Doctoral Thesis
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Regulation der Sphingosinkinase-1 durch G alpha q
(2012)
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Ralf Frederik Claas
- Innerhalb der vorliegenden Arbeit wurden verschiedene Teilaspekte des S1P-Signalsystems
näher untersucht. Der erste Teil der Arbeit geht der Frage nach, welche Störungen das
Ausschalten der S1P-Lyase in der Ca2+-Homöostase verursacht. Die Messung der zellulären
Lipidkonzentrationen ergab in Sgpl1-/--MEFs einen sechsfach höherer Wert für S1P und einen
doppelt so hohen Wert für Sphingosin als in den Sgpl1+/+-MEFs. [Ca2+]i wurde an
Einzelzellen mit Hilfe des Proteinfarbstoffs Cameleon untersucht, wobei [Ca2+]i-Anstiege
durch den SERCA-Inhibitor Thapsigargin induziert wurden. So konnte gezeigt werden, dass
sowohl in Sgpl1+/+-MEFs als auch in Sgpl1-/--MEFs zwei verschiedene Subtypen existieren,
die sich hinsichtlich Geschwindigkeit und Ausmaß des [Ca2+]i-Anstiegs unterscheiden. Die
basale [Ca2+]i war im Subtyp der Sgpl1-/--MEFs mit einem schnellen und kurzen [Ca2+]i-
Anstieg signifikant erhöht, während das Maximum des Thapsigargin-induzierten [Ca2+]i-
Anstiegs im Subtyp der Sgpl1-/--MEFs mit einem langsamen und langen [Ca2+]i-Anstieg
signifikant erhöht war. Die AUC des Zeitverlaufs nach der Stimulation mit Thapsigargin war
in beiden Subtypen der Sgpl1-/--MEFs signifikant erhöht, was bedeutet, dass der Ca2+-Gehalt
der Thapsigargin-sensitiven Speicher in Sgpl1-/--MEFs höher als in Wildtyp-MEFs war.
Im zweiten Teil der Arbeit wurden Aspekte der Modulation des S1P-Signalsystems durch das
Sphingosin-Analogon cis-4-Methylsphingosin näher untersucht. Die Messung der
Lipidkonzentrationen von cis-4-Methylsphingosin und dem Phosphorylierungsprodukt cis-4-
Methyl-S1P erfolgte dabei in HEK-293-Zellen und deren Überständen mittels LC-MS/MS.
Hierbei wurde erstmals cis-4-Methyl-S1P im Zellkulturüberstand nachgewiesen, was
bedeutet, dass cis-4-Methylsphingosin nach der intrazellulären Phosphorylierung sezerniert
werden kann. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage dafür, dass cis-4-Methylsphingosin
nicht nur intrazellulär wirken, sondern ebenso wie FTY720 als S1P-Rezeptor-Modulator
fungieren kann.
Der dritte und umfangreichste Teil der Arbeit befasst sich mit der Regulation der SK1 durch
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Um die Rolle von Gαq/11-Proteinen bei der Ansteuerung
der SK1 durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren weiter zu analysieren, wurde zunächst die
Rezeptor-induzierte Translokation der SK1 in MEFs untersucht, die sowohl in Gαq als auch in
seinem Homolog Gα11 doppelt defizient waren (Gαq/11
-/--MEFs). Die SK1-Translokation war
nur nach Transfektion mit Gαq möglich. Um Hinweise auf die strukturellen Erfordernisse für
die SK1-Ansteuerung durch Gαq zu erhalten, wurde der Einfluss verschiedener Gαq-Mutanten
auf die Translokationshalbwertszeit der SK1 untersucht. So waren alle untersuchten Mutanten
in der Lage, die SK1-Translokation in Gαq/11
-/--MEFs zu vermitteln. Die Expression der Gαq-
W263D-Mutante führte dabei zu einer signifikant verlangsamten SK1-Translokation. Die
durch Gαq-T257E-vermittelte Translokation war erst nach mehreren Minuten feststellbar.
Die Abhängigkeit der SK1-Translokation von Gαq wurde auf zellulärer Ebene durch
Coexpression einer katalytisch inaktiven Mutante der G-Protein gekoppelter Rezeptorkinase 2
(GRK2) als Gαq-scavenger in HEK3-Zellen nachgewiesen. Dies führte zu einer vollständigen
Inhibierung der Carbachol-induzierten SK1-Translokation. Hingegen führte die
Überexpression der SK1 in den M3-Rezeptor exprimierenden HEK-293-Zellen zu einer
reduzierten Carbachol-induzierten Aktivierung der PLCβ. Dieser Effekt war unabhängig von
der katalytischen Aktivität der SK1. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die SK1 mit den
Effektoren GRK2 und PLCβ um gemeinsame Bindungsstellen der aktivierten G-Protein
Untereinheit Gαq konkurriert. Zusätzlich wurde die direkte Interaktion zwischen Gαq und SK1
auf Proteinebene mittels optischer Thermophorese nachgewiesen. Dazu wurde die humane
SK1 als N-terminal getaggtes His6-MBP-Fusionsprotein exprimiert, aufgereinigt und
charakterisiert. So konnte gezeigt werden, dass die mit dem Fluoreszenzfarbstoff NT647-
markierte hSK1 (hSK1*) mit dem TNF Rezeptor-assoziiertem Faktor 2 (TRAF2), nicht
jedoch mit dem N-terminalen Fragment des TRAF family member-associated NF-kappa-B
activator (TANK) interagierte. Sowohl inaktives Gαq als auch [AlF4]--aktiviertes Gαq
interagierten mit der hSK1* mit einem vergleichbaren kD-Wert. Auch mit NT-647-markiertes
Gαq interagierte mit der hSK1 sowohl in der inaktiven als auch in der [AlF4]--aktivierten
Form, wohingegen es nicht mit TANK oder TRAF2 interagierte.
Insgesamt zeigen die erhaltenen Daten, dass die SK1 ein direktes Target von Gαq ist und sie
an genau dieselben Gαq-Reste bindet, an die auch die klassischen Effektoren PLCβ,
p63RhoGEF und GRK2 binden.
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T cell receptor diversity prevents T cell leukemia, lymphoma development / von Nabil Saleh Ahmed Al-Ghaili
(2010)
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Nabil al- Ghaili
- Gene therapy is a promising therapeutic strategy that emerged from the attractive idea of targeting therapy at the molecular level. For many patients who suffer from genetic and acquired diseases that cannot be effectively treated by conventional treatment approaches gene therapy remains a huge hope of cure in spite of the hurdles regarding efficacy and safety that need to be overcome. The development of efficient gene transfer vehicles, mainly retroviral vectors, led to the first successful gene therapy trial, to treat patients suffering from X-linked severe combined immunodeficiency syndrome (X-SCID) using gene modified stem cells (Hacein-Bey-Abina, Le Deist et al. 2002). Despite the success of this trial, it revealed the danger of retroviral insertional mutagenesis as a major adverse event of gene therapy using gene-modified stem cells (Hacein-Bey-Abina, von Kalle et al. 2003). In contrast to stem cells, T cells are relatively resistant to insertional mutagenesis and transformation even after transduction with potent oncogenes using retroviral vectors (Newrzela, Cornils et al. 2008). However, mature T cells can self-renew, proliferate and survive for long periods. These criteria are supposed to render T cells prone to transformation. Therefore, the questions of mature T cells transformability and the control mechanism limiting their transformation are still elusive.
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Nanopartikel als Trägersysteme für Doxorubicin zur Therapie von Gehirntumoren
(2011)
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Stefanie Wohlfahrt
- Einleitung: Glioblastome, die aggressivsten malignen Gehirntumore, gehören zu den menschlichen Karzinomen mit der schlechtesten Prognose. Ihre Therapie stellt eine große Herausforderung dar. Eine komplette chirurgische Entfernung des Tumors ist auf Grund des infiltrativen Wachstums in gesundes Hirngewebe meist nicht möglich, und trotz der Standardtherapie, die Operation, Chemo- und Radiotherapie umfasst, sind die Behandlungserfolge nicht zufriedenstellend. Erschwerend kommt hinzu, dass das Gehirn vom übrigen Organismus durch die hochselektive Blut-Hirn-Schranke abgegrenzt ist, welche für viele potentiell wirksame therapeutische Substanzen eine Permeabilitätsbarriere darstellt. Somit stehen viele Zytostatika für die systemische Glioblastomtherapie nicht zur Verfügung und eine relative Therapieresistenz ist zu verzeichnen.
Nicht nur die Neuentwicklung von Arzneistoffen für die Pharmakotherapie von Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie den Gehirntumoren, sondern auch die Etablierung neuer Arzneiformen zur kontrollierten, gewebsspezifischen Arzneistoffapplikation gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Ein Ansatz, der in der Vergangenheit vielversprechende Erfolge erzielte, ist die Einbettung von Arzneistoffen in kolloidale Trägersysteme wie polymere Nanopartikel oder Liposome. Diese Carrier sind in der Lage verschiedene Arzneistoffe über die Blut-Hirn-Schranke zu transportieren, damit diese im zentralen Nervensystem ihre Wirkung ausüben können. Der Grund für diesen Erfolg ist offensichtlich begründet in der nanopartikulären Größe und der besonderen Oberflächenstruktur dieser Träger. Zusätzlich geht mit der vermehrten Anreicherung der Wirkstoffe im Zentralnervensystem eine Verminderung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen in peripheren Organen einher, was die Therapie positiv beeinflusst.
In der vorliegenden Arbeit wird die antitumorale Effizienz nanopartikulärer Formulierungen, die den Wirkstoff Doxorubicin enthalten, eingehend untersucht. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der histologischen und immunhistochemischen Analyse der Gehirntumore, die eine genaue
Differenzierung zwischen den Zubereitungen und eine aussagekräftige Effizienzbeurteilung erlaubt. Weiterhin wird der Fokus dieser Arbeit auf die Quantifizierung der Doxorubicinmenge gerichtet, die nach Applikation der nanopartikulären Formulierungen im Gehirn vorliegt.
Enthält u.a. die Publikationen:
Publikation 1:
Transport of drugs across the blood-brain barrier by nanoparticles – A review
Journal of Controlled Release – Special Issue: Drug delivery research in Europe
Status: accepted, geplantes Erscheinungsdatum: 01.2012
Publikation 2:
Increased numbers of injections of doxorubicin bound to nanoparticles lead to enhanced efficacy against rat glioblastoma 101/8
Wohlfart et al. 2009, Journal of Nanoneuroscience, Volume 1, Number 2, December 2009, pp. 144-151 (8)
Publikation 3:
Treatment of glioblastoma with poly (isohexyl cyanoacrylate) nanoparticles
Wohlfart et al. 2011, International Journal of Pharmaceutics 415 (2011) 244-251
Publikation 4:
Drug delivery to the brain using surfactant-coated poly (lactide-co-glycolide)
nanoparticles: Influence of the formulation parameters
Gelperina et al. 2010, European Journal of Pharmaceutics and Biopharmaceutics 74 (2010) 157–163
Publikation 5:
Efficient chemotherapy of rat glioblastoma using doxorubicin-loaded PLGA nanoparticles with different stabilizers
Wohlfart et al. 2011, PloS One May 2011, Volume 6, Issue 5, e 19121
Publikation 6:
Kinetics of transport of doxorubicin bound to nanoaprticles across the blood-brain barrier
Wohlfart et al. 2011, Journal of Controlled Release (2011),
doi:10.1016/j.jconrel.2011.05.010, in press
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Evaluation der Adhärenz, Compliance und Persistenz bei Patienten unter antihypertensiver Therapie
(2010)
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Miriam Ude
- Bei chronischen Erkrankungen ist eine regelmäßige Arzneimitteleinnahme eine der Vo-raussetzungen für den Therapieerfolg. Trotzdem nehmen viele Patienten ihre Arzneimit-tel nicht wie vorgeschrieben ein. Dies kann im Rahmen von kardiovaskulären Erkrankun-gen (z. B. Hypertonie) schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben. Es ist bekannt, dass die Therapietreue (Adhärenz bzw. Compliance und Persistenz) bei Hypertonikern nur bei 30 – 55 % liegt. Daher ist es von größter Wichtigkeit, die Therapie-treue und die Gründe für mangelnde Adhärenz zu erfassen, um danach gezielte Interven-tionen zur Verbesserung dieser entwickeln zu können. Allerdings liegen aus Deutschland zu dieser Thematik nur wenige Untersuchungen aus Feldstudien in Apotheken oder Ana-lysen aus Verordnungsdatenbanken vor.
Um die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Ermittlung der Therapietreue großflä-chig abzudecken, wurden unterschiedliche Erfassungswege genutzt. Zum einen wurde eine Patientenbefragung in öffentlichen Apotheken zur Erfassung der Adhärenz und Ein-nahmegewohnheiten unter medikamentöser Therapie mit Antihypertensiva durchge-führt. Zum anderen diente die Analyse von Verordnungsdaten der DAPI-Datenbank dazu, die Persistenz und Compliance von Patienten unter antihypertensiver Therapie zu be-stimmen. Als Spezialfall wurde weiterhin betrachtet, ob die Umstellung von einem Origi-nal- auf ein generisches Ramipril-Präparat nach dessen Patentauslauf mit einer vermin-derten Compliance einhergeht.
Die Patientenbefragung wurde sowohl von Patienten wie auch von den 24 teilnehmenden Apotheken gut angenommen. Dies zeigen die Rücklaufquoten der ausgegebenen Frage-bögen (46,8 % für die Befragung per zugesandtem Fragebogen (KF; kurze Form des Frage-bogens) und 32,8 % für das Interview in der Apotheke (LF; lange Form des Fragebogens)) Gemessen anhand des eingesetzten Adhärenz-Scores beschrieben sich 71,9 % der Patien-ten im LF und 58,2 % im KF selbst als adhärent. Der Bedarf für strukturierte, einfach durchführbare Adhärenz-Erfassungsinstrumente für die öffentliche Apotheke wurde sehr deutlich, wie u. a. der Abschlussbericht, welcher von den Apotheken nach Abschluss der Befragung ausgefüllt wurde, zeigte. Demnach hielten die Apotheken die Befragung von Umfang und Verständlichkeit für angemessen. Die Patienten waren bereit, detaillierte
Kapitel V Zusammenfassung V
Dissertation Miriam Ude
Evaluation der Adhärenz, Compliance und Persistenz bei Patienten unter antihypertensiver Therapie 160
Auskünfte über ihre Erkrankung zu geben. Dies zeigten auch die vielen in den Bogen ein-getragenen Anmerkungen seitens der Patienten und Apothekern, in denen individuelle Probleme dokumentiert wurden.
Bei der Analyse von Persistenz und Compliance im Substanzklassenvergleich wurde ein-drücklich gezeigt, dass die Therapietreue unter den First-line-Antihypertensiva (AHT) sub-optimal ist. Patienten unter der Therapie mit β-Blockern (77,3 %) weisen den geringsten non-persistenten Anteil auf, gefolgt von Patienten mit Verordnungen über ACE-Hemmer (78,7 %), AT1-Antagonisten (79,0 %), Calcium-Kanal-Blocker (81,4 %) und Diuretika (83,0 %). Hinsichtlich der Compliance findet sich in der Gruppe der mit AT1-Antagonisten be-handelten Patienten der niedrigste Anteil mit Non-Compliance (52,1 %), gefolgt von ACE-Hemmern (54,1 %), β-Blockern (54,7 %), Calcium-Kanal-Blockern (58,5 %) und Diuretika (63,6 %).
Die primäre Hypothese, dass die Compliance nach Umstellung von einem Ramipril-Original-Präparat nach dessen Patentauslauf auf ein Generikum signifikant abnimmt, konnte nicht bestätigt werden. Die Ergebnisse wurden für Patienten ermittelt, welche mit Ramipril-Monopräparaten, nur mit Fixkombinationen aus Ramipril mit einem Diuretikum, oder mit beidem (duale Therapie) behandelt wurden.
Die Ergebnisse der im Rahmen dieser Dissertation untersuchten Projekte zeigen, dass die medikamentöse Therapietreue bei Patienten unter antihypertensiver Therapie in Deutschland verbesserungswürdig ist, und dass die Ermittlung der Adhärenz, Compliance und Persistenz von immenser Wichtigkeit ist. Trotz der unterschiedlichen gewählten An-sätze kongruieren die Ergebnisse sehr gut. Patienten benötigen Unterstützung in der Durchführung ihrer medikamentösen Therapie mit AHT, um gesteckte Therapieziele zu erreichen, welche dazu beitragen können, Morbidität und Mortalität zu verringern bzw. die Lebensqualität zu verbessern. Ein erster Schritt dazu ist das zielgerichtete Erkennen therapiebezogener Probleme. Da es hierfür in Deutschland bisher keine strukturierten Instrumente gibt, welche flächendeckend in den Apothekenalltag implementiert wurden, könnte das neu entwickelte und auf Machbarkeit getestete Befragungsinstrument ein Ansatz sein, die Patienten gezielt und zeitsparend nach ihren Problemen mit der Arznei-mitteleinnahme zu befragen und frühestmöglich intervenieren zu können.
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Identifizierung neuer antibiotischer Substanzen mittels verschiedener Bioassays und Massenspektrometrie / von Dorota Anna Urbanek
(2011)
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Dorota Urbanek
- In dieser Arbeit sollten auf Grundlage eines in vitro Transkriptions-/Translations-Assays
(TTA) neue Substanzen als Hemmer der bakteriellen Proteinbiosynthese gefunden werden.
Um dieses Ziel verfolgen zu können, wurde zuerst ein zellfreies Testsystem aus
kommerziellen Komponenten entwickelt und als Screening-Tool für Inhibitoren der
bakteriellen Proteinbiosynthese evaluiert. Anhand des allgemein akzeptierten
Bewertungskriteriums Z‘-Faktor konnte die Performance des etablierten Assays als exzellent
eingeordnet werden. Mit diesem System war es nun möglich, Substanzen aus
unterschiedlichen Quellen bei der Wirkstoffsuche als potentielle Antibiotika einzuordnen,
welche die Proteinbiosynthese hemmen.
In zwei nachfolgenden Projekten wurde die Praktikabilität dieses neuen Assays bei der
Auffindung möglicher Antibiotika-Kandidaten bewiesen. In dem ersten Ansatz wurde ein
virtuelles Screening der Substanzdatenbanken Specs und Asinex anhand eines
Pseudorezeptormodells für Aminoglykoside durchgeführt. In Kombination mit dem TTA
sowie einem Ganzzell-Assay gegen den gram-positiven Keim Bacillus subtilis 168 konnte
eine Struktur mit Ähnlichkeit zu Vanilloiden als interessanter Ausgangspunkt für
weitergehende Untersuchungen identifiziert werden. Die Entdeckung korreliert mit den
antimikrobiellen Eigenschaften eines anderen Vanilloid, dem Capsaicin, für welches bisher
aber keine Hemmung der Proteinbiosynthese in der Literatur beschrieben ist. Somit konnte
gezeigt werden, dass anhand eines virtuellen Screenings sowie weiterer Assays neue Hemmer
der bakteriellen Proteinbiosynthese effizient und effektiv gefunden werden können.
In einem zweiten Screening-Projekt dienten pflanzliche Naturstoffe als Substanzquelle.
Hierfür wurden auf der Grundlage der diterpenoiden Fusidinsäure, einem
Proteinbiosynthesehemmer (PBS-Hemmer), tetra-und pentazyklische Isoprenoide ausgewählt.
Aus einem Ensemble von terpenoiden Strukturen gingen nach TTA und einem zellbasierten
Assay gegen Bacillus subtilis 168 in absteigender Aktivität die 18β-Glycyrrhetinsäure, 11-
Keto-β-boswelliaäsure und Carnosolsäure als nennenswerte antimikrobiell wirksame
Vertreter und PBS-Hemmer hervor. Auch zeigten sich diese Substanzen den Stoffen aus dem
virtuellen Screening sowohl im TTA als auch in der Wirksamkeit gegen Bacillus subtilis 168
deutlich überlegen.
Im nächsten Schritt erfolgte deshalb nur für diese drei Terpenoide eine Charakterisierung
ihrer Auswirkungen auf das Proteom des gram-positiven Bakteriums Bacillus subtilis 168.
Zusammenfassung
131
Dafür wurde eine komplette zweidimensionale gelelektrophoretische Methodik basierend auf
der Differentiellen Gelelektrophorese (DIGE) etabliert. Sie umfasst eine Strategie zur
schnellen Evaluierung der optimalen Anzucht des Testkeims Bacillus subtilis 168 unter
Einfluss einer antimikrobiell wirksamen Substanz und ein einfaches Aufschlussverfahren, um
einen kompatiblen Proteinextrakt für DIGE zu erhalten. Außerdem wurde ein preisgünstiges
Markierungsverfahren mit dem 5(6)-Carboxyfluorescein-N-hydroxysuccinimid-Ester als
Alternative zu den teuren DIGE-Cyan-Farbstoffen entwickelt, um die Fluoreszenzbildqualität
eines neuen unbekannten Extraktes vor dem eigentlichen kostspieligen DIGE-Versuch zu
überprüfen. Eine Quantifizierung regulierter Spots im Gel ist mit diesem billigen Verfahren
ebenfalls möglich, stellt aber keinen Ersatz für den DIGE-Versuch dar.
Die Ergebnisse der quantitativ vergleichenden Proteomanalyse vom behandelten und
unbehandelten Bacillus subtilis 168 mittels DIGE bieten erstmals einen Einblick in die
Einflussnahme der drei Terpenoide 18β-Glycyrrhetinsäure, 11-Keto-ß-boswelliaäsure und
Carnosolsäure auf die Stressregulation und die Stoffwechseländerungen dieses Bakteriums.
Außerdem beinhaltet die Arbeit einen Abgleich, inwieweit andere antimikrobiell wirksame
Substanzen die regulierten Proteine der drei untersuchten Naturstoffe bei Bacillus subtilis 168
beeinflussen können. Aus den erhobenen Daten konnte dann ein Wirkmechanismus für 18β-
Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure postuliert werden. 18β-Glycyrrhetinsäure greift
wahrscheinlich am membranständigen Lipid-II-System der bakteriellen Zellwand an, da wie
bei den Antibiotika Vancomycin, Nisin, Daptomycin, Ramoplanin und Bacitracin das
Zellwandstress-Regulationsnetzwerk (LiaRS-System) als Warnsystem aktiviert wird.
Außerdem konnte für 18β-Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure eine Theorie für Ihre PBSHemmung
entwickelt werden. Beide beeinflussen gegebenenfalls die GTPase-Aktivität des
Translationsfaktors EF-G durch Interaktion mit dem ribosomalen Bindezentrum für
Translationsfaktoren. Dieses Bindungszentrum ist neben der dekodierenden Region auf der
ribosomalen 30S-Untereinheit und dem Peptidyltransferase-Zentrum auf der ribosomalen
50S-Untereinheit eine extrem wichtige Region für die Funktionalität eines Ribosoms.
Fusidinsäure greift auch an dieser Stelle an, indem es den EF-G-GDP-Ribosomkomplex
stabilisiert. Natürlich wären weitere Studien nötig, z. B. eine Röntgenstrukturanalyse der
Ribosomen von 18β-Glycyrrhetinsäure und Carnosolsäure behandelten Bakterien, um die
Bindestelle für die PBS-Hemmung zweifelsfrei zu bestätigen.
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Development of lentiviral vectors for the gene therapy of HIV infection
(2010)
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Shweta Pahujani
- Drug toxicity and viral resistance limit long-term efficacy of antiviral drug treatment for HIV
infection. Thus, alternative therapies need to be explored. Previously, group of “Prof. von Laer”
tested the infusion of T lymphocytes transduced with a retroviral vector (M87o) that expresses an
HIV entry inhibitory peptide (maC46). Gene-modified autologous T cells were infused into 10
HIV-infected patients with advanced disease and multidrug resistant virus during antiretroviral
combination therapy. T cell infusions were tolerated well with no severe side effects. A
significant increase of CD4 counts was observed post infusion. At the end of the one-year
follow-up, the CD4 counts of all patients were still around or above baseline. Gene-modified
cells could be detected in peripheral blood, lymph nodes and bone marrow throughout the oneyear
follow-up, whereby marking levels correlated with the cell dose. No significant changes of
viral load were observed during the first four months. Four of the seven patients that changed
their antiviral drug regimen thereafter responded with a significant decline in plasma viral load.
In conclusion, the transfer of gene-modified cells was safe, led to sustained levels of gene
marking and may improve immune competence in HIV-infected patients with advanced disease
and multidrug resistant virus. However, the low level of gene marking and the lack of substantial
long-term in vivo accumulation of gene-protected cells observed in this trial clearly demonstrate
the requirement for new vectors with new strategy.
In this thesis self‐inactivating lentiviral vectors harboring internal promoters and RNA elements
were therefore evaluated for their potential use in a clinical gene‐therapy trial. The results from
this work provide the basis for the selection of a suitable candidate vector for extensive
preclinical testing. Apart from being capable of transducing non‐dividing cells, lentiviral vectors
incorporate a number of additional features that are of potential value for gene therapeutic
applications. These include a larger packaging capacity, higher titers than γ‐retroviral vectors
and, most importantly, a reduced risk of deregulating cellular genes due to its natural integration
profile. The use of internal promoters to drive expression of the therapeutic transgene maC46
should further improve the safety profile of these new‐generation vectors, while an additional
artificial splice acceptor (SA) into the 5‟UTR of the transgene over all elevate transgene
expression. The rationale for this is that hematopoietic stem and progenitor cells will be
Summary
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protected from enhancer‐mediated transactivation effects and also from potential side effects due
to the aberrant expression of maC46 while at the same time the full clinical benefit for the
patients is maintained.
In order to find a suitable candidate for preclinical studies, two candidate therapeutic vectors
harboring different regulatory elements were selected based on results from pilot experiments.
The internal promoters used to drive expression of codon optimized maC46 were the PGK
promoter and MPSV promoter. This work focuses on the transgene expression levels in
lymphoid cells and antiviral activity. The issues of long term expression, propensity to
methylation mediated silencing of the promoters, and genotoxicity were also touched. In a first
step the performance of different vectors was evaluated in the human T cell lines. Based on
promising data from ex vivo human peripheral blood mononuclear cells, the vector carrying the
MPSV promoter along with intron were selected for in vivo transplantation experiments.
In summary, the ex vivo data suggested the long term survival of lentiviral gene modified cells,
along with maintained expression of introduced genes. It was observed that the expression of
these constructs depends strongly on the activation and differentiation status of the targeted T
cells. This regulation was not linked to any specific promotor. In vivo study shows that maC46
can be introduced into murine multiple hematopoietic lineages via lentiviral vector and expressed
at high levels in their mulilineage progeny, without altering the hematopoiesis. There was no
sign of any kind of hematopoietic or lymphoid malignancies. Although gene-modified
lymphocytes persisted in-vivo, the downregulation of transgene expression was consistent with
the ex-vivo observation. In contrast to that the T cells transplanted group showed delayed
engraftment of donor cells and there was no expression of C46 in blood and lymphatic organs. .
In conclusion, when considering HIV gene therapy focusing CD4+ T cells, potential problems of
T cell activation status as related to the desired clinical effect must be addressed. These results
might open the way for a gene therapy targeting mainly or exclusively activated T cells and
could be exploited for immunostimulatory as well as suppressive approaches.
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Redox-basierte Mechanismen der Sensibilisierung bei neuropathischen Schmerzen
(2012)
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Wiebke Kallenborn-Gerhardt
- Bei Entzündung oder Verletzung peripherer Gewebe und Nerven kommt es zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) im schmerzleitenden System. Welche ROS-generierenden Systeme hierbei beteiligt sind, ist jedoch nur ansatzweise verstanden. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass die ROS-produzierende NADPH Oxidase 4 (Nox4) einen wichtigen ROS-Generator im nozizeptiven System darstellt. Nox4 wird in unmyelinisierten nicht-peptidergen sowie in myelinisierten primär afferenten Neuronen exprimiert. In Modellen für akute und inflammatorische Schmerzen zeigten Nox4-/--Mäuse ein ähnliches Verhalten wie ihre wildtypischen Wurfgeschwister, jedoch war ihr Schmerzverhalten in Modellen für neuropathische Schmerzen reduziert. Eine Microarray-Analyse des lumbalen Rückenmarks nach peripherer Nervenverletzung zeigte eine Hochregulation der Expression Myelin-spezifischer Gene in Wildtyp-, nicht aber in Nox4-/- Mäusen. Darüber hinaus wurden in Wildtyp-Mäusen Myelin-spezifische Proteine im N. ischiadicus nach peripherer Nervenverletzung herab reguliert, während in Nox4-/--Mäusen keine Regulation dieser Proteine beobachtet wurde. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nox4 eine essentielle Rolle bei Myelinisierungsprozessen spielt und so die Verarbeitung neuropathischer Schmerzsignale beeinflusst.
Neben dem ROS-produzierenden System Nox4 wurde auch die Rolle des Peroxid-abbauenden Proteins Sestrin 2 (Sesn2) im nozizeptiven System untersucht. Nach peripherer Nervenverletzung wurde Sesn2-mRNA in den Spinalganglien und Sesn2-Protein im peripheren Nerv hochreguliert. Sesn2-/--Mäuse zeigten ein normales Verhalten in Modellen für akute und inflammatorische Schmerzen. Ihr Schmerzverhalten war jedoch im Formalin-Test und nach peripherer Nervenverletzung verstärkt.
Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass sowohl Nox4 als auch Sesn2 bei der Verarbeitung neuropathischer Schmerzsignale wichtige Funktionen einnehmen. Während Nox4 pronozizeptiv wirkt, weist Sesn2 antinozizeptive Effekte auf. Die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies scheint daher ein wichtiger endogener Faktor der Sensibilisierung im Rahmen von neuropathischen Schmerzen zu sein.
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Impact of tumour microenvironmental factors on dendritic cell differentiation and function
(2012)
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Divya Sekar
- Um der Erkennung durch das körpereigene Immunsystem entkommen, weisen Tumore
Modifikationen in ihrer Mikroumgebung auf. Zu diesen gehören u. a. veränderte
Sauerstoffkonzentrationen im Tumorkern und die Freisetzung biochemischer Faktoren aus
Tumorzellen, welche die Funktion von Tumor-assoziierten Phagozyten, wie z.B.
Dendritischen Zellen (DC) beeinflussen. DC sind professionelle Antigen-präsentierende
Zellen, die eine Spezialisierung in verschiedene funktionale Subtypen aufweisen. Myeloische
DC (mDC) sind besonders effizient in Hinsicht auf die Präsentation von Antigenen,
wohingegen plasmazytoide DC (pDC) regulatorisch auf das Immunsystem einwirken. Beide
Subtypen spielen eine wichtige Rolle bei der Karzinogenese.
Während humane mDC, zur therapeutischen Verwendung, ex vivo aus Monozyten
hergestellt werden können, war dies für humane pDC bisher nicht möglich. Ein war deshalb
ein erstes Ziel dieser Arbeit, ein Protokoll zur Generierung humaner pDC aus humanen
Monozyten zu entwickeln. Diese wurden mittels des Wachstumsfaktors Fms-related tyrosine
kinase 3 ligand (Flt3-L) zu pDC-Äquivalenten differenziert, welche als monocyte-derived pDC
(mo-pDC) bezeichnet wurden. In der Tat zeigten mo-pDC ein für humane pDC
charakteristisches Oberflächenmarkerprofil und wiesen, im Vergleich zu mDC, eine geringe
Kapazität zur Induktion der Proliferation autologer T Zellen und zur Phagozytose
apoptotischer Zellen auf. Mo-pDC erwarben im Verlauf ihrer Differenzierung aus Monozyten
eine kontinuierlich erhöhte Expression des pDC-spezifischen Transkriptionfaktors E2-2 und
seiner spezifischen Zielgene. Der wichtigste funktionale Parameter von pDC ist die
Produktion großer Mengen von Interferon-α (IFN-α). Mo-pDC sezernierten, nach vorheriger
Aktivierung mit Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) oder wenn zu ihrer Differenzierung neben
Flt3-L auch Vitamin D3 oder all-trans-Retinolsäure verwendet wurde, ebenfalls große
Mengen IFN-α.
Wurden mo-pDC unter Hypoxie, einem prominenten Faktor der Tumormikroumgebung,
generiert, so waren die Expression des spezifischen Transkriptionsfaktors E2-2 und die
Freisetzung von IFN-α stark vermindert. Diese Daten zeigten zunächst, dass mo-pDC für das
Studium von Differenzierung und Funktion humaner pDC eingesetzt werden können.
Weiterhin lieferten sie Hinweise auf eine veränderte Differenzierung humaner pDC unter
Hypoxie. In einem nächsten Schritt wurde folglich untersucht, ob Hypoxie auch die
Differenzierung von pDC aus deren physiologischen Vorläufern beeinflusst. Wurden
Knochenmarkszellen der Maus mit Flt3-L unter Normoxie oder Hypoxie kultiviert, so war die
Differenzierung zu pDC unter Hypoxie in der Tat unterdrückt. Dies war abhängig von der
Hypoxie-induzierten Aktivität des Hypoxie-induzierten Faktors 1 (HIF-1), da die Flt3-Linduzierte
Differenzierung von murinen Knochenmarkszellen, in denen die Expression von
HIF-1 in pDC-Vorläuferzellen ausgeschaltet war, unter Hypoxie normal verlief.
Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Hypoxie, durch Aktivierung von HIF-1,
Differenzierung und Funktion von pDC unterdrückt. Dieser Mechanismus könnte zu ihrer
beschriebenen Dysfunktion in humanen Tumoren beitragen.
Neben Hypoxie sind viele andere Faktoren an der Immunsuppression in Tumoren beteiligt.
Eine Komponente der Mikroumgebung in Tumoren ist das Vorhandensein apoptotischer
Tumorzellen. Apoptose von Tumorzellen findet, im Kontrast zur generellen Sicht von
Tumoren als Apoptose-resistente Entitäten, auch in unbehandelten Tumoren im Überfluss
statt. Apoptotische körpereigene Zellen unterdrücken unter physiologischen Bedingungen
das Immunsystem. Deshalb könnte das Freisetzen von apoptotischem Material oder die
Sekretion von Faktoren aus sterbenden Tumorzellen einen starken Einfluss auf die Funktion
von Tumor-assoziierten DC und die damit verbundene Aktivierung von tumoriziden
Lymphozyten haben. Eine diesbezügliche Studie war das zweite Ziel der vorliegenden
Arbeit. Humane mDC wurden zu diesem Zweck mit Überständen lebender, apoptotischer
oder nekrotischer humaner Brustkrebszellen aktiviert und anschließend mit autologen T
Zellen ko-kultiviert. Danach wurde das zytotoxische Potential der ko-kultivierten T Zellen
analysiert. Interessanterweise unterdrückte die Aktivierung mit Überständen apoptotischer
Tumorzellen die DC-vermittelte Generierung tumorizider T Zellen durch die Ausprägung
einer Population von regulatorischen T Zellen (Treg), die durch die gleichzeitige Expression
der Oberflächenmoleküle CD39 und CD69 charakterisiert war. Die Ausprägung der CD39-
und CD69-exprimierenden Treg Zell-Population war abhängig von der Freisetzung des
bioaktiven Lipids Sphingosin-1-Phosphat (S1P) aus apoptotischen Zellen, welches durch den
S1P-Rezeptor 4 zur Freisetzung des immunregulatorischen Zytokins IL-27 aus mDC führte.
Neutralisierung von IL-27 in AC-aktivierten Ko-Kulturen von mDC und T Zellen blockierte die
Generierung von CD39- und CD69-exprimierenden Treg Zellen und resultierte folglich in der
Aktivierung zytotoxischer T Zellen. Weiterhin war die Bildung von Adenosin in den Ko-
Kulturen für die Unterdrückung zytotoxischer T Zellen vonnöten. Erste Experimente lieferten
Hinweise auf eine direkte Interaktion von CD69- und CD39-exprimierenden Treg Zellen mit
CD73-exprimierenden zytotoxischen T Zellen. CD39 und CD73 werden für die Bildung von
Adenosin aus ATP benötigt, weswegen die Interaktion von Treg Zellen und zytotoxischen T
Zellen die Adenosin-Produktion fördern könnte.
Zusammenfassend zeigen die hier präsentierten Befunde wie Faktoren der
Tumormikroumgebung die Funktion von humanen DC Subtypen beeinflussen können. Ein
Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen kann wertvolle Informationen für die Wahl
effektiver Immuntherapien oder Chemotherapien liefern und so die Therapie humaner
Tumore unterstützen.
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Regulierung des Ceramid - Sphingosin-1-Phosphat - Rheostats durch die neutrale Ceramidase und die Sphingosinkinase-1 in der Niere
(2011)
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Ankathrin Thekla Förster
- Das Gleichgewicht zwischen den Sphingolipiden Ceramid und Sphingosin-1-Phosphat (S1P) spielt eine entscheidende Rolle für das Schicksal einer Zelle. Es ist bekannt, dass Ceramid proapoptotisch wirkt, wohingegen S1P antiapoptotische und entzündungshemmende Signalwege induziert [6]. Eine Beeinflussung der Sphingolipid-metabolisierenden Enzyme sowie eine daraus resultierende gestörte Balance zwischen Ceramid und S1P ist somit ein Merkmal diverser entzündlicher Krankheiten wie der Asthma bronchiale, der Colitis ulcerosa [148] oder auch verschiedenen Arten von Tumoren [199]. Das Hauptziel dieser Arbeit lag in der Untersuchung der Ceramid-abbauenden neutralen Ceramidase (NCDase) und der S1P-synthetisierenden Sphingosinkinase 1 (SK1) in verschiedenen Nierenzellen. Ein Fokus wurde dabei auf die Regulierung dieser Enzyme durch entzündungshemmende Corticosteroide in Ratten Mesangiumzellen gelegt, wobei diese Zellen entscheidend in der Entstehung entzündlicher Nierenerkrankungen wie einer Glomerulonephritis sind. Weiterhin wurde der Einfluss der Mutation putativer Phosphorylierungsstellen der NCDase auf die Regulierung dieses Enzyms in HEK293 Zellen untersucht und in einem dritten Teil der Arbeit schließlich die Expression und die Funktion der SK1 in der humanen Niere im Vergleich zum Nierenzellkarzinom analysiert.
Es konnte gezeigt werden, dass Glucocorticoide (GCs) Mesangiumzellen durch eine Steigerung der intrazellulären S1P-Konzentrationen vor durch Stress induzierter Apoptose schützen. Diese Beeinflussung des Sphingolipid-Rheostats beruhte auf einer gesteigerten mRNA- und Proteinexpression der Sphingosinkinase 1 (SK1) und der neutralen Ceramidase (NCDase). Außerdem wurde nachgewiesen, dass der Promotor der NCDase durch GCs aktivierbar ist und dass zwei Glucocorticoid-responsive-Elemente (GREs) innerhalb der Promotorsequenz durch die Bindung von Glucocorticoidrezeptoren (GRs) diese Aktivierung bewirken. In vivo Experimente mit isolierten Glomeruli, die aus mit Dexamethason behandelten Mäusen gewonnen wurden, zeigten ebenfalls eine Erhöhung der mRNA-Expression und Aktivität der SK1 sowie eine gesteigerte Proteinexpression der NCDase. Somit wurde erstmals ein direkter Einfluss von GCs auf den Sphingolipidmetabolismus in Mesangiumzellen beschrieben.
In einem zweiten Teil dieser Arbeit wurde gezeigt, dass eine Mutation zweier putativer Proteinkinase C (PKC)-Phosphorylierungsstellen (T253A und T420/23A) in der Sequenz der murinen NCDase zu einem verlangsamten Reifungsprozess dieses Enzyms führt. Western Blot-Analysen ergaben, dass der überexprimierte NCDase-WT zwei unterschiedlich glykosylierte Isoformen mit einem Molekulargewicht von 120 und 130 kDa exprimiert, welche stetig durch einen aktiven Prozess sezerniert werden. Im Gegensatz dazu war in den Mutanten ausschließlich die 130 kDa-Form im Zellkulturüberstand und die 120 kDa-Form im Lysat zu finden. Im
Zusammenfassung
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Gegensatz zum WT lokalisierten die Mutanten lediglich an intrazellulären Membranen und nicht zusätzlich an der Plasmamembran. In Lysaten von Zellen die die Mutanten exprimierten, konnte eine verringerte relative Aktivität gemessen werden, die der sezernierten mutierten Formen hingegen war erhöht. Daher wurde vermutet, dass die 130 kDa-Form die reife Plasmamembran-gebundene und anschließend sezernierte, aktivere Isoform der NCDase darstellt. Die Inkubation von Mesangiumzellen mit Zellkulturüberständen, die den sezernierten NCDase-WT enthielten, führte zum Schutz vor durch Stress induzierter Apoptose. Somit kann eine auto- bzw. parakrine Funktion der sezernierten NCDase angenommen werden.
Dem dritten Teil der Arbeit lag die erstmalige Beschreibung der SK1-Expression in der gesunden humanen Niere zugrunde. Es konnte gezeigt werden, dass diese im Zytoplasma sowie an Membranen von Zellen des proximalen Tubulus sowie in geringerem Maße in Podozyten und Mesangiumzellen des Glomerulus exprimiert wird. Im Gegensatz dazu wurde die SK1 in Biopsien von Patienten mit Nierentumor im Nukleus gefunden. Die Untersuchung der SK1-Expression in 5 verschiedenen Nierentumorzelllinien im Vergleich zu Epithelzellen des proximalen Tubulus (Human Kidney 2 - HK2-Zellen) ergaben, dass sowohl die Protein- als auch die mRNA-Expression der SK1 in Föhn-Zellen stark erhöht, in ACHN3-Zellen hingegen signifikant niedriger war. Zudem konnte auch in den Föhn-Zellen eine nukleäre Expression der SK1 nachgewiesen werden. Die Behandlung von HK2-, ACHN3- und Föhn-Zellen mit dem Transforming Growth Factor-ß2 (TGF-ß2) resultierte in einer transkriptionellen Steigerung der SK1-Expression. Die Herunterregulierung der SK1 in diesen Zellen führte zu einem Arrest der Zellen in der S Phase, wohingegen die Überexpression der SK1 in den ACHN3-Zellen zu einem signifikanten Schutz vor Apoptose führte.
Zusammenfassend sind die Sphingolipid-metabolisierenden Enzyme NCDase und SK-1 ein interessanter therapeutischer Ansatzpunkt zur Behandlung von Krankheiten, die mit pathologischen Prozessen wie Entzündung, Apoptose und Proliferation einhergehen, wie es bei Glomerulonephritiden und bei Nierentumoren der Fall ist.
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Allergenes Potenzial und Epitopstruktur von beta-Conglycinin aus der Sojabohne
(2011)
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Yvonne Kühne
- Sojabohnen sind aufgrund ihres hohen Proteingehaltes ein wichtiges Nahrungsmittel und
insbesondere bei Kindern ein häufig austretendes allergenes Lebensmittel. Der einizige zur
Zeit mögliche Schutz vor einer allergischen Reaktion auf Soja ist die strikte Vermeidung
der Aufnahme. Die allergenen Substanzen sind Proteine und Glykoproteine. Es gibt eine
Reihe von Produkten aus Soja, die kein oder nur geringe Mengen Protein enthalten, aber in
zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind. Die Prüfung der potenziellen Allergenität von
solchen Produkten, wie z.B. Vitamin E aus Soja, ist von grundlegendem Interesse für
allergische Personen. Vitamin E aus Soja wird vielen Produkten z.B. als Antioxidanz
zugesetzt und müsste nach den rechtlichen Kennzeichnungsvorschriften als Allergen auf
der Verpackung angegeben werden. Ein Ziel dieser Promotionsarbeit war daher die
Entwicklung von sensitiven und spezifischen Detektionmethoden für den Nachweis von
Sojaprotein in Tocopherol (VitaminE) aus der Sojabohne. Aber auch die Charakterisierung
von Sojaallergenen für die Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Methoden
ist wichtig. Das zweite Ziel der Arbeit war somit die genauere Charakterisierung von β-
Conglycinin (Gly m 5) als Sojaallergen sowie die Identifizierung der IgE-bindenden
Bereiche des untersuchten Proteins.
Zum Nachweis, dass in dem hoch prozessierten Sojaprodukt Tocopherol kein Sojaprotein
mehr vorhanden war, wurden mehrere proteinbiochemische und immunologische
Methoden entwickelt und validiert. Der sojaspezifische ELISA zur Detektion von
hydrophilen Sojaproteinen aus der Tocopherolmatrix mit einer realen Nachweisgrenze von
10 ppm zeigte eine gute Reproduzierbarkeit. Die Detektion von lipophilen, denaturierten
und hydrophilen Sojaproteinen aus Tocopherol im Immunoblot mit einer Nachweisgrenze
von 20 ppm war ebenfalls gut reproduzierbar. Der etablierte IgE Immunoblot mit
Sojaallergikerseren wies eine vergleichbare Sensitivität auf. In keiner der 10 untersuchten
Tocopherolproben wurde mit den etablierten sensitiven sojaspezifischen Methoden
Sojaprotein detektiert. Bei in vivo Studien von klinischen Partnern wurde bei Sojaallergikern weder eine Reaktion auf Tocopherol im Hauttest noch in der oralen
Provokation von 500 mg Tocopherol beobachtet.
Dass Gly m 5 ein wichtiges Sojaallergen ist und als diagnostischer Marker für schwere
allergische Reaktionen genutzt werden kann, wurde in einer früheren Publikation unserer
Arbeitsgruppe beschrieben. Die genauere Charakterisierung von Gly m 5 in dieser Arbeit
zeigte, dass es ein Hauptallergen bei sojaallergischen Kindern und bei Sojaallergikern mit
anaphylaktischen Reaktionen darstellt. Dabei zeigten alle Gly m 5 sensibilisierten
Sojaallergiker spezifisches IgE gegen eine der drei Gly m 5 Untereinheiten, das
Gly m 5.03. Diese Untereinheit kann somit als diagnostischer Marker für eine Gly m 5
Sensibilisierung eingesetzt werden. Es konnte ebenfalls in dieser Arbeit bestätigt werden,
dass die meisten Gly m 5 sensibilisierten Sojaallergiker moderate bis schwere allergische
Reaktionen zeigten und Gly m 5 somit einen potenziellen Marker für die Schwere einer
Sojaallergie darstellt.
Zur Identifizierung von IgE-bindenden Bereichen des Gly m 5 und des homologen
Erdnussallergens Ara h 1 wurde die hoch sensitive und spezifische CelluSpot Technik
etabliert, welche im Vergleich zur häufig angewendeten SPOT Membran-Technik nicht nur
Zeit und Serumvolumen spart, sondern auch die individuelle Testung der Seren unter
ständiger Mitführung von Positiv-und Negativkontrollen ermöglichte. Diese Methode stellt
damit eine geeignete Technik zur Untersuchung von IgE reaktiven linearen Bereichen der
Gly m 5 Untereinheiten und des Ara h 1 dar.
Die Mehrheit der Gly m 5 sensibilisierten Sojaallergiker besaß spezifisches IgE gegen
sequenzielle synthetische Peptide der Gly m 5 Untereinheiten, wobei jedes Allergikerserum
ein individuelles IgE Bindungsmuster zeigte. Zusammengefasst wurden fünf sequenzielle
Regionen auf allen drei Gly m 5 Untereinheiten identifiziert, welche die größte IgE
Bindungshäufigkeit aufwiesen. Alle fünf Bereiche waren zwischen 12-17 Aminosäuren
groß und auf der Moleküloberfläche lokalisiert. Sie bildeten gemeinsam zwei
zusammenhängende Bereiche in der Kernregion der Gly m 5 Moleküle und lassen
vermuten, dass sie Teile von Konformationsepitopen darstellen. Zur Untersuchung einer möglicherweise vorhandenen serologischen Kreuzreaktivität
zwischen den zwei Leguminosen Soja und Erdnuss, wurden sowohl Sojaallergiker mit
Erdnussallergie als auch Erdnussallergiker ohne Sojaallergie auf Reaktivitäten gegen
Peptide des Erdnussallergens Ara h 1 untersucht. Dabei wurden drei sequenzielle Bereiche
identifiziert, die von der Mehrheit der Sojaallergiker, jedoch nur selten von den
Erdnussallergikern erkannt wurden. Diese drei Bereiche wiesen eine Sequenzähnlichkeit
zu den reaktivsten Bereichen der Gly m 5 Untereinheiten auf. Die Untersuchung von
Allergikerseren auf Aminosäuresequenzebene könnte als diagnostische Methode zur
Unterscheidung der klinischen Ausprägung einer Sojaallergie im Vergleich zur
Erdnussallergie dienen und somit die Anzahl der risikobehafteten
Nahrungsmittelprovokationen zur Bestätigung einer Sojaallergie senken.
Die Identifizierung von B-Zell Epitopen ist eine wichtige Grundlage für die Herstellung
von Hypoallergenen mit verringerter B-Zell Aktivität, bei gleichbleibender T-Zell-
Aktivierung. Solche hypoallergenen Mutanten sind eine hoffnungsvolle Perspektive für
eine Immuntherapie von Sojaallergikern, da sie womöglich das Risiko einer allergischen
Reaktion während der Behandlung verringern können.