Diskussionspapiere des Instituts für Medizinische Soziologie
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- 2010, 1
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Kommerzialisierung der deutschen Krankenhausversorgung? : Auswirkungen von New Public Management und Managed Care unter neoliberalen Bedingungen
(2010)
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Kai Mosebach
- Markt- und wettbewerbsorientierte Reformstrategien in den Krankenhaussystemen zahlreicher Industrieländer haben Befürchtungen vor einer kommerzialisierten Krankenhausversorgung hervorgebracht. Dieser Beitrag unterbreitet einen analytischen Interpretationsrahmen zur Erklärung der internationalen Verbreitung dieser Reformstrategien und versucht die behaupteten negativen Effekte von Kommerzialisierungsprozessen auf Versorgungsqualität und Zugänglichkeit zu untersuchen. Gestützt auf einen Vergleich eines idealtypischen Kommerzialisierungsmodells mit dem institutionellen und organisatorischen Wandel im deutschen Krankenhaussystem kommt der Beitrag zu dem Schluss, dass Kommerzialisierungsprozesse in der Krankenhausversorgung bislang noch begrenzt sind. Obwohl ein markt- und wettbewerbsbasierter Umbau der Governancestrukturen zu beobachten ist und Krankenhäuser zu einer Kommerzialisierungsstrategie gedrängt werden, lässt sich aufgrund einer unzureichenden Daten- und Forschungslage bislang nicht empirisch feststellen, ob die Kommerzialisierungsprozesse zu einer Verschlechterung der Qualität und Zugänglichkeit der Krankenhausversorgung geführt haben.
- 2010, 2
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Kommerzialisierung und Ökonomisierung von Gesundheitssystemen : ein essayistischer Problemaufriss zur Identifizierung möglicher Felder zukünftiger medizinsoziologischer Forschung
(2010)
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Kai Mosebach
- Das Diskussionspapier versucht Dimensionen und Ausmaße von Ökonomisierungs- und
Kommerzialisierungsprozessen in OECD-Gesundheitssystemen explorativ zu erörtern.
Hierzu wird zunächst die Hypothese entwickelt, dass sich in den (meisten) OECD-Staaten
eine hegemoniale gesundheitspolitische Strategie herausbildet, die als wettbewerbsbasierte
Kostendämpfungspolitik bezeichnet wird. In der Folge werden die (mutmaßlichen)
Auswirkungen von Ökonomisierungs- und Kommerzialisierungsprozessen diskutiert. Erstens
wird beschrieben, wie die Monetarisierung der Arzt-Patienten-Beziehung zu einer
Privatisierung des Gesundheitssystems führt. Zweitens wird die sich transformierende
Arzt-Patienten-Beziehung als Dialektik von Demokratisierungs- und Ökonomisierungsprozessen
dargestellt. Drittens beschäftigt sich der Beitrag mit Entwicklung einer neuen Gesundheitskultur,
die die gesundheitliche Eigenverantwortung des Einzelnen betont,
zugleich jedoch neuen Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsprozessen den Weg zu ebnen
droht. Abschließend wird ein in groben Zügen ein Forschungsprogramm umschrieben,
welches Ökonomisierungs- und Kommerzialisierungsprozesse auf diesen drei Forschungsfeldern
analytisch und bewertend unter die Lupe zu nehmen versucht.