht berücksichtigt sind.
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Aktuelle Funde von "Solanum"-Arten in Sachsen-Anhalt
(2007)
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Frank Böhme
Eckhard Herz
Heino John
- Der Artrang des Rotbeerigen Nachtschattens Solanum alatum MOENCH [Solanum villosum
ssp. alatum (MOENCH) EDMONDS; Solanum miniatum BERNH.] und des Gelbbeerigen Nachtschattens
Solanum villosum MILL. s. str. [Solanum villosum ssp. villosum; Solanum luteum
MILL.] wird bis heute je nach Autor kontrovers angegeben. So vereinigen WISSKIRCHEN &
HAEUPLER (1998: 480), HAWKES & EDMONDS (1972: 197-198) sowie EDMONDS & CHWEYA (1997)
die beiden Sippen unter Solanum villosum und unterscheiden sie als Unterarten. ROTHMALER
et al. (2005: 562) trennen beide Sippen voneinander im Artrang
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Salbei-Arten in Deutschland, die noch nicht im Rothmaler stehen
(2007)
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Heino John
Frank Böhme
- KARL BERNAU (1932) vermerkte in seinem kleinen Beitrag über „Neu-Ankömmlinge in unserer
Pflanzenwelt“ das Auftreten zweier fremder Salbei-Arten am Bahndamm zwischen Mücheln
und Langeneichstädt westlich von Merseburg: „Einen besonderen Schmuck bilden einige
Salbeiarten, … so die Verbenen-Salbei (Salvia verbenacea VAHL) und die Muskateller-Salbei
(Salvia sclarea L.) …“.
Wir glaubten Salvia verbenacea VAHL (gemeint ist sicherlich Salvia verbenaca L., von LINNÉ
als orthographische Variante auch Salvia verbenacea bezeichnet) wieder aufgefunden zu haben
und fügten unserem Beitrag (JOHN & STOLLE 2006: 24-25) ein Bild dieser Pflanze von G.
HENSEL (Merseburg) bei.
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Die Kleingewässer der Colbitz-Letzlinger Heide unter besonderer Berücksichtigung der Vegetation
(2007)
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Claus Werstat
- Die Colbitz-Letzlinger Heide liegt in Sachsen-Anhalt nordwestlich von Magdeburg. Sie
nimmt eine Fläche von über 700 km² ein, darin eingeschlossen liegt der Truppenübungsplatz
„Altmark“ mit 220 km². Das Gebiet gehört naturräumlich zu den Altmarkheiden und
geologisch zum Altpleistozän. Seit Beginn der militärischen Nutzung 1935 sind bis heute
große Teile des Heidegebietes nur begrenzt zugänglich. Zu den Kleingewässern liegen daher
kaum Angaben vor.
Die 58 untersuchten Kleingewässer erreichen durchschnittlich eine Gesamtgröße (inklusive
Uferbereiche) von nur 2700 m². Sie sind sehr flach und haben in der Regel weder Zunoch
Abfluss. Sie werden fast ausschließlich vom Niederschlag gespeist. Hinsichtlich ihrer
sehr unterschiedlichen Wasserführung konnten in Anlehnung an KALETTKA (1996) vier Typen
von Kleingewässern unterschieden werden.
Neben der Lage, Größe und Wasserführung der Gewässer wurde vor allem deren Vegetation
untersucht. Sie gibt Auskunft über die Pflanzengesellschaften unter den gegebenen Standortverhältnissen
der Colbitz-Letzlinger Heide.
Die Variabilität der Standortfaktoren, insbesondere die räumliche und zeitliche Dynamik des
Wassers erschwert das Erkennen und Erfassen der Pflanzengesellschaften. Die klassischen
Methoden der Pflanzensoziologie bringen daher vielfach nicht den gewünschten Erfolg. Der
erste Teil der Untersuchungen folgt daher HAMEL (1988) und MIERWALD (1993) und untersucht
die Vegetation nach den auftretenden Vegetationskomplexen. Diese setzen sich aus mehreren
pflanzensoziologisch abgrenzbaren Beständen zusammen, die das Nebeneinander verschiedener
ökologischer Standortbedingungen auf kleinem Raum widerspiegeln.
Im zweiten Teil wird zusätzlich eine klassische vegetationskundliche Analyse vorgelegt.
Beide Methoden ergänzen sich in ihrer Aussage. Der Anhang bietet eine Übersicht über die
Kleingewässer.
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Zur Einwanderungs- und Ausbreitungsgeschichte von Corispermum leptopterum (Aschers.) Iljin im Raum Salzwedel
(2007)
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Günter Brennenstuhl
- Der Schmalflügelige Wanzensame, Corispermum leptopterum (ASCHERS.) ILJIN, gehört zu einer
Gruppe von Arten, deren Verbreitungskarten eigentlich jedes Jahr neu erstellt werden
müssten. Da sich die meisten Nachweise auf Sekundärstandorte (Umschlagsplätze wie Bahnund
Hafenanlagen, Baugebiete, Sand- und Kieshaufen) beziehen, wo lediglich ein ephemeres
Auftreten möglich ist, können die Fundortangaben und ihre kartografische Darstellung immer
nur für einen kurzen Zeitraum aussagekräftig sein.
Die sommerannuelle, in Europa subkontinentales Klima bevorzugende Art benötigt zur Entwicklung
trockene, (schwach) stickstoffbeeinflusste, basenreiche, humusarme, rohe Sand- und
Kiesböden (OBERDORFER 1990, ROTHMALER 2005, WEGENER 1987). Diesen, im Gegensatz zu
anderen Ruderalarten, sehr spezifischen Standortansprüchen kann selbst die durch sandreiche
Diluvialablagerungen gekennzeichnete Altmark nur wenig gerecht werden. Es ist deshalb nicht
verwunderlich, dass der Wanzensame im Raum Salzwedel in naturnahen Sandtrockenrasen
bisher nicht nachgewiesen wurde. Vielmehr verhält sich die Art auch hier wie ein „kulturabhängiger
Epökophyt“ (KRISCH 1987), wobei Ansiedlungen an relativ ungestörten Standorten
durchaus mehrere Jahre beständig sein können, dann aber dem Konkurrenzdruck durch perennierende
Sippen erliegen. Somit beziehen sich alle im Gebiet um Salzwedel erbrachten Nachweise,
die auch Eingang in die Verbreitungskarten (BENKERT et al. 1996, Entwurf zum Verbreitungsatlas
für Sachsen-Anhalt) gefunden haben, auf Sekundärstandorte in Kiesgruben bzw.
stehen im Zusammenhang mit Sand- und anderen Schüttguttransporten. Von drei bemerkenswerten
Vorkommen mit hohen Individuenzahlen wurde über zwei Jahrzehnte die Standortdynamik
verfolgt, darunter auch die der von KÖCK (1986) erwähnten Phosphorithalde bei Salzwedel.
Die Ergebnisse der sporadischen Beobachtungen und Beispiele für die Verschleppung
der Art in das nähere und weitere Umfeld werden nachstehend vorgelegt
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Bupleurum virgatum Cav. [B. gerardii auct.; Apiaceae] im LSG "Harbke-Allertal"
(2007)
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Constanze Hofman
- Im Rahmen der Untersuchungen an Trockenbiotopen im Allertal (Landkreis Börde, Sachsen-
Anhalt) wurden im Jahr 2007 auf mehreren flächenhaften Naturdenkmalen vegetationskundliche
Kartierarbeiten durchgeführt.
Während dieser Kartierarbeiten wurde ein neuer Fundort von Bupleurum virgatum CAV. [Bupleurum
gerardii auct.], dem Ruten-Hasenohr, nachgewiesen. Die Art gilt in Sachsen-Anhalt
sowie in ganz Deutschland als vom Aussterben bedroht (FRANK et al. 2004, KORNECK et al.
1996). Das Ruten-Hasenohr ist sehr unauffällig und leicht zu übersehen. Bisher war es nur
noch vom Alten Falkenstein im Selketal bekannt (BENKERT et al. 1996, HERRMANN & KISON
2004, HERRMANN 2005).
Der Nachweis im Allertal macht Hoffnung, dass die Art auf ähnlichen Standorten noch nachweisbar
sein könnte. Daher erfolgt hier eine Beschreibung der Standortverhältnisse am Generalsberg
S Groß-Bartensleben (MTB Helmstedt, 3732/4).