Doctoral Thesis
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Die Bedeutung cGMP-abhängiger Phosphodiesterasen für die nozizeptive Transmission / vorgelegt von Aaron Markus Bothe
(2012)
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Aaron Bothe
- Die Rolle von NO und cGMP in der Schmerzverarbeitung im Rückenmark ist in den letzten Jahren durch viele Berichte untermauert worden. Nicht vollständig bekannt sind hingegen die Mechanismen, derer sich cGMP bedient, um die Transmission von Schmerzen zu beeinflussen. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb untersucht, welche cGMPabhängigen Phosphodiesterasen (PDEs) hierbei eine Rolle spielen könnten und wie sich diese Beteiligung funktionell äußert. Dazu wurden immunhistochemische Färbungen von Rückenmarkschnitten angefertigt und Western-Blot-Analysen von Rückenmarkgewebe durchgeführt. Beide Methoden lieferten Hinweise dafür, dass die PDEs 1A, 1B, 3A,3B, 5A und 11A keine Rolle in der Verarbeitung von Schmerzen spielen. Demgegenüber scheinen die PDE1C, 2A und 10A in schmerzrelevanten Gebieten des Rückenmarks lokalisiert zu sein. Die funktionelle Relevanz der PDE2A und PDE10A im Rahmen der Schmerzverarbeitung wurde mit Hilfe des PDE2A-Inhibitors BAY 60-7550 und des PDE-10A-Inhibitors Papaverin in nozizeptiven Tiermodellen untersucht. Dabei bewirkte, im Modell der Complete Freund’s Adjuvant (CFA)-induzierten mechanischen Hyperalgesie, die i.p. Applikation von BAY 60-7550 oder Papaverin eine Verstärkung der Hyperalgesie. Weiterhin war die Leckzeit in der 2. Phase des Formalin-Modells bei einer Inhibition von PDE10A signifikant verlängert. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit frühere Berichte, dass cGMP an der Schmerzsensibilisierung im Hinterhorn des Rückenmarks beteiligt ist und deuten auf eine Rolle insbesondere von PDE2A und 10A im Rahmen der Schmerzsensibilisierung hin.
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Entwicklung einer reagenzienfreien Methode zur quantitativen Bestimmung der Inhaltsstoffe von Körperflüssigkeiten mit ATR-FTIR-Spektroskopie
(2006)
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Gamze Hoşafçı
- Teile dieser Arbeit sind Thema folgender Publikationen:
Gamze Hosafci, Oliver Klein, Gerhard Oremek, Werner Mäntele: Clinical chemistry without reagents? An infrared spectroscopic technique for determination of clinically relevant constituents of body fluids Anal Bioanal Chem, DOI 10.1007/s00216-006-0841-3
Gamze Hosafci, Oliver Klein, Gerhard Oremek, Werner Mäntele: Ein Tropfen Blut genügt: Reagenzienfreie Labordiagnostik in der Medizin mittels Infrarotspektroskopie GIT Labor-Fachzeitschrift, Bd 50 (2006), H. 4, S. 322-325, GIT Darmstadt
Gamze Hosafci, Oliver Klein, Gerhard Oremek, Werner Mäntele: It Will Just Need a Drop of Blood: Reagent-free Laboratory Diagnostics in Medicine Based on Infrared Spectroscopy GIT Laboratory Journal, Bd 50 (2006), H. 2, S. 34-37, GIT Darmstadt
Patent: W. Mäntele, O. Klein, G. Hosafci, G. Oremek: Vorrichtung für die qualitative und/oder quantitative Bestimmung von IR-aktiven Inhaltsstoffen in Flüssigkeiten sowie ein Verfahren zur qualitativen und/oder quantitativen Bestimmung von IR-aktiven Inhaltsstoffen in Flüssigkeiten Schutzrecht: DE102005048807 16.11.2006
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Prozess und Outcome der kognitiven Therapie sozialer Phobien
(2012)
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Denise Ginzburg
- Die Soziale Phobie ist eine weit verbreitete Störung, die ohne geeignete Therapie einen
chronischen Verlauf annimmt und bei den Betroffenen zu einem hohen Leidensdruck führt.
Für die Behandlung stehen sowohl pharmakologische als auch psychotherapeutische
Therapieansätze zur Auswahl (siehe Heinrichs, Stangier, Gerlach, Willutzki, & Fydrich,
2011). Eine Reihe von randomisierten kontrollierten Studien belegen, dass die kognitive
Therapie zu den effektivsten Behandlungsmethoden zählt. Die vorliegende Dissertation
konzentriert sich auf unterschiedliche Aspekte, die die Dissemination dieses Ansatzes
verbessern sollen. In einer Übersichtsarbeit (Ginzburg & Stangier, im Druck) wird
zunächst ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Diagnostik und Therapie der
Sozialen Phobie gegeben. Die Ergebnisse aktueller Metaanalysen zur Behandlung werden
kritisch diskutiert. Besondere Beachtung wird dem kognitiven Therapieansatz nach Clark und
Wells (1995) geschenkt, der mit sehr hohen Effektstärken beeindruckt. Diese Therapie wurde
in mehreren randomisiert-kontrollierten Studien untersucht und zeigte sich Therapieformen
wie der Interpersonellen Therapie (Stangier, Schramm, Heidenreich, Berger, & Clark, 2011;
Mörtberg, Clark, Sundin, & Aberg, 2007), medikamentöser Therapie (Clark et al., 2003) oder
Entspannungsverfahren (Clark et al., 2006) deutlich überlegen. Neueste Forschungsbefunde
zu den einzelnen Komponenten dieser Therapie werden im Hinblick auf ihre
aufrechterhaltende Funktion sozialer Ängste und ihrer Effektivität diskutiert.
In einer zweiten Publikation (Ginzburg, Bohn, Stangier & Steil 2011) wird der
kognitive Ansatz nach Clark und Wells auf eine komplexe, mit starker körperlicher
Symptomatik verbundene Form der Sozialen Phobie, angewendet und evaluiert. Paruresis
(Williams & Degenhardt, 1954) bezeichnet die Angst, auf öffentlichen Toiletten zu urinieren,
und geht mit einem psychogenen Harnverhalt (Hammelstein, Pietrowsky, Merbach, &
Brahler, 2005; Soifer, Nicaise, Chancellor, & Gordon, 2009) einher. Publikation 2
dokumentiert, wie das kognitive Modell nach Clark und Wells (1995) bei Betroffenen mit
starken körperlichen Symptomen angewendet werden kann. In dem theoretischen Teil der
Arbeit wird auf die Notwendigkeit einer genauen Operationalisierung der mit dem
Störungsmodell verknüpften Interventionen hingewiesen und anhand einer Falldarstellung
veranschaulicht. Für die Praxis ergibt sich die Konsequenz, dass das kognitive Modell einen
flexible Fallkonzeption und Behandlungsplanung ermöglicht und auch auf untypische
Behandlungsfälle übertragbar ist.
Die flexible und kompetente Umsetzung von Interventionen spielt allerdings nicht nur
bei komplexen Fällen eine Rolle. Im Rahmen der Psychotherapieprozessforschung ist der Therapeutenfaktor bei der Umsetzung der Therapiemethode und ihrer Interventionen von
großer Bedeutung und beeinflusst maßgeblich die Effektivität der Behandlung
(Perepletchikova & Kazdin, 2005). In randomisiert-kontrollierten klinischen Studien wird ein
großes Augenmerk auf die Behandlungsintegrität, d.h. die Umsetzung von
Behandlungsvorgaben durch den Therapeuten (Waltz, Addis, Koerner, & Jacobson, 1993;
Weck, Bohn, Ginzburg, & Stangier, 2011), gelegt. Bislang liegen jedoch noch keine
gesicherten Hinweise vor, ob die manualgetreue Durchführung der Interventionen an sich
(Adhärenz), oder auch die kompetente Anpassung dieser Interventionen an den jeweiligen
Behandlungskontext (Kompetenz), zu besseren Ergebnissen in der kognitiven Therapie
sozialer Phobien führt. In Studie 3 (Ginzburg, Bohn, Weck, Clark und Stangier,
submitted) wird der Einfluss von Adhärenz und Kompetenz auf das Therapieergebniss bei
Patienten mit Sozialer Phobie überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Kompetenz,
nicht jedoch Adhärenz, bei der Anwendung der vorgesehenen Interventionen auch mit einem
besseren Behandlungserfolg einhergeht. Von besonderer Bedeutung für die Vorhersage des
Therapieerfolges waren spezifisch verhaltenstherapeutische Kompetenzen.
Obwohl Adhärenz und Kompetenz des Therapeuten die Effektivität von
Psychotherapie signifikant beeinflussen, gehen vergleichsweise nur wenige Studien dieser
Fragestellung nach (Perepletchikova, Treat, & Kazdin, 2007). Der hierfür notwendige hoher
Zeit- und Kostenaufwand ist eine der wesentlichen Ursachen hierfür (Perepletchikova, Hilt,
Chereji, & Kazdin, 2009). Um Adhärenz und Kompetenz reliabel und valide einschätzen zu
können, sind Audio- bzw. Videoanalysen von Therapiesitzungen durch unabhängige und
trainierte Beurteiler die Methode der Wahl. Die Reduktion des Zeitaufwandes durch die
Konzentration auf relevante Videoausschnitte könnte zu einer Verbesserung der
Rahmenbedingungen für die Psychotherapieforschung darstellen. In Studie 3 (Weck, Bohn,
Ginzburg und Stangier, 2011) wird untersucht, ob therapeutische Adhärenz und Kompetenz
auch auf der Grundlage von Sitzungsausschnitten reliabel erfaßt werden kann und den
Therapieerfolg vorhersagen kann. Beim Vergleich von zwei Ratingmethoden zeigte sich, dass
die genauesten Aussagen anhand der Analyse einer ganzen Sitzung getroffen werden konnten.
Zusätzlich zeigten jedoch auch die Kompetenz- und Adhärenz-Einschätzungen des mittleren
Sitzungsausschnittes einen hohen Zusammenhang zu den Ratings der Gesamtsitzung. Hieraus
kann die Schlußfolgerung gezogen werden, dass die Analyse von Sitzungsausschnitten eine
ökonomische Alternative zu der bisherigen Forschungspraxis darstellen kann, vollständige
Sitzungen zu untersuchen.
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Molekulargenetische Optimierung der Sphingoidbasen-Produktion der nicht-konventionellen Hefe Pichia ciferrii
(2012)
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Christoph Schorsch
- Die nicht-konventionelle Hefe P. ciferrii produziert große Mengen der tetra-acetylierten Sphingoidbase Phytosphingosin (TAPS). Sphingoidbasen sind essentielle Komponenten des stratum corneums, der multilamellaren Barriere der menschlichen Haut, und daher in der Kosmetik-Industrie von großem Interesse. Im Rahmen dieser Arbeit sollte die biotechnologische Produktion der Sphingoidbasen Phytosphingosin, Sphinganin und Sphingosin auf molekularbiologischer Ebene in P. ciferrii charakterisiert und optimiert werden. Die Hefe P. ciferrii konnte durch Etablierung einer einfachen und hoch-effizienten Transformations-Methode auf genetischer Ebene leicht zugänglich gemacht werden. Durch Inaktivierung des für NHEJ essentiellen PcLIG4 Gens konnte die Effizienz zielgerichteter genomischer Integrationen von transformierten DNA-Konstrukten von 1 % auf 87 % erhöht werden. Die Etablierung des Cre-loxP Systems erlaubte das mehrfache Verwenden eines Selektions-Markers wodurch sukzessiv mehrere genomische Integrationen in einem Stamm ermöglicht wurden. Durch diese Errungenschaften konnte das Ziel „Optimierung der Sphingoidbasen-Produktion der nicht-konventionellen Hefe P. ciferrii“ im Folgenden erfolgreich verfolgt werden. Der initiale Schritt der Sphingoidbasen-Biosynthese ist die von der Serin-Palmitoyl-Transferase katalysierte Kondensation von L-Serin und Palmitoyl-CoA. Durch die Deletion von Genen, die am L-Serin-Katabolismus von P. ciferrii beteiligt sind (PcSHM1, PcSHM2und PcCHA1), konnte die de novo Sphingoidbasen-Biosynthese optimiert werden und führte in einem lig4? Stamm zu einer etwa dreifachen Erhöhung der TAPS-Produktion. Weitere Ansätze den (vermutlich durch L-Serin feed back regulierten) L-Serin-Biosyntheseweg bzw. die in vivo L-Serin-Verfügbarkeit zu optimieren, führten nicht zu einer gesteigerten TAPS-Produktion. Durch weitere Deletion und Überexpression von Genen des Sphingolipid-Stoffwechsels konnte die TAPS-Produktion jedoch um ein Vielfaches verbessert werden. So konnte ein Stamm konstruiert werden, der die Gene PcLCB1, PcLCB2 und PcSYR2 überexprimiert und Deletionen der Gene PcSHM1, PcSHM2, PcCHA1, PcLCB4 und PcORM12 trägt. Dieser Stamm (CSS.L4.O.L2.L1.S2) wies eine mehr als fünffach erhöhte maximale spezifische TAPS-Produktbildungsrate (q Pmax ) auf und produzierte mit 2 g * L rund siebenmal mehr TAPS als der lig4? Ausgangsstamm, weshalb ein Einsatz dieses Stammes für die industrielle TAPS-Produktion denkbar wäre. Ausgehend von einem für die TAPS- (und somit Sphingoidbasen-) Produktion optimierten Stamm sollten Stämme mit optimierter TriASa- oder TriASo-Produktion für industrielle Zwecke generiert werden. Es stellte sich allerding heraus, dass erhöhte Mengen dieser Sphingoidbasen wahrscheinlich wachstumshemmend für P. ciferrii sind, weshalb eine weitere Produktions-Optimierung nicht ohne Weiteres möglich ist. In einem Laborstamm gelang es jedoch, durch Konstruktion und anschließende Transformation eines optimierten integrativen Plasmids (trägt die Gene, die für die Produktion von Sphingosin bzw. TriASo nötig sind) eine TriASo-Produktion von bis zu 30 mg * g (BTM) zu erzielen, wobei gleichzeitig die Bildung des Nebenprodukts TriASa auf weniger als 4 mg * g (BTM)reduziert wurde. Weiterhin konnte durch Deletion von PcSCS7 in einem TriASo-Produktionsstamm die TriASa-Produktion mehr als vierfach reduziert werden. Die Bildung eines weiteren von P. ciferrii gebildeten Nebenproduktes [Tri-Acetyl-Sphingadienin (TriASd)] konnte durch Deletion des PcSLD1 Gens unterbunden werden. Nach Inaktivierung von PcSCH9 konnte eine fast 20 %ige Verbesserung der TriASo-Produktion erreicht werden. Es konnten zwei putative Acetyl-Transferasen identifiziert werden (PcAft2 und PcSli1), die an der Acetylierung von Phytosphingosin (zu TAPS), Sphinganin (zu TriASa) und Sphingosin (zu TriASo) beteiligt sind. Die Aufklärung und Optimierung dieser von PcAtf2 und PcSli1 katalysierten Schritte sind vielversprechende Ansatzpunkte die Sphingoidbasen-Produktion in P. ciferrii weiter zu optimieren.
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Regulation der Sphingosinkinase-1 durch G alpha q
(2012)
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Ralf Frederik Claas
- Innerhalb der vorliegenden Arbeit wurden verschiedene Teilaspekte des S1P-Signalsystems
näher untersucht. Der erste Teil der Arbeit geht der Frage nach, welche Störungen das
Ausschalten der S1P-Lyase in der Ca2+-Homöostase verursacht. Die Messung der zellulären
Lipidkonzentrationen ergab in Sgpl1-/--MEFs einen sechsfach höherer Wert für S1P und einen
doppelt so hohen Wert für Sphingosin als in den Sgpl1+/+-MEFs. [Ca2+]i wurde an
Einzelzellen mit Hilfe des Proteinfarbstoffs Cameleon untersucht, wobei [Ca2+]i-Anstiege
durch den SERCA-Inhibitor Thapsigargin induziert wurden. So konnte gezeigt werden, dass
sowohl in Sgpl1+/+-MEFs als auch in Sgpl1-/--MEFs zwei verschiedene Subtypen existieren,
die sich hinsichtlich Geschwindigkeit und Ausmaß des [Ca2+]i-Anstiegs unterscheiden. Die
basale [Ca2+]i war im Subtyp der Sgpl1-/--MEFs mit einem schnellen und kurzen [Ca2+]i-
Anstieg signifikant erhöht, während das Maximum des Thapsigargin-induzierten [Ca2+]i-
Anstiegs im Subtyp der Sgpl1-/--MEFs mit einem langsamen und langen [Ca2+]i-Anstieg
signifikant erhöht war. Die AUC des Zeitverlaufs nach der Stimulation mit Thapsigargin war
in beiden Subtypen der Sgpl1-/--MEFs signifikant erhöht, was bedeutet, dass der Ca2+-Gehalt
der Thapsigargin-sensitiven Speicher in Sgpl1-/--MEFs höher als in Wildtyp-MEFs war.
Im zweiten Teil der Arbeit wurden Aspekte der Modulation des S1P-Signalsystems durch das
Sphingosin-Analogon cis-4-Methylsphingosin näher untersucht. Die Messung der
Lipidkonzentrationen von cis-4-Methylsphingosin und dem Phosphorylierungsprodukt cis-4-
Methyl-S1P erfolgte dabei in HEK-293-Zellen und deren Überständen mittels LC-MS/MS.
Hierbei wurde erstmals cis-4-Methyl-S1P im Zellkulturüberstand nachgewiesen, was
bedeutet, dass cis-4-Methylsphingosin nach der intrazellulären Phosphorylierung sezerniert
werden kann. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage dafür, dass cis-4-Methylsphingosin
nicht nur intrazellulär wirken, sondern ebenso wie FTY720 als S1P-Rezeptor-Modulator
fungieren kann.
Der dritte und umfangreichste Teil der Arbeit befasst sich mit der Regulation der SK1 durch
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Um die Rolle von Gαq/11-Proteinen bei der Ansteuerung
der SK1 durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren weiter zu analysieren, wurde zunächst die
Rezeptor-induzierte Translokation der SK1 in MEFs untersucht, die sowohl in Gαq als auch in
seinem Homolog Gα11 doppelt defizient waren (Gαq/11
-/--MEFs). Die SK1-Translokation war
nur nach Transfektion mit Gαq möglich. Um Hinweise auf die strukturellen Erfordernisse für
die SK1-Ansteuerung durch Gαq zu erhalten, wurde der Einfluss verschiedener Gαq-Mutanten
auf die Translokationshalbwertszeit der SK1 untersucht. So waren alle untersuchten Mutanten
in der Lage, die SK1-Translokation in Gαq/11
-/--MEFs zu vermitteln. Die Expression der Gαq-
W263D-Mutante führte dabei zu einer signifikant verlangsamten SK1-Translokation. Die
durch Gαq-T257E-vermittelte Translokation war erst nach mehreren Minuten feststellbar.
Die Abhängigkeit der SK1-Translokation von Gαq wurde auf zellulärer Ebene durch
Coexpression einer katalytisch inaktiven Mutante der G-Protein gekoppelter Rezeptorkinase 2
(GRK2) als Gαq-scavenger in HEK3-Zellen nachgewiesen. Dies führte zu einer vollständigen
Inhibierung der Carbachol-induzierten SK1-Translokation. Hingegen führte die
Überexpression der SK1 in den M3-Rezeptor exprimierenden HEK-293-Zellen zu einer
reduzierten Carbachol-induzierten Aktivierung der PLCβ. Dieser Effekt war unabhängig von
der katalytischen Aktivität der SK1. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die SK1 mit den
Effektoren GRK2 und PLCβ um gemeinsame Bindungsstellen der aktivierten G-Protein
Untereinheit Gαq konkurriert. Zusätzlich wurde die direkte Interaktion zwischen Gαq und SK1
auf Proteinebene mittels optischer Thermophorese nachgewiesen. Dazu wurde die humane
SK1 als N-terminal getaggtes His6-MBP-Fusionsprotein exprimiert, aufgereinigt und
charakterisiert. So konnte gezeigt werden, dass die mit dem Fluoreszenzfarbstoff NT647-
markierte hSK1 (hSK1*) mit dem TNF Rezeptor-assoziiertem Faktor 2 (TRAF2), nicht
jedoch mit dem N-terminalen Fragment des TRAF family member-associated NF-kappa-B
activator (TANK) interagierte. Sowohl inaktives Gαq als auch [AlF4]--aktiviertes Gαq
interagierten mit der hSK1* mit einem vergleichbaren kD-Wert. Auch mit NT-647-markiertes
Gαq interagierte mit der hSK1 sowohl in der inaktiven als auch in der [AlF4]--aktivierten
Form, wohingegen es nicht mit TANK oder TRAF2 interagierte.
Insgesamt zeigen die erhaltenen Daten, dass die SK1 ein direktes Target von Gαq ist und sie
an genau dieselben Gαq-Reste bindet, an die auch die klassischen Effektoren PLCβ,
p63RhoGEF und GRK2 binden.
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Von Sklavenhändlern zu Seelenfängern: Afrikanische Studenten in Großbritannien 1750 - 1830
(2012)
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Esther Mirjam Ries
- Die Geschichte von Sklavenhandel und Sklaverei im britischen Einflussgebiet ist in den letzten Jahrzehnten intensiv behandelt worden. Dabei ging es in der öffentlichen Wahrnehmung um das – nicht zuletzt ‚erinnerungspolitische‘ – Problem der Verstrickung britischer Kaufleute und Politiker in den Sklavenhandel, um die Bedeutung der Sklaverei für die britische Wirtschaft und den britischen Aufstieg zur Weltmacht, schließlich um die Motive der Pionierrolle, welche die britische Öffentlichkeit und die britische Regierung für die Kritik an und die Abschaffung von Sklavenhandel und Sklaverei einnahmen. Die vorliegende Dissertation nimmt sich vor, das Bild zu ergänzen, in dem sie nach einer nur auf den ersten Blick marginalen Gruppe fragt: Afrikanerinnen und Afrikanern, die sich weder auf ‚Staatsbesuch‘ noch als Arbeitskräfte in Großbritannien aufhielten, sondern die danach strebten, in England eine britische bzw. europäische Bildung zu erhalten. Die Gruppe erscheint Ries aus zwei Gründen besonders signifikant: Zum einen, weil sie eine entscheidende Funktion für ‚Kulturkontakte‘ zwischen Großbritannien und Afrika hatte, da sie möglicherweise dazu beitragen konnte, britische Bilder und Perzeptionen von Afrika und Afrikanern in anderer Weise zu prägen, als Sklaven oder lokale Potentaten; zum anderen, weil sie die Möglichkeit bietet, die Veränderungen der Haltung(en) der britischen Öffentlichkeit im Allgemeinen und besonders an Afrika interessierter Gruppen im Besonderen abseits der (bereits hinreichend erforschten) Debatten zum Sklavenhandel genauer zu untersuchen.
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Konsumentinnen illegaler Drogen in Deutschland und den USA : eine explorative Vergleichsstudie zur Wirkung von Drogenpolitiken auf die Lage drogenkonsumierender Frauen
(2012)
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Christiane Bernard
- Als Unterzeichnerstaaten der internationalen Drogenabkommen, deren Ausgestaltung maßgeblich
durch die Vereinigten Staaten bestimmt wurde, ist die Drogenpolitik in Deutschland
und den USA als Prohibitionspolitik verfasst. Dennoch bestehen zwischen beiden Ländern
drogenpolitische Unterschiede, die aus einer tendenziellen „Emanzipierung“ Deutschlands
vom US-amerikanischen Modell seit den 1990er Jahren resultieren: Während die USA weiterhin
vor allem auf Punitivität setzen, wird in Deutschland verstärkt ein medizinischer und schadensreduzierender
Ansatz verfolgt.
Gegenstand der vorliegenden Studie ist eine komparative Analyse der Drogengebrauchssituation
und Drogenkontrollpolitik in Deutschland und den USA, mit der genderbezogene Einblicke
in die Wirkung differenter drogenpolitischer Ansätze gewonnen werden sollten. Das Erkenntnisinteresse
richtete sich einerseits auf die sozialstrukturellen und drogenpolitischen Bedingungen
und deren Auswirkungen auf den Umgang mit illegalen Substanzen und die hiermit
assoziierten gesundheitlichen und sozialen Begleitfolgen. Andererseits sollten die Spezifika
der in diese Strukturen eingebetteten Alltagswelten von kompulsiven Drogenkonsumentinnen
der Straßenszenen in Frankfurt und New York untersucht werden.
Das Forschungsdesign der Studie war methodenplural angelegt. Der quantitative Zugang erfolgte
über eine Sekundäranalyse nationaler statistischer Daten, mit der soziale Indikatoren
des Drogengebrauchs länder- und geschlechtervergleichend betrachtet wurden. Zudem wurden
standardisierte Fragebogeninterviews mit Drogenkonsumierenden der Frankfurter Straßenszene
geführt. Qualitative Ergebnisse wurden durch Leitfadeninterviews mit Heroinund/
oder Crackkonsumentinnen und eine Metaanalyse ethnographischer Forschungsarbeiten
gewonnen.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass sich der Drogengebrauch offenbar relativ
unabhängig von der Drogenpolitik bzw. der Intensität der Repression entwickelt. Trotz der punitiveren
Ausrichtung der US-amerikanischen Drogenpolitik ist der illegale Substanzkonsum
dort wesentlich stärker verbreitet als in Deutschland. Gleichzeitig erzeugt die Prohibitionspolitik
zahlreiche Problemlagen, die in den USA erneut gravierender ausfallen und sich in höheren
Morbiditäts- und Mortalitätsraten und einer stärkeren Kriminalisierung von Drogenkonsumentinnen
niederschlagen.
Trotz der stärkeren Hinwendung zu einem gesundheitspolitischen Ansatz ist jedoch auch in
Deutschland keine Entpönalisierung des Drogengebrauchs erkennbar. Eine verstärkt dem gesundheitspolitischen
Ansatz folgende Drogenpolitik, die weiterhin unter dem Drogenverbot
operiert, kann den durch die Prohibition entstehenden Schaden allenfalls mildern. So hat sich
in Deutschland durch die modifizierte drogenpolitische Richtung zwar die gesundheitliche Situation
von Drogenkonsumentinnen in Teilbereichen (v.a. rückläufige HIV- und Drogentodeszahlen)
verbessert, das Grundproblem ihrer Kriminalisierung, sozialen Marginalisierung und
Etikettierung aber bleibt. Konzepte einer Legalisierung und deren Begründungszusammenhänge
müssen daher zukünftig verstärkt im gesellschaftlichen Diskurs platziert werden, um so
eine Politik der Integration initiieren zu können.
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Islamischer Fundamentalismus in der Migration : eine biographie-analytische Untersuchung über die adoleszente Hinwendung türkisch-männlicher Migranten zum Islamismus in Deutschland
(2011)
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Erdem Özbek
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Religiöse Triebfedern des Rationalisierungsprozesses : individuelles und gemeinschaftliches Leben in einer hugenottischen Neusiedlung des 18. Jahrhunderts
(2010)
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Gudrun Petasch
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Bedingungen und Auswirkungen regionaler Identität in Baden-Württemberg : "Schaffe, spare, Häusle bauen" versus "Über Baden lacht die Sonne, über Schwaben die ganze Welt"?
(2011)
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Matthias Beck