Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 15 (2010)
9 search hits
-
Wasser- und Sumpfpflanzen-Funde im nördlichen Sachsen-Anhalt
(2010)
-
Lothar Täuscher
Timm Kabus
- Es werden Funde von seltenen
und gefährdeten Wasser- und Sumpfpflanzen in Fließgewässern, Auengewässern, Altwasserflachseen
und Sekundärgewässern (Abgrabungsgewässer, Gräben, Teiche) im Norden von Sachsen-
Anhalt dokumentiert. Für Armleuchteralgen-Funde haben Abgrabungsgewässer im Untersuchungsgebiet
eine besondere Bedeutung. Wasser- und Sumpfpflanzen (13 Rote Liste-Arten)
des Lebensraumtyps 3150 „Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions
oder Hydrocharitions“ zeigen in mehreren Gewässern eine gute Wasserqualität an.
-
Nachtrag zur Brombeerflora von Sachsen-Anhalt mit Nachbargebieten
(2010)
-
Heinrich E. Weber
- WEBER, H. E. (2010): Nachtrag zur Brombeerflora von Sachsen-Anhalt mit Nachbargebieten.
– Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt (Halle) 15: 3–16. Drei neue Rubus-Arten (Haselblattbrombeeren)
der Sektion werden beschrieben: Rubus tilioides W. JANSEN & H. E. WEBER
mit Vorkommen vor allem in Thüringen, außerdem in Sachsen und Sachsen-Anhalt; R. anhaltianus
H. E. WEBER (mittleres bis südwestliches Sachsen-Anhalt, angrenzendes Thüringen)
und R. orbifrons H. E. WEBER (südwestliches Sachsen-Anhalt, ein Nachweis auch im angrenzenden
Thüringen). Neu für Sachsen-Anhalt nachgewiesen wurde Rubus xiphophorus H. E.
WEBER. Außerdem wurden weitere Fundorte für Rubus wahlbergii ARRH. bei Bergwitz und
Helbra in Sachsen-Anhalt ermittelt. Die neuen Arten sind illustriert durch Fotos ihrer Holotypen
und von lebenden Pflanzen im Gelände. Ihre Verbreitung wird durch Auflistung von Herbarbelegen
und durch Rasterkarten mitgeteilt.
-
Ergebnisse der Kartierung der Armleuchteralgen im Süden von Sachsen-Anhalt : 2. Beitrag
(2010)
-
Heiko Korsch
- Nach einer kurzen
Einführung wird das Untersuchungsgebiet im Südteil von Sachsen-Anhalt umgrenzt. Bei den Untersuchungen
konnten 15 Characeen-Arten nachgewiesen werden. Darunter waren mit Chara braunii
und Nitella syncarpa zwei Arten für die aus Sachsen-Anhalt noch keine sicheren Nachweise vorlagen.
Die Häufigkeiten der einzelnen Sippen werden in einer Tabelle und die Artenzahlen in einer
Karte dargestellt. Für die seltenen Arten werden die konkreten Fundorte genannt.
-
Die Moosvegetation des Herrscherbergs und des Bocks bei Nebra (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt)
(2010)
-
Rolf Marstaller
- Im Gebiet des Herrscherbergs und des Bocks bei Nebra, im südlichen Sachsen-Anhalt gelegen,
wurden auf Sandsteinblöcken, Mineralböden, Borke lebender Gehölze und morschem
Holz die Moosgesellschaften und die Moosflora erfasst. Charakteristische Gesellschaften sind
azidophytische Assoziationen der Verbände Grimmion commutatae, Isothecion myosuroidis
und Dicranellion heteromallae, basiphytische Assoziationen der Verbände Grimmion tergestinae,
Grimaldion fragrantis, Neckerion complanatae und Fissidention gracilifolii, epiphytische
Gesellschaften der Verbände Dicrano scoparii-Hypnion filiformis, Ulotion crispae und
Syntrichion laevipilae sowie auf morschem Holz Gesellschaften des Verbandes Bryo-Brachythecion.
Alle Gesellschaften sind durch zahlreiche Aufnahmen in 22 Tabellen dargestellt.
Insgesamt konnten 42 Moosgesellschaften und 155 Moosarten (9 Lebermoose, 146 Laubmoose)
nachgewiesen werden.
-
Die Farn- und Blütenpflanzen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Oranienbaumer Heide
(2010)
-
Heino John
Antje Lorenz
Susanne Osterloh
- John, H.; Lorenz, A. & Osterloh, S.: Die Farn- und Blütenpflanzen des ehemaligen Truppenübungsplatzes
Oranienbaumer Heide – Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt (Halle) 15:
17–54. Die Ergebnisse umfangreicher floristischer Kartierungen von Farn- und Blütenpflanzen
auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Oranienbaumer Heide in den Jahren 2008 bis
2010 werden vorgestellt. Dabei wird vor allem auf naturschutzfachlich wertgebende Pflanzenarten
fokussiert.
Die Oranienbaumer Heide zählt heute aufgrund ihrer Nutzungsgeschichte, der Überschneidung
kontinentaler und subatlantischer Verbreitungsareale sowie vielfältiger Standortbedingungen zu
den artenreichsten Gebieten in Sachsen-Anhalt. Durch umfangreiche Literaturrecherchen sowie
über die Auswertung historischen Kartenmaterials konnten die Nutzungsgeschichte des Gebietes
sowie die historische Flora seit Beginn des 18. Jahrhunderts, zumindest in Teilen, rekonstruiert
werden. Die Recherchen ergaben unter anderem, dass über einen langen Zeitraum
ein Kontinuum an mehr oder weniger großen Offenflächen (Heiden, Magerrasen) im Gebiet
vorhanden war.
Eine Auswertung historischer Daten zu Pflanzenfunden für die Oranienbaumer Heide hat ergeben,
dass ein großer Teil der schon früher für das Gebiet bekannt gewesenen Flora auch
heute noch vorzufinden ist. Nur 18 Taxa konnten seit 1990 nicht wieder nachgewiesen werden.
Insgesamt wurden für die Oranienbaumer Heide über 800 Pflanzenarten erfasst, darunter
74 Arten der Roten Liste des Landes Sachsen-Anhalt (FRANK et al. 2004), 38 Arten der Roten
Liste Deutschlands (KORNECK et al. 1996) und 22 Arten nach Bundesartenschutzverordnung
(BArtSchV 2005). Viele der im Untersuchungsgebiet naturschutzfachlich wertgebenden Pflanzenarten
kommen darüber hinaus in außergewöhnlich großen Populationen vor.
-
Chorispora tenella (PALL.) DC., Brassicaceae, ein Neubürger in der Flora von Sachsen-Anhalt
(2010)
-
Arndt Kästner
- KÄSTNER, A. (2010): Chorispora tenella (PALL.) DC., Brassicaceae, ein Neubürger in der
Flora von Sachsen-Anhalt. – Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt (Halle) 15: 55–58. Chorispora
tenella (PALL.) DC. zählt zum Verwandtschaftskreis von Raphanus (Brassicaceae). Das
Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südosteuropa. In Deutschland kommt die Art bisher nur sehr
selten vor. Neuerlich wurde ein weiterer Fund auch in Sachsen-Anhalt, Saalekreis nahe Halle
festgestellt.
-
Beobachtungen zur Einbürgerung von Gartenflüchtlingen im Raum Salzwedel (Altmark)
(2010)
-
Günter Brennenstuhl
- Das
Verhalten ausgewählter hortifuger Taxa in der freien Landschaft ist über mehrere Jahre verfolgt
worden. Die Beobachtungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die untersuchten Gartenflüchtlinge
ausgeprägte Einbürgerungstendenzen aufweisen, die zu einer dauerhaften Etablierung
in unserer Flora, wenn vorerst auch nur lokal begrenzt, führen können.
-
Bemerkenswerte Pflanzenarten im ehemaligen Grenzgebiet des Altmarkkreises Salzwedel
(2010)
-
Günter Brennenstuhl
- Nach
der Öffnung der innerdeutschen Grenze ist ab 1990 der grenznahe Raum im Altmarkkreis
Salzwedel (Altmark, Sachsen-Anhalt) floristisch erforscht worden. Für 39 ausgewählte Arten
werden die Fundorte und Angaben zum Populationsumfang mitgeteilt. Da die meisten Vorkommen
mehrfach aufgesucht wurden, können Aussagen zu deren Entwicklung unter den
veränderten Bedingungen getroffen werden.
-
Aktuelle Verbreitung und Vergesellschaftung von Fritillaria meleagris L. in Sachsen-Anhalt
(2010)
-
Anselm Krumbiegel
- KRUMBIEGEL, A. (2010): Aktuelle Verbreitung und Vergesellschaftung von Fritillaria meleagris
L. in Sachsen-Anhalt. – Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt (Halle) 15: 59–74. Es
wird über die aktuelle Bestandssituation von Fritillaria meleagris sowie das soziologische
Spektrum, in dem die Art vergesellschaftet ist, berichtet. Gegenwärtig existieren sieben Fundorte
mit Individuenzahlen von einem bis ca. 1150 Exemplaren (2009). Die Prognose für den
Fortbestand der Art ist je nach Standortbedingungen unterschiedlich und reicht von gesichert
bei fortgeführtem derzeitigem Management bis stark gefährdet. Das soziologische Spektrum
der Art in Sachsen-Anhalt umfasst folgende Vegetationsverbände: Phragmition australis, Caricion
elatae, Calthion palustris, Filipendulion ulmariae, Arrhenatherion elatius sowie unspezifische
lichte Gebüsche.